
Originaltitel: Black Dog
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1999
Regie: Kevin Hooks
Darsteller: Patrick Swayze, Meat Loaf, Randy Travis, Stephen Tobolowsky
Frisch aus dem Gefängnis entlassen, braucht Jack Crews (Patrick Swayze) dringend einen Job, da er die Miete für sich und seine Familie nicht mehr bezahlen kann. Nun scheint er doch noch etwas gefunden zu haben. Er muss für einen gewissen Red (Meat Loaf) einen riskanten Fahrerjob erledigen, ohne zu wissen, was er wirklich transportiert...
An seiner Ladung haben neben einem Gangstersyndikat auch das FBI Interesse, deshalb wird der Highway innert Kürze zu einem grossen Schlachtfeld.
Die Story ist nicht besonders spektakulär – weder auf Papier noch im Film selbst. Immerhin gibt es einige wenige durchaus überraschende Wendungen, aber trotzdem kann man hier gut von einem 08/15 –Vergnügen sprechen.
Kaum zu glauben, dass der Film damals noch an wenigen Orten im Kino lief – denn eigentlich sieht alles nach einem Direct to Video Streifen aus. Dennoch: Regisseur Kevin Hooks, der mit Wesley Snipes den durchaus ansehbaren Streifen „Passagier 57“ und mit Laurence Fishburne den Fluchtfilm „Fled – Flucht nach Plan“ gedreht hat, beweist sich auch hier als durchaus solider Handwerker. Er scheint in der Tat sichtlich bemüht, dass der Film nicht ins Videothekenfach abfällt.
Die Darsteller sind allesamt passabel, niemand ist wirklich gut, aber auch keiner so richtig schlecht. Von Patrick Swayze hätte ich allerdings ein wenig mehr erwartet, seine Performance ist doch etwas eintönig und langweilig. Ein anderer Schauspieler mit mehr Ausstrahlung hätte hier sicher vieles wettgemacht. Aber wie gesagt: So richtig schlecht spielt auch er nicht.
Meat Loaf spielt seine fiese Bösewichtsnummer durchaus routiniert, ohne allerdings länger im Gedächtnis zu bleiben. Für einen Film dieser Art reicht das meiner Meinung nach allerdings aus.
In einer Nebenrolle sehen wir noch Countrysänger Randy Travis, der auch gerade einen recht witzigen Charakter verpasst bekommen hat: Er glaubt, er wäre ein guter Countrysänger und singt Swayze ein kleines Ständchen vor – allerdings ziemlich miserabel. Randy Travis hatte in einem Interview auch zugegeben, dass es ihm Spass gemacht hatte, für einmal möglichst schlecht zu singen.
Im späteren Verlauf vom Film besseren sich seine Gesangskünste allerdings – und einige sehr schöne Stücke sind zu hören – die allerdings leider zu kurz eingespielt werden. Im Abspann gibt es auch noch mal ein sehr schönes Lied in voller Länge. Travis spielte schon in anderen Filmen mit, wie zum Beispiel in „Fire down below“ mit Action-Haudegen Steven Seagal.
Die Inszenierung ist wie gesagt, recht gut gemacht. Für einen guten Kinofilm reichts qualitativ dann aber dennoch nicht, aber für einen VHS-Actioner (damals gabs noch keine DVDs) ist das gezeigte schon ziemlich gut.
So gibt’s einige sehr gut gemachte Verfolgungsjagden mit einem Haufen Blechschaden, in die Tiefe stürzenden Autoschlepper, haufenweise sich überschlagende LKS, explodierende Autos, kurze, aber relativ unblutige Schiessereien, und Kämpfe auf den Fahrzeugen. Dass das ganze ziemlich spektakulär rüberkommt liegt sicher auch daran, dass hier einige Fachmänner in Sachen Stunts dabei waren, die auch schon für grosse Filme wie „James Bond“ verpflichtet waren.
Das alles erinnert etwas an Filme wie „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ und macht durchaus Spass, Langeweile kommt zu keiner Zeit auf.
Etwas weit hergeholt fand ich die Geschichte mit dem „schwarzen Hund“, wegen dem die Hauptfigur mal einen Unfall mit tödlichen Folgen gemacht haben sollte. Diese Substory ergibt überhaupt keinen Sinn und hilft der Geschichte auch in keinster Weise vorwärts. Offenbar mal wieder ein typisches Beispiel, wie man einen Film auf die abendfüllende Spielfilmlänge von 90min aufblasen kann.
Leider hat man dann auch noch den Titel des Films danach benannt, was meinerseits nur noch Kopfschütteln hervorbringt.
Der Rest ist sonst nicht schlecht und recht liebevoll gemacht. Trotzdem wird der Film wohl ziemlich schnell vergessen sein, was sicherlich an der ziemlich eintönigen und handelsüblichen Story liegt, die nun wirklich keinen schwarzen Hund hinter dem Ofen hervorlockt. Seither hat Kevin Hooks auch nie mehr einen „richtigen“ Film gedreht und ist seither nur noch in unbedeutenden Serien tätig. Eigentlich schade, denn ich sehe ihn wie gesagt als durchaus solider Handwerker an, aber man müsste ihm einfach mal ein gutes Drehbuch und etwas Cash zur Verfügung stellen, dann würde das auch mal wieder was werden.
Fazit: Kurzweiliges Actionspektakel, dass man sich durchaus einmal zu Gemüte führen kann. Ein echter Knaller ists aber noch lange nicht und die Story könnte auch spannender sein, dasselbe gilt für die durchschnittlichen und teils beliebig auswechselbaren Schauspieler.




