
Fish People 2011
Offizielle Kate Bush Webseite
• Kate Bush – Gesang , Piano , Keyboards
• Steve Gadd – Schlagzeug
• Del Palmer , Danny Thompson , John Giblin – Bass
• Dan McIntosh – Gitarre
sowie
• Albert McIntosh – Gesang bei „Snowflake
• Elton John – Duettpartner bei „Snowed in at Wheeler Street”
• Stephen Fry als „Prof. Joseph Yupik“ in „50 Words for Snow“
• Steven Roberts & Michael Woods – zusätzlicher Gesang bei “Lake Tahoe”
Produziert von Kate Bush
Tracklist
01. Snowflake - 9:48
02. Lake Tahoe - 11:08
03. Misty - 13:32
04. Wild Man - 7:17
05. Snowed in at Wheeler Street - 8:05
06. 50 Words For Snow - 8:31
07. Among Angels - 6:49
“Wenceslasaire“ , „Phlegm de Neige“ oder „Shnamistoflopp´n“ – man kann tatsächlich 50 Worte für Schnee finden , wenn man Kate Bush heißt
Das die Eskimos 50 Worte für Schnee haben ist ein Mythos der sich bis heute gehalten hat. Kate Bush fand die Vorstellung das es so was geben könnte aber so gut das sie nach 6 Jahren Wartezeit seit dem letzten Studioalbum „Aerial“ ein Konzeptalbum zum Thema Schnee gemacht hat. Um irgendwelche Vorurteile direkt zu entkräften – dies ist kein Weihnachtsalbum sondern eben ein Winteralbum bei dem die Themen Schnee & Kälte eine Rolle spielen.
Wie immer bei Kate sind die Texte & die Geschichten die sie erzählt das interessante , so auch wieder hier. In „Lake Tahoe“ erzählt sie von einem Weiblichen Geist der am gleichnamigen See rumspuckt , bei „Misty“ baut eine Frau im Garten einen Schneemann der sie dann in der Nacht im Schlafzimmer besucht wo sie dann zusammen Sex haben & die Frau am Morgen danach in einer Pfütze aufwacht oder im Titeltrack werden dann von Stephen Fry mal eben 50 Wörter für Schnee aufgezählt (neben Klingonisch sind die meisten davon natürlich Nonsens) und beim Startsong „Snowflake“ versetzt sich der Hörer in die Sichtweise einer Schneeflocke.
Musikalisch geht es sehr sehr ruhig zu , fast jeder Song ist im Grunde eine langsame Pianoballade – das ganze wirkt irgendwie gleichzeitig traurig wie auch feierlich , auf die lange Laufzeit der CD gesehen allerdings ist es eher sehr deprimierend. Auffallend ist das Kate zum ersten mal in Ihrer Karriere das Medium CD ausnutzt – jeder Song hat Überlänge , von einem Radiotauglichen Dreiminütigen Singlehit ist man diesmal weit entfernt. Die Zeiten wo Kate mit ihrem etwas anderen Pop die Singlecharts erobert hat sind wohl entgültig vorbei. Einzig „Wild Man“ ist ein etwas flotter Song geworden , wobei „flott“ als äußerst relativ zu betrachten ist.
Die ganze Produktionsarbeit war natürlich wie immer eine große Familienangelegenheit – Ihr langjähriger Ex-Lebenspartner Del Palmer ist immer noch mit im Studio als Bassist & Toningenieur , ihr Sohn Albert singt die Vocals im ersten Song „Snowflake“ (und beweist das er wohl das Musikalische Talent von der Mutter geerbt hat – inklusive der hohen Stimme) , Kate Lebenspartner Dan McIntosh spielt Gitarre & auch die anderen Musikalischen Mitstreiter sind langjährige Weggefährten. Ein Duett gibt es auch wieder , diesmal darf der große Elton John bei einem Song mitsingen. Über allen steht natürlich die Stimme von Kate Bush , die wieder alle Register zieht & vom leisen Erzählen bis hin zu hohen Operntönen die gesamte ihr zur Verfügung stehende Bandbreite nutzt.
Die Produktion ist sehr Detailreich , mit vielen kleinen feinen Klängen – man muß sich auf das ganze einlassen wollen & vor allen muß man auch in der Stimmung sein sich in diese Musikalische Welt fallen zu lassen. Hier-rein , da-raus Hitradiohörer werden die Qualitäten des Albums wohl niemals entdecken können. Nur wer sich die Zeit nimmt mit Kate auf Musikalische Entdeckungsreise zu gehen & sich von den Geschichten gefangen nehmen läßt kann die Stärken dieser Musik finden.
Das Gute ist: Man hat wie immer viel Zeit sich mit diesem Album anzufreunden , denn wenn Kate Bush ihr Arbeitstempo beibehält ist vor 2015 nicht mit einem neuen Album zu rechnen. Es ist zwar schade das es keinen Hit auf der Platte gibt , aber Kate Bush muß niemanden mehr
etwas beweisen. Das das gesamte Album eine ziemliche deprimierende Angelegenheit geworden ist sollte man sich vorher klarmachen – wer in keiner guten Stimmung ist kann durch das hören noch tiefer gezogen werden. Wer Anfänger in Sachen Kate Bush ist sollte aber von diesem Album sogar die Finger lassen , weil er sonst einen komplett falschen Eindruck von ihr bekommen könnte.
Wer Kate Bush schon immer mochte der kann / darf / soll hier gerne reinhören , nur sollte man nicht eine weitere Großtat vom Schlage eines „Hounds of Love“ erwarten – das Album ist sicherlich nicht schlecht aber wegen der durchweg sehr deprimierenden Grundstimmung wird es bei mir persönlich sicherlich nicht sonderlich oft im CD Player landen.
Die CD kommt in einer Optisch sehr schönen Buchverpackung mit eingehefteten Booklet.
