War gestern in der Preview in unserem O-Ton-Kino drin und bin sehr angetan. Man merkt leicht das Erbe von "Inglorious Basterds" in dem Film, möchte ich zumindest behaupten, denn ich weiß nicht ob man den Ami-Zuschauern sonst so viele Passagen auf Deutsch, Französisch, Russisch etc. mit Untertiteln zugemutet hätte (und die Kneipensequenz in Argentinien hat mich auch an den Tarantinofilm erinnert). Besser als "X-Men 3" und "Wolverine", so ziemlich auf Augenhöhe mit den beiden Singer-Filmen, auch wenn Vaughn nicht ganz so viel Budget mit auf den Weg gegeben hat, denn manche CGI-Kreation (z.B. Emma Frost im Diamant-Zustand) sieht doch für einen Blockbuster im Jahre 2011 doch ziemlich mau aus. Glücklicherweise lebt der Film mehr von seinen Charakteren, die wunderbar in der Tradition ambivalenter "X-Men"-Figuren stehen, ist mit zahlreichen Anspielungen und In-Jokes versehen (der Wolverine-Cameo ist ein Brüller), besitzt Herz und Witz, spielt wunderbar mit dem politischen Klima der 60er und steckt voller Verweise auf die Filmkultur jener Zeit, z.B. James Bond oder "Mit Schirm, Charme und Melone". Ich hatte wenig erwartet und bin daher sehr positiv überrascht, nach "Wer ist Hanna?" noch ein erfreulich vielschichtiger US-Genrefilm mit Charme und Seele. Das Publikum sah es genauso, nach dem Film wurde applaudiert. Okay, Klatschen im Kino halte ich für eine reichlich sinnlose Geste, aber es zeigt doch, dass die Leute den Film noch geschätzt haben, im Gegensatz zur sonstigen iPhone-im-Kino-benutzen-Mentalität.

Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]