
Originaltitel: End of Days
Produktionsjahr: 1999
Herstellungsland: USA
Regie: Peter Hyams
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Gabriel Byrne, Kevin Pollak, Robin Tunney, Rod Steiger u.a.
28. Dezember 1999 - noch drei Tage bis zur Jahrtausendwende. Die allerletzten Tage vor dem Ende der Welt? Vor zwanzig Jahren wurde die attraktive Christine aus nur einem Grund geboren: Um dem Satan als Braut den Antichristen zu gebären. Durch Zufall rettet der heruntergekommene Ex-Cop Jericho Cane (Arnold Schwarzenegger) Christine das Leben. Plötzlich befindet sich Cane in einem Kampf um Leben und Tod, denn es sind nur noch drei Tage bis zum Vollzug des Aktes. Und Satan -getarnt als normaler Mensch- (Gabriel Byrne) ist ihnen bereits auf die Schliche gekommen.
Prügelheld Schwarzenegger in einem Mysterythriller? Ein Mysterythriller mit Actionelementen? Einige Kritiken stellen dies in Frage, und obwohl der Film im Kino ein Hit war, wurde der Film allgemein von vielen Kritikern und Arnie-Fans verissen. Doch ist der Film wirklich so schlecht? In meinem Review werde ich versuchen, diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
Arnold Schwarzenegger spielt den heruntergekommenen Ex-Cop Jericho, der sich mit Security-Jobs über Wasser hält. Mit dem Tod seiner Familie wurde ihm alles weggenommen, das Leben wurde ihm zur Last. Gleich in der ersten Szene versucht Schwarzenegger dies deutlich darzulegen. Er hält sich frühmorgens in Gedanken versunken die Waffe an den Kopf, ist schlecht gelaunt und wirft irgendwelche alte Esswaren lieblos in einen Mixer. Das einzige, an was er seit dem Tod seiner Liebsten noch glaubt, ist das Recht, Waffen zu tragen oder auch davon Gebrauch zu machen.
Schwarzenegger spielt diese Rolle durchaus überzeugend. In einigen Kritiken steht, dass man ihm diese Rolle nicht abkauft und er im nächsten Film sowieso wieder zum alten Actionhelden zurückkehrt, doch ich kann diese Argumente in keinster Weise nachvollziehen. Wieso darf ein Actionheld nicht auch mal tiefgehendere Rollen spielen? Im übrigen meistert Arnie seine Rolle mit Bravour und erscheint mir, gerade in Verbindung mit den Actionszenen als eine gute Wahl. Desweiteren wäre der Film ohne seinen Hauptdarsteller nicht annähernd so erfolgreich gewesen, wie er wurde. Insofern haben die Produzenten definitiv die richtige Wahl getroffen.
Auch wenn Arnie natürlich keine Oscar-würdige Leistung hinlegt, er meistert seine Rolle auch in den ruhigen und dramatischen Sequenzen durchaus solide, sodass ich hier keinen Ansatz zur Kritik finden kann.
Der eigentliche Star des Films, zumindest für mich, ist aber eigentlich Gabriel Byrne, der die Rolle des Satans (als Mensch "verkleidet") unbeschreiblich gut ausüllt. Selbst in den Szenen, in denen er ungehobelten Passanten mit einem steifen und kalten Blick in die Augen schaut, garantieren Gänsehaut pur. Highlight ist wohl ein längerer Dialog mit Arnie in dessen Wohnung. Erst mit kühl-trockener, fast schon liebevoller Zurückhaltung, dann mit kritisch-bösem wie fiesen Unterton versucht er aus Arnie herauszuquetschen, wo er Christine versteckt hat. Genauer kann ich es gar nicht beschreiben, man muss es halt selber gesehen haben. Mir hats jedenfalls richtig gut gefallen und aufgrund der gelungenen schauspielerischen Leistungen wirkt der Film gleich doppelt so spannend, als er eigentlich schon ist.
Die Nebenrollen sind des weiteren auch alle zufriedenstellend bis durchschnittlich besetzt, wobei vor allem der mittlerweile leider verstorbene Rod Steiger eine solide Leistung als Priester abgibt.


Der Verlauf der Geschichte, beziehungsweise allgemein die Story mag vielleicht einige Klischee-behaftete Momente beinhalten, oder leicht aus anderen Filmen zusammengewürfelt sein, doch die flotte Inszenierung, die ambitionierte Regie und das solide Drehbuch -welches geschickt Elemente aus Action, Thriller, Mystery und Fantasy zusammenmixt- halten den Zuschauer bei der Stange.
Der Showdown mag vielleicht allzu sehr in den Fantasy-Bereich abgerutscht sein, ist aber optisch und inszenatorisch schlichtweg bombastisch umgesetzt worden. Einige wenige etwas mässige Spezialeffekte, denen man die Herkunft aus dem Computer ansieht, können den positiven Eindruck in keinster Weise trüben.
In einem Film mit Schwarzenegger erwartet der kritische Zuschauer natürlich auch massig Action-Elemente. Und ich muss zugeben, ich war doch positiv überrascht. Einerseits war in vielen Kritiken zu lesen, dass die Action recht altbacken inszeniert sei, andererseits hatte ich persönlich bei dieser Story auch eher Zurückhaltung in Sachen Knallbumm erwartet.
Aber ich wurde eines besseren belehrt: Während der Film in der ersten Hälfte noch relativ zurückhaltend ist, geht danach allerdings die Post ab. Einige gut geschnittene und gefilmte Schiessereien, sowie ein paar recht hart inszenierte Kämpfe stehen auf der Actionspeisekarte wie auch einige herrliche Explosionen. Wenn der Teufel auftaucht und sich seinen Weg bahnt, müssen gleich mehrere unschuldige Autos Feuer fangen, um dann in gigantischen, herrlich druckvollen Feuerbällen zu erleuchten.
Vor dem Showdown muss unter anderem auch noch eine U-Bahn daran glauben, die in einem spannenden "Speed" -ähnlichen Duell zu Schrott gefahren wird. Das hier in Wirklichkeit teilweise mit Miniatur-Modellen gearbeitet wurde, merkt man nicht.
Der Soundtrack passt sich den ganzen Film über sinnvoll an die jeweiligen Szenen an, bleibt einem aber nicht nachhaltig im Gedächtnis.


Im Grunde kann ich gar keine Kritik ansetzen, Regisseur Peter Hyams hat den Film ohne gröbere Schnitzer inszeniert. Danach ging es mit seinen Filmen offenbar nur noch bergab. Auch der zuletzt erschienene "A Sound of Thunder" soll eine unfertig wirkende Katastrophe geworden sein, in dem Stars wie Ben Kingsley gnadenlos verheizt werden. Einzig sein Film "The Musketeer" bietet laut Kritiken immerhin kurzweilige Unterhaltung. Als gelungen gelten weiterhin seine früheren Filme mit Jean-Claude Van Damme sowie der Horror-Schocker "Das Relikt".
Dass Hyams auch gleichzeitig die Kameraarbeit übernommen hat, tut "End of Days" sicherlich gut. Die Aufnahmen sind wirklich gut gelungen, mit einigen schönen Kamerafahrten, zum Beispiel über das nächtliche New York. Die Optik des Films wird mit längerer Laufzeit düsterer, doch macht das gar nichts. Ausserdem habe ich im gesamten Streifen keine einzige Länge ausmachen können, sodass dem Zuschauer wirklich nie langweilig wird.
Fazit: Äusserst gelungener Genremix, der dank hohem Tempo, ausgezeichneten Darstellern (allen voran Gabriel Byrne), guten Dialogen, passendem Soundtrack und bombastischer Action zwei Stunden perfekte Unterhaltung bietet.

Die deutsche DVD von Touchstone ist uncut und kommt mit guter Bild- und Tonqualität daher.