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Havoc

Verfasst: 30.04.2025, 10:05
von McClane
Havoc

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Originaltitel: Havoc
Herstellungsland: USA/Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2025
Regie: Gareth Evans
Darsteller: Tom Hardy, Timothy Olyphant, Jessie Mei Li, Forest Whitaker, Luis Guzmán, Justin Cornwell, Quelin Sepulveda, Yann Yann Yeo, Xelia Mendes-Jones, Richard Harrington, Gordon Alexander, John Cummins, Sunny Pang, Michelle Waterson u.a.

In dem Cop-und-Gangster-Actionfilm „Havoc“ von Gareth Evans gerät Tom Hardy als korrupter Cop zwischen die Fronten, als ein Räuber-Trio ein Hauptquartier der Triaden überfällt, den Sohn der Matriarchin tötet und ein paar Kleinganoven in die Sache hineingezogen werden, von denen einer der Sohn des Bürgermeisters ist, für den der Cop wiederum dreckige Jobs erledigt.

:liquid6:

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Re: Havoc

Verfasst: 30.04.2025, 12:07
von Vince
Ich fand den echt gar nicht mal so gut. Da das Ganze auch im Triaden-Milieu spielte, hatte ich vor dem inneren Auge immer Filme wie "The Corruptor" als Vergleichspunkt, und da ist Havoc halt leider so richtig abgeschmiert. Hardys Figur hatte hinter den üblichen Klischees rund um Vaterschaft und gescheiterte Ehen durchaus ein paar Ansätze von Tiefe, die man erst auf den zweiten Blick erkennt, insgesamt war das aber einfach zu wenig. Zumal die Action einfach nur noch brutal, künstlich und überzogen war, ohne Maß und Relation. Digitale Squibs noch und nöcher. Hab mich am Ende ähnlich durchsiebt gefühlt wie die ganzen identitätslosen Leichen im Film und war auch irgendwann froh, dass es vorbei war. Komme trotzdem noch auf :liquid5: , weil Evans' Handschrift irgendwo schon noch zu erkennen war. Aber im Endeffekt ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich mir einfach irgendwann nochmal S1F5 von "Gangs of London" anschaue, als dass es hier zur Zweitsichtung kommt.

Re: Havoc

Verfasst: 30.04.2025, 15:56
von SFI
Havoc

Wenn man als Fußballtrainer zweimal hintereinander das Tripple gewinnt, dann kann man nur noch verlieren. Evans wusste das bei The Raid 2 und schob daher kein Sequel nach. Vielmehr kredenzte er uns mit Gangs of London die actionstärkste Serien-Episode aller Zeiten. Mit Havoc gewinnt Gareth Evans aber weder einen Titel noch die Vizemeisterschaft, sondern landet im Mittelfeld. Der Streifen punktet zwar mit Tom Hardys gewohnt starker physischer Präsenz, doch dessen zynischer, lebenslang vom Dienst gezeichneter Charakter, der mit seinen Fehlentscheidungen leben muss, ist eben auch nur derselbe generische Genretyp wie der Rest der Charaktere. Der konspirative Plot generiert unterdessen auch nur begrenzt Spannung und endet in einer dutzendfach gesehenen Szenerie mit allen Beteiligten, in der der redundante Erklärbär steppt. Havoc interessiert sich leider kaum für seine Charaktere und gibt ihnen wenig Profil oder facettenreiche Motive außer Gier mit auf den Weg. Hardys Weihnachtseinkauf für dessen sechsjährige Tochter dürfte so ziemlich die einzige Andeutung von Charaktertiefe in diesem Film sein. Nun könnte man freilich anmerken, dass auch die beiden The Raid Streifen keine tiefgründige Handlung boten. Stimmt, aber sie versuchten es auch nicht. Havoc will in erster Linie ein rauer, düsterer Krimi sein, der die generische Konspiration mit deftiger Action aufwertet. Im Grunde gibt es hier nämlich bis auf ein, zwei kleinere Scharmützel nur zwei großangelegte Action-Sequenzen und die fokussieren sich mehr auf Schusswaffen als auf Martial Arts. Ohne Frage, die Action rockt und die Shootouts erinnerten mich in ihrer harten Inszenierung an A Better Tomorrow 2, doch der Wiederkennungswert von Evans liegt meist bei der wieder einmal genialen Kameraführung und nicht bei der Action selbst. Immer wieder hatte ich Timo Tjahjanto vor dem geistigen Auge. Das finale Hüttenmassaker erweckte bei mir zudem den Eindruck, als ob Evans noch einmal die fünfte Gangs of London Episode drehen wollte. Es bleibt wohl dabei: Sobald gestandene Regisseure für Netflix drehen, bleibt die einstige Genialität auf der Strecke. :lol: Besser als der übliche Netflix-Einheitsbrei ist Havoc aber trotzdem.

:liquid7: