Black Tiger
Verfasst: 06.12.2008, 00:48
Black Tiger - Good Guys Wear Black
Originaltitel: Good Guys Wear Black
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1979
Regie: Ted Post
Darsteller: Chuck Norris, Anne Archer, James Franciscus, Lloyd Haynes, Dana Andrews, Jim Backus, Lawrence P. Casey
Trefflich lässt sich als Indiz für die Qualität eines Chuck-Norris-Films gewöhnlich die Konstitution seines Bartes auswerten – während Braddocksche Gesichts-Vollbehaarung zumeist für spaßigen Krawall bürgt, charakterisiert die 70s-Rotzbremse eher unterdurchschnittliche Trashkrimis. Zu diesen gehört auch das 79er-Werk „Black Tiger“ aka „Good Guys Wear Black“, dessen Regisseur Ted Post immerhin Klassiker wie „Hängt ihn höher“ und das erste „Dirty Harry“-Sequel „Callahan“ vorweisen konnte, hier aber genauso wenig herausragende Arbeit leistet wie der Rest der an der Produktion Beteiligten: Als actionarmes Thrillerchen ist der auch unter dem Alternativtitel „Black Fighter“ firmierende Streifen nur eisernen Norris-Fans wirklich ans Herz zu legen.
The roof...the roof...the roof is on fire
Der Auftakt greift dabei noch vielversprechend zum Kult avancierten Norrisschen Rollenschemata der 80er-Jahre vorweg: Als Special-Forces-Leader John T. Booker soll er zusammen mit seinen Jungs in Gefangenschaft befindliche Kameraden gegen Ende des Krieges aus Vietnam raushauen und darf somit fleißige Braddock-Vorarbeit leisten, ist der Auftakt in der grünen Hölle jedoch abgehakt, wandelt sich „Black Tiger“ zum herkömmlichen, in den USA angesiedelten Verschwörungskrimi: Einst wurde Bookers Mission nämlich verraten, weder die gesuchten Gefangenen noch die rettenden Helikopter befanden sich am Einsatzort und die Einheit musste sich zu Fuß den Rückweg erkämpfen. Wie sie das schafft, thematisiert der Film lieber nicht, sondern springt kurzerhand 6 Jahre weiter, um die Schatten der Vergangenheit unseren Protagonisten einholen zu lassen: Nach und nach fallen die ehemaligen Special-Force-Mitglieder, die an der fingierten Operation beteiligt waren, hinterhältigen Attentaten zum Opfer – mithilfe einer undurchsichtigen Journalistin geht Booker, der selbst mit auf der Abschussliste steht, der Sache auf den Grund und stößt bei seinen Nachforschungen bis in höchste Regierungskreise vor…
Wenn dir mal wieder die Luft wegbleibt - Airwaves!
Es lebe der Sport!
Originalität des Drehbuchs kann man „Black Tiger“ somit nicht gerade als Qualität anrechnen – aus Actionfilm-Standardaufhängern zusammengeklaubt, kaum spannend, kaum wendungsreich und aufgrund des alsblad vorherrschenden Actionmangels gerade auch als Aufhänger sein Ziel verfehlend präsentiert sich der 08/15-Plot als halbwegs solide unterhaltende, aber mäßig aufregende Angelegenheit, die sich von einem Attentat zum nächsten hangelt und Norris in der Hauptsache misstrauisch in die Gegend gucken und nachforschend durch die Staaten reisen lässt.
Abgesehen von zwei, drei, äußerst kurzen, teils aber immerhin recht cool aufgezogenen Kickereinlagen und dem halbherzigen Ansatz einer Schneemobil-Hatz lässt sich dabei unter völligem Fehlen eines Showdowns lediglich der Vietnam-Auftakt als nennenswertes Actionhighlight anführen: Hier brennt zwar vergleichsweise ausführlich der Busch, fackeln die Pyrotechniker effektvoll ein Bambushüttenlager ab und finden sich ansatzweise überzeugende Shootout-Choreografien, neben der Drive vermissen lassenden, etwas statischen Inszenierung dämpfen jedoch in der Hauptsache die rekordverdächtig unatmosphärisch eingefangene Location, die mehr wie das nächstbeste Waldstück denn der vietnamesische Dschungel wirkt, sowie die Tatsache, dass der Produktion zeitweilig die Beleuchter davongelaufen zu sein scheinen, den Spaß. In Sachen Atmosphäre vernachlässigt Post seinen bieder inszenierten Film ohnehin recht konsequent, allenfalls ein aus heutiger Sicht präsenter Retro-Charme kann dem Streifen attestiert werden. Selbst in dieser Hinsicht sind andere, trashiger angelegte Norris-Vehikel der Spät-70er/Früh-80er-Prä-Cannon-Ära jedoch weitaus überzeugender.
Dass es vom Karate-Stoneface keine schauspielerischen Glanzleistungen zu erwarten gilt, ist ohnehin kein Geheimnis, der unästhetische 70er-Jahre-Schnurrbart-Look beraubt Norris darüber hinaus aber leider zusätzlich jeglichen Anflugs von Coolness und evoziert eher unfreiwillig komische Effekte, während dem Co-Cast allenfalls solide Leistungen attestiert werden können. Auch der schwache Score reißt in „Operation Black Tiger“ leider keine Bäume aus.
So sehen Helden aus.
Luftraum gefährdet.
Fazit: In guter Gesellschaft des allgemein reichlich durchschnittlichen Norrisschen Schaffens der späten 70er erweist sich „Good Guys Wear Black“ aka „Black Tiger“ als vergleichsweise actionarmer und ausgetretenen Standard-Plotpfaden folgender 08/15-Krimi mit einigen netten Momenten und halbwegs solidem Unterhaltungswert, der sich aber nicht eben als Highlight der Filmografie des Karateweltmeisters präsentiert.
Eine ungekürzte deutsche DVD ist zu haben.
Chuck schauspielert.
Originaltitel: Good Guys Wear Black
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1979
Regie: Ted Post
Darsteller: Chuck Norris, Anne Archer, James Franciscus, Lloyd Haynes, Dana Andrews, Jim Backus, Lawrence P. Casey
Trefflich lässt sich als Indiz für die Qualität eines Chuck-Norris-Films gewöhnlich die Konstitution seines Bartes auswerten – während Braddocksche Gesichts-Vollbehaarung zumeist für spaßigen Krawall bürgt, charakterisiert die 70s-Rotzbremse eher unterdurchschnittliche Trashkrimis. Zu diesen gehört auch das 79er-Werk „Black Tiger“ aka „Good Guys Wear Black“, dessen Regisseur Ted Post immerhin Klassiker wie „Hängt ihn höher“ und das erste „Dirty Harry“-Sequel „Callahan“ vorweisen konnte, hier aber genauso wenig herausragende Arbeit leistet wie der Rest der an der Produktion Beteiligten: Als actionarmes Thrillerchen ist der auch unter dem Alternativtitel „Black Fighter“ firmierende Streifen nur eisernen Norris-Fans wirklich ans Herz zu legen.
The roof...the roof...the roof is on fire
Der Auftakt greift dabei noch vielversprechend zum Kult avancierten Norrisschen Rollenschemata der 80er-Jahre vorweg: Als Special-Forces-Leader John T. Booker soll er zusammen mit seinen Jungs in Gefangenschaft befindliche Kameraden gegen Ende des Krieges aus Vietnam raushauen und darf somit fleißige Braddock-Vorarbeit leisten, ist der Auftakt in der grünen Hölle jedoch abgehakt, wandelt sich „Black Tiger“ zum herkömmlichen, in den USA angesiedelten Verschwörungskrimi: Einst wurde Bookers Mission nämlich verraten, weder die gesuchten Gefangenen noch die rettenden Helikopter befanden sich am Einsatzort und die Einheit musste sich zu Fuß den Rückweg erkämpfen. Wie sie das schafft, thematisiert der Film lieber nicht, sondern springt kurzerhand 6 Jahre weiter, um die Schatten der Vergangenheit unseren Protagonisten einholen zu lassen: Nach und nach fallen die ehemaligen Special-Force-Mitglieder, die an der fingierten Operation beteiligt waren, hinterhältigen Attentaten zum Opfer – mithilfe einer undurchsichtigen Journalistin geht Booker, der selbst mit auf der Abschussliste steht, der Sache auf den Grund und stößt bei seinen Nachforschungen bis in höchste Regierungskreise vor…
Wenn dir mal wieder die Luft wegbleibt - Airwaves!
Es lebe der Sport!
Originalität des Drehbuchs kann man „Black Tiger“ somit nicht gerade als Qualität anrechnen – aus Actionfilm-Standardaufhängern zusammengeklaubt, kaum spannend, kaum wendungsreich und aufgrund des alsblad vorherrschenden Actionmangels gerade auch als Aufhänger sein Ziel verfehlend präsentiert sich der 08/15-Plot als halbwegs solide unterhaltende, aber mäßig aufregende Angelegenheit, die sich von einem Attentat zum nächsten hangelt und Norris in der Hauptsache misstrauisch in die Gegend gucken und nachforschend durch die Staaten reisen lässt.
Abgesehen von zwei, drei, äußerst kurzen, teils aber immerhin recht cool aufgezogenen Kickereinlagen und dem halbherzigen Ansatz einer Schneemobil-Hatz lässt sich dabei unter völligem Fehlen eines Showdowns lediglich der Vietnam-Auftakt als nennenswertes Actionhighlight anführen: Hier brennt zwar vergleichsweise ausführlich der Busch, fackeln die Pyrotechniker effektvoll ein Bambushüttenlager ab und finden sich ansatzweise überzeugende Shootout-Choreografien, neben der Drive vermissen lassenden, etwas statischen Inszenierung dämpfen jedoch in der Hauptsache die rekordverdächtig unatmosphärisch eingefangene Location, die mehr wie das nächstbeste Waldstück denn der vietnamesische Dschungel wirkt, sowie die Tatsache, dass der Produktion zeitweilig die Beleuchter davongelaufen zu sein scheinen, den Spaß. In Sachen Atmosphäre vernachlässigt Post seinen bieder inszenierten Film ohnehin recht konsequent, allenfalls ein aus heutiger Sicht präsenter Retro-Charme kann dem Streifen attestiert werden. Selbst in dieser Hinsicht sind andere, trashiger angelegte Norris-Vehikel der Spät-70er/Früh-80er-Prä-Cannon-Ära jedoch weitaus überzeugender.
Dass es vom Karate-Stoneface keine schauspielerischen Glanzleistungen zu erwarten gilt, ist ohnehin kein Geheimnis, der unästhetische 70er-Jahre-Schnurrbart-Look beraubt Norris darüber hinaus aber leider zusätzlich jeglichen Anflugs von Coolness und evoziert eher unfreiwillig komische Effekte, während dem Co-Cast allenfalls solide Leistungen attestiert werden können. Auch der schwache Score reißt in „Operation Black Tiger“ leider keine Bäume aus.
So sehen Helden aus.
Luftraum gefährdet.
Fazit: In guter Gesellschaft des allgemein reichlich durchschnittlichen Norrisschen Schaffens der späten 70er erweist sich „Good Guys Wear Black“ aka „Black Tiger“ als vergleichsweise actionarmer und ausgetretenen Standard-Plotpfaden folgender 08/15-Krimi mit einigen netten Momenten und halbwegs solidem Unterhaltungswert, der sich aber nicht eben als Highlight der Filmografie des Karateweltmeisters präsentiert.
Eine ungekürzte deutsche DVD ist zu haben.
Chuck schauspielert.