
Originaltitel: Paper Bullets
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1999
Regie: Serge Rodnunsky
Darsteller: James Russo, Jeff Wincott, William McNamara, Francois Chau, Ernie Hudson
Während einer Konferenz ranghoher Polizeibeamter stürmt ein schwer bewaffneter Asiate in den Raum und erschießt einige Cops. Der Killer kann jedoch überwältigt werden und wird erschossen. Zwei der überlebenden Polizisten, Detective Rourke (James Russo) und sein Partner (Jeff Wincott), werden beauftragt, die Hintergründe der Tat aufzuklären. Sie haben auch bald schon einen Verdächtigen, einen gewissen Yang, können ihm jedoch nichts nachweisen. Bald kommt die Schwester des ermordeten Killers zu Detective Rourke nach Hause.
Also, sorry, daß ich keine weiteren Details zum Inhalt schreibe, aber inhaltlich ist der Film ein einziges Ärgernis. Noch gravierender, als bei den zuletzt besprochenen Rothrock-Filmen gibt es hier Plotlöcher noch und nöcher. Was war das Motiv des Killers, der die Polizisten umgebracht hat? Seine Schwester sagt in Rourkes Wohnung: „Er hasste die Polizei“. Ganz toll. Was sind eigentlich die näheren Hintergründe der Tat? Was spielt der Chinese Yang für eine Rolle? Man kann nur mutmaßen, dass er der Boß einer Gangsterorganisation ist, die mit Drogen handelt.
Ihr ahnt vielleicht schon, dass dies wieder so ein Film mit Asien-Touch ist, wie sie in den 90ern recht zahlreich vorkamen. Dem ist im Grunde auch so, nur bleibt er dabei absolut an der Oberfläche. Erwartet bei dem Titel bloß nicht so einen Klasse-Film wie „Corruptor“. Man hat sich wahrscheinlich gedacht: Nehmen wir diesmal mal Asiaten als Bösewichte. Ohne dass dies von der Story her zwingend erforderlich gewesen wäre. Die Asiaten bleiben schablonenhaft, die Charaktere bekommen keine Tiefe, verkommen im letzten Drittel gar zur reinen Staffage. Aber auch die Cops werden nicht näher charakterisiert. Es wurde zwar versucht, durch einige Versatzstücke so etwas wie Tragik und Tiefe in den Film zu bringen (Trunksucht von James Russo, seine Beziehung zu seiner geschiedenen und krebskranken Frau, die üblichen Reibereien unter den Cops), so richtig wirken will das aber nicht. Das war mir irgendwie alles zu aufgesetzt.
Der Film wirkt wie Dienst nach Vorschrift. Alles kommt vom Reissbrett oder aus irgendwelchen Schubladen, schon zig Mal gesehen. Alles an dem Film genügt grade mal den Mindestanforderungen, um beim ersten Ansehen einigermaßen bei Laune gehalten zu werden. Die Geschichte ist nicht neu, in ihrer Oberflächlichkeit schon zig mal besser verfilmt worden, die Schauspieler sagen ihre Texte auf, gemäß ihrem Charakter schauen sie mal nachdenklich, mal entschlossen, gelacht wird fast gar nicht in dem Film. Der Film wirkt in seiner vorgespielten Ernsthaftigkeit fast gefühllos, steril. Steril sehen übrigens auch die meisten Schauplätze aus, egal, ob Wohnungen Straßen, Gärten, Plätze, Autos, alles sieht immer aus, wie aus dem Ei gepellt.
Die erste Stunde bietet nur wenig Action. Der anfängliche Überfall fetzt einigermaßen, ansonsten wird James Russo von zwei Chinesen verprügelt, es gibt eine kurze Zu-Fuß-Verfolgungsjagd, die der Verfolgte nicht überlebt und eine kurze Car-Crash Szene.
In der letzten halben Stunde geht’s zwar actionmäßig recht hoch her, das reißt noch mal ein wenig raus, aber wirklich begeistern kann das nicht, weil es einfach handwerklich alles zu schlecht gemacht ist. Insbesondere die schlechte Kameraführung nervt. Immerhin explodieren zwei Autos, im Showdown gibt’s einen Shootout, der nur leider recht schlampig und vollkommen unblutig inszeniert wurde. Die abschließende Verfolgungsjagd mit Motorbooten ist nur ein müder Abklatsch von vergleichbaren Szenen, etwa in Face/Off. Wenigstens die Szenen mit den explodierenden Benzinfässern sehen recht schick aus. Aber letztenendes wirkt der Action-Overkill der letzten 20 Minuten recht dilletantisch und billig.
Fazit: Obwohl man hier versucht hat, einen weiteren Beitrag zum Thema „Asiatische Gangster in Amerika“ abzuliefern, bleibt man völlig an der Oberfläche. Der Film krankt an einer schwachen Story und Actionarmut in der ersten Stunde, zum Ende hin gibt’s zwar recht viel Action, die kann jedoch auf Grund ihrer teilweise arg ungeschickten Inszenierung und Machart nicht wirklich begeistern. Der Film ist daher nur für Allesseher interessant.

Würde eigentlich nur 3/10 geben, aber aufgrund der vielen, wenn auch recht schlampigen Action am Ende gibt’s noch einen Punkt mehr.
So billig, wie der Film, ist auch die deutsche DVD von Madison Home Video, immerhin ungeschnitten. Die Extras sind praktisch auch nutzlos, lediglich unter „Specials“ kann man sich noch mal einige Actionszenen, darunter wohl auch den kompletten Showdown, ansehen.