Prince of the Sun
Prince of the Sun
Prince of the Sun
Originaltitel: Prince of the Sun
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1990
Regie: Wellson Chin, Hwa I-Hung
Darsteller: Cynthia Rothrock, Conan Lee, Ching-Ying Lam, Sheila Chan, Jeffrey Falcon, Shun Lau, Po Tai, Gabriel Wong, Fung Woo
Rothrock ‘n’ Roll, Baby! Das ist ja hier mal wieder ein fleischgewordener Traum für Fantasy-Kitschromantiker. Stellt uns ein paar tibetanische Kloster hin, verpackt ein glatzköpfiges Kind in ein rotes Tuch und kopiert hier und da mal ein paar gemalte Blitze ins Zelluloid, und wir tanzen auf den Tischen, bis zum nächsten Morgen, wenn die Sonne aufgeht.
Die Geschichte haben wir vier Jahre zuvor schon mit Eddie Murphy erlebt, aber da gab’s halt keine Kung Fu Lady! Die gute Cynthia hält uns mit ihren Martial Arts-Fähigkeiten in einer überflüssigen Nebenrolle bei Laune und kickt dabei so manchen Statisten-Ass aus dem Objektiv der Kamera. Neben ihr stehen Männer und eine Frau ihren Mann (ho ho ho, was ein Wortspiel), die sich zweifellos dem typischen Hongkong-Over-the-Top-Slapstick verschrieben haben. Wir haben es nicht mit einer verwestlichten Sage um das Land der untergehenden Sonne zu tun, sondern mit einer verwestlichten Sage, die wieder veröstlicht wurde. Die Asien-Klischees wurden dabei gleich mit importiert. Ein Fantasy-Trash-Spektakel mit Tibet-Kulissen in den Westen gebracht und wieder aus dem Westen heraus in den Osten, Cynthia Rothrock inklusive als kleines Mitbringsel aus den USA - wer kann da schon widerstehen? Ich nicht, dachte ich so bei mir und hatte 80 Minuten meinen Spaß. Mann, mein Anspruch war auch schon mal höher...
Fest steht, die Kulisse rockt wie vermutet, auch wenn erstaunlich viel Zeit in irgendwelchen Apartments flöten geht, wo der Slapstick das Regiment übernimmt. Nicht, dass es vorher nicht auch schon blöd genug wäre. Da ist nämlich so ein älterer Typ, der stirbt (Typ sinngemäß: “Ach übrigens, ich wollte dir nur noch mitteilen, dass ich jetzt sterbe!”), um in einem noch ungeborenen Kind wiedergeboren zu werden. Krass, oda? Feiger Mönch auf jeden Fall, sich so aus der Verantwortung zu ziehen und dann auch noch Leibwächter für seine neue Hülle zu engagieren. Ob die Wissen, dass der Knirps ihnen noch keinen Lohn zahlen kann? Deswegen wahrscheinlich auch Cynthia Rothrock, weil im Land der Sonne ist sie sicher nicht auf das schnelle Geld aus, sondern auf Reschpäääkt. Vermutlich deswegen wirkt ihre Wächterrolle so fehl am Platz. Sie darf die Handlung ja nicht an sich reißen. Tut sie aber nun mal als kickende US-Blondine...
Aber wichtig ist der Knirps. Den sehen wir nach einem Fünf-Jahre-Flashback wieder (solange haben die Attentäter wahrscheinlich Party gefeiert oder so). Und er wird synchronisiert von... Lisa Simpson! Ja, genau, Sabine Bohlmann, die Frau mit der süßesten Kinderstimme auf dem deutschen Markt, schenkt Klein-Buddah ihr Organ. Welch Gottesgeschenk! Nur deswegen wirkt die Klugscheißerei des Rotzlöffels nämlich nicht nervig, sondern - wie beabsichtigt - kultig. Immerhin ist da ja ein erwachsener Mann in dem Kindskörper, und wie er so mit Lisas Stimme Erwachsenenphrasen und Zynismus von sich gibt, hat das schon sein Potenzial. Man stelle sich doch mal bitte mit der knuddeligen Lisa-Stimme folgenden Dialog vor:
Tiger: “Ich will ein Räuber werden, aber eigentlich bin ich ein guter Mensch.”
Klein-Buddha: “Ich weiß.”
Tiger: “Hä? Und woher?”
Klein-Buddha: “Onkel Khenlun hat mir gesagt, gute Menschen sind dumm, reden sehr gerne und sind nicht besonders schlank. Wie ich sehe, bist du nicht besonders schlank, redest furchtbar gerne und bist dumm.”
Und das war einer der intellektuellen Ausgüsse. Über weite Strecken sind die Dialoge drollig bis zum Anschlag, so putzig, dass man Kotzen möchte. Auch wenn Wörter wie Scheiße (“Fressen Sie doch Scheiße!”) und Schlampe (“Ich darf die Schlampe nicht Schlampe nennen”) vorkommen. Critters 2? Lakritze, Lakritze, ich bin der Telegrafenfritze? Drauf geschissen...
Der angesprochene Slapstick findet zwischen Klein-Buddhas Begleitern statt. Die Rothrock ist zwar zu wortkarg und zu westlich, um aus der Haut zu fahren, aber Conan Lee und Sheila Chan strengen sich nach Leibeskräften an, prügeln sich auch gerne mal durchs Apartmentfenster. Das macht Laune... Auffällig ist es auch, wie auffällig Jackie Chan-Lookalike Conan Lee sich an Chans Comedyrezept vergreift. Da ist jede Bewegung, jede mimische Veränderung bei Jackie abgeguckt. Sollte den Jackie-Fans mal der Stoff ausgehen: Kneift die Augen zu und zieht euch “Prince of the Sun” rein, den Unterschied werdet ihr kaum bemerken.
Schließlich geht’s nach viel Slapstick und einer Menge Fights ans Eingemachte, als in einem Tempel Baddie gestellt wird und Kleen-Buddha seine Kräfte offenbart. Es wird ordentlich geblitzt mit gemalten Lichteffekten und es wird durch die Luft geflogen, aber das hat man in anderen Streifen aus den 80ern schon besser gesehen. Der Aufwand ist hier halt nicht so groß. Die seltsame Vampir-Drachen-Maske des Bösen sollte man sich aber mal gegeben haben.
Doofer Film. Na und? Vorlaute Rotzlöffel kann ich zwar nicht ausstehen - Gott, was habe ich den Bengel im zweiten Indy gehasst - aber der hier ist mit seinen zynischen Sprüchen ‘ne Marke. Eastern-Klamauk sollte man schon ertragen können, dann wird alles gut. Cynthia Rothrock rockt im Rot-Rock (einmal auch im Anzug), Conan Lee liebt es, Jackie Chan zu checken und die Fantasy fetzt verdammt fantastisch. Verflucht, was für ein zweifelhaftes Vergnügen.
Die deutsche DVD von Starmedia ist ein Desaster: Keine Extras, effektloser Ton (aber immerhin auch engl. Track dabei), ein graunevolles Bild, noch dazu aller Wahrscheinlichkeit nach im falschen Bildformat, und ein nicht animiertes Menü.
Originaltitel: Prince of the Sun
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1990
Regie: Wellson Chin, Hwa I-Hung
Darsteller: Cynthia Rothrock, Conan Lee, Ching-Ying Lam, Sheila Chan, Jeffrey Falcon, Shun Lau, Po Tai, Gabriel Wong, Fung Woo
Rothrock ‘n’ Roll, Baby! Das ist ja hier mal wieder ein fleischgewordener Traum für Fantasy-Kitschromantiker. Stellt uns ein paar tibetanische Kloster hin, verpackt ein glatzköpfiges Kind in ein rotes Tuch und kopiert hier und da mal ein paar gemalte Blitze ins Zelluloid, und wir tanzen auf den Tischen, bis zum nächsten Morgen, wenn die Sonne aufgeht.
Die Geschichte haben wir vier Jahre zuvor schon mit Eddie Murphy erlebt, aber da gab’s halt keine Kung Fu Lady! Die gute Cynthia hält uns mit ihren Martial Arts-Fähigkeiten in einer überflüssigen Nebenrolle bei Laune und kickt dabei so manchen Statisten-Ass aus dem Objektiv der Kamera. Neben ihr stehen Männer und eine Frau ihren Mann (ho ho ho, was ein Wortspiel), die sich zweifellos dem typischen Hongkong-Over-the-Top-Slapstick verschrieben haben. Wir haben es nicht mit einer verwestlichten Sage um das Land der untergehenden Sonne zu tun, sondern mit einer verwestlichten Sage, die wieder veröstlicht wurde. Die Asien-Klischees wurden dabei gleich mit importiert. Ein Fantasy-Trash-Spektakel mit Tibet-Kulissen in den Westen gebracht und wieder aus dem Westen heraus in den Osten, Cynthia Rothrock inklusive als kleines Mitbringsel aus den USA - wer kann da schon widerstehen? Ich nicht, dachte ich so bei mir und hatte 80 Minuten meinen Spaß. Mann, mein Anspruch war auch schon mal höher...
Fest steht, die Kulisse rockt wie vermutet, auch wenn erstaunlich viel Zeit in irgendwelchen Apartments flöten geht, wo der Slapstick das Regiment übernimmt. Nicht, dass es vorher nicht auch schon blöd genug wäre. Da ist nämlich so ein älterer Typ, der stirbt (Typ sinngemäß: “Ach übrigens, ich wollte dir nur noch mitteilen, dass ich jetzt sterbe!”), um in einem noch ungeborenen Kind wiedergeboren zu werden. Krass, oda? Feiger Mönch auf jeden Fall, sich so aus der Verantwortung zu ziehen und dann auch noch Leibwächter für seine neue Hülle zu engagieren. Ob die Wissen, dass der Knirps ihnen noch keinen Lohn zahlen kann? Deswegen wahrscheinlich auch Cynthia Rothrock, weil im Land der Sonne ist sie sicher nicht auf das schnelle Geld aus, sondern auf Reschpäääkt. Vermutlich deswegen wirkt ihre Wächterrolle so fehl am Platz. Sie darf die Handlung ja nicht an sich reißen. Tut sie aber nun mal als kickende US-Blondine...
Aber wichtig ist der Knirps. Den sehen wir nach einem Fünf-Jahre-Flashback wieder (solange haben die Attentäter wahrscheinlich Party gefeiert oder so). Und er wird synchronisiert von... Lisa Simpson! Ja, genau, Sabine Bohlmann, die Frau mit der süßesten Kinderstimme auf dem deutschen Markt, schenkt Klein-Buddah ihr Organ. Welch Gottesgeschenk! Nur deswegen wirkt die Klugscheißerei des Rotzlöffels nämlich nicht nervig, sondern - wie beabsichtigt - kultig. Immerhin ist da ja ein erwachsener Mann in dem Kindskörper, und wie er so mit Lisas Stimme Erwachsenenphrasen und Zynismus von sich gibt, hat das schon sein Potenzial. Man stelle sich doch mal bitte mit der knuddeligen Lisa-Stimme folgenden Dialog vor:
Tiger: “Ich will ein Räuber werden, aber eigentlich bin ich ein guter Mensch.”
Klein-Buddha: “Ich weiß.”
Tiger: “Hä? Und woher?”
Klein-Buddha: “Onkel Khenlun hat mir gesagt, gute Menschen sind dumm, reden sehr gerne und sind nicht besonders schlank. Wie ich sehe, bist du nicht besonders schlank, redest furchtbar gerne und bist dumm.”
Und das war einer der intellektuellen Ausgüsse. Über weite Strecken sind die Dialoge drollig bis zum Anschlag, so putzig, dass man Kotzen möchte. Auch wenn Wörter wie Scheiße (“Fressen Sie doch Scheiße!”) und Schlampe (“Ich darf die Schlampe nicht Schlampe nennen”) vorkommen. Critters 2? Lakritze, Lakritze, ich bin der Telegrafenfritze? Drauf geschissen...
Der angesprochene Slapstick findet zwischen Klein-Buddhas Begleitern statt. Die Rothrock ist zwar zu wortkarg und zu westlich, um aus der Haut zu fahren, aber Conan Lee und Sheila Chan strengen sich nach Leibeskräften an, prügeln sich auch gerne mal durchs Apartmentfenster. Das macht Laune... Auffällig ist es auch, wie auffällig Jackie Chan-Lookalike Conan Lee sich an Chans Comedyrezept vergreift. Da ist jede Bewegung, jede mimische Veränderung bei Jackie abgeguckt. Sollte den Jackie-Fans mal der Stoff ausgehen: Kneift die Augen zu und zieht euch “Prince of the Sun” rein, den Unterschied werdet ihr kaum bemerken.
Schließlich geht’s nach viel Slapstick und einer Menge Fights ans Eingemachte, als in einem Tempel Baddie gestellt wird und Kleen-Buddha seine Kräfte offenbart. Es wird ordentlich geblitzt mit gemalten Lichteffekten und es wird durch die Luft geflogen, aber das hat man in anderen Streifen aus den 80ern schon besser gesehen. Der Aufwand ist hier halt nicht so groß. Die seltsame Vampir-Drachen-Maske des Bösen sollte man sich aber mal gegeben haben.
Doofer Film. Na und? Vorlaute Rotzlöffel kann ich zwar nicht ausstehen - Gott, was habe ich den Bengel im zweiten Indy gehasst - aber der hier ist mit seinen zynischen Sprüchen ‘ne Marke. Eastern-Klamauk sollte man schon ertragen können, dann wird alles gut. Cynthia Rothrock rockt im Rot-Rock (einmal auch im Anzug), Conan Lee liebt es, Jackie Chan zu checken und die Fantasy fetzt verdammt fantastisch. Verflucht, was für ein zweifelhaftes Vergnügen.
Die deutsche DVD von Starmedia ist ein Desaster: Keine Extras, effektloser Ton (aber immerhin auch engl. Track dabei), ein graunevolles Bild, noch dazu aller Wahrscheinlichkeit nach im falschen Bildformat, und ein nicht animiertes Menü.
In den ersten 20 Minuten war ich mehrmals seeehr knapp davor, den einfach auszuschalten und dafür ne AC/DC-Konzert-DVD einzuwerfen...aber zum Glück konnte ich mich schließlich doch noch durchringen, ihn fertigzuschauen, denn in der zweiten Hälfte wurde der Sonnenprinz erfreulicherweise noch richtig unterhaltsam...
Schöne Martial-Arts, sogar der Humor hat gepasst und das Fantasygedöns kaum gestört, sondern mit seinen Billigtricks eher noch zusätzlich Flair verströmt...
Schöne Martial-Arts, sogar der Humor hat gepasst und das Fantasygedöns kaum gestört, sondern mit seinen Billigtricks eher noch zusätzlich Flair verströmt...
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