Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Welche neuen Blockbuster versprechen viel und taugen wenig? Was gibt es Neues im Actionfilmsektor?
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Sir Jay
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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von Sir Jay » 30.06.2026, 09:44

Boll habe ich mittlerweile so echte Probleme. Früher fand ich seine unangepasste direkte Art durchaus erfrischend und witzig und würde einigen seiner Filme durchaus Unterhaltungswert (Postal) oder gar eine gewisse cineastische Klasse (Darfur) zuschreiben, aber wenn man ihn in letzter Zeit so auf Social Media verfolgt, merkt man dass er wohl auch etwas verbittert über seinen Stellenwert in der Filmszene ist und wirklich sehr jämmerliche Rants auf erfolgreiche Kollegen/Filme loslässt, die vielleicht inhaltlich begründet sein mögen, aber in eine Ton vorgetragen werden, der mehr über Boll selbst als die Filme verrät.

Er war ja vor einiger Zeit auch auf letterbox aktiv und ist da relativ schnell wieder rausgeworfen worden -unter anderem durch solche Review Zeilen wie "...you have to be stupid or gay to like this movie..." (review zu wicked 2). Da wurde er recht schnell von Letterbox entfernt und hat das dann auf Social Media auch wieder als großen Zensurskandal ausgeschlachtet.

Und wenn ich mir die Diskussionen zum neuen Film so ansehe ist Boll wohl in seinem Frust und seiner Verbitterung ach immer mehr dem rechten Spektrum zugewandt, weil er weiß dass er da mit seiner Art von Filmen noch am meisten ankommt. In diversen Verrissen zum Film liest man schnell KOmmentare wie "tja die Wahrheit tut wohl weh" oder so, dabei würde mich interessieren wie weit der Film tatsächlich dann in der deutschen rechten Ecke verfängt - wo doch der Film stand jetzt noch gar keine deutsche Lokalisierung hat :lol:

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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von McClane » 30.06.2026, 15:06

Boll ist halt wie ein ADHS-Kind, das stets nach der größtmöglichen Aufmerksamkeit giert, weshalb er sich immer die Hot-Button-Issues raussucht, mögen das nun das dritte Reiche ("Ausschwitz"), Völkermord ("Dafur") oder Amokläufe (seine halbe Filmographie) sein. Aber letzten Endes scheint da eben auch nicht viel mehr als eben die Suche nach Aufmerksamkeit dahinter zu sein, weshalb es so absurd ist, wenn er sich dabei noch als authentisch darstellt, nur weil er auf jede Form von Anstand oder Höflichkeit scheißt.

"Dafur" halte ich von denen seiner Filme, die ich bisher gesehen habe, auch noch für den brauchbarsten (trotz einiger dramaturgischer Probleme), aber Boll bestätigt letzten Endes nur das, was ich damals schon bei Release von "Dafur" dachte: Das eigentliche Thema geht ihm vollkommen am Pöter vorbei, der Film ist vor allem dazu da, dass er damals sagen konnte: "Was macht denn der Clooney mit seinen Fundraisern schon für Dafur, ich hab nen ganzen Film drüber gedreht". Wobei der vermutlich nur von einem ausgewählten (Genre-)Publikum gesehen wurde. Und vom geheuchelten Humanismus jener Tage scheint er ja, wenn ich mir die Kommentare zu "Citizen Vigilante" jetzt im Rechtspopulismus angekommen zu sein, wobei auch hier die Frage ist, ob er das komplett ernst meint oder er sich einfach der nächsten Zielgruppe einfach anbiedert.
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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von Sir Jay » 02.07.2026, 12:28

McClane hat geschrieben:
30.06.2026, 15:06
Und vom geheuchelten Humanismus jener Tage scheint er ja, wenn ich mir die Kommentare zu "Citizen Vigilante" jetzt im Rechtspopulismus angekommen zu sein, wobei auch hier die Frage ist, ob er das komplett ernst meint oder er sich einfach der nächsten Zielgruppe einfach anbiedert.
Ist ne sehr spannende Frage, weil gemessen daran, dass er ja BISHER sich noch nicht so aktiv Migranten einschoss könnte man letzteres vermuten - allerdings wäre er ja auch nicht der erste, der aufgrund von Ablehnung Frust sich immer mehr von rechten Narrativen vereinnehmen lässt. Zumindest merkt man das bei ihm auch, wenn es sich zu geopolitischen Themen, wie z.b. den Ukraine Krieg äußert, wo etwas unüberraschend auch eine gewisse Putinfreundlichkeit durchschimmert...

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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von StS » 03.07.2026, 09:33

So... ich hab doch mal im Zug ein paar Zeilen zu dem Film geschrieben...


Armer Armie. Nach fünf Jahren ohne Filmangebot muss er wahrlich verzweifelt gewesen sein, sich ausgerechnet an diesem „Fishing Trip nach Zuschauern in rechten Gewässern“ Uwe Bolls zu beteiligen: „It was just this moment where I was like: I’m going to get to do the thing that I love more than anything — other than my children”, verriet er dem Hollywood Reporter, „I would have done a fucking cat food commercial. I just wanted to work again.” Hätte er doch lieber noch etwas länger auf den Caiman Islands gejobbt. Vielleicht hätte er ja auch so die Rolle in „Frontier Crucible“ bekommen und darauf schrittweise aufbauen können – wer weiß? Nunja, so gehört er zumindest mit zum Besten, was „Citizen Vigilante“ zu bieten hat – auch wenn er hier eine der schwächsten Performances seiner Karriere abliefert…

Wie ein uninspiriert zu Werke gehender Debütant reiht Boll inhaltlich lose miteinander verbundene Szenen unchronologisch aneinander – via mauem Editing sowie von ihm selbst in unbeseelt arrangierte Bilder gekleidet. Vieles wirkt unbeholfen – wobei ich die Wechsel in der Zeit aber durchaus mochte. Mehr „Dynamik“ als das hat das Ganze aber nicht zu bieten – schon gar nicht in Sachen Action. Ein Massaker an einer Gruppe Polizisten hat er mit „ironisch unpassender“ Musik unterlegt – doch lässt sich der betreffende Verlauf auch so oder so nicht ernst nehmen, da unrealistisch (nicht bloß vom Verhalten der Männer her) und zudem mit einem übertriebenen (so wie präsentiert: eher peinlichen) Gore-Effekt aufwartend: Ittenbach halt. Zum Kopfschütteln – für so einige aber gewiss „krass-cool“…

In einem nicht näher benannten europäischen Land angesiedelt – in dem die Polizisten bspw. „SWAT“- oder „Police“-Aufdrucke tragen – aber in Fahrzeugen mit „Policija“-Beschriftung sitzen – hat Boll diverse dumpfe Dorfkneipen-Stammtisch-Talking-Points in seine Geschichte mit eingeflochten – und das genau auf dem betreffenden Niveau. Wie Armie Kids belehrt, was Schwarzfahren eigentlich für „Folgen für alle“ hat, ist dabei deutlicher unfreiwillig komisch als dass man den darin verborgenen Wahrheitskern vernünftig mitnimmt. Und so ist das durch die Bank weg hier: Hoffnungslos schwankt der „Ton“ zwischen anprangernd, konventioneller Selbstjustiz-Genre-Kost und Exploitation. Ehrlich sagt, hatte ich mir den Film intensiver, ungemütlicher, beklemmender vorgestellt – was er aber irgendwie (trotz der Materie und entsprechender Szenen) nie in einem effektiven Maße ist…

In „Rampage“ hat Boll vieles deutlich besser hinbekommen – während man sich bei „Citizen Vigilante“ eigentlich nur ärgert. Am widerlichsten ist im Prinzip die Widmung am Ende – denn echte Opfer haben solch einen Film wahrlich nicht verdient, der ihr Leid einfach dumpf ausschlachtet. Einzelne reizvolle Ansätze vermasselt Boll zudem mächtig: Die stoisch-schlichte Hauptfigur hätte man leicht interessanter anlegen können – z.B. als einen Mann, der Selbstjustiz begeht und irgendwann die Grenze zu einem Mörder Unschuldiger überschreitet. In einem besseren Film hätte der Moment bedeutsam sein, also „Impact“ besitzen können – hier allerdings nicht: Ein Unbeteiligter wird von der Straße gedrängt und ihm auch noch die Schuld daran gegeben – von der miesen Explosion mal ganz zu schweigen. Und dann noch solche Sachen wie offenbar keine Überwachungskameras in der gesamten City, Armie´s hinterlassene DNA überall beim Begehen von Verbrechen (speziell bei einer Szene mit einem Richter in dessen Wagen) und so weiter…

Kurzum: Ein spannungsfreier, handwerklich mauer, dummer Film.
Oder... wie ich es bei Joblo geschrieben habe:
It's a dumb movie from a guy that is about as subtle as a drunk bloke in a bar with a megaphone.

gute :liquid2:

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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von McClane » 03.07.2026, 10:23

Sir Jay hat geschrieben:
02.07.2026, 12:28
Ist ne sehr spannende Frage, weil gemessen daran, dass er ja BISHER sich noch nicht so aktiv Migranten einschoss könnte man letzteres vermuten -
Hab in dem Zug mitbekommen, dass 2025 mit "Run" wohl schon einen Film über Flüchtlinge in Europa rausgebracht, der aber kaum über einen kleinen Festival-Lauf hinauskam. War allerdings zu faul mich damit zu beschäftigen, wie sich jener Film politisch positioniert, wenn überhaupt...
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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von StS » 08.07.2026, 12:19

Armie distanziert sich vom dem Film:
According to a recent report from Puck, Hammer was utterly blindsided when he first watched the completed movie.

“The first time he saw it, he was in tears,” a source from inside the actor’s camp revealed. “He called me and said, ‘F***. This is hateful, disgusting.’“

“I think he knew it certainly leaned toward the right, but Uwe works in a very frantic way,” the source continued. “It’s not like he sent him a hundred-page script. When he saw the final product, he was like, ‘That was not the movie I thought we made,’ and he freaked the f*** out.“

It’s worth noting this report has not been confirmed, although the author, Kim Masters, has a solid entertainment journalism background, having authored several classic books about Hollywood, including “Hit & Run” (about Sony Pictures in the nineties) and “The Keys to the Kingdom” (about Michael Eisner’s Disney reign).

(Joblo.com)
Dann spielt bestimmt jemand wie Dean Cain (der inzwischen ja "ICE" angehört) die Hauptrolle beim Sequel.

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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von SFI » 08.07.2026, 15:22

Spanned! Als er die jeweiligen Szenen drehte, kamen ihm keine "This is hateful, disgusting" Gedanken? Aha!
Die affektive Struktur der Klimakrise

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von McClane » 08.07.2026, 16:03

Naja, der Schnitt kann ja schon viel ausmachen. Und er hat ja nur seine Szenen gedreht, der Rest vom Film setzt diese ja auch in einen Kontext. Aber bei dem Regisseur hätte er sich vielleicht doch besser genauer informiert oder auf das vollständige Script bestanden.
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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von StS » 08.07.2026, 18:09

Boll ist von Anfang an ohne einem fertigen Skript in Produktion gegangen.
Das hatte er dazu dem HollywoodReporter vor ein paar Wochen erzählt:
The script was around 50 pages when Hammer received it. “I was like, ‘Where’s the rest?’ ” He adopts a thick German accent as Boll: ” ‘No, no, no! Ve just go and shoot and have fun. Ve vant you to be great!’ ” Hammer laughs at the memory. “I was like, ‘Well, OK?’ “

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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von John Woo » 09.07.2026, 14:21

Ein Reddit AMA soll kürzlich wohl etwas aus dem Ruder gelaufen sein: https://www.worldofreel.com/blog/2026/7 ... ly-haywire

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Re: Citizen Vigilante (ehemals the Dark Knight, 2026, von Uwe Boll mit Armie Hammer)

Beitrag von freeman » 15.07.2026, 21:36

"Run" wurde bei uns von Retro Gold 63 auf den Markt gebracht. Laut diverser Kritiken ist es irgendein Mittelding geworden, das Migranten nicht rundweg verteufelt. Hat aber die gewohnten exploitativen Elemente, die als schockierendes Finish verkauft werden...

Beim Vigilante nervt mich das "verboten"-Getue tierisch. So sehr, dass ich gar keinen Bock auf den Film habe.

In diesem Sinne:
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