Ich muss mich mal als Euphoriebremse betätigen... Keine Frage: Das Konzept der begrenzten Raumes mit einer Kamera, die immer am und im Van bleibt, zieht "VANish" konsequent durch und ist anfangs durchaus spannend, wenn man ahnt, dass mehrere Personen eine eigene Agenda haben. Da sieht man gerne auch über die kostengünstige Optik hinwegt und wird erst langsam von den Pseudo-Tarantino-Dialogen genervt, in denen kein Satz ohne ein "fuck", "bitch" oder "cock" auskommt, was irgendwann nur noch gewollt wirkt. Doch mit der Geständnisszene zur Halbzeitmarke, wenn jede Figur noch etwas zu beichten hat (was teilweise auch extrem bescheuert ist und nichts zur Geschichte beiträgt, vor allem Max' Beichte) ist die Luft raus. Den einen oder anderen gekünstelten Spannungsmoment kann Bockbrader noch rauskitzeln (Cop, Belauern von Max und Shane), doch die überzogenen, unnötigen Billigsplatterszenen irgendwo zwischen Troma und deutschem Amateurfilm sind ebenso unpassend wie der dümmliche Ballershowdown, in dem eine Figur kaum getroffen wird, obwohl fünf Schützen den Van sichtbar mit MGs perforieren. Interessantes Konzept, halbwegs spannende erste Hälfte, aber danach ein weiterer Beweis, dass Tony Todd und Danny Trejo (die jeweils eine Szene und vermutlich genauso viele Drehtage hatten) für ein paar Kröten und ne warme Mahlzeit anscheinend in jedem Film mitspielen.
Knappe

Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]