Hero Wanted
Verfasst: 13.05.2008, 17:45
Hero Wanted

Originaltitel: Hero Wanted
Herstellungsland: USA
Produktionsjahr: 2008
Regie: Brian Smrz
Darsteller: Cuba Gooding Jr., Ray Liotta, Norman Reedus, Tommy Flanagan, Jean Smart, Gary Cairns II, Kim Coates
Zwei Jahre nach „End Game“ heuert Oscarpreisträger Cuba Gooding Jr. erneut unter der Nu Image – Tochter Millennium Films als Direct-to-DVD-Actionheld an: Versprach der Promo-Trailer zu „Hero Wanted“ noch ein atemloses Krawallfeuerwerk, so erweist sich der fertige Film als über weite Strecken recht unspektakuläres, im oberen B-Durchschnitt aber durchaus überzeugendes Drama. Zumal, wenn man die Anzahl hinter der Kamera agierender Debütanten betrachtet: Die Autoren Chad und Evan Law liefern mit „Hero Wanted“ ihr erstes Skript ab, Brian Smrz, von Haus aus Stunt Coordinator und Second Unit Director so wohlbekannter Actionblockbuster wie „Live Free or Die Hard“, „Taxi“ oder „Mission: Impossible II“, nimmt erstmals eigenverantwortlich auf dem Regiestuhl Platz.
Seit er ein junges Mädchen namens Marley (Sammi Hanratty) aus einem brennenden Autowrack gerettet hat, wird Müllmann Liam Case (Cuba Gooding Jr.), dessen Frau vor kurzem selbst bei einem Autounfall ums Leben kam, als lokaler Held verehrt. Dadurch will er auch das Herz seiner neuen Angebeteten, einer Bankangestellten, gewinnen, und inszeniert mit Freunden einen Überfall auf das betreffende Geldinstitut. Als der Plan schiefgeht und die Frau einen Kopfschuss abbekommt, nimmt Liam als gnadenloser Racheengel seine ehemaligen Kumpane ins Visier. Die wiederum haben es jetzt auf Marley abgesehen, um ein Druckmittel gegen Liam in der Hand zu haben und Polizei-Detective Terry Subcott (Ray Liotta) bekommt alle Hände voll zu tun…
„Hero Wanted“ wechselt stets zwischen verschiedenen Zeitebenen und arbeitet viel mit Rückblenden, um seine im Grunde simple Story zur dramatischen Geschehensfolge aufzublasen, die in einem fast 10-minütigen Kitschschluss im Krankenhaus gipfelt – weniger denn als nonstop Actionfeuerwerk versteht sich Brian Smrzs Regiedebüt nämlich als mit kämpferischen Auseinandersetzungen gespicktes Drama, das sich am eigenen Anspruch auf die Dauer gehörig übernimmt und den Eindruck hinterlässt, mehr sein zu wollen, als es eigentlich ist. Mit Cuba Gooding Jr. ist zwar ein souveräner Hauptdarsteller am Start, der die postulierte Dramatik und Zerrissenheit seiner Figur größtenteils glaubhaft zu transportieren vermag, dennoch hätte „Hero Wanted“ als straighter Actionthriller weitaus besser funktioniert, besieht man sich die Qualitäten, die der Streifen auf diesem Gebiet offenbart. Der Großteil der Action wird zwar aufs rasante Finale verteilt, doch auch davor weiß der Streifen, wenn es denn mal zur Sache geht, mehr als ordentliche Kost zu liefern: Cuba Gooding Jr.s Rachefeldzug durch die Reihen der Bankräuber mündet in diverse brutale Mann-zu-Mann-Duelle, die ohne aufwendige Schauwerte auskommen, dafür aber mit dynamischer Inszenierung, Rasanz und vor allem einer ordentlichen Portion Härte auftrumpfen können. Ohne Blutfontänen auffahren zu müssen, präsentiert „Hero Wanted“ brutale, raue Fights mit zerstrümmerten Gesichtern, durchstochenen Beinen und zerschossenen Leibern, lässt seinen Protagonisten wahrlich keine Gefangenen machen und lässt beim großen Showdown schließlich auch das eine oder andere Bloodpack platzen, gerne auch mal genau in die Linse der Kamera.


Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Härte jedoch übertrieben oder selbstzweckhaft und hält sich auch in Grenzen, die eine FSK-16 durchaus möglich machen, während Brian Smrz daneben vor allem optisches Gespür an den Tag legt und „Hero Wanted“ mit stylishen inszenatorischen Spielereien aufmotzt. Neben einigen chicen Zeitlupensequenzen lassen vor allem extrem dynamische Kamerafahrten unter anderem während der Schusswechsel das Herz des Actionfans höher schlagen, allerdings hätte man die auf diesem Gebiet angerissenen Qualitäten ruhig noch ein wenig ausbauen können. Das Finale in einer Lagerhalle erweist sich jedoch als wenn schon nicht in origineller Location seinen Lauf nehmender, so doch immerhin überaus ansprechend choreografierter Höhepunkt, der Liam, die Bankräuber und schnell in die ewigen Jagdgründe beförderte Polizeikommandos aufeinandertreffen lässt und lediglich ein wenig zu kurz geraten ist. Daran krankt „Hero Wanted“ aber ganz allgemein, da die Actiondichte sich im Gegensatz zur im Trailer evozierten Erwartungshaltung eher in Grenzen hält und abgesehen vom Showdown im Grunde lediglich zwei, drei Duell-Kampfszenen zwischen Liam und den Bankräubern aufzubieten hat.
Neben der Action wissen die gediegene Optik sowie einige humoristischen Einlagen zu gefallen, die allerdings nie in den Vordergrund gerückt werden. Der Supportcast um einen souverän agierenden Cuba Gooding Jr. schlägt sich wacker, lediglich Ray Liotta als Cop macht einen etwas lustlosen beziehungsweise schlicht unterforderten Eindruck, zumal sein Charakter bis zum Finale ein für die auf Liam konzentrierte Handlung recht unmaßgebliches Nischendasein fristet.


Fazit: „Hero Wanted“ ist ein solides Actiondrama geworden, das aber nicht halten kann, was der rasante Trailer versprach. Der Film übernimmt sich am eigenen Drama-Anspruch teils gehörig, versumpft gegen Ende im Gefühlskitsch und wirkt in seiner zeitlich verschachtelten Erzählweise etwas willkürlich, auch die Actionszenen sind eher rar und konzentrieren sich im Grunde auf den Showdown. Wenn sie denn mal kommen, kann „Hero Wanted“ jedoch mit stylisher Inszenierung aufwarten und hat mit Cuba Gooding Jr. und Ray Liotta darüber hinaus zwei routiniert agierende Darsteller an Bord. Kein Genrehighlight, aber ein durchaus unterhaltsamer Vertreter professionellen oberen Durchschnitts.
,5
Eine US-DVD ist von Sony Pictures bereits zu haben.

Originaltitel: Hero Wanted
Herstellungsland: USA
Produktionsjahr: 2008
Regie: Brian Smrz
Darsteller: Cuba Gooding Jr., Ray Liotta, Norman Reedus, Tommy Flanagan, Jean Smart, Gary Cairns II, Kim Coates
Zwei Jahre nach „End Game“ heuert Oscarpreisträger Cuba Gooding Jr. erneut unter der Nu Image – Tochter Millennium Films als Direct-to-DVD-Actionheld an: Versprach der Promo-Trailer zu „Hero Wanted“ noch ein atemloses Krawallfeuerwerk, so erweist sich der fertige Film als über weite Strecken recht unspektakuläres, im oberen B-Durchschnitt aber durchaus überzeugendes Drama. Zumal, wenn man die Anzahl hinter der Kamera agierender Debütanten betrachtet: Die Autoren Chad und Evan Law liefern mit „Hero Wanted“ ihr erstes Skript ab, Brian Smrz, von Haus aus Stunt Coordinator und Second Unit Director so wohlbekannter Actionblockbuster wie „Live Free or Die Hard“, „Taxi“ oder „Mission: Impossible II“, nimmt erstmals eigenverantwortlich auf dem Regiestuhl Platz.
Seit er ein junges Mädchen namens Marley (Sammi Hanratty) aus einem brennenden Autowrack gerettet hat, wird Müllmann Liam Case (Cuba Gooding Jr.), dessen Frau vor kurzem selbst bei einem Autounfall ums Leben kam, als lokaler Held verehrt. Dadurch will er auch das Herz seiner neuen Angebeteten, einer Bankangestellten, gewinnen, und inszeniert mit Freunden einen Überfall auf das betreffende Geldinstitut. Als der Plan schiefgeht und die Frau einen Kopfschuss abbekommt, nimmt Liam als gnadenloser Racheengel seine ehemaligen Kumpane ins Visier. Die wiederum haben es jetzt auf Marley abgesehen, um ein Druckmittel gegen Liam in der Hand zu haben und Polizei-Detective Terry Subcott (Ray Liotta) bekommt alle Hände voll zu tun…
„Hero Wanted“ wechselt stets zwischen verschiedenen Zeitebenen und arbeitet viel mit Rückblenden, um seine im Grunde simple Story zur dramatischen Geschehensfolge aufzublasen, die in einem fast 10-minütigen Kitschschluss im Krankenhaus gipfelt – weniger denn als nonstop Actionfeuerwerk versteht sich Brian Smrzs Regiedebüt nämlich als mit kämpferischen Auseinandersetzungen gespicktes Drama, das sich am eigenen Anspruch auf die Dauer gehörig übernimmt und den Eindruck hinterlässt, mehr sein zu wollen, als es eigentlich ist. Mit Cuba Gooding Jr. ist zwar ein souveräner Hauptdarsteller am Start, der die postulierte Dramatik und Zerrissenheit seiner Figur größtenteils glaubhaft zu transportieren vermag, dennoch hätte „Hero Wanted“ als straighter Actionthriller weitaus besser funktioniert, besieht man sich die Qualitäten, die der Streifen auf diesem Gebiet offenbart. Der Großteil der Action wird zwar aufs rasante Finale verteilt, doch auch davor weiß der Streifen, wenn es denn mal zur Sache geht, mehr als ordentliche Kost zu liefern: Cuba Gooding Jr.s Rachefeldzug durch die Reihen der Bankräuber mündet in diverse brutale Mann-zu-Mann-Duelle, die ohne aufwendige Schauwerte auskommen, dafür aber mit dynamischer Inszenierung, Rasanz und vor allem einer ordentlichen Portion Härte auftrumpfen können. Ohne Blutfontänen auffahren zu müssen, präsentiert „Hero Wanted“ brutale, raue Fights mit zerstrümmerten Gesichtern, durchstochenen Beinen und zerschossenen Leibern, lässt seinen Protagonisten wahrlich keine Gefangenen machen und lässt beim großen Showdown schließlich auch das eine oder andere Bloodpack platzen, gerne auch mal genau in die Linse der Kamera.


Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Härte jedoch übertrieben oder selbstzweckhaft und hält sich auch in Grenzen, die eine FSK-16 durchaus möglich machen, während Brian Smrz daneben vor allem optisches Gespür an den Tag legt und „Hero Wanted“ mit stylishen inszenatorischen Spielereien aufmotzt. Neben einigen chicen Zeitlupensequenzen lassen vor allem extrem dynamische Kamerafahrten unter anderem während der Schusswechsel das Herz des Actionfans höher schlagen, allerdings hätte man die auf diesem Gebiet angerissenen Qualitäten ruhig noch ein wenig ausbauen können. Das Finale in einer Lagerhalle erweist sich jedoch als wenn schon nicht in origineller Location seinen Lauf nehmender, so doch immerhin überaus ansprechend choreografierter Höhepunkt, der Liam, die Bankräuber und schnell in die ewigen Jagdgründe beförderte Polizeikommandos aufeinandertreffen lässt und lediglich ein wenig zu kurz geraten ist. Daran krankt „Hero Wanted“ aber ganz allgemein, da die Actiondichte sich im Gegensatz zur im Trailer evozierten Erwartungshaltung eher in Grenzen hält und abgesehen vom Showdown im Grunde lediglich zwei, drei Duell-Kampfszenen zwischen Liam und den Bankräubern aufzubieten hat.
Neben der Action wissen die gediegene Optik sowie einige humoristischen Einlagen zu gefallen, die allerdings nie in den Vordergrund gerückt werden. Der Supportcast um einen souverän agierenden Cuba Gooding Jr. schlägt sich wacker, lediglich Ray Liotta als Cop macht einen etwas lustlosen beziehungsweise schlicht unterforderten Eindruck, zumal sein Charakter bis zum Finale ein für die auf Liam konzentrierte Handlung recht unmaßgebliches Nischendasein fristet.


Fazit: „Hero Wanted“ ist ein solides Actiondrama geworden, das aber nicht halten kann, was der rasante Trailer versprach. Der Film übernimmt sich am eigenen Drama-Anspruch teils gehörig, versumpft gegen Ende im Gefühlskitsch und wirkt in seiner zeitlich verschachtelten Erzählweise etwas willkürlich, auch die Actionszenen sind eher rar und konzentrieren sich im Grunde auf den Showdown. Wenn sie denn mal kommen, kann „Hero Wanted“ jedoch mit stylisher Inszenierung aufwarten und hat mit Cuba Gooding Jr. und Ray Liotta darüber hinaus zwei routiniert agierende Darsteller an Bord. Kein Genrehighlight, aber ein durchaus unterhaltsamer Vertreter professionellen oberen Durchschnitts.
Eine US-DVD ist von Sony Pictures bereits zu haben.
