
Originaltitel: Ci Ling
Herstellungsland: Taiwan
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Kevin Chu Yen-Ping
Darsteller: Jay Chou, Lin Chiling, Chen Daoming, Eric Tsang, Baron Chen Chu-He, Miao Pu, Will Liu, Kenneth Tsang, Wong Yat-Fei, Chang Hung-Cheung u.a.
In irgendeiner Wüste irgendwo in Asien soll ein riesiger Schatz liegen. Natürlich sind hier die verschiedensten Personen stark daran interessiert diesen zu finden und auch einige, die bestrebt diese davon abzuhalten, um den Schatz zu schützen. So ist ein Wächter in Besitz der Karte, welche zum legendären Schatz führt. Als ein Verbrechersyndikat die Karte, jagt, beschließt er diese seinem Schüler Ciao Fei zu geben. Dummerweise kidnappen die Verbrecher die Tochter Lan Ting des Wächters, weshalb Ciao Fei gezwungen ist, die Karte schneller wieder rauszurücken als ihm lieb ist. Eine gefährliche Reise für Ciao Fei und Lan Ting, um die Karte wiederzubeschaffen und um den Schatz zu beschützen, hat begonnen.



Wir haben es hier mit einem Action-Abenteuer aus Fernost zu tun. „Indiana Jones“ trifft auf „Die Mumie“. So steht es auf dem Cover. Die Vorbilder sind somit klar und die damit verbundenen großes Versprechungen lassen auf Gutes hoffen. Die Screenshots sehen zudem nicht schlecht aus. Was soll also schon schiefgehen, dachte ich mir und habe die DVD eingepackt. Leider ist der Film dann doch eine ziemliche Enttäuschung. Schon stilistisch konnte sich der Filmemacher nicht festlegen, was einen daran hindert in den Film eintauchen zu können. So werden verschiedene Zeitepochen wild durcheinander gehauen. Die Szene am Anfang in der Kneipe, wo wir Ciao Fei kennen lernen, könnte aus einem Western stammen, Lan Ting, übrigens Autorin von Abenteuerromanen, sitzt dann wieder in einem Hochhaus mitten einer Metropole (Gegenwart). Andere Szenen vermitteln einen dann wieder das Gefühl irgendwo zwischen 1940 und 1950 unterwegs zu sein. Wenn hier Pferde dann noch ein Motorrad und einen Jeep mühelos einholen, sitzt man schon etwas ratlos da. Diese Planlosigkeit durchzieht sich auch bei den Charakteren. So tauchen hier immer wieder vollkommen unvermittelt irgendwelche Personen auf. So schnell wie sie kommen, so schnell verschwinden sie wieder. Dabei bleiben diese immer blass und ohne Hintergrund. Meistens ist nicht mal klar, was die Figuren jetzt eigentlich wirklich wollten. So kommen immer mal wieder irgendwelche mysteriösen mit übernatürlichen Kräften ausgestatten Typen und wollen und unseren Helden verkloppen. Dabei holen sie sich selber dann eine Tracht Prügel ab. Aber warum die jetzt plötzlich mitten in der Wüste auftauchen ist mir absolut unklar und erscheint willkürlich. Dadurch wirkt die eigentlich einfache Story recht konfus. Zudem haben die dramatischen Szenen durch die austauschbaren Charaktere keinerlei Wirkung auf einen. Was den Film vor den Totalabsturz bewahrt sind die mehrfach vorkommenden Actionszenen. Diese sind nicht überragend, aber ordentlich gemacht. Wie für asiatische Kampfkunstfilme üblich, oft mit Einsatz von Seilen. Am Ende kommt auch etwas Abenteuerfeeling auf. Somit kriegt man die knapp 100 Minuten doch irgendwie über die Runden.

Letztlich bleibt zu sagen, dass der taiwanesische Indy/Mummy-Verschnitt leider nicht wirklich das ist, was ich erhofft hatte. Sicher war mir vorher schon klar, dass der Vergleich mit den „Indiana Jones“ oder „Die Mumie“ Filmen etwas hoch gegriffen war (obwohl gerade der 3. Teil von der Mumie schon recht flach war), aber ganz so schlecht hatte ich es nicht erwartet. Ein guter B-Movie wäre schon was Feines gewesen. Doch die schlechte Erzählstruktur und die oberflächlichen Charaktere vermiesen einen den Film. Dabei sind die Spezialeffekte recht ordentlich und die Action kann sich auch sehen lassen, was zeigt, dass hier deutlich mehr möglich gewesen wäre. Daher gibt es auch keine Empfehlung von mir.
Gerade noch

P.S. Einen Spaß möchte ich euch nicht vorenthalten. Es gibt hier tatsächlich einen Typen der Schweinebacke heißt. So einen Nonsens muss man sich erstmal einfallen lassen.
