
Tracks:
1. Somewhere In Between (4:79) - nicht auf der französischen Version dabei
2. Love Doctor (3:40)
3. Dark Angel (3:57)
4. Gunfire At A Juke Joint (3:45)
5. My Time Is Numbered (4:19)
6. Alligator Ass (4:03)
7. BBQ (3: 26)- mit Teena Marie
8. Hoochie Coochie Man(4:25) - mit Hubert Sumlin, Bob Margolin, James Cotton, Willie „Big Eyes“ Smith, „Pinetop“ Perkins
9. Talk To My Ass (3:51)
10. Dust My Broom (4:38) - mit Louisiana Red
11. Slow Boat To China (8:43) -mit Ruth Brown
12. She Dat Pretty (3:44)
13. Red Rooster (3:29
14. Shake (3:32) -mit Bo Diddley
Band:
Steven Seagal - Vocals, Guitar, Drums (12)
Tony Braunagel - Drums
James Kinard - Bass
Norris Johnson - Hammond B-3, Piano
Jack Holder - Guitar
Josh Roberts - Guitar
Debra Barnes - Background Vocals (2, 6)
Carla Barnes - Background Vocals (2, 6)
Daunielle Hill - Background Vocals (2, 6)
Ernest Williamson - Piano (4), Keyboards (10)
Myron Howard - Drums (4)
James Robertson - Drums (5)
Ellis Hall - Background Vocals (4, 5, 14)
Jackie Johnson - Background Vocals (6, 7)
Big George Brock - Harmonica
Sam Shupe - Bass (12)
Tommy Klemperer - Bass, Slide Guitar (13)
Shaun Fisher - Keyboards (13)
Sonstiges:
Gesamtzeit: ca. 61:39
Titel:14 +3 (Bonus)
Erschienen: 2007
Label: Hypertension
Kritik:
Steven hat also eine 2te CD aufgenommen. Eine reine Blues-Scheibe ist "Mojo Priest" geworden. Und unser Steven spielt fast alle Gitarren selbst, singt, hat auch noch fast alle Songs selbst geschrieben und hat das ganze auch noch produziert. Darf er das überhaupt? Denkt er, er stehe "Above The Law"? Besteht "Alarmstufe Rot" für unsere Ohren und wir müssen diese CD daher "Out Of Reach" aufbewahren? Werden unsere Nachbarn, nach dem wir diese CD laut gehört haben, nach "Deadly Revenge" sinnen und uns am liebsten "Halbtot" schlagen???
Nein zum Glück nicht.
Den eines wird beim Hören klar: Steven hat seine musikalische Heimat gefunden. Vorbei sind die Zeiten der bunten Potpourris wie sie auf der ersten CD zu finden sind. Hier huldigt er nur einem Stil: Dem Blues. Und das überraschend gut. Seine Stimme passt hierzu erstaunlicher Weise hervorragend. Sein leichtes Nuscheln und sein warmes Timbre passen für die Songs einwandfrei, vor allem gibt er hier eine bessere Figur als bei den Sprechpassagen in manchen seiner Filme. Die Produktion ist auch erstaunlich klar und gut ausgefallen. Was sein Gitarrenspiel angeht ist er zwar kein Clapton oder ein B.B. King, aber auch hier gilt das, was auch auf seinen Gesang zutrifft: Es passt einfach. Klar gibt es bessere Gitarristen aber auch verdammt viele die schlechter, wesentlich schlechter, sind als er. Er beherrscht sein Instrument. Begleitet wird er stellenweise von den Mitgliedern der "Muddy Waters Blues Band", und die spielen ja auch nicht für jeden. Hinzu kommen diverse Gastauftritte von Blueslegenden wie Bo Diddley und andere.
Kommen wir nach diesem Vorgeplänkel zur Musik, den was nützt es, wenn man sein Instrument beherrscht und die Band gut ist, aber die Songs nichts taugen? Aber Entwarnung, das trifft hier nicht zu. 3 Songs sind Blues-Klassiker: "Hoochie Coochie Man", "Little Red Rooster" und "Dust My Broom". Diese sind schon unzählige Male von anderen Artisten vorher gecovert worden, daher kann man drüber streiten ob man eine x-te Version von "Hoochie Coochie Man" braucht oder nicht. Was aber nicht die Songs jetzt schlechter macht, nur wird der geneigte Blues-Fanatiker sich hierbei sicher langweilen und diese Songs überspringen. Wie dem auch sei, so verfügt "Hoochie Coochie Man" über ein riesiges Staraufgebot und unterhält vorzüglich, so wie es sich für einen Klassiker gehört.
Heraus sticht auch "My Time Is Numbered". Treffender als die Zeile "Pain was my teacher" geht es doch gar nicht mehr oder? "Shake" ist zusammen mit der Legende Bo Diddley geschrieben und intoniert. Super. "She Dat Pretty" ist ein klassischer 12 Bar Blues. Gefällt mir gut. Für mich das Highlight der CD ist allerdings die Seagal-Eigenkompositon "Dark Angel". Dem Seagal-Fans mag der Song bekannt vorkommen, ist er auch. Denn er stammt vom Soundtrack zu "Fire Down Below" und wurde dort von Taj Mahal intoniert, wenn auch in einer musikalisch leicht veränderten Form. Ich muss zu geben, ich finde die Version hier wesentlich fetter, macht unglaublich Laune der Song. Hammer. An manchen Stellen wird das Bild doch ein bisschen getrübt, da es manchmal ein bisschen eintönig wirkt. Und ob es nötig ist das Steven in "Talk To My Ass" übers Masturbieren singt, darüber hülle ich mal den Mantel des Schweigens. Das waren auch schon so ziemlich die Kritikpunkte die ich habe.
"Mojo Priest" ist sicherlich nicht die beste Blues-Scheibe des Jahrhunderts, vielleicht nicht mal des Jahres, aber nicht desto trotz ist es eine verdammt gute Scheibe, die Spaß macht. Klar gibt es sicher Blues-CD's mit mehr Anspruch, die abwechslungsreicher sind, über bessere Sängern verfügen, aber trotzdem oder gerade deswegen unterhält "Mojo Priest" vorzüglich. Definitiv eine Empfehlung auch für Leute die sonst nicht viel mit Blues anfangen können, sozusagen eine gute Einsteiger-CD. Bleibt nur eines festzuhalten: Seagal sollte, anstatt weiter im Ostblock drittklassige C-Movies zu drehen, sich lieber ganz der Musik zuwenden und uns noch einige solcher vorzüglichen CDs bescheren..
Kommen wir nun zu den CD Versionen: Leider gibt es 3 Versionen der CD. Einmal die französische Version, die ich habe, mit nur 13 Songs, einer anderen Songreinfolge und einem anderen Cover. Dann die internationale Version mit obigem Cover und 14 Songs und zu guter Letzt gibt es diese Version noch mal mit 3 Bonus-Tracks.
