Es kann nur einen Alrik geben!
Highlander: The Animated Series
Originaltitel: Highlander: The Animated Series
Herstellungsland: USA
Produziert von: Gaumont
Erscheinungsjahr: 1994 - 1995
Idee: Serge Rosenzweig
Episodenanzahl: 40 / je 21 min.
Sprecher: Miklos Perlus (Quentin MacLeod), Lawrence Bayne (Kortan)
Es kann nur einen geben...
Lange und bestens bekannt diese Worte. Und das beste Beispiel das jedes noch so durchdachtes und endgültiges Drehbuch endlos fortgesetzt werden kann.
Wie es inzwischen Mode in Hollywood zu sein scheint, jedes Thema für jede Altersgruppe zu entschärfen, so gehört Highlander ebenso zu diesem Thema. Und ist sogar einer der Vorreiter solcher "Verkindlichungen". Wie aus den "Alien" und "Predator" Filmen, wo jeder mindestens FSK 16 oder FSK 18 erhalten hatte, in ein Teenierevival transformiert wurde. Entstand aus "Highlander" sogar eine Kinderserie. In Anbetracht dessen das der erste Film in der ungeschnittenen Fassung auch ab 18 ist, mehr als fraglich so eine Entscheidung. Dementsprechend stellt sich die Frage ob ein richtiger Highlander Fan daran gefallen finden kann. Nun das kommt wohl ganz drauf an. Wenn man zu der Generation gehört welche die ersten Filme als Twens oder schon älter sehen konnte, als sie frisch ins Kino kamen, sind die Chancen sehr groß das diese Serie gekonnt ignoriert oder sogar die Existenz jener nicht bewußt war. Für diese Zuschauer wird sich der Reiz sicherlich kaum erschließen. Gehört man zu denen (wie ich) die die Zeichentrickserie zum wöchentlichen Samstagmorgen Programm zählten und gern anschauten... kann man immer noch geteilter Meinung sein. Jedoch genießt man ab und zu gern mal wieder den Charme der alten TV Sendungen, mit welchen man groß wurde, kann man auch mal ein Auge zudrücken. Und das sollte man ruhig tun.
Wie bei jeder Fortsetzung dieses Franchise, so wurde auch bei dieser mal wieder der Grundplot von Teil 1 zwar als Grundlage übernommen, dennoch wieder paradox abgewandelt und in ein Paraleluniversum verschoben. Die TV Serie mit Adrian Paul passt nicht 100 % zu Teil 1 und zur 3 schon gar nicht, Teil 2 ist inzwischen ungültig, Teil 4 und 5 versucht die Serie fortzusetzen und die Zeichentrickserie nun passt zu KEINEM der anderen Sequels! Nicht mal zu Teil 1!!
Beachtliche Leistung was man hier bei einem einzigen Franchise geleistet hat. Jeder kann sich quasi aussuchen was ihm am Besten gefällt und was für ihn Canon ist ^^
Aber ist die Leistung bei dieser Arbeit gut geworden?
Worum gehts? *Achtung SPOILER der 1. Episode*
Erfrischend nicht um das klassische "Game" sondern interessanterweise ging man hier einen anderen Weg. Zumindest größtenteils.
Die Zeichentrickserie führt uns in eine nicht genannte Zeit, in der die Welt durch eine Naturkatastrophe sein früheres Gesicht verloren hat. Die Menschheit ist am Abgrund und gezwungen von vorn zu beginnen. In dieser chaotischen Zeit, in welcher Wissen und Stärke mehr denn je von Nöten ist, kommt es zu einer vorgeschobenen Zusammenkunft der verbliebenen Unsterblichen. Hier zusätzlich als "Jettator" bezeichnet.
Der Vorteil der Unsterblichkeit wird bei dem derzeitigen Problem erkannt und das erste Mal, in diesem Spiel, kommt es zu einem Waffenstillstand. Alle legen ihre Waffen nieder und geloben ihre Fähigkeiten und Unsterblichkeit einzusetzen um der Menschheit den Weg wieder zu ebnen. Alle bis auf einen...Kortan. Der Preis ist zu verlockend für ihn und aufgrund das sich die Übrigen vom Game zurückziehen, erlaubt er sich sogar die Frechheit den Preis einzufordern. Doch zu einem Kampf "Einer gegen Alle" kommt es nicht. Stattdessen greift Connor McLeod wieder zu seinem Schwert und stellt sich dem Abtrünnigen. Im Gegensatz zu dem was jeder Fan nun erwarten würde, geschieht bereits hier schon das Unfassbare und der Highlander unterliegt! Kortans Hoffnung auf den Preis allerdings sind nach wie vor vergebens. Die Unsterblichen ziehen sich zurück und Kortan nutzt die zerstörte Struktur der Regierungen um die Macht an sich zu reißen.
Connor wie wir ihn (nun so) kennen(lernen)
700 Jahre später!
Mad Max würde sich heimisch fühlen. Großstädte liegen begraben unter Schutt, Sand oder tonnenweise Pflanzen. Die überlebende Menschheit lebt verstreut in Dörfern oder größeren Siedlungen. Die Urzeit hat wieder Mode, aufgrund das fast alles an fortschrittlichem Wissen verloren gegangen ist und ein Wiederaufbau so unmöglich ist. Teils wegen mangelndem Schulsystems und mehr durch Kortans Taten. Welcher inzwischen zu einer Art Imperator aufgestiegen ist und die wohl einzige Großstadt der Welt regiert. Mit eigener Armee ausgestattet welche er, plündernd und erobernd, durch die umliegenden Ländereien ziehen läßt. Ebenso um jegliche Überreste von Büchern oder anderen Wissensträgern zu zerstören. Welche in dieser Zukunft schon als Teufelswerk und verflucht angesehen werden.
Niemand da welcher ihm das Wasser reichen könnte oder würde. Bis auf Einen. Und welche Überraschung, dieser Auserwählte kommt auch aus dem Clan der McLeods.
Im klassischen "Conanstil" wird das Dorf der McLeods von Kortans Mannen überfallen und fast alle fallen ihnen zum Opfer. Ebenso Quentin McLeod. Im Gegensatz zu den Übrigen aber erwacht er wieder und ist fortan ein Unsterblicher. Durch eine glückliche Fügung des Geschicks wird er schließlich gefunden von seinem zukünftigen Mentor:
Don Vincente Marino Ramírez. Gemeinsam, und in Begleitung von Quentins Stiefschwester, ziehen die Jettators los um Kortans Tyrannenschaft zu beenden und der Menschheit ihren einstigen Platz auf der Welt zurückzugeben.
*SPOILERENDE*
Klingt episch und fetzig. Was eigentlich nicht abgestritten werden kann. Wengleich man letztendendes sich wieder in Erinnerung rufen muss das es sich hierbei nur um eine Kinderserie handelt. Dementsprechend kommen hier die Abzüge zustande. Was, aufgrund des Formates, leider auch getan werden musste.
Hauptproblem natürlich die Gewalt. Eine Enthauptung macht sich nicht gut am Samstagmorgen. Ebensowenig andere Gewalttätigkeiten. Also entschied man sich für einen kleinen Kunstgriff. Denn statt der üblichen Enthauptung, um das Quickening zu vollziehen (die Übertragung der Seele und Essenz), so haben die Unsterblichen hier zusätzlich die Möglichkeit entdeckt ihr Wissen auch ohne töten zu übertragen. Was Quentin mit jedem Jettator vollzieht, dem er begegnet, um dessen Wissen zu sammeln und später den Menschen zurückzugeben. Hinzu kommt das die jeweiligen Jettators, welche das Quickening vollzogen haben, neben ihrem Wissen auch ihre Unsterblichkeit so verlieren. Gewissermaßen der "Preis" im Kleinformat, nur ohne Allwissenheit.
Auch die Kämpfe sind sehr einfach ausgefallen. Abwechslungsreiche Choreographien erwartet man hier vergebens. Entweder es wird geschossen und dann schön daneben. Und wenn sich die Schwerter treffen dann nach einfacher "Hau-drauf" Methode.
Die Handlungen wechseln sich von coolen Endzeitabenteuern zu kleinen Albernheiten, welche eher wieder Kindern gefallen wird. Und für diese wurde die Serie ja in erster Linie auch konzepiert. So wird es wohl nur den Älteren so manche Kleinigkeit ins Auge stoßen, das in dieser Zukunft, in welcher der Hauptplot der Serie spielt, sich zum Beispiel Tiere tummeln, wo man sich fragen muss wie so schnell die Evolution sowas zu Tage bringen konnte. Wieso die Jettator, nach dem Quickening, sich anscheinend noch an alles erinnern können, obwohl sie ja eigentlich alles übertragen haben. Warum die Unsterblichen, bei der Zusammenkunft, nicht gleich Nägel mit Köpfen gemacht haben und gemeinsam Kortan gleich erledigt haben, bevor dieser soviel Ärger anrichten konnte. Vielleicht nicht grad demokratisch. Doch, nach seinen Drohungen und Connors Tod, hätte ihnen klar sein müssen das Kortan nur mehr Chaos verbreiten und ihr aller Ziel ebenso den Bach runter gehen würde. Aber gut. Ehr- und Pflichtgefühl oder Achtung vor Leben wollen wir jetzt nicht kritisieren. Außerdem wird nach diesem Kampf der Zeitsprung vollzogen und der Ausgang der Zusammenkunft wird nicht näher erleutert. Die größere Frage ist wieso in 700 Jahren keine neuen Unsterblichen auftauchten. Aber wer weiß, vielleicht gab es doch welche und wurden von Kortan getötet. Was Quentin allerdings dann weniger als den Auserwählten darstellt, welcher er sein soll.
Trotz mancher logischer oder qualitativer Negativpunkte, einen gewissen Erfolg konnte die Serie dennoch verbuchen. Zwei Staffeln wurden erreicht und sogar ein Computerspiel wurde, von Atari, dazu auf dem Markt gebracht, mit dem Titel "Highlander: The Last of the MacLeods".
Zusammenfassend sei gesagt: die Serie ist typisch zugeschnitten und verharmlost, hat dennoch aber seine Funmomente. Wer auf Endzeitgeschichten steht wird hier und da düstere Szenarien finden. Wenngleich sie knallig bunt gezeichnet sind. Ein Vergleich mit dem zuletzt erschienenen Anime Film wäre nicht angebracht. Andere Zeit und andere Zielgruppe eben. Der Soundtrack ist natürlich auch hier nicht ansatzweise prägnant wie von Queen. Erwartet sicherlich auch keiner. Jedoch ausreichend für diese Handlung. Wobei die Titelmelodie durchaus einen gute Mischung aus etwas Düsternis und Rock ist und seinen eigenen Flair besitzt, aber auch zum Originalstil passt.
Hardcore Fans sollten vielleicht sich nur den Anime ansehen und diese Serie außer Acht lassen. Wer auf nostalgische Ausflüge und komplettes Sehen seines Lieblingsthemas steht, kann ruhig einen Blick reinwerfen. Ich geb

bis

wegen Nostalgie-Trash Faktor.
Für Zuschauer die eine gute Fortsetzung suchen: eher

Kein Burner, aber ein interessanter Grundplot. Kein Muss, aber kurzweilig und amüsant. Entweder auf gewollte oder ungewollte Weise. ;)
Aber wirklich nur für Zuschauer, welche das Thema nicht zu ernst nehmen und sich noch immer gern mal trashig bunte Serien bzw. Filme anschauen. Die klassischen Highlander Elemente sind enthalten:
- der Held ist ein McLeod
- ein Mentor der, anscheinend, mit DEM Ramirez verwandt ist
- ein Bösewicht, dessen Name mit K anfängt
- Schwertkämpfe
- Quickenings mit Zerstörungskraft
- den Einen oder Anderen geschichtlichen Flashback
Und das Schönste ist, das der Schurke zwar nicht beeindruckend ist und ein komisches Outfit hat...aber nicht so vollpeinlich und albern wie der Wächter aus Highlander 5 ist(!!!). Und die richtige Endzeitstimmung, welche in Teil 5 nur angeschnitten wurde, kommt hier voll zur Geltung und wird gezeigt. Der praktische Vorteil wenn man alles einfach zeichnen kann. *g*
Bei Interesse sei der Blick auf die DVD Box zu richten. Welche die komplette Serie enthält. Allerdings nur in englisch. Erschienen 2007.
Ebenso gibt es einen separaten Zusammenschnitt mehrerer Episoden zu einem Spielfilm mit dem Titel "Highlander: The Adventure Begins".