
Originaltitel: You Again
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Andy Fickman
Darsteller: Kristen Bell, Jamie Lee Curtis, Sigourney Weaver, Odette Yustman, Betty White, Victor Garber, James Wolk, Kristin Chenoweth, Sean Wing, Dwayne - The Rock – Johnson
Marni hat es zu Highschool Zeiten nicht einfach. Nicht nur aufgrund ihres gewöhnungsbedürftigen Äußeren ist sie der Spielball der Highschool Zicken. Dabei hat es vor allem Joanna auf sie abgesehen, die sie drangsaliert, wo sie nur kann. Jahre später ist Marni erfolgreiche und sexy Mitarbeiterin einer PR-Firma und eine Beförderung steht an. Doch davor steht noch die Vermählung ihres Bruders Will. Auf dem Weg zu ihrer Familie erfährt sie, wer Wills Zukünftige sein soll: Joanna! Daheim angekommen muss sie bemerken, dass Joanna sie erstens gar nicht mehr zu kennen scheint und zweitens die gesamten Sympathien von Marnis Familie auf sich vereinen konnte. Marni kann das gar nicht gut heißen und sie beschließt, die Hochzeit von Joanna und Will zu sabotieren. Begünstigt werden diese Bestrebungen dadurch, dass Joannas Tante Ramona und Marnis Mutter Gail zu Highschoolzeiten einander ebenfalls spinnefeind waren! Eine turbulente Zeit steht der Hochzeitsgesellschaft bevor …
Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird! Getreu diesem – vor allem in Treknerdkreisen bekannten – Zitat entspinnt sich alsbald ein Rachedrama voll zerrissener Kleider, entleerter Puddingbehälter, nasser Hochzeitsoutfits und enthemmter Tanzperformances. Oder eben ein Rachefilm in Rosarot. Und da haben echte Männer halt Pause! Leider hat das Dwayne – The Rock – Johnson mal wieder niemand gesagt und so gibt er hier in einem Cameo den harten Flugbegleiter und beweist mal wieder, dass die Komik definitiv NICHT sein eigentliches Betätigungsfeld auf der großen Leinwand sein sollte. Leider sieht er selber das ja seit einiger Zeit ganz anders und während sich früher die Augenbraue des Volkes ob Actionböllern a la „Welcome to the Jungle“ noch freudig erregt hob, versucht sie nun nur noch im heruntergezogenen Zustand das Auge des Zuschauers vor Anblicken wie The Rock im Tutu zu bewahren. Glücklicherweise muss sich The Rock hier nicht derart zur Feile machen, wirklich gebraucht hätte es sein Mitwirken in diesem Film aber erneut nicht. Dieser gestaltet sich aufgrund seines spielfreudigen Ensembles als zumindest kurzweilige Angelegenheit und überrascht vor allem mit den beiden Powerfrauen Sigourney Weaver und Jamie Lee Curtis, die über weite Strecken eher ungewohnt divenhafte Züge transportieren und als weibliche Oberhäupter ihrer Familien Spaß machen. Dabei darf Jamie Lee Curtis deutlich mehr auf den Putz hauen und hat sichtlich Spaß an ihrem Duell mit Sigourney Weaver. Ein großes Problem des Filmes ist, dass er das Duell Weaver / Curtis nie so recht mit dem Duell Marni / Joanna synchronisiert bekommt. Sprich, die ausgetragenen Zickereien laufen weitgehend vollkommen autark aneinander vorbei, weshalb man sich des Eindruckes nicht erwehren kann, dass die ganze Grundgeschichte schon im Drehbuchstadium weiträumig verbockt wurde oder die beiden Diven erst später verpflichtet wurden und man ihnen der Einfachheit halber den gleichen Handlungsbohei aufzwang, der schon die Hauptstoryline witzig machen sollte. Deren Hauptproblem ist, dass sie auf offensive Gags und Slapstickeinlagen setzt und der sich weithin anbietenden Ironie oder einigen hintersinnigen Gags die Tür vor der Nase zuschlägt. Die Hauptrolle in diesem Abschnitt bestreitet Schnuckel Kristen Bell, die zwar im Handumdrehen alle Sympathien auf sich vereinen kann und sowohl in den körperlichen Slapstickszenen als auch in humorigen Dialogscharmützeln gefällt, dabei aber stetig extrem unterfordert wirkt und gut beraten wäre, sich in Zukunft lieber von derartigen Streifen fernzuhalten. Der Humor bleibt im Übrigen immer Disneytypisch und ist erwartungsgemäß sehr brav geraten. Man spürt an allen Ecken und Enden, dass man wirklich niemandem wehtun will, weshalb auch klar sein dürfte, worauf die ganze Chose hinausläuft. Dass das Ende dann aber so brutal rosa daherkommt, hätte vermutlich nicht einmal der kitschresistenteste Zuschauer geahnt. Hier müsste man eigentlich den Begriff „Happier Ending“ erfinden …
Zumindest stimmt bis zum arg breiigen und klebrigen Ende das Tempo, macht die Bebilderung Laune, ist der Score hübsch schmissig und vermag die eine oder andere Pointe durchaus zu amüsieren. Dicke Pluspunkte gibt es für das rundweg spielfreudige Ensemble, das letztlich auf ein ziemlich maues Skript hereingefallen ist. Die große Frage nach „Du schon wieder“ lautet freilich, wer den Film nun warum braucht? Man weiß es nicht. Denn letztlich ist der Streifen komplett belanglos und … ja … überflüssig. Und so wird dieser Film sicherlich auch sehr flott seine Runden im Nachmittagsprogramm der Privaten drehen …

Die deutsche DVD kommt von Buena Vista und ist mit einer FSK 0 uncut.
In diesem Sinne:
freeman