
Originaltitel: Dalkomhan Insaeng
Herstellungsland:Südkorea/USA
Erscheinungsjahr:2005
Regie:Kim Ji-woon
Darsteller: Lee Byung-Hun, Shin Min-A, Kim Young-Cheol, Kim Roi-Ha, Hwang Jeong-Min, Eric Moon, Oh Dal-Su, Kim Han, Oh Kwang-Rok, Jeong Yu-Mi u.a.
Sun Woo ist ein Rausschmeisser,Bodyguard,quasi ein Mädchen für alles in der Gangsterwelt.Sein Boss Kang vertraut ihm und gibt ihm einen sehr heiklen sowie intimen Auftrag.Sun Woo soll die Geliebte von Kang beschatten,da dieser für ein paar Tage verreisen will.Falls Sun Woo in dieser Zeit herausfindet,dass die Geliebte des Chefs,den Chef betrügt hat er den Auftrag die Geliebte und ihren Stecher alle zu machen.Es kommt wie es kommt und tatsächlich hat die Perle einen andern Typen und Sun Woo findet das natürlich raus.Aber anstatt sie umzulegen und weiterhin dem Boss treu zu sein,lässt er das Mädchen nebst Stecher am Leben und verlangt,dass die beiden sich nie wieder sehen.Irgendwie kommt der Boss dahinter,dass Sun Woo ihn hintergangen hat und er wird erst einmal richtig fertig gemacht,das geht über Schläge,Folter,lebendiges Begraben usw.Aber all übersteht er irgendwie und ihm gelingt die Flucht.Was nun folgt ist die Standard Revenge Story.Er rächt sich an alles und jedem.Klingt nicht sonderlich interessant und irgendwie schon 1000mal gesehen.Stimmt aber durch die Over the Top Inszenierung und die wirklich genialen Darsteller sticht „A Bittersweet Life“ aus der Masse von Revenge Filmen hervor.

Die erste Hälfte des Films kommt etwas ruhiger daher,da sich der Film die Zeit nimmt die einzelnen Charaktere zu beleuchten und sie in das Konstrukt der Story einzugliedern.Recht schnell wird klar,dass es kaum Gute gibt,sondern selbst der tragische Held kein strahlender Ritter ist,sondern ein eiskalter Gangster,der jedoch zumindest ein paar Moralvorstellungen besitzt,nicht so wie der Rest der Protagonisten,die alle herrlich böse und gemein daherkommen.Ich muss gestehen in der ersten halben Stunde langweilte ich mich ein bisschen,da der Film bis auf ein paar Martial Arts Einlagen wenig zu bieten hatte,da die Story ja nicht wirklich innovativ ist.Allerdings beginnt mit der versuchten Tötung Sun Woo's ein stylisches Abenteuer unseres Antihelden,welches mit einer wüsten Schlägerei,die nicht von ungefähr an „Bullet in the Head“ erinnert beginnt und mit einem bluttriefenden Showdown endet.Zwischendurch gibt es immermal ein paar lustige Szenen,z.B.wenn Sun Woo Waffen kaufen will und mit den Russen aneinander gerät.Jedoch bleibt der Grundtenor immer recht ernst und teilweise bleibt einem das Lachen im Halse stecken,da aus einer komischen Situation plötzlicher tödlicher Ernst wird.Sein furioses Finale findet der Film in einem Shoot Out,der nicht von schlechten Eltern ist,allerdings gibt es vorher auch schon einiges an krassen Szenen zu sehen.Etwa wenn einem der halbe Schädel weggeschossen wird oder einem die Hand mittels einer schweren Eisenzange zermalmt wird.Also garantiert kein Film für Warmduscher oder Pantoffelhelden,denn die KJ ist absolut berechtigt.Ein wirklich gelungenes Drama,welches gekonnt Action und Drama Elemente vereint und so Actionfans wie auch Fans ruhiger Momente begeistern wird.

Die Schauspieler sind alle überzeugend vorne weg der Hauptdarsteller Lee Byung-Hun,der gekonnt den Spagat zwischen eiskaltem Gangster und gepeinigtem Opfer schafft.Er lässt den Film nicht durch dämliches Overacting ins komödiantische abrutschen,sondern spielt immer der Situation angemessen.Die andenren Darsteller können auch vollends überzeugen,jedoch wird der Gangsterboss Kang erst zum Ende hin richtig kalt und böse,was am Anfang etwas fehlt.
Der Soundtrack ist wirklich gelungen,da jede Szene absolut stimmig wirkt und vorallem in der zweiten Hälfte und beim Showdown,die Wahl des Themas absolut cool und treffend ist.
Zu den guten Schauspielern,dem coolen Soundtrack gesellt sich noch eine wahrlich geniale Optik,auf der einen Seite ist ganze Film geprägt von einer Hochglanz Optik,die jedoch in diesem Film absolut zur düsteren Stimmung beiträgt.Vorallem beim Showdown häufen sich wilde Kamerafahrten und coole Einstellungen,die einfach auf der ganzen Linie überzeugen.Auch wenn man manchmal das Gefühl hat,dass hier mehr Wert auf Style als auf Substanz wert gelegt wurde.

Der Film steht angeblich im Schatten von Oldboy,was ich jedoch absolut nicht nachvollziehen kann,da sich meiner Meinung nach kaum Parallelen ziehen lassen zwischen den beiden Filmen.Klar beide handeln vom Motiv Rache,damit hat es sich aber auch schon.A Bittersweet Life ist ein Film,der einem weder einen Schlag in die Magengrube versetzt noch einen bitteren Beigeschmack hat.Das Ende des Films kommt nicht überraschend daher und auch sonst ist alles sehr straight und zielgenau inszeniert.Klar gibt es die einen oder anderen Momente,die einen schlucken lassen,aber im Grunde geht es um einen gepeinigten Mann,der tragischen schlimmen Erlebnisse und die damit verbundenen Erinnerungen nicht auslöschen kann,jedoch kann er seine Peiniger auslöschen und damit den Schmerz lindern.Der Film ist auf jeden Fall ein Highlight und sollte von jedem Mal angesehen werden,damit jeder sich sein Urteil selbst bilden kann,da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind.Für mich auf jeden Fall mal wieder der Beweis,dass Korea Hollywood überholt hat,was stilvolle und gut inszenierte Filme angeht.
Aufgrund kleinerer Längen bleibt dem Film eine höhere Wertung aus meiner Sicht verwehrt.
Vielleicht noch kurz etwas zur Synchro.Mir hat die deutsche Synchro sehr gut gefallen,die Stimmen passen sehr gut und wirken nicht irgendwie billig.In Deutschland gibt es bisher nur die Verleih DVD,die allerdings cut ist,der ungeschnitten Directors Cut wird jedoch im Steelbook kommen.Ansonsten kann ich auch die UK DVD uneingeschränkt empfehlen,die genau wie die deutsche über ein super Bild und einen sehr guten Ton verfügt.Diese enthält schon den ungeschnittenen Directors Cut.




