[Konzert] Rock am Ring 2006

Eindrücke, Klangchecks aktueller aber auch älterer Scheiben im Review. Dazu Musik DVDs und Konzertberichte.

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[Konzert] Rock am Ring 2006

Beitrag von Hannibal » 04.06.2006, 19:22

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- - - - Frontbericht von Rock am Ring 2006 - - - -

Zum 21. mal fand dieses Jahr das legendäre „Rock am Ring“-Festival am Nürburgring in der Vulkaneifel statt. Im Vorfeld brodelte die Gerüchteküche auf Hochtouren. Im Sommer 2005 war von „Robbie Williams“ die Rede, „System of a down“ war laut der Presse schon bestätigt, genauso wie „Linkin Park“. All diese Hochkaräter fanden aber letztendlich nicht den Weg ins Line up. Nur „Depeche Mode“, die schon letztes Jahr angekündigt wurden standen zum Jahreswechsel als Headliner fest, langsam gesellten sich dann mit „Korn“ und „Tool“ weitere große Acts hinzu. Im Februar kündigten sich dann schließlich die Masters of Metal an, „Metallica“ würden im Rahmen ihrer „Escape from the Studio 06“-Tour einmal mehr am Ring spielen. Wenig später ließ Festivalveranstalter Marek Lieberberg dann die Bombe platzen und kündigte „Guns & Roses“ an, die nach langer Bühnen-Abstinenz dieses Jahr ausgerechnet das Ring-Publikum beehren würden…und nur das Ring-Publikum, die parallel laufende Nachbarveranstaltung „Rock im Park“ schaute diesbzgl. in die Röhre. Als der Name „Metallica“ fiel, war der Kauf des Ring-Tickets für mich so klar wie Kloßbrühe, aber es sollten noch weitere Bands zum Line-up hinzukommen, die die Ausgabe von 130 Euro (bzw. für mich 100 Euro als Sohn einer Sponsoren-Mitarbeiterin) rechtfertigen würden. So ergänzten die Metal-Newcomer „Bullet for my Valentine“ die Bandliste, ebenso wie – alle Jahre wieder – „In Flames“. Außerdem war die „Bloodhound Gang“ auf dem Spielplan vertreten. Der erschien dann etwa einen Monat vor dem gigantischen Festival und ein Raunen ging durch die Reihen der musik-interessierten Festivalbesucher. Völlig Fehl am Platz agierte bspw. „Reamonn“ als Vorgruppe zu „Metallica“, fast alle interessanten Metal-Acts spielten parallel. Aber wer fährt schon wegen der Musik auf den Ring..?

Freitag, 2. Juni 2006
Mit genau 12 Flaschen Bier machen wir, d.h. 3 Kumpels und ich, auf den 66km langen Weg zum Nürburgring. Eine knappe Stunde später sind wir kurz vor dem Ziel, da wir schon relativ spät an sind, hält sich der Stau in Grenzen. Wo wir letztes Jahr noch ca. 2 Stunden im Stau standen, kommen wir jetzt nach 20 Minuten Warten auf unserem Caravan-Platz an. Entgegen dem Standart Ringrocker haben wir einen Van als fahrbaren Untersatz dabei und benutzen den als Schlafplatz, haben somit keinen Ärger mit Zelt aufbauen, es ist wärmer, gemütlicher und alles ein bisschen leiser. Denn übernachten auf dem Ring hat nix mehr mit normalem Campen oder Caravaning zu tun. Knapp hundert Meter von unserem Platz entfernt sind ein paar Kerle mit LKW angereist, der mit Bier vollgeladen ist. In einer kleinen Lücke ist eine Musikanlage untergebracht, an die Lautsprecher angeschlossen sind, die bei uns i.d.R. auf Eifel-Discos verwendet werden. Dementsprechend läuft die Musik nonstop durch auf einer Lautstärke, die man schon einen Kilometer vorher hört. Egal ob Zeltplatz oder Parkplatz, der Boden ist aufgewühlt, als wär ein Minenfeld hochgegangen. Jedes Auto, jeder Camper, jeder Stuhl ist voll mit Matschspritzern, ein schneidender Alkohol-Urin-Geruchsmix liegt in der Luft. Willkommen auf dem Ring!

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Unser lauschiger Caravan-Platz :-D
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Überzeugen Sie sich selbst von der Sauberkeit…
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…und der fortschrittlichen Hygiene-Technik auf unseren Zeltplätzen!
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Und hier noch mal einer der unzähligen Zeltmöglichkeiten vor dem Hintergrund der Nürburg


Und wenn in dieses von Alkohol und Grillwürstchen regierte Chaos jemand passt, dann ja wohl ich als Vegetarier, Anti-Alkoholiker, Nicht-Raucher & Heimscheißer ;-)
Somit heißt die Devise wie schon letztes Jahr möglichst schnell von dem versifften Campingplatz zu verschwinden und sich in Richtung des 2-3 km entfernten Festivalgeländes zu bewegen. Der Betrieb wird mit jedem Schritt dichter und schließlich am Haupteingang angekommen lassen sich erstmals die ungefähren Dimensionen dieses Festival-Monsters erahnen. Zeltplätze in allen Himmelsrichtungen und von überall her strömen Menschenmassen in Richtung des Haupteingangs.

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Aufgrund unserer späten Ankunft sind die „Deftones“ schon am spielen, also bewegen wir uns zügig zur Center Stage, um noch was von dem Auftritt mitzukriegen. Ich hatte mich hier im Vorfeld dezent reingehört, kannte nicht allzu viele Songs aber Chino Moreno & seine Jungs rocken überaus ordentlich. Nahezu unglaublich für den Ring scheint die Sonne in vollsten Schüben und eine gigantische Menschenmasse lauscht den „Deftones“ unter strahlend blauem Himmel. Gegen Ende des Gigs wird das Geschehen ungemütlicher, immer mehr Menschen bewegen sich in Richtung Center Stage, es wird langsam drückend voll. Als erster großer Headliner werden „Korn“ vor einem genialen Sonnenuntergang die Bühne betreten. Pünktlich um 20h rocken die Jungs um Sänger Jonathan Davis los und liefern eine hervorragende Show ab. Entgegen den „Deftones“, die trotz guter Performance doch ein wenig zurückhaltend wirkten, dreht Mr. Davis voll auf, bezieht immer wieder das Publikum in die Show ein. Auf der Setlist befinden sich relativ viele neuere Songs, aber auch ältere Sachen wie „Here to stay“, „Freak on a leash“ und „Thoughtless“ werden angestimmt. Nicht nur die Show stimmt, auch der Sound wirkt wesentlich ausgereifter als noch bei den „Deftones“. Die gesamte Abstimmung ist überaus professionell und kommt dem perfekten Klangerlebnis schon sehr nah. Als Abschluss gibt’s „Blind“, bei dem die Masse, als der Song schließlich richtig losgeht, völlig ausflippt.
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Vor traumhafter Sonnenuntergangskulisse entzünden die Fans bei „Korn“ bengalische Feuer

Da wir einen „tool“-Hörer dabei haben, bewegen wir uns näher zur Hauptbühne des Festivals. Bisher haben wir das Geschehen aus sicherer Entfernung betrachtet, wo man recht angenehm stehen konnte. Nach dem „Korn“-Fans abgezogen sind, kommt man aber recht gut nach vorne und wir finden eine recht angenehme Position an einem „Wellenbrecher“ ca. 30m von der Bühne entfernt. Nach einem recht langen Bühnenaufbau betreten dann schließlich „tool“ die Bühne, mit denen ich mich bisher noch gar nicht befasst hab, weswegen ich keinen Kommentar zur Musik abgeben will. Der Auftritt ist jedenfalls stinklangweilig. „tool“ spielt wie vom Publikum abgeschottet einen technisch hervorragenden aber seelenlosen Gig. Es kommt nicht mal ansatzweise Stimmung auf, die Reihen vor der Bühne werden immer dünner, selbst Fan verlassen den Auftritt. Die Leinwände links und rechts von der Bühne werden für kleine kunstvolle zu den Liedern passenden Filme genutzt. Wo die Fans normalerweise ihre Lieblingsband in Großaufnahme betrachten können, bekommen sie hier eine tiefsinnige optische Show geboten, die den lahmen & müden Auftritt der Jungs auch nicht besser macht und zu dem den Zuschauern auf den hinteren Rängen die Chance auf einen Blick zur Band vermasselt. Die Musik von „tool“ hat sich gar nicht mal schlecht angehört, aber so eine seelenlose Show hab ich selten gesehen und der Unterhaltungsfaktor gehört für mich zu einem Live-Konzert dazu. Wer das noch nicht mal im Ansatz schafft, soll Platten rausbringen und die Bühne meiden. Das ging übrigens nicht nur mir so, auch unser „tool“-liebender Mitfahrer, der seine Ring-Karte v.a. wegen der Band gekauft hat, war wenig begeistert und sah es ähnlich wie ich.
Schließlich betritt Festivalveranstalter Marek Lieberberg die Bühne und hat Neuigkeiten zum Thema „Guns & Roses“. Nein, sie haben tatsächlich nicht abgesagt, verspäten sich allerdings um 1-2 Stunden.

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Warten auf „Guns & Roses“…

Nach nun beinahe 6 Stunden stehen am Stück sind wir alle platt und suchen uns in der willkommenen Pause erst mal einen Sitzplatz auf der Nürburgringtribüne. Der ist auf dem Festivalgelände nur eine geöffnet, auf der bei schlechtem Wetter übelst kalte Winde auf die Erholung suchenden Ringrocker prallen. Heute ist dem Gott sei Dank nicht so, es herrschen auch um Mitternacht noch halbwegs angenehme Temperaturen.
Eine gute Stunde später verlassen wir halbwegs erholt unseren mittlerweile doch recht windigen Sitzplatz und bewegen uns wieder zur Center Stage. Wir kommen ohne Probleme ungewöhnlich weit nach vorne. Der Großteil der feiernden Meute scheint zu müde zu sein, um die ca. 1 ½ Stunden Verspätung in Kauf zu nehmen und hat das Festivalgelände verlassen. Gegen 1.30h richten sich die Scheinwerfer auf die gigantische Bühnenkonstruktion und das Intro zu „Welcome to the jungle“ erklingt. Mr. Axl Rose betritt die Bühne und löst den Startpfiff zu einer Rockshow der Superlative aus. Sage & Schreibe 2 ½ Stunden tobt der gealterte und vom Drogenkonsum gezeichnete Rockstar über die Bühne, von links nach rechts und wieder zurück, schmettert einen „Guns & Roses“-Klassiker nach dem anderen, hält das verbliebene Publikum nonstop auf Trab und lässt seine beinahe rund um erneuerte Band unglaubliche Solis reißen. „Knockin on heavens door“ wird in die Länge gezogen, damit das Publikum den eingängigen Refrain möglichst oft zum Besten geben kann, als erste Band auf der Center Stage wird hier mit starken Pyroeffekten gearbeitet und als „Paradise City“ nach über 150 Minuten Spielzeit angestimmt wird schießen Konfettikanonen unermüdlich tausende von Papierschnipseln ins Publikum.
Die Truppe um Axl Rose hat somit den klar besten Auftritt des Abends bzw. der Nacht hingelegt. Und angesichts der zahlreichen Negativschlagzeilen, die die Band im Bezug auf Live-Konzerte in den letzten Jahren einstecken musste, überrascht diese grandiose Rock-Show umso mehr. Auch überraschend ist, dass wir unsere Beine nach 2 ½ Stunden Daueraction mit dem vollen Programm beinahe nicht mehr spüren. Zusammen mit den anderen Zuschauern, die den „Guns & Roses“-Gig durchgehalten haben bewegen wir uns Richtung Ausgang und dann marschieren wir in der Morgendämmerung noch gute 20 Minuten zu unserem Schlafplatz. Der Van wird mit Schaumstoff-Matten und Kissen so ausstaffiert, dass durch die Fenster kein Licht mehr kommt, die Ohrenstöpsel kommen zum ersten mal zum Einsatz, weil die LKW-Fahrer 100m weiter die ganze Nacht ihre Anlage auf donnernder Lautstärke krachen lassen und da wir nun mittlerweile ca. 23 Stunden auf den Beinen sind wir auch verhältnismäßig schnell in den mäßig bequemen Autositzen am pennen…

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Beitrag von Hannibal » 04.06.2006, 19:23

03. Juni 2006
Alles ist schwarz und dumpfe Blink-Songs dringen durch die Fensterscheiben unseres Schlafplatzes. Ich öffne die Augen, schiebe die Iso-Matte vor der Windschutzscheibe zur Seite…der Himmel ist bewölkt, geregnet hat es nicht. Erstmal Fenster aufmachen, denn wenn vier ölende Kerle in einem Auto mit geschlossenen Fenstern pennen, liegt morgens ein derber Geruch in der Luft. Da es erst 9h sind und wir folglich gerade mal 5 Stunden gepennt haben, drehen wir uns alle noch mal um und ratzen noch ne Runde. So gegen 12h kommen wir schließlich in die Gänge, schieben uns ein paar Corny-Riegel rein, um den ersten Hunger zu stillen. Runtergespült wird das ganze mit Cola und a bissl Bier, viel haben wir ja wie gesagt nicht dabei ;-). Eine ganze Kiste steht trotzdem im Kofferraum, das sind allerdings Wettschulden, mit denen wir uns nun auf den Weg zu einer guten Freundin machen, die auf einem, wie sich im Nachhinein rausstellt, verflucht weit-entfernten Zeltplatz campt. Gute 40 Minuten Marsch später sind wir da, liefern die verlorene Kiste Bier ab, bei der auf dem Weg die ein oder andere Flasche..ähm…abhanden gekommen ist ;-) Man unterhält sich noch a bissl und weiter geht’s Richtung Festival-Gelände, der Tag wird anstrengend, es stehen viele interessante Bands an und es wird den Oberhammer um 22h geben, „Metallica“!

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Rock am Ring bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten…

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Diese Tribüne stellt eine der wenigen Sitzmöglichkeiten da. Rechts im Hintergrund ist die Center Stage zu sehen.

Rund 20 Minuten später sind wir endlich wieder auf dem Ring aktiv. Als erstes geben wir uns „Opeth“, die sich gar nicht mal schlecht anhören, der Sänger hat jedenfalls eine hammerharte Stimme, wenn ein typischer „Serious Sam“-Endgegner sprechen könnte, würde er sich wohl so anhören. Beim härteren Metal gibt’s sowieso nur zwei Arten, entweder den Endgegner-Gesang mit tiefem Growlen oder wie auch immer man das nennt und außerdem die kleinen Teufelchen. Zu denen werden wir im Laufe des Tages noch kommen, schließlich spielen heute noch „Cradle of Filth“ auf der „Alternastage“. Das Festival hat nämlich nicht nur eine, sondern gleich 3 Bühnen zu bieten, jeweils auf verschiedenen Ecken der Rennstrecke. So ist gewährleistet, dass immer irgendwo der Punk abgeht und sich die Menschenmassen wenigstens halbwegs verteilen. Die 3. der drei Bühnen nennt sich „Newcomer Stage“.

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Eine Band, deren Namen mir nicht mehr einfällt auf der Newcomer Stage ;-)

Wirkliche Newcomer spielen da aber nicht unbedingt, wer auf welcher Bühne spielt, richtet sich wohl vor allem nach den Plattenverkäufen. Wie sonst ist es zu erklären, dass mit „In Flames“ eine der bekanntesten Death Metal-Bands letztes Jahr nur auf dieser Bühne spielen durfte und dieses Jahr dann endlich den Aufstieg zur größeren „Alternastage“ geschafft hat. Das bringt den langhaarigen Skandinaviern mit dem brachialen Sound allerdings wenig, denn heute spielen sie parallel zu „Metallica“ und werden somit ein unverdient kleines Publikum haben. Für mich fällt die Melodic Death Metal-Kombo somit leider auch flach, den Thrashorkan aus der San Francisco Bay darf man einfach nicht verpassen.
Aufpassen muss man übrigens mit den Kamerakränen, die über die Menge schweben. Als wir uns „Opeth“ anschauten, tauchte die Kamera plötzlich unmittelbar vor unseren Köpfen auf. Bin mal gespannt, ob davon was bei der Rockpalast-Übertragung nächste Woche zu sehen ist, kihi ;-)
Nun gab’s erst mal was zu essen. An kulinarischer Vielfalt hat der Ring so einiges zu bieten, egal ob amerikanisch, chinesisch, europäisch, hier kriegt man fast alles. Qualitativ schwankt das ganze natürlich von Stand zu Stand…die chinesische Nudelpfanne, die ich heute ausprobiere ist gelinde gesagt für’n Arsch. Somit geht’s dann mit fast nix im Bauch Richtung Center Stage. „Bullet for my valentine“, die überall hochgelobten Newcomer im Metal-Bereich dürfen im Gegensatz zum Urgestein a la „In Flames“ schon auf der größten Bühne zocken und schaffen das mit Bravour. Das Publikum wird vom ersten Moment an mitgerissen, immer wieder gefordert. Sound klasse, Setlist klasse, Show klasse…ein rundum gelungener Auftritt, den die neue Metal-Kombo da an den Tag legt.

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Bullet for my Valentine

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Cradle of Filth auf der Alternastage

Anschließend zieht es uns zu „Cradle of Filth“, die wir uns mehr aus Spaß denn ernsthaftem Interesse mal geben wollen, womit wir wieder beim Thema der kleinen Teufelchen wären. Zu brechend flottem Gitarren-Geschrammel und beinahe permanenter Double Base kreischt Frontmann Dani Filth und wären die Instrumente im Hintergrund nicht, könnte man glatt meinen, man sei im Stadtpark direkt neben der Krähenkolonie. Musikalisch ist das doch recht schnell ermüdend, so dass wir wieder Richtung Center Stage pilgern und wir sind beileibe nicht die einzigen. Mit einer gewaltigen Menschenmasse, die überwiegend mit „Metallica“-Shirts bekleidet ist, bewegen wir uns in Richtung der großen Bühne und uns schwant böses. Es sind noch keine 18h, „Metallica“ spielen erst um 22h und die rennen jetzt schon alle dahin?

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Stagediver bei „The Darkness“

Da „The Darkness“ in wenigen Minuten anfangen, wollen wir uns die Situation vor der Center Stage dennoch mal anschauen und überraschend können wir uns ohne größere Probleme nach vorne arbeiten. Noch bevor „The Darkness“ anfangen stehen wir keine 30m mehr von der Bühne entfernt und das unmögliche spukt uns nun im Kopf herum. „Metallica“ von ganz vorne? Die Position ist in greifbarer Nähe und wir haben ja noch 4 Stunden Zeit um die 30m zu überwinden. Nach 6h Gehen & Stehen sind wir alle schon hundemüde, die Beine schmerzen, der Rücken schmerzt, die Füße schmerzen, so dass wir uns „The Darkness“ erst einmal aus unserer jetzigen Position anschauen. Pünktlich mit dem ersten Song bricht auch die Wolkendecke auf, Sonnenstrahlen fallen auf das gigantische Publikum und die Band liefert eine altmodische Rock-Show allererster Güte-Klasse ab. Neben den eingängigen Old-School-Melodien der „Darkness“-Songs werden auch noch die recht offensichtlichen Vorbilder gehuldigt, in dem die Jungs „Highway to Hell“ & „Thundestruck“ zum besten geben. Spätestens hier fiel der Entschluss, bei der nächsten AC/DC-Tour dabei zu sein, denn wenn mehrere Zehntausend Menschen den Highway zur Hölle mitgröhlen oder „Thunder“ brüllen, dann ist die Gänsehaut am ganzen Körper zu spüren. Ein unendliches Händemeer klatscht im Takt mit den Hard-Rock-Klassikern mit. Ein genialer Auftritt, der leider nur eine gute Stunde dauert. Nun kommt unsere Gelegenheit, die „The Darkness“-Fans verlassen die ersten Reihen und wir kämpfen uns mehr und mehr nach vorne. Keine 20 Minuten später stehen wir vor der Center Stage, in der ersten Reihe. Gepinkelt haben wir vor „The Darkness“, was jetzt raus will muss halt 5 Stunden warten, es nützt nix, die Chance kann man sich einfach nicht entgehen lassen.

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Vorgekämpft bis zur Center Stage, noch 2 ½ Stunden bis „Metallica“

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Mein Kumpel und meine Wenigkeit (Vordergrund) beim Warten auf die Masters of Metal

Wir stehen am linken Bühnenrand und es ist noch relativ angenehm zu warten, man kann sich teilweise noch auf den versifften Boden hocken, um noch ein wenig zu entspannen. Als das Gedränge kurz vor „Reamonn“ dichter wird, verziehen sich 2 unserer Mitfahrer weiter nach hinten. Mein Kumpel und ich bleiben hier und da kommt auch schon der „Reamonn“, der wohl vor dem Publikum seines Lebens gespielt hat, denn es sind fast nur langhaarige, böse dreinguckende Typen in den ersten Reihen vertreten. Aber auch die Reihen dahinter verdichten sich mehr und mehr und der gute Soft-Rock-Sänger darf auf eines der gigantischsten Menschenmeere blicken, die er wohl je gesehen hat. Dennoch hat er es nicht leicht. Musikalisch machen er und seine Band alles richtig, immer wieder wird das unglaubliche Publikum zum mitmachen aufgefordert, aber oft erntet die Band nur Stinkefinger & Buh-Rufe. Ich fand das eigentlich ziemlich mies, denn der „Reamonn“ kann ja nix dafür, dass die Konzert-Veranstalter den auf so eine bescheuerte Position setzen. Nur will eben keiner zu diesem Zeitpunkt radio-taugliche Rock-Mucke hören. Alle warten nur auf eine Band, die um 22h die Bühne betreten wird. Schließlich verabschieden sich dann „Reamonn“ gegen 21.20h und eine unendlich erscheinende Wartezeit beginnt. Wir sind seit über 9 Stunden fast nur auf den Beinen und langsam macht sich das übelst bemerkbar.
Die „Metallica“-Crew betritt die Bühne und fängt an emsig an allen Ecken und Enden zu werkeln, mehrere Kisten mit „Danger! No smoking!“-Aufschrift werden entladen. Jede Menge Monitorboxen werden installiert, eine ganze Reihe zusätzlicher Mikrofone werden aufgestellt, darunter eins direkt vor uns. Licht-Anlagen, die schon die ganze Zeit auf der Bühne standen und bisher gar nicht zum Einsatz kamen werden von wasser-dichten Plastiküberzügen befreit und ausgetestet. Ulrich’s Schlagzeug wird ausgetestet, die Gitarren, die Mikrofone, die Spannung steigt ins unermessliche. Nachdem beinahe alles, was auf der Bühne steht oder hängt ausprobiert wurde, geht schließlich das Licht aus. Die Uhr zeigt 21.52h und die Spannung steigt ins unermessliche…

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21.59h, die Musik des Radiosenders, der hier als Rock am Ring-Sponsor agiert, wird langsam ausgeblendet und im nächsten Moment startet „It’s a long way to the top (if you wanna rock `n roll)“ von AC/DC aus den gigantischen Lautsprecher-Säulen. Seit über 2 ½ Jahren hab ich keinen Friseur-Salon mehr von innen gesehen, es wird Zeit den Haargummi aus den Haaren zu entfernen, die Beine spüren wir mittlerweile fast gar nicht mehr. Egal, es geht los :-D
Das Intro aus „The Good, the Bad & the ugly“ wird schließlich angestimmt, wie vor jedem „Metallica“-Konzert, unzählige Hände gehen in die Höhe und klatschen im Takt mit. Neben uns wartet eine Gruppe von Jungs & Mädels die uns fragen, ob sie wohl auch „Nothing Else Matters“ spielen werden…..und „Enter Sandman“? Wir nicken vertrauensvoll, mit den ersten Setlists aus den Afrikakonzerten im Kopf. Wir sind auf jede Menge Klassiker eingestellt, die auch in Afrika wenige Tage zuvor gespielt wurden…Klassiker, die keiner aus der Gruppe neben uns kennen wird…
Schließlich endet das Intro, ein Scheinwerfer schwenkt auf das Schlagzeug, Drummer Lars Ulrich steht auf seinem Hocker, springt schließlich hinab, gibt 4 schnelle Taktschläge vor und die metallene Dampfwalze setzt sich mit „Creeping Death“ in Bewegung. Plötzlich wird’s ein wenig ungemütlich in den ersten Reihen. Es ist soviel Bewegung im Spiel, dass man mal in die 3. Reihe gedrückt wird, um anschließend wieder nach vorne gedrückt zu werden. Alles ist am headbangen, zehntausende Hände sind oben. In der Bridge wird schließlich das Publikum gefordert, um immer wieder „Die! Die! Die!“ zu rufen und Hetfield macht erst weiter, als ihm der Lautstärkepegel der Zuschauer zusagt. Ein Blick nach links, ich blicke in ratlose Gesichter…“Was sollen wir rufen?“…

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Fotos sind leider net viele was geworden. Hier sind wir a bissl nach hinten gedrängt worden…

Als nächstes folgt „Fuel“, dann „Wherever I may roam“, „For whom the bell tolls“ und „Fade to black“. Plötzlich verschwindet die Band vor der Bühne, auf den Leinwänden links und rechts von der Bühne wird ein Video eingespielt, in dem die Kamera scheinbar durch das Studio der Jungs filmt. Sie fliegt über eine Whiskey-Flasche, über Gitarren und landet schließlich an einem Tonband-Gerät, auf dem eingespannten Band steht „Battery“, was sich prompt zu drehen beginnt. Das melodische Intro des Thrash-Orkans säuselt aus den Boxen, wird schließlich durch Distortion verstärkt, geht in den abrupten Break, die Band kehrt zurück auf die Bühne und „Battery“ geht so richtig los. Tausende Köpfe sind am wackeln, die Reihen vor der Bühne sind ein einziges Meer aus herumfliegenden Haaren. Als das Stück komplett wie die Albumaufnahme gespielt wird, kommt’s mir komisch vor, da die Jungs das Teil bei den Live-Konzerten der letzten Jahre immer leicht variierten. Mir bleibt kaum Zeit zum Nachdenken, mein absoluter Liebling „Master of puppets“ folgt, gut 50.000 Menschen schreien gleichzeitig „Master!“, säuseln zusammen mit Hetfield die melodische Bridge, bevor Kirk Hammett ins Solo übergeht und das Lied schließlich in die letzte Strophe und den letzten Refrain geht, den das ausufernde Publikum komplett alleine singen muss. Die Kiddies neben uns haben keinen Plan und werden noch mehr verunsichert als James Hetfield ankündigt, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums vom „Master of puppets“-Album die komplette Platte für das Ring-Publikum zu spielen. Tausende Hände gehen voller Begeisterung in die Höhe, ich werde von der Seite angetippt. „Ist Nothing Else Matters da drauf?“

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Es folgt in der Tat die komplette Setlist des Albums, mit der Überraschung hatte keiner gerechnet und ich freue mich riesig, da ich schon die Befürchtung hatte, dass die eine Allerwelts-Playlist eben mit allen Klassikern runterzocken. Stattdessen werden wir Zeuge von so seltenen Live-Songs wie „Disaposable Heroes“, was live übelst abgeht. Und erstmals spielt die 4er-Kombo seit 20 Jahren Cliff Burton’s Instrumental-Kracher „Orion“ noch mal komplett durch. Es waren auf den Ring-/Park-Konzerten also wirklich rare Dinger in der Setlist, die zwar ein Großteil des Publikum nicht kannte, aber den richtigen Fans umso mehr gefielen. Nach „Damage Inc.“, dem letzten Track des Albums verschwinden die Jungs schließlich von der Bühne und die Kiddies neben uns senken ihre Köpfe enttäuscht. Umso erfreuter blicken sie auf, als „Metallica“ nach unzähligen Zugabe-Rufen schließlich noch bekanntere Songs zum besten geben. Mit „Sad but true“ wird die Schwer-Metal-Fraktion bedient, danach kommt „Nothing Else Matters“ und der ganze Ring scheint den bekanntesten Song der Formation mitzusingen. Darauf folge „One“, in dessen Kriegsintro die halbe Bühne in die Luft gejagt wird. Feuerwerk wohin das Auge sieht, aufsteigende Flammenberge, sprühende Funken…und dann geht der Song los, anschließend wirde „Enter Sandman“ angestimmt und zig tausende beginnen wie auf Knopfdruck zu springen & zu klatschen, schmettern den Refrain mit und schauen mit großen Augen auf die Feuerwerkseffekte, die den Song auch zu einem optischen Highlight machen. Der zweite Abschied, erneut unzählige Zugabe-Rufe und so gibt’s dann auch noch das in letzter Zeit auf Live-Konzerten recht rar gewordene „Last Caress“ und als krönenden Abschluss schließlich „Seek & Destroy“. Auch wenn damit die Kiddies neben uns wieder nix anfangen können, sind sie glaube ich doch zufrieden, wenn auch nicht ansatzweise so zufrieden wie ich. Als Hetfield auf unserer Bühnenseite war, stand er 5-6m von mir entfernt. Alle rissen ihre Hände hoch und man sah dem Rhythmus-Gitarrengott an, wie sehr er die Begeisterung der Menge genoss. Und als der blonde Riese mit Ziegenbart so vor mir stand, die Zähne auf die Lippen biss, um in ein herrliches Thrash-Riffing überzugehen, war das ein regelrecht magischer Moment. Vor 4 Jahren hörte ich zum ersten mal auf einem „limpbizkit-Konzert-Bootleg ein „Master of puppets“-Cover von Wes Borland, über den Song kam ich zu „Metallica“ und arbeitete mich sehr langsam in die umfassende Diskographie der Band ein, begann die Lieder auf Gitarre nachzuspielen, Live-Bootlegs regelrecht zu studieren, Konzertaufnahmen immer und immer wieder zu gucken und nun stand Mr. Hetfield höchstpersönlich vor mir, „Metallica“ in der ersten Reihe. Es war unglaublich schnell vorbei, obwohl die Spielzeit fast 150 Minuten betrug, ich kannte jeden Song, konnte bei fast jedem Song mitsingen, hatte keine Stimme mehr, spürte meine Beine nicht mir und realisierte noch gar nicht richtig, dass ich wirklich live in der ersten Reihe dabei war. Hammer! Und am unglaublichsten war die Playlist, bei der ich immer wieder zufrieden grinsen musste mit den „Nothing Else Matters“-Kiddies im Hinterkopf, die jetzt überall im Publikum verteilt standen und ungläubig aberwitzig schnell gespielten Triolen-Rythmen vom wahrscheinlich besten „Metallica“-Album lauschten, die den Ring zum beben brachten.
Soviel zum subjektiven Erlebnis, ich muss mir die Konzert-Aufnahme von MTV morgen mal von meinem Kumpel ausleihen und mal ausführlichst gucken, um das Konzert noch mal in Ruhe ohne ständiges Schubsen, Schieben und Aufpassen zu genießen. Aufpassen musste man in den vordersten Reihen nämlich vor allem auf die zahlreichen Stagediver, die unverhofft von hinten kamen und wenn man die Hände nicht früh genug oben hatte, knallte ein Schuh gegen den eigenen Kopf…oder der Stagediver knallte auf den Boden. Ein paar Meter neben uns wurde eine Stagediverin z.B. nicht von allen getragen und segelte prompt kopfüber auf den harten Teerboden und musste mit einer üblen Platzwunde von den Securitys aus der tobenden Menge rausgezogen werden.
Als wir den Platz vor der Center Stage schließlich verließen waren die Beine fast taub, ebenso wie der Nacken. 12 Stunden fast nur gestanden & gegangen…jetzt saßen wir mit einer eiskalten Limo auf einer der Ring-Tribünen (Bier & Cola war aus…lol) und ließen die letzten beiden Tage noch mal Revue passieren. Mein Kumpel und ich fanden jemanden, der uns für den Sonntag, an dem uns konzert-technisch gar nichts mehr interessierte, satte 50 Euro zahlte. Wie Gina Wild mal so schön sagte: „Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist!“
An der Weisheit haben wir uns orientiert, haben schließlich nach einem T-Shirt-Kauf den 30-minütigen Rückweg zum Van angetreten, kurz aufgeräumt und dann mit schmerzenden Waden den matschigen Caravan-Platz verlassen…

Fazit:
Allein schon wegen “Guns & Roses” und “Metallica” hat sich der Ring-Besuch dieses Jahr gelohnt, aber auch verhältnismäßig „kleinere“ Acts wie “Korn”, “Bullet for my valentine”, „Deftones“ oder “The Darkness” waren überaus sehenswert. Auch wenn 130 Euro Eintritt auf den ersten Blick ein ganzer Haufen Schotter sind, haben sie sich angesichts dieses Line-Ups gelohnt. Über das sonstige Chaos, die Tausenden Besoffenen, den Dreck usw. muss man halt entweder hinwegsehen oder mitmachen. Wer damit überhaupt nicht klar kommt, ist wohl besser auf Einzel-Konzerten aufgehoben, wobei da wohl nie die Open Air-Atmosphäre aufkommt, wie bei „Rock am Ring“, ganz zu schweigen von den zahlreichen Bands. Wenn fast 100.000 Leute „Nothing Else Matters“ mitsingen, bleibt kein Auge mehr trocken und die Nackenhaare stellen sich ganz von alleine auf. Unglaublich, das gibt’s in diesen Dimensionen auf keinem normalen Konzert. Was das Chaos betrifft haben wir weitgehenst weggesehen und den Großteil unseres Ring-Aufenthalts vor den Bühnen verbracht. Unglaublich, dass es Tausende von Leuten gibt, die 130 Euro geben und sich 5 Tage auf dem Camping-Platz zudröhnen und am Ende keinen einzigen Live-Act gesehen haben.

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Beitrag von freeman » 05.06.2006, 00:23

Ich hoffe, ich funke da nune net dazwischen ;-), falls doch, lösch ich mich selber raus ...

Klingt ja bisher richtig geil. Korn hab ich im TV gesehen, die sind ja megageil abgegangen. Nach Blind meinte Kavka von MTV nur: Ich hab noch nie den ganzen Publikumsbereich vor der Centerstage springen sehen ... geil :lol: Fand deren Show richtig genial und das Davies gesundheitliche Probleme gehabt haben soll, haste zu keinem Zeitpunkt gemerkt. Der is ja mal abgegangen ...

Gerade habe ich das Abschlußkonzert von Mode gesehen und denke, einen besseren Abschluß kannst du eigentlich gar nicht haben. Herrlich relaxte Sounds, alle großen Hits, Dave Gahan in Bestform und die geile Bühnenshow ihrer aktuellen Hallen Tour. Und wenn Gahan eines kann, dann das Publikum einbeziehen. Wirklich genial ...

MTV hat dann ja noch Metallica und Placebo übertragen. Metallica hör ich ganz gerne ... allerdings nur die Studiosachen ... alles was ich bisher an Live Material gesehen habe, sagt mirnicht zu. Placebo wirkten dann arg reserviert, was schnell langweilte und mich wegschalten ließ ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Carlito » 05.06.2006, 00:29

also die Pics die du da gepostet hast, sind ja noch harmlos. Ich war auf B9 und da sah es aus, als on jemand mit nem Kettenfahrzeug durchgepflügt wäre.... :shock:
Ich hatte blau-weiße Schuhe an, die nachher nur noch einen schönen Braunton hatten. :lol:
Neben uns, da campierten Schweizer, und bei denen haben wir uns den ganzen Abend aufgehalten, und die hatten ne 4000 Watt Anlage dabei, da war auch die ganze Nacht Stimmung! :D :rock:
:wink:
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Beitrag von Hannibal » 05.06.2006, 00:36

Carlito hat geschrieben:also die Pics die du da gepostet hast, sind ja noch harmlos. Ich war auf B9 und da sah es aus, als on jemand mit nem Kettenfahrzeug durchgepflügt wäre.... :shock:
Yep, sah teilweise noch übler aus, aber ich hab halt nich jeden Zeltplatz fotografiert ;-)

@freeman: Da ich den Sonntag wegen imo uninteressanter Mucke zugunsten von 50 Euronen nicht mitgenommen hab, passt das. Morgen oder so gibt's Details zum Samstag, wird wohl dank "Metallica" etwas ausführlicher werden...kihi ;-)

MFG
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Beitrag von freeman » 05.06.2006, 00:40

Ja cool ... sag mal, eine Frage, nur mal so Interessehalber: Wenn man auf das Festival da geht und so und DIE GANZE ZEIT vorne am Zaun der Bühnen stehen will ... wie issen das da so mit der Notdurft? Wird da schonmal an andere Leute drangepisst oder muss man da vorne einfach nicht? Ich weiß, das is nen doofes Thema, aber glaubts oder net, ich habe mich das heute 2 oder 3 mal wieder gefragt ...

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Beitrag von Carlito » 05.06.2006, 00:45

na hör mal, bei den momentanen Temperaturen, tut man dem Vordermann was gutes, und schenkt ihn ne Warme Hose! :lol:
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Beitrag von freeman » 05.06.2006, 01:02

LOL, jetzert mal ehrlich, denkt ihr echt darüber lässt sich der Schlamm in Reihe eins erklären? :lol:

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Beitrag von Carcass77 » 05.06.2006, 10:19

Schöner Bericht, bin schon gespannt auf den 2. Tag.
Mir ist "Rock am Ring" zu groß, deswegen spar' ich mir das lieber... :wink:

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Beitrag von Hannibal » 05.06.2006, 11:35

freeman hat geschrieben:Ja cool ... sag mal, eine Frage, nur mal so Interessehalber: Wenn man auf das Festival da geht und so und DIE GANZE ZEIT vorne am Zaun der Bühnen stehen will ... wie issen das da so mit der Notdurft? Wird da schonmal an andere Leute drangepisst oder muss man da vorne einfach nicht? Ich weiß, das is nen doofes Thema, aber glaubts oder net, ich habe mich das heute 2 oder 3 mal wieder gefragt ...
Also bei Metallica waren wir ganz vorne und da haben Leute ihre leeren Sprudelflaschen benutzt...

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Beitrag von Vince » 05.06.2006, 13:33

So lob ich mir das. Toller Bericht, der uns das Ganze ein Stück weit miterleben lässt. Feine Sache, habs auch mal in den Reviewindex reingesetzt, ist ja irgendwo so ne Art Review.

Wie gesagt, schade, dass Tool so kalt rübergekommen sind, aber das ist eben wohl auch irgendwo im Konzept der Band verankert. Wobei die für gewöhnlich auch live sehr gut sein sollen. Vielleicht ist das auf einem richtigen Tool-Konzert was anderes.

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Beitrag von The rejected » 05.06.2006, 13:39

Bin grad bäck vom Park.
Bei uns wars kalt und regnerisch, aber trotzdem geil. Zwar haben sie einem von uns gestern Nacht während Metallica das Zelt aufgeschlitzt, aber zum Glück nur ne Stirnlampe geklaut.

Freitags gabs bei uns Opeth, Cradle of Filth, Soulfly, Danko Jones (geil), Bushido (der Anfagn war extrem lustig, danach wars nur noch langweilig), Lacuna Coil, In Flames. Dann bin ich zu Depeche Mode und hab nur die letzten paar Songs gesehen, die anderen sind bei der Bloodhound Gang geblieben. Zum Abschluss gabs noch Turbonegro.

Samstags bin ich erst zu Dir en Grey vor die Center. Wollte ins Pit und hab das Konzert von den Deftones komplett mit warten auf Einlass verbracht. Zu Korn war ich dann drin und es ging gut ab!!! Danach hab ich noch den Anfang von tool gesehen, dann sind wir rüber zu Bela B. y Los Helmstedt. War auch nicht der Brüller.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Metalli'fuckin'ca! Pünktlich zu Trivium waren wir vorm Einlass ins Pit und kamen auch überraschend gut rein. Morgens haben wir die Devise ausgegeben: "Jetzt Pissen und Scheißen, im Pit gehts nemme!! Und Trink net so viel!!!".
Der Auftrit von Trivium war geil, die folgenden Avenged Sevenfold warn net ganz so überzeugend, trotz dem Pantera Klassiker "Walk". Bullet for my Valentine waren nach einiger Zeit nur noch öde, da die Songs sich ziemlich gleichen. Mit The Darkness hab ich so meine Probleme, die Mucke ist ziemlich geil, aber der Gesang von Justin Hawkins... Naja. Als der Basser Highway to Hell von Atze/Detze anstimmte, ging die Post ab. Reamon waren, wie Hannilein schon schreib, eine komplette Fehlbesetzung vor den Metalgöttern. Sie hatten zwar mit Nelly Furtado (ein Schnuckelchen!) bei Supergirl einen tollen Gast, das wars aber auch schon!
Es folgten Metallica. Was soll ich sagen: Es war GEIL!!!! Eröffnet wurde der lustige Reigen von Creeping Death, meinem Lieblingssong. Es folgten u.a. The god that failed (noch nie Live gespielt, wenn ich mich nicht irre), Sad but true und Fuel. Vor Battery gabs ein kurzes Video aus dem Studio, eine Kamerafahrt über Songtexte, eine Jacky-Flasche zu einem Tonband, auf dem Schlicht Battery stand. Danach kam Master of Puppets. Nach diesem Übersong machte James die überraschende Ansage, dass Metallica zum 20 . Geburtstag von Master of Puppets das komplette!!!! Album spielen würden. Und sie haben es durchgezogen. Danach gab es u.a. noch One, Enter Sandman, So what und Seek and destroy. Gekrönt wurde der geile Abend davon, dass zwei meiner Kumpels je ein Plektrum gefangen haben.

Alles in allem kann ich sagen: Musikalisch wars geil, das Camping ist aber nicht so meine Sache. Wenn schon am Donnerstag um 12 die ersten Alkoholleichen rumliegen, dann weis ich net, was ich davon halten soll!!

Bilder vom Park folgen, wenn ich sie von meinen Kumpels bekommen hab!
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Beitrag von freeman » 05.06.2006, 13:40

Hannibal hat geschrieben:Also bei Metallica waren wir ganz vorne und da haben Leute ihre leeren Sprudelflaschen benutzt...
Wie machen das Girls bei US5 oder Tokio Hotel? Joghurtbecher? LOL. Ich könnte das gar net, kann schon net piseln wenn links und rechts von mir einer am Pissoir steht ... egal wies vorher gedrückt hat. Ausserdem müsste das schon ne sehr breithalsige Sprudelflasche sein, sonst müsste ich ja obendrein zielen ... Jesus, ich weiß schon, warum ich immer mittig stehe ;-)

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Beitrag von freeman » 05.06.2006, 13:44

Auch sehr geiler Bericht, mit nem deutlich anderen Fokus als der Hanni ... also deutlich "bööööööser" ;-)

Lacuna Coil hätt ich mir auch angeguckt, allein wegen IHR, der süßen ;-)

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Beitrag von The rejected » 05.06.2006, 14:00

freeman hat geschrieben:Auch sehr geiler Bericht, mit nem deutlich anderen Fokus als der Hanni ... also deutlich "bööööööser" ;-)

Lacuna Coil hätt ich mir auch angeguckt, allein wegen IHR, der süßen ;-)
Jaja, das war ne Scharfe Schnitte!!!!
Werd noch mehr zur Campingsituation schreiben, wenn ich Bilder zur verfügung hab!
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Beitrag von Hannibal » 05.06.2006, 17:20

freeman hat geschrieben:Lacuna Coil hätt ich mir auch angeguckt, allein wegen IHR, der süßen ;-)
Die is leider mit der "Metallica"-Warterei kollidiert. Da muss man halt Prioritäten setzen ;-)

Der zweite Teil vom Bericht is jetzt btw online...

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Beitrag von freeman » 05.06.2006, 20:56

Jo, sehr geiler Bericht. Ich muss mir auch mal so nen ganzes Festival geben ... ich bin aber so gar kein Zelter (bekomme Platzangst in den Dingern) und wenns entweder regnet oder brechend kalt is, is nackt schlafen unter freiem Himmel auch net so das wahre. Wobei, dann wär man immer bereit für den Gang Bang!!! :lol:

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 05.06.2006, 22:36

Zu geil, die Berichte! :rock:

Muss irgendwann in den folgenden Jahren och mal wieder zu RAR!
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
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Beitrag von Carlito » 06.06.2006, 15:32

feiner Bericht, muss man sagen. Bei Metallica wäre ich auch gerne dabeigewesen, aber ohne Karte, kaum möglich.
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Beitrag von Carcass77 » 06.06.2006, 19:32

Fetter Bericht, Hanni! :rock:

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Beitrag von Hannibal » 06.06.2006, 19:45

Danke, freut mich, dass er euch gefällt :-D

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Beitrag von Vince » 06.06.2006, 19:48

Ich find ihn scheiße... weil man danach nur noch mehr am Boden zerstört ist, dass man nicht dabei war. :wink:

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Beitrag von Hannibal » 06.06.2006, 20:09

Vince hat geschrieben:Ich find ihn scheiße... weil man danach nur noch mehr am Boden zerstört ist, dass man nicht dabei war. :wink:
Es sind viele Leute, die ich kenne, die nach den MTV-Übertragungen genauso am Boden zerstört waren. Aber im Vorfeld meinten alle "Viiiel zu teuer!"...130 Euro sind zwar kein Pappenstiehl, aber für Guns & Roses & Metallica auf einem normalen Konzert zu sehen bezahlt man schon mehr, von daher versteh ich die Argumentation nicht so ganz....naja, mir egal, ich war ja da ;-)

MFG
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Beitrag von Vince » 06.06.2006, 20:18

Ich hätte die Kohle wahrscheinlich auch dafür ausgegeben, auch wenn ich erstmal lange überlegt hätte.

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Beitrag von The rejected » 07.06.2006, 19:18

So, werd jetzt noch n paar Bilder bzw. Videos hier reinstellen und n paar Kommentare abgeben!

@freeman: Sorry für die Bildgröße!!!


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Was so alles in ein Clio bzw. in einen 206 reinpasst....

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Lecker, lecker

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Zum Frühstück gabs echtes Heavy Metal Ei ;)

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Auch sowas kommt mal vor...

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Is sie nicht schnuckelig??

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Es war teilweise kalt, teilweise warm...

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Ohne Worte!

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Warten kann öde sein...

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Konzertimpressionen

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Der Montag danach....


http://www.youtube.com/watch?v=rMPJIf1uDQY
http://www.youtube.com/watch?v=TD-yhbpSHes
http://www.youtube.com/watch?v=RdBaHnhOpDI
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Beitrag von Carcass77 » 07.06.2006, 19:46

Coole Fotos! :yeah:

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