
Originaltitel: Flight of Fury
Herstellungsland: Rumänien, USA
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Michael Keusch
Darsteller: Steven Seagal, Steve Touissant, Angus MacInnes, Mark Bazeley, Ciera Payton, Alki David, Katie Jones u.a.
kami meint:
Es ist vollbracht, Steven Seagal ist endlich dort angekommen, wo vor ihm schon andere ehemalige Bahnhofskinostars wie Michael Dudikoff angekommen waren: beim richtig billigen Actionmüll. Die bisherigen Filme des Moppels gehörten ja fast alle zu einer vergleichsweise dick budgetierten Oberklasse der Actiongüllezunft, FLIGHT OF FURY ist dagegen sicher kaum teurer gewesen als entsprechende ROYAL OAKS-Produktionen wie der diesem Film zugrunde Dudikoff-Heuler BLACK THUNDER.
Entzückenderweise müffelt der Film auch schön nach alten Zeiten, die Stock Footage, großzügig aus TOP GUN, IRON EAGLE, NAVY SEALS und einer SR-71-Doku entliehen, ist zum großen Teil die selbe, welche auch schon in den zahllosen Militäractionern aus dem Hause KÖNIGLICHE EICHE Big Budget-Flair verbreiten sollte und wurde offenbar aus alten Videobändern entnommen, denn ihre Qualität ist weitesgehend schauderhaft.
Aber auch auf der Tonspur treffen wir alte Bekannte wieder, zwar gibt es einen offiziellen neuen Score von Barry Taylor, doch dieser wird ergänzt und akzentuiert durch unter anderem aus FREEDOM STRIKE, BLACK THUNDER oder CRASH DIVE bekannte Stücke, welche wahrscheinlich aus der Feder der Gebrüder Wurst stammen.
Der erfahrene Zuschauer fühlt sich also fast zehn Jahre zurückversetzt, nur dass der Hauptdarsteller dieses Cheapos 1997 eben noch als echter Kinostar galt.
Immerhin, verglichen mit dem Totalausfall ATTACK FORCE ist FLIGHT OF FURY schon fast wieder sehenswert, so ist die Story zwar blödsinnig, aber einigermaßen stringent und nachvollziehbar erzählt, der Dicke selbst hat ein klein wenig abgespeckt, so dass zwischen Kopf und Rumpf wieder soetwas wie Hals zu entdecken ist, zudem ist er immerhin so motiviert, dass er sich nur gelegentlich von einem Double vertreten lässt.
Auch hinsichtlich der Action ist im Vergleich zur Vorgängergurke eine deutliche Steigerung festzustellen, es gibt mehr davon und sie sieht besser aus.
Großartiges sollte man aber dennoch nicht erwarten, das Geballer ist sehr preiswert inszeniert, die Explosionen sind armselig, die Fights bestenfalls routiniert. Hervorstechend ist dafür eine wirklich sehr unangenehme Brutalität und Menschenverachtung, die Seagal hier an den Tag legt, der alte Fettsack macht mittlerweile gar keine Gefangenen mehr und erreicht einen Verrohtheitsgrad, der deutlich über dem genreüblichen Niveau liegt, eine Tendenz, die sich ja schon spätestens seit TODAY YOU DIE breitgemacht hat.
Abgesehen davon ist die Actiondichte nicht sonderlich hoch, erst im Finale krachts ein wenig länger, als Ausgleich gibt´s zuvor ewig lange Stock-Footage-Passagen, die teilweise auch eher schlecht miteinander kombiniert wurden.
So startet ein Strike-Team mit F-14 vom Flugzeugträger (also TOP GUN-Footage), am Einsatzort haben sich die Fluggeräte mirakulöserweise in aus IRON EAGLE geklaute F-16 verwandelt.
Generell ist der Film voll von Ungereimtheiten, deren größte das Szenario selbst ist: Die wahrscheinlich in der rumänischen Pampa gedrehten Aufnahmen sehen nicht mal ansatzweise nach Afghanistan aus, die einheimischen Terroristen sprechen darüber hinaus allesamt Englisch, wahlweise mit britischem, australischem oder osteuropäischem Akzent.
Die Darsteller agieren samt und sonders gelangweilt bis schlecht, auch die Regie passt sich diesem Niveau an, bleibt optisch aber zumindest immer solide. Aber gerade in der ersten Kollaboration zwischen Seagal und Regisseur Michael Keusch, SHADOW MAN, war noch echter visueller Gestaltungswillen spürbar, der in der dritten Zusammenarbeit routinierter Lethargie gewichen ist.
Trotz dieser Mankos ist FLIGHT OF FURY aber einigermaßen kurzweilig, BLACK THUNDER ist er aufgrund besserer Action auf alle Fälle überlegen, wenn auch nicht deutlich. Man kann aber nur hoffen, dass diese Billigproduktion einen Talpunkt hinsichtlich des Produktionsniveaus darstellt und die nächsten Filme zumindest wieder ein Budget auf SHADOW MAN- oder gar SUBMERGED-Level besitzen werden.
Ganz knappe

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freeman meint:
Remakes ... dem einen treibt schon der Begriff Stresspickel ins Gesicht, der andere bekommt schon beim gerollten R des Begriffes leuchtende Augen. Vortrefflich wurde bereits über diese Unterart der Kreativität gestritten und IMMER wurde keine wirkliche Einigung erzielt. Einigkeit dagegen herrscht in Bezug auf ganz bestimmte Remakes. Einigkeit in Form kompletter Verwirrung. Denn ein Remake zu dem Michael Dudikoff Heuler Black Thunder? WTF?
Und auch wenn man sich fragen muss, wo der Sinn einer solchen Maßnahme liegt, bekommen wir endlich des Rätsels Lösung für Steven Seagals Fettsucht der letzten Jahre! Das war kein übersteigerter Appetit. Nope! Es war der Lee Straßbergsche Annäherungsversuch des Steven Seagal an die Rolle von Michael Dudikoff in Black Thunder! Denn jener war selten fetter als im Original von Unsichtbarer Feind. Steven ... ich ziehe meinen Hut vor dir ... Jetzt kannste aber wieder abnehmen. Oder willste nen Remake von Freedom Strike, In einsamer Mission oder Crash Dive nachschieben?


Hoffentlich nicht. Denn schon das Remake zum ersten Dudikoff Kracher ist nun nicht unbedingt das, was man heutzutage unter einem gelungenen B-Film versteht. Aber schön der Reihe nach. Worum geht's? Das US Militär testet einen neuen Stealth Fighter mit neuer aktiver Tarntechnologie. Dieser Prototyp wird ihnen während der Übung vom geldgeilen Testpiloten unterm Arsch weggeklaut. Jetzt kann natürlich nur noch einer den Flieger zurückholen. Michael Dudi... ääääh Steven Seagal.
Uns Steven spielt - welch Überraschung - einen Agenten einer US Behörde, namens John Sands, und damit eben den Einzigen nach Dudi, der den Flieger zurückholen kann. Auch wenn es dazu eigentlich einer Cockpiterweiterung bedarf. Egal. Auf jeden Fall zieht uns Steven nun los und plättet diverse Bad Asses, fliegt im Flugie und am Ende holt er sich nen Belohnungsleckerlie vom Cateringtisch. Dabei hat der Steven diesmal richtig viel Energie in den Streifen gesteckt. Hauptrolle, Produktion UND Drehbuch gehen auf sein Konto. Wobei der Drehbuchjob wohl nur darin bestand, dass er Co-Autor Joe Halpin die Seiten vom Black Thunder Drehbuch zum Kopieren gereicht hat. Ansonsten ist es fast schon dreist, wie sehr Unsichtbarer Feind dem Vorbild ähnelt, ohne dass man das Vorbild auch nur ansatzweiße irgendwo in den Credits erwähnt. Die wenigen Abweichungen vom Original in Kurzform:
- John Sands flüchtet zu Beginn aus einer Institution, wo sein Gedächtnis gelöscht werden sollte ... warum? Juckt doch niemanden ... wird eh nicht mehr erwähnt. Macht eh keinen Sinn. Hat sicher nicht mehr in die letzte Gurke von Regisseur Michael Keusch - Attack Force - reingepasst.
- Eine Fast Vergewaltigung aus dem Original wird zu einer Lesbenszene umgedeutet ...
- der Film spielt net mehr bei bösen Wüstenhoschies sondern - natürlich - in Afghanistan ...
Weitere Neuerungen kann man mit der Lupe suchen ...
Dummerweise war nun schon Black Thunder in den Storyaspekten nicht wirklich dick bestückt und so nimmt es schon arg Wunder, dass man diese Geschichte nicht noch irgendwie versucht zu variieren. Der positive Effekt: Unsichtbarer Feind dürfte so ziemlich der unkomplizierteste Streifen Seagals seit Jahren sein! Endlich nur ein Gegner! Klare Fronten! Kein Seitenhopping. Kein überladener Storybullshit. Und dennoch hat man Mühe zu Folgen ... einfach weil der liebe Sandmann permanent neben dem Fernsehsessel sitzt und einem beständig Schlafsand in die Augen pustet. Vor allem im Mittelteil hängt der Film mindestens genauso in den Seilen wie Seagal in seinen weiten Klamotten.


Doch damit noch lange nicht genug. Black Thunder genießt in B-Kreisen einen recht zweifelhaften Ruf als Stock Footage Bombe vom Schlimmsten. Der stählerne Adler und Top Gun lieferten dabei die spektakulärsten Szenen. Und ja, Unsichtbarer Feind recycelt genau diese Szenen! Glaubt ihr nicht? Schaut euch beide Filme an! Über weite Strecken glaubt man, man schaue ein und denselben Film. Doch Unsichtbarer Feind geht sogar noch weiter! So findet man hier obendrein Bilder aus Navy Seals und dem Dudikoff Heuler In einsamer Mission UND man recycelt komplett den Einheitsscore der Dudikoff Raketen Crash Dive, Freedom Strike und Black Thunder! Geht's eigentlich noch ärmer? Klar, indem man den einzig originären Effekt aus Black Thunder auch noch mitklaut! Das ohnehin peinliche Abtarnen und damit Unsichtbarwerden des Fighters! Und ihr regt euch alle über den unsichtbaren Jaguar in James Bond auf. Es geht halt doch immer noch ne Spur Loliger ;-). Peinlich wird es spätestens dann, wenn man versucht, dem Zuschauer Verfolgungsjagden zwischen F-16 und Steath Fighter zu präsentieren. Hier schneidet man einfach Stock Footage Szenen von einer F-16 mit denen eines Stealth Fighters zusammen! Blöd nur, dass die angeblich nur wenig voneinander entfernten Flugzeuge über komplett unterschiedlichem Untergrund agieren! Die F-16 über Wüstengebiet und der Stealth Fighter überm offenen Meer. Unfähigkeit ins Quadrat. Kompetent vorgelebt vom Unsichtbarer Feind Drehteam

Klar. Die sind ja eh alle blöde und so sehen wir auch viel Steven Seagal Stock Footage ... im Sinne eines agileren Stuntman, der den Dicken sogar beim Einsteigen in ein parkendes Auto doubelt!!! Die Actionszenen um Seagal wirken diesmal enorm saft- und kraftlos. Zwar ist der Meister häufiger selbst am Wirken, leider bedeutet das dann aber auch reine Hand to Hand Kombats, bei denen der Gegner am besten so schnell wie möglich umkippt, nicht dass Steven noch Schweiß auf die buddhistische Gesichtsfontanelle bekommt. Und da Michael Keusch das geahnt zu haben scheint, lässt er Steven auch lieber Ballern und Schlitzen. Und da dilettiert dann der Regisseur selbst munter vor sich hin. Die Kameraperspektiven sind durchgehend mies gewählt, die Schatten- und Lichtsetzung besteht aus einer Aneinanderreihung von peinlichen Fehlern, die die expliziten Details komplett schlucken. Denn gewalttechnisch legte man hier schon ein derbes Pfund hin: Messer innen Kopp, dicke Schusswunden, Kehlschnitte, kapudde Knochen ... nur muss man das zumeist ahnen ... zu sehen bekommt man davon nicht viel. Ein Hoch auf Herrn Keusch. Achja Herr Keusch: Das einhändige Abfeuern einer weit vom Körper weggestreckten Kalaschnikow ist NICHT - ich wiederhole NICHT - kewl!


Und damit auch endlich ein echtes Hoch auf uns Seagal, der nach wie vor spielt, wie ein Stein ... Diese Konsequenz ist einfach nur zu bewundern. Zum Glück muss er diesmal auch nicht den Tod von irgendwem beklagen, bzw. als es passiert, hat er den Atemschutz im Flugzeug vorm Gesicht und das Visier runtergeklappt. Der Mann weiß halt einfach, wie man es macht ;-). Obwohl das vermutlich nicht mal er selber war ...
Unsichtbarer Feind ist ein absoluter Tiefpunkt in Steven Seagals Vita. Ja, ich gebe zu, actiontechnisch rockt der Streifen mehr als Black Thunder, vor allem der lang ausgespielte Showdown macht schon Laune (hat aber auch megapeinliche Szenen an Bord, wie den Kumpel von Seagal im Motorradfahrblutrausch) und übertrifft den Showdown in Black Thunder mühelos, ABER ansonsten ist der Streifen einfach nur eine komplett peinliche Stock Footage Orgie vom Allerherbsten (inklusive stark schwankender Bildqualität des Stock Footage Materials!), die zudem megalangweilig geraten ist. Das kann man von Black Thunder dann nicht unbedingt behaupten. Zumindest, was mich angeht.

Die deutsche uncut DVD (FSK 18) kommt von Sony und ist erneut ein Musterbeispiel für einen quasi nicht existenten Schwarzwert. Keine Ahnung, wie Sony das immer wieder macht, aber irgendwie passt die lieblose Umsetzung auch eins zu eins zu der filmgewordenen Publikumsverarsche Unsichtbarer Feind.
In diesem Sinne:
freeman
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John_Clark fliegt tief:
Mit leichter Vorfreude erwartete ich "Flight of Fury" (Code 1 Version). Glücklicherweise fand diese noch gleich nach dem US-Release den Weg in meinen Briefkasten.
Story:
Steven Seagal muss als Spezialagent John Sands für die U.S. Air Force einen von Terroristen geklauten Stealth-Bomber ausfindig machen und wiederbeschaffen.
1. Steven Seagal wirkte in diesem Film präsent. Diesmal weniger durch seine Leibeshülle, da er doch einige Kilos weniger hatte (noch genug auf den Hüften), jedoch mehr durch sein weniger Lustloses "Schauspiel". Gut, wollen wir nicht übertreiben, er ratterte seine Rolle quasi per Autopilot (Film "Klick" lässt grüssen) runter. Jedoch machte es Spass ihm zuzusehen.
2. Story. Endlich. Eeeeeendlich - einfach gradlinig. Keine dutzende von Parteien mit dutzenden von überläufern - einfach ein gestohlener Jet - Steven bring it back please - Steven machts - auf Baseldeutsch = scheeen
3. Darsteller. Ausser Steven für mich keine bekannten Gesichter. Am besten gefielen mir noch Jannick und Ratcher (hoffentlich richtig geschrieben). Beide hinterliessen einen ordentlichen Eindruck. Stevens Combat-Gegner machte auf mich total den Fallobst-Eindruck, was ich ein bisschen sehr schade fand.
4. Combats. Es gab einiges an Hand-to-Hand-Fights, jedoch wurden diese nicht sehr gut gefilmt. Speziell im Laden zu Beginn, das gefiel mir nicht. Alles einfach zu dunkel gefilmt und s hat einfach nicht wirklich seagalmässig gewirkt. Das geht einfach noch besser und härter. Die Fights am Ende waren aber doch einiges besser (nocht nicht gut, aber besser) und machten doch ein bisschen Freude am zuschauen.
Diverses Plus:
- Ganz einfach, Steven haut drauf und das noch mit mehr Realismus als in anderen seiner neuen "Meisterwerke".
- Die Geschichte mit dem gestohlenen Stealth-Fighter gefiel mir, auch wenns "nur" ein Remake ist.
- relativ geile onliner - "I'm in drinking age, sir" - "I grow up in a bad neighbourhood", etc.
Diverses Minus:
- Die ersten 3 Filmminuten mit Stevens Ausbruch wirkten für mich einfach irgendwie fehl am Platz. Das hätte man geschickter machen können.
- Regisseur Keusch hatts mit dem Licht einfach nicht drauf. Immer war das Bild ein wenig sehr dunkel, teilweise erkannte man kaum, auf was die Kamera gerade hält (Ladenszene).
- Stock Footage stark erkennbar. Einige Bilder schienen noch aus good old 80er Jahrefilmen zu stammen. Jedoch, wenn man sich damit abfinden kann, störts nur bedingt.
- Der Mittelteil des Films wirkte ein wenig Langatmig. Es ging zwar immer etwas auf dem Bildschirm, jedoch hatte ich da eine kleinere Phase der Langeweile.
- Ein grosses Minus an Seagal und seine Freundin. Es wirkt einfach nicht sehr real, wenn ein Seagal mit seinem "hohen Alter" noch mit so einer heissen Schnitte rumläuft. Könnte man dem Steven nicht mal eine hübsche ältere Frau zur Seite stellen?
- Zudem, noch was kleines und vielleicht unbedeutendes: musste es unbedingt ein Araber sein, der sich am Ende in die Luft gejagt hat?
Fazit: Die Michael Keusch-Trilogie fand mit Flight of Fury einen halbwegs ordentlichen Abschluss. Es gab vieles, dass man noch hätte besser machen können, und der Film ist für mich noch meilenweit weg von einem richtig guten und geilen Seagalkracher, jedoch ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Nur... es gab in den letzten Jahren immer einen Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe einfach, dass dieser nun weitere Schritt vorwärts bald wieder in einem richtig guten Film enden wird. Denn, sind wir doch alle mal ehrlich, die Seagalbrille bringt jedem Film einige Zusatzpunkte in der Skala. Ohne Steven Seagal wäre dieser Film sein Geld absolut nicht wert gewesen.

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Ed Hunter fliegt mit:
Nach dem durchaus soliden „Shadow Man“ und dem durchweg verrissenen „Attack Force“ präsentierte Regisseur Michael Keusch 2007 mit „Unsichtbarer Feind“ seinen dritten Seagal-Streifen in Folge – und bescherte dem Dicken damit einen neuen Karrieretiefpunkt.
Die Entführung streng geheim entwickelter Stealth-Bomber ist eine so bewährte wie langweilige Plotbasis des B-Actionfilms, das Skript von „Unsichtbarer Feind“ treibt die Einfallslosigkeit aber noch dadurch auf die Spitze, dass es über weite Strecken eine reine Kopie des bereits wenig ruhmreichen 90er-Dudikoff-Vehikels „Black Thunder“ ist.
Als frisch einer Gehirnwäsche durch die wegen seines breiten Wissens in top-secret-Angelegenheiten besorgte Regierung entgangener Spezialagent John Sands hat Seagal keine Wahl, als im Ausgleich für seine künftige Freiheit und Unversehrtheit den Auftrag des Militärs anzunehmen, einen bei einem Testflug von einem Piloten entwendeten Stealth-Bomber aus Afghanistan wiederzubeschaffen…
Der Seagals Charakter einführende Prolog um seine Flucht vor der Gehirnwäsche steht in keinerlei sinnvoller bzw. notwendiger Verbindung zur eigentlichen Story des im Original „Flight of Fury“ betitelten Streifens, sondern wohl hauptsächlich im Dienste des Erreichens einer 90-Minuten-Laufzeit. Angesichts der sterbenslangweiligen Haupthandlung macht sich dies aber nicht weiter störend bemerkbar, besitzt Seagals bereits zu Anfang den Bodycount in die Höhe schraubendes Wüten auf amerikanischem Boden doch immerhin noch einen höheren Unterhaltungswert als die daruffolgende dahinplätschernde Rettungsmission in Afghanistan.
Was man „Flight of Fury“ nämlich zugute halten muss, ist das eine: Wenn Kampfkoloss Seagal, dessen Leibesfülle sich diesmal allerdings gar in moderaten Grenzen hält, böse Buben verdrischt, macht das noch immer genauso viel Spaß wie zu seinen besten Zeiten, allem Schnittgewusel und partieller mehr an Bud Spencer denn Aikido gemahnender Kampftechnik zum Trotz.
Immerhin Actionmangel kann man „Flight of Fury“ ohnehin nicht ankreiden, doch wo sich die Quantität sehen lassen kann, sieht es in Sachen Qualität schon weitaus düsterer aus: Neben den kurzweiligen, teils mit Messerschwingerei nett variierten Nahkämpfen markieren zwar blutige, jedoch von Keusch herzlich mau inszenierte Shootouts noch die Highlights inmitten einer erbärmlichen Stock-Footage-Schlacht, die neben den obligatorischen geklauten Außenaufnahmen von Flugzeugträgern oder Fallschirm-Absprüngen und genretypisch mies zusammenflickten Luftkampf-Aufnahmen im Finale mit fettesten Explosionen für Eyecandy sorgen will, was dem Film leider nicht zum Nutzen, sondern lediglich zur Schande gereicht.
Dass ein Seagal-Streifen aller berechtigten Kritik an überbordendem Szenenklau zum Trotz noch immer Spaß machen kann, bewies 2005 der letzte Stock-Footage-Overkill „Today You Die“. „Flight of Fury“ jedoch verspielt selbst seinen potentiellen Unterhaltungswert weitgehend durch das völlige Fehlen die netten Eigen-Fights ergänzender Qualitäten: Ein langweiliger, vorhersehbarer, dank „Black Thunder“ gar atlbekannter Plot, ein gewohnt stoisch und nicht eben übermotiviert durch die Szenerie stapfender Seagal, holprige Dialoge und die schmucklose Optik machen „Unsichtbarer Feind“ zu einem neuen Tiefpunkt der Seagalschen DTV-Ära.
Fazit: Der Dicke macht auf Dudikoffs Spuren Jagd auf einen entführten Stealth-Bomber – so lahm wie die ausgelutschte Story sind auch Optik und Inszenierung des immerhin nicht actionarmen Afghanistan-Rabatzes. Da sich die Schauwerte aber großteils aus Stock Footage rekrutieren und Michael Keuschs Schießereien keine inszenatorischen Bäume ausreißen, bleibt selbst auf dem Actionsektor lediglich der Unterhaltungswert des Hauptdarstellers in Prügellaune. Zwar hat Seagal mit Gurken wie „Ticker“ oder „The Foreigner“ auch schon noch Übleres abgeliefert – ein Ruhmesblatt seiner DTV-Filmografie ist „Flight of Fury“ aber ganz und gar nicht.
