Yeah, den hab ich auch auf dem FFF gesehen. Julian Gilbeys "Rise of the Footsoldier" mochte ich aber bereits sehr. "A Lonely Place to Die" ist aber noch ne Steigerung, ein temporeicher Actionthriller mit atemberaubenden Bergsteigerszenen, die das Flair des Extremsports perfekt zu transportieren wissen. Doch auch die Hetzjagd durch Wald und Wiesen ist ausgesprochen spannend, hat ein paar Überraschungen parat und mag das Rad nicht immer neu erfinden, aber reines, famos umgesetztes Genrekino von der Sorte sollte man bejubeln. Gerade die Szene, in der die Protagonisten an dem Fluß entlanghetzen und dabei die ganze Zeit auf dem Präsentierteller sitzen, während die Baddies einfach gemütlich mit ihren Gewehren einen Schuss nach dem anderen abfeuern können, die ist echt schweißtreibend - die Kletterpartien sowieso.
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John_Clark stirbt auch an einem einsamen Platz:
Abseits des Mainstreams gibt es oft noch die interessantesten Filme zu finden. Wie "A Lonely Place to Die" - oder wenn die Klettertour mit Freunden zum tödlichen Horrortrip wird...
Inhalt:
Alison (Melissa George) und ihre vier Freunde sind auf Klettertour in den schottischen Highlands. Während einer Rast vernehmen sie das Schluchzen eines kleines Mädchens, welches sie unteridrisch in einer Kiste vergraben auffinden. Anna, so heisst die kleine, spricht jedoch kein Englisch und kann sich so kaum mitteilen. Die Truppe entschliesst sich, sich zu trennen. Drei bleiben bei Anna auf dem Bergstück und die beiden besten Bergsteiger der Truppe beschliessen ins Tal zu klettern und Hilfe zu holen. Da fällt einer der beiden Kletterer durch ein durchgeschnittenes Seil zu Tode. Und als dann auch noch erste Gewehrschüsse durch den Wald pfeifen, wird langsam klar, unsere Freunde sind nicht allein...
Der Film wirbt auf dem Cover mit einem Vergleich zu Sylvester Stallone's "Cliffhanger" und mit Neil Marshall's "The Descent". Dies weckt ein wenig falsche Erwartungen, ist der vorliegende Film kein Macho-Kracher und auch kein Horrorstreifen. "A Lonely Place to Die" lebt von komplett normalen Charakteren, welche leider in eine äusserst suboptimale Situation geraten.
Mit nur 98 Filmminuten sieht sich die Story gezwungen, den Zuschauer direkt ins kalte Wasser zu schmeissen. Auf die einzelnen Charaktere wird nicht gross eingegangen, aber man sieht gleich in den ersten Minuten, dass die Figur Alison sehr Zentral in die Geschichte eingebaut wurde. Der Rest der Bergsteigertruppe wirkt wie die etwas bessere Beilage.
Die erste Hälfte von "A Lonely Place to Die" lebt von wunderschönen Aufnahmen des Schottischen Highlands. Kein Wunder, Regisseur Julian Gilbey ist selbst passionierter Bergsteiger. Dies macht sich vorallem in der ersten Hälfte des Films bemerkbar. Jedoch lässt Gilbey die Zuschauer nicht nur die steinigen Landschaften bewundern. Ebenso wusste er das Tempo seines Films im richtigen Moment anzuziehen und eine spannungsgeladene Atmosphäre aufzubauen. Der Zuschauer leidet mit den Bergsteigern mit und wünscht sich richtiggehend deren Überleben.
Wenn man der Story einen Makel geben soll, dann, dass das letzte Filmviertel doch ein wenig dem üblichen Standart entspricht. Aber das ist dann doch Fehler suchen auf ganz hohem Niveau. Der Film ist zudem nicht ganz harmlos und bringt eine gesunde Portion Härte mit sich.
Fazit: "A Lonely Place to Die" ist ein äusserst spannender Survival-Thriller mit überzeugenden Darstellern und grossen Bildern. Ein kleiner heisser Tipp.

Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]