
Originaltitel: Dark Force
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1996
Regie: Richard Pepin
Darsteller: Jack Scalia, Dennis Christopher, Carlos Lauchu, Lucinda Weist, Clarence Williams III u. A.
Die Actionschmiede „PM“ rund um Richard und Joseph Merhi kann wohl als die B-Actionschmiede Nr. 1 der 90er Jahre bezeichnet werden. Was in den 80ern „Cannon“ war im Jahrzehnt darauf eindeutig „PM“. Recht viel länger als „Cannon“ sollte es „PM“ auch nicht geben, doch war das Studio Mitte der 90er auf seinem Höhepunkt. In dieser Zeit entstand auch „Dark Force“, 1996 ...
In Mexico ist ein UFO abgestürzt, was die US-Regierung jedoch leugnet, doch die grünen äh schwarzen Männchen sind auf der Erde, einmal mehr haben sie das Ziel die Erde zu erobern. Der Plan, der schon auf anderen Planeten Wirkung gezeigt hat soll auch auf der Erde angewandt werden: Sich mit der Regierung verbünden eine interdimensionäre Schleuse mit Hilfe des Militärs basteln und schon kann es los gehen. Diesem Vorhaben steht nur noch Agent Rafferty und der friedliebende Außerirdische Comdor im Weg ...
Das klingt doch schon mal typisch „PM“, die natürlich auch den Mystery – und Alien-Trend der 90er mitgingen, die Story ist wie in so vielen Actionern des Studios aus anderen Filmen zusammengeklaut, dass es eine wahre Freude ist, großartig kreativ war man bei „PM“ ja nie, musste man aber wenn man ehrlich ist auch nicht sein. Regie bei diesem Streifen führt das „P“, Richard Pepin himself, während Joseph Merhi bei „PM“ immer eher für realistische Actionfilme stand war Pepin der Mann für Mystery- und Alien-Trash, so eben auch hier. Der Mann macht seine Sache ziemlich gut, insbesondere was Actionszenen angeht ist er außerordentlich talentiert, diesen sieht man den B-Ursprung meist gar nicht an, dieses Talent bewies er ja auch schon z. B. in Cyber Tracker“.
Doch abseits der Actionszenen ist der Film nichts als Trash in Reinkultur, da wäre alleine die Anfangszene, über einer Farm schwebt ein UFO, entführt eine Kuh und bringt mittels Lichtstrahl den Farmer um. Kurz darauf wird die Farmerin, die gerade ihren toten Mann findet von Männern in schwarzen Anzügen bedroht, dass sie auf alle Fälle die Klappe hält, wenn sie nicht auch wie die Kuh entführt werden will oder wie der Mann tot sein will. Genial, alleine wegen dieser Szene muss man den Film mal sehen! Eben diese bösen schwarzen Aliens erkennt man aber nur, wenn sie ihre Brille abnehmen, da sie schwarze, funkelnde Augen haben, sehr beeindruckend! Da soll noch mal einer sagen Aliens wären grün!
Nüchtern betrachtet ist der Plot keinen Cent wert, vorhersehbar, keine Innovationen, vollgestopft mit vorhersehbaren Wendungen und einigen schicken Logiklöchern.



Jack Scalia verkörpert den Held in dem Streifen (muss ja auch einer machen). Ihm zur Seite steht der überhaupt nicht böse Alien Comdor, der übrigens mit 70 erst in die Pubertät kam. So kann man den Film streckenweise sogar als Buddy-Movie bezeichnen, da sich Jack und Comdor andauernd kabbeln und sich teilweise ganz witzige Wortgefechte liefern. Unser Held hat natürlich eine Ex-Frau sowie ein nerviges Gör, das war wohl in den 90ern so eine Art Faustregel, es ging sogar die Weisheit um, dass so was einem Charakter Tiefe verleihen soll! Zum Glück bekommt insbesondere das Blag nicht allzu viel Screentime.
Jack Scalia bleibt leider erstaunlich farblos und kann dem Film nicht wirklich einen Stempel aufdrücken, er bleibt ein 08/15-Actionheld. Der Rest der Darsteller ist dann sowieso vergessenswert, wobei man den Obermotz der bösen Alien-Fraktion aufgrund seiner unfreiwilligen Komik kaum vergessen wird.
Doch all das bisher kritisierte ist bei einem solchen Film eigentlich unwesentlich, denn es kommt nur auf einen Aspekt wirklich an: Die Action. Und die hat es hier wirklich in sich, es gibt PM-typisch wahre Orgien an Autostunts. Besonders die Jagd auf dem Highway gefällt, da mag man manchmal gar nicht glauben, dass es sich hierbei wirklich um ein B-Movie handelt, Autos werden zu Dutzenden in hochwertigen Stunts verschrottet, bis das Ganze schließlich mit einem Zusammenstoß eines Autos und eines Hubschraubers endet, der Hubschrauber explodiert formschön, und das Auto wirbelt meterhoch durch die Luft, große Klasse! Gehört ganz klar zu den besten Autoverfolgungsjagden, die „PM“ je gedreht hat und das waren weiß Gott nicht wenige. Auch die Pyrotechniker hatten nicht wenig zu tun, gibt es hier doch auch abseits der Autojagden dicke Explosionen, die einfach nur rocken. Geballert wird auch ganz ansprechend, jedoch nicht allzu viel. Zu kritisieren bliebe da eigentlich nur, dass man sich eine Szene aus dem einige Jahre zuvor entstandenen „PM“-Film „Cyber Tracker“ klaut, das ist doch sehr unschön und Szenen-Klau passt so gar nicht zu den hochwertigen Actionszenen, die wirklich für den Film gedreht wurden, dann doch lieber eine Autojagd weglassen und sich so etwas besser sparen.



Insgesamt also durchaus für B-Movie-Fans interessantes „PM“-Vehikel. Die Story ist zwar extrem dumm und lächerlich, die Effekte sind schlecht, der Trash-Faktor ist hoch und die Darsteller bleiben farblos, dafür gibt es aber ordentlich auf die Fresse, insbesondere Autostunts sind zu bewundern, aber auch dicke Explosionen und die ein oder andere Ballerei. Der B-Movie-Fan kann hiermit definitiv nichts falsch machen. Mit etwas guten Willen verteile ich
knappe

Bliebe nur noch eine Frage: Was ist mit der Kuh geschehen?
Sogar eine Deutsche DVD gibt es von dem Film, so was trifft man bei „PM“-Filmen leider recht selten an. Die DVD kommt aus dem Hause „Movie Power“ mit einer FSK: 16 uncut. Als Extras gibt es die berüchtigte „PM“-Trailershow.