Once Upon A Time In... Hollywood

Filme abseits des Actiongenres mit Actionhelden (irgendwie so in der Art).
Antworten
Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21111
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von Vince » 18.08.2019, 16:22

Once Upon A Time In... Hollywood

Bild

Originaltitel: Once Upon A Time In Hollywood
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2019
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Al Pacino, Timothy Olyphant, Kurt Russell, Michael Madsen, Tim Roth, Michael Marsden, Dakota Fanning, Luke Perry, Margaret Qualley, Martin Kove, Damian Lewis, Emile Hirsch, Sydney Sweeney, Lorenza Izzo, Zoë Bell, Bruce Dern, Clifton Collins Jr., Nicholas Hammond, Harley Quinn Smith, Rumer Willis, Mikey Madison u.a.

Fakten und Fiktion vermischen sich in Quentin Tarantinos neuntem und angeblich vorletzten Film zu einer verzerrten Erinnerung. "Once Upon A Time... In Hollywood" ist ein zutiefst subjektiver Blick auf das Jahr 1969 mitsamt all seiner gesellschaftlichen Ereignisse, erzählt aus der Perspektive eines Vollblut-Cineasten.

Zur Kritik von "Once Upon A Time In... Hollywood"

:liquid8:

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64283
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von freeman » 21.08.2019, 20:19

Quentin Tarantino in der Resterampe... was es net alles gibt...

Steiler Film btw. ... demnächst noch mehr von McClane!

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
StS
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 30570
Registriert: 04.10.2005, 21:43
Wohnort: Harsh Realm, Hannover

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von StS » 22.08.2019, 11:20

„Once Upon a Time in Hollywood“: Im Grunde ein typischer Tarantino-Streifen… mit einer tollen Besetzung, vielen lässigen Dialogen und pfiffig arrangierten Sequenzen, einem starken Soundtrack und einer stimmigen Atmosphäre… zugleich aber auch ein wenig ungewohnt für ihn, da des Öfteren geradezu „locker-leicht-oberflächlich-leer“ anmutend. Die Laufzeit vergeht wie im Flug… ohne Längen und stets unterhaltsam… mit diversen starken Momenten (unter ihnen ein Besuch im Kreise der Manson Family) sowie mit allerlei cineastischen Zitaten und Verweisen bestückt. Und dann der höchst brutale, perplexende finale Akt des Films: Auf der einen Seite ärgerlich, angrenzend anmaßend und pietätlos… auf der anderen aber wiederum prima zum Kontext des Werks passend sowie im Zuge dessen die Doppeldeutigkeit des Titels betonend.

gute :liquid7:

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21111
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von Vince » 22.08.2019, 17:34

Wieso eigentlich Resterampe? Muss das wegen Russell und Madsen nicht in Sonstiges?

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64283
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von freeman » 22.08.2019, 20:06

Umverschoben. Stimmt freilich brutalst.

Im Übrigen hat McClane seine Sicht der Dinge in Vinces Kritik hinterlegt.

Zur Kritik

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
McClane
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 9016
Registriert: 07.10.2007, 15:02

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von McClane » 22.08.2019, 21:03

Genau. Sehe den durchaus ähnlich, finde es vor allem stark wie die Referenzen bei Tarantino (egal ob Richtung Kino der 1960er oder eigenes Werk) nicht einfach Popkultur-Trivial-Pursuit sind, sondern auch Bedeutung haben. Und der gewinnt beim Sackenlassen, ist bei in meiner Gunst in den letzten Tagen noch etwas gestiegen (wertungstechnisch: ein halber Punkt, aber Wertungen sind ja eh nur ne visuelle Hilfe beim Bewerten).

:liquid7:,5
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21111
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von Vince » 22.08.2019, 21:41

Absolut, das ist nochmal so ein richtig schöner Grower, der sich nachts in dein Hirn fräst. Am nächsten Morgen freust du dich dann, dass es am Vorabend kein Fast Food gab, sondern was richtig Gutes.

Benutzeravatar
StS
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 30570
Registriert: 04.10.2005, 21:43
Wohnort: Harsh Realm, Hannover

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von StS » 23.08.2019, 07:53

McClane hat geschrieben:
22.08.2019, 21:03
Und der gewinnt beim Sackenlassen, ist bei in meiner Gunst in den letzten Tagen noch etwas gestiegen (wertungstechnisch: ein halber Punkt, aber Wertungen sind ja eh nur ne visuelle Hilfe beim Bewerten).
Jip, ging mir auch so... daher hatte ich meine Punktzahl ebenfalls minimal noch etwas nach oben gedipst :wink:

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64283
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von freeman » 27.08.2019, 19:56

Mir hat "Once upon a time... in Hollywood" ziemlich gut gefallen. Ein wenig Probleme hatte ich mit den ersten zwei Stunden. Zumindest teilweise. Manche Episode wirkt zu selbstverliebt. Manche versandet teils vollkommen unpointiert. Einige werden auch etwas blöd aufgelöst (Highlight dahingehend Pitts urstcooler Besuch der Movieranch, der die ganze Zeit vor Spannung nur so knarzte und auf einmal kommt die Bruce Dern Szenerie, die mich überhaupt nicht erreicht hat). Die Darsteller halten das ganze Konstrukt aber spielend zusammen und einige Einzelszenen sind einfach mal nur unbedingter Kult. Wenn die Kleine Di Caprio das Method Acting erklärt, ist man nur am Feiern. Auch wie Di Caprio dann die ganze Szene dreht und sich am Ende bejammern lässt - nur genial. Auch die Pitt-Mike-Moh-Szene. Einfach der Burner. Und das Finale. Ja, das Finale... Ein Traum. Aber irgendwie fragte man sich danach schon,
Spoiler
Show
Wie ein Roman Polanski diese Verdrehung der Tatsachen finden muss. Würde mich echt mal interessieren, was er zu diesem "Was wäre wenn Spielchen" gesagt hat. Denn prinzipiell ist das Ganze ja schon beinahe geschmacklos. Da fand ich die Ermordung Hitlers in Basterds definitiv gangbarer.
:liquid7:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 112452
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von SFI » 19.10.2019, 07:08

Ist in China der Zensur zum Opfer gefallen, geplanter Kinostart nächste Woche gecancelt.
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 112452
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von SFI » 07.07.2020, 15:30

Tarantino ist nun endlich in der Welt der Bügelfilme angekommen. Im Vorfeld hatte ich mich kaum mit dem Streifen beschäftigt und auch keine Kritiken gelesen. Ich erwartete die üblichen Dialogkünste, nichtlineare und unabsehbare Handlungsstränge, etwas schwarzen Humor und einige Absurditäten, doch keinen Woody Allen Film ohne dessen intellektuellen Stil, Scharfsinn und Schlagfertigkeit. Ein paar Szenen bleiben in Erinnerung, etwa Pitt vs. Bruce Lee und freilich das Ende, welches ich so nicht kommen sah.

:liquid4:
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
StS
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 30570
Registriert: 04.10.2005, 21:43
Wohnort: Harsh Realm, Hannover

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von StS » 19.08.2025, 18:09

QT über sein filmisches Vermächtnis bislang:

"Once Upon a Time in Hollywood is my favorite, Inglourious Basterds is my best. But I think Kill Bill is the ultimate Quentin movie, like nobody else could’ve made it. Every aspect about it is so particularly ripped, like with tentacles and bloody tissue, from my imagination and my id and my loves and my passion and my obsession. So I think Kill Bill is the movie I was born to make, I think Inglourious Basterds is my masterpiece, but Once Upon a Time in Hollywood is my favorite."

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 112452
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von SFI » 20.08.2025, 06:14

Ok, fand nun keine davon herausragend! :lol:
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
McClane
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 9016
Registriert: 07.10.2007, 15:02

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von McClane » 20.08.2025, 08:52

Quentin hat schon Recht, IB ist definitiv sein Meisterwerk. Und mit KP als "ultimate Quentin movie" könnte ich auch mitgehen.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21111
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von Vince » 20.08.2025, 18:08

Da kann man geteilter Meinung sein, bei IB war er für mich schon leicht über dem Zenit. Sein Meisterstück wird für mich wahrscheinlich immer Jackie Brown bleiben. Finde aber trotzdem seine Selbsteinschätzung in Form der dreiteiligen Kategorisierung angenehm reflektiert.

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64283
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von freeman » 20.08.2025, 22:09

Jackie Brown ist für mich der "Stinker" in seinem Werk, mag ihn aber durchaus. :lol: "Kill Bill" ist für mich sein Masterpiece, ansonsten bin ich aber eher unbedingter Fan der Frühlinge Reservoir Dogs und Pulp Fiction.

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 112452
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von SFI » 21.08.2025, 04:46

Für mich Reservoir Dogs und Django.
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
McClane
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 9016
Registriert: 07.10.2007, 15:02

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von McClane » 21.08.2025, 09:05

"Jackie Brown" sehe ich auch eher am unteren Ende der Quentin-Skala - wenngleich die Messlatte da ziemlich hoch ist. Aber IB würde ich nicht als über den Zenit ansehen, sondern eher als neues Kapitel. Wie Quentin seine Dialoge zum extremen Spannungsaufbau nutzt, weniger für Coolness und Popkulturreferenzen, das hat mir schon extrem imponiert. Natürlich gibt es Spannungsaufbau im Dialog schon in früheren QTs und IB auch Coolness und Popkultur, aber die Verlagerung ist für mich schon sehr eindeutig.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

Benutzeravatar
StS
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 30570
Registriert: 04.10.2005, 21:43
Wohnort: Harsh Realm, Hannover

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von StS » 21.08.2025, 09:33

"Jackie Brown" und "Death Proof" gefallen mir am wenigsten.

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21111
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Once Upon A Time In... Hollywood

Beitrag von Vince » 21.08.2025, 18:40

Das Problem mit Inglourious Basterds ist, dass er schon ziemlich in seine Einzelteile zerfällt, so grandios einzelne Passagen auch inszeniert sein mögen. Das gleiche Problem haben all seine Filme danach auch. Dieses Episodische war natürlich immer schon essenziell bei Tarantino, ihm sind früher aber die Verknüpfungen besser geglückt. Jackie Brown hingegen hat schon in der Mitte seiner Karriere etwas von einem Alterswerk, aus dem eine gewisse Reife spricht. Ich finde es faszinierend, wie er die Essenz von Elmore Leonards Vorlage durchscheinen lässt, so dass diese typische postmoderne Verschmelzung streckenweise weit in den Hintergrund tritt.

Wobei ich glaube, dass eine Sally Menke zB. auch einen massiven Einfluss auf meine Bewertung seiner Filme genommen hat. Seit Tarantino ohne sie arbeiten muss, ist da für mich ein radikaler Schnitt.

Interessant aber, dass hier jeder völlig unterschiedliche Favoriten hat. Mir geht's übrigens auch so, dass ich für jede Kategorie meinen Favoriten habe: Kill Bill Double Feature als der große spaßige Genre-Ritt, Pulp Fiction als mein Einstiegsfilm mit Woah-Effekt, Death Proof als mein Geheimfavorit (völlig unterschätzt in seinem Katalog, das Ding). Auf dem letzten Platz steht bei mir The Hateful Eight, den muss ich aber unbedingt nochmal neu sichten, den habe ich tatsächlich nur einmal bei Erscheinen gesehen.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste