Beverly Hills Cop II
Während "Beverly Hills Cop" noch vom relativ handschriftsfreien Martin Brest inszeniert wurde, heuerten Simpson/Bruckheimer für Teil 2 dann mit Tony Scott direkt einen großen Actionstilisten an, der ihnen im Vorjahr mit "Top Gun" einen ganz besonders dicken Kassenerfolg beschert hatte. Dementsprechend war auch mehr Kohle für das Sequel da, was man von Anfang an sieht, ebenso wie Tony Scotts Handschrift: Videoclip-Style, erhöhter Schnittrhythmus, Bildformat 2,35:1 statt 1,85, was großflächigere Bildkompositonen erlaubt. Das spiegelt sich auch intradiegetisch, wenn Axel dieses Mal undercover unter Kreditkartenfälschern statt unter Zigarettenschmugglern ermittelt und im dicken Ferrari vorfährt. Da ist er immer noch das Murphy-typische Schlitzohr, das sich einen extravaganten Lebensstil auf Polizeikosten finanziert, was seinem Captain allerdings auffällt. Der kehrt ebenso zurück wie viele andere Figuren, sei es Paul Reiser als Kollege oder das Beverly-Hills-Bullentrio aus Boromir, Taggart und Rosewood. Ersterer wird im Zuge der Alphabet-Verbrechen angeschossen - eine High-Concept-Prämisse, bei der die Schurken ihre Verbrechen nach dem ABC begehen.
Das setzt dann eine erneut solide Krimihandlung in Gange, bei der die Übelwichte (ähnlich wie bei Teil 1) früh feststehen: Das Publikum kennt sie eh früh und auch Axel hat schnell den richtigen Riecher, weshalb das eigentliche Vergnügen darin besteht, dass er ihnen mächtig auf den Keks geht - etwa indem er ihr Schießkino mittels echter Wumme demoliert. In Sachen dreiste Aktionen und Plappermaul ist Axel eh der Alte, der für einige herrliche Lacher sorgt (Abgabe der "Plutonium-Geschosse") und sich dieses Mal eine ganze Villa statt eines Hotelzimmers unter den Nagel reißt. Die Figuren Taggart und Rosewood wurden etwas abgeändert - letzterer entwickelt sich vom "Ihr seid alle verhaftet"-in-der-Schießerei-Rufer zum Waffenfreak, der angesichts der Actionszenen immer weiter aufrüstet. Das ist witzig und sorgt auch für einen netten Meta-Gag, wenn in seiner Wohnung Poster zu "Rambo II" und "Cobra" hängen. Ursprünglich sollte Stallone ja die Hauptrolle in "Beverly Hills Cop" spielen, trieb das Projekt aber weg von der Comedy und arbeitete das Script um, woraus am Ende "Cobra" wurde, nachdem er und die Produzenten merkten, dass sie unterschiedliche Vorstellungen hatten.
Die Action ist etwas größer und stylisher, hat einige nette Shoot-Outs und Autocrashs zu bieten, ist aber immer noch etwas kleiner skaliert und familienfreundlicher als in manch anderem Konkurrenzprodukt. Sagen wir es mal so: Bei Murtaugh und Riggs wären nicht so viele Schurken am Leben geblieben, wie am Ende des Films verhaftet werden. Trotzdem eine runde Sache und (für mich nicht zuletzt wegen des Tony-Scott-Style) noch etwas besser als der Vorgänger, auch wenn der natürlich der größere Klassiker ist.

Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]