The Fortress

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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The Fortress

Beitrag von freeman » 27.06.2019, 20:26

The Fortress

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Originaltitel: Namhansanseong
Herstellungsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: Hwang Dong-hyuk
Darsteller: Lee Byung-hun, Kim Yoon-seok, Park Hae-il, Go Soo, Park Hee-soon, Jo Woo-jin, Soo Song-hyun, Hee byeong-yoon u.a.

Als die Chinesen anrücken und der koreanische König merkt, dass er ihnen nichts entgegenwerfen kann, flüchtet er auf eine abgelegene, marode Burg. Hier trotzt er über Wochen hinweg während eines verheerend strengen Winters der chinesischen Belagerung…
:liquid6:

Zur Kritik von "The Fortress"

In diesem Sinne:
freeman

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McClane
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Re: The Fortress

Beitrag von McClane » 25.07.2019, 08:17

"The Fortress" könnte über weite Strecken auch "Lagebesprechung - Der Film" heißen, denn der koreanische Historien-Blockbuster bemüht sich um eine möglichst umfassende Darstellung der Belagerung und ihrer Konsequenzen, was allerdings auch bedeutet, dass jede Entscheidung der Verteidiger nicht nur be-, sondern oft zerredet wird. Im Grunde ist das Konzept ja interessant, denn die Vertreter der Konzepte von Kapitulation und Widerstand, der Innenminister und der Minister der Riten (später Kriegsminister) werden ja beide als umsichtig, bedacht und am Leben des einfachen Volkes interessiert eingeführt. Dummerweise sind beide dann auch über den Klee als edel gezeichnet und bieten dem König alle naslang ihren Kopf für eventuelle Verfehlungen an, während sich der Rest vom Kabinett als das genaue Gegenteil erweist: Der König ist ein unentschlossener Spielball seiner Berater, die meisten Minister rückgratlose Ja-Sager und der anfangs federführende Minister ein tölpelhafter Zauselbart, der garantiert immer die falsche Enstcheidung trifft. Bis auf ein Bruderpaar von Schmieden werden die einfachen Soldaten mehr oder minder ausgeklammert (es sei denn, man zählt den Festungskommandanten und seinen Adjutanten noch dazu) und diese treten auch nur sporadisch auf. Vor allem bleiben die Figuren eben auch nur Funktionen ("der Minister", "der Soldat" usw.) und werden nie zu abgerundeten Charakteren. Dementsprechend hilflos wirkt auch ein Subplot, in dem man dem Minister der Riten die kleine Tochter des Fährmannes als Schützling unterschiebt, nachdem er (ohne ihr Wissen) ihren Großvater gemeuchelt hat, damit dieser den Feinden nicht den sicheren Weg zur Festung weisen kann - ein Ansatz, aus dem "The Fortress" außer ein paar Pathos-Momenten nichts macht.
Technisch ist das alles auf hohem Niveau, in den spärlich gesäten Actionszenen sieht man mal wieder die virtuose Kameraführung, welche südkoreanische Actionfilme auszeichnet (oder zumindest jene, die es zu uns schaffen). Das ist - freeman sagt es schon - ziemlich derbes und stark choreographiertes Hack and Slay, wirkt aber immer etwas allein gelassen, da zwischen den Actionszenen immer wieder das Belagern, Belauern und Bereden steht. Und das wird auf die Dauer ziemlich zäh, zumal der Film sich bei vielen Sachen einfach nicht kurz fassen kann.

:liquid4:,5 bis knappe :liquid5:
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