Life after Fighting

Der Actionfilm der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Life after Fighting

Beitrag von freeman » 21.11.2024, 20:24

Life after Fighting

Bild

Originaltitel: Life after Fighting
Herstellungsland: Australien
Erscheinungsjahr: 2024
Regie: Bren Foster
Darsteller: Bren Foster, Cassie Howarth, Luke Ford, Annabelle Stephenson, Arielle Jean Foster, Anthony Nassif, Eddie Arrazola, Ethan Browne, Ruby Busuttil u.a.

Mit dem Martial-Arts-Film gibt der australische Kampfsportler und Schauspieler Bren Foster sein Regiedebüt. Sein Ziel: Aufzeigen, was er auf dem Kasten hat. Dabei setzt vor allem das lange und brettharte Finale ein echtes Ausrufezeichen. Unsere Videobesprechung zum Film!
:liquid6:

Zur Kritik von "Life after Fighting"

In diesem Sinne:
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SFI
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Re: Life after Fighting

Beitrag von SFI » 10.01.2025, 15:43

Bren Foster beeindruckte mich schon zu Zeiten von The Last Ship, wo er die Actionszenen mit seinen Kampfkünsten garnierte. Nun inszeniert er sich selbst und zeigt eindrucksvoll sämtliche Facetten an Fähigkeiten, die in ihrer Wucht und Eleganz an Scott Adkins in Undisputed erinnern. Toll. Leider mundet der Film mit seinen anderen Disziplinen deutlich weniger. Das Schauspiel und die Liebelei wirken hölzern, das Timing oft schlecht und die zwei Stunden Laufzeit sind einfach viel zu lang für den bemühten Plot. Sehr schade. Immerhin brachte mich die Inszenierung auf die Idee, dass Foster und Adkins ein herrliches Team für einen Buddy-Kicker abgeben würden.

:liquid6:
DER MÜNTZER

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Re: Life after Fighting

Beitrag von freeman » 22.01.2025, 17:35

Oder sie hauen mal als Gegner aufeinander ein. Das wäre sicherlich auch episch.

In diesem Sinne:
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McClane
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Re: Life after Fighting

Beitrag von McClane » 26.03.2025, 10:11

Da hat sich Bren Foster als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Fight Choreographer und Hauptdarsteller in Personalunion ein kleines Denkmal gesetzt. Und erfreulicherweise fühlt sich "Life after Fighting" dabei nicht wie ein Eitelkeitsprojekt, sondern wie eine Herzensangelegenheit an. Ja, manchmal wird die Hauptfigur Alex Faulkner etwas zu sehr überhöht, gerade wenn er und seine Kampfsportschule der Kitt zu sein scheinen, der eine ganze Community zusammenhält und bereichert. Die Qualität mancher Dialoge ist fraglich, ebenso wie die Tatsache, dass Foster etwas mehr als zwei Stunden Laufzeit in diese übersichtliche Plotte investiert. An anderer Stelle kann "Life after Fighting" in Sachen Figurenzeichnung und Plot überraschend glänzen und einfühlsam sein. Der lautstarke Rivale aus Alex' aktiver Zeit entpuppt sich nicht als totaler Asi, sondern als Champ, der einfach daran knabbert, dass er nicht durch Alex' Ruhestand herausfinden konnte, ob er wirklich der allerbeste ist. Dem Helden gesteht Foster einige Schwächen zu, die man in anderen Genrefilmen nicht findet - etwa dass seine frühere Beziehung an seiner Unfruchtbarkeit zerbrach. Und auch in Sachen Rückschläge und Verluste auf dem Weg zum Ziel traut sich "Life after Fighting" mehr als andere Genrefilme.
Anfangs haushaltet Fosters Film noch mit seinen ziemlich steil choreographierten Kampfszenen, in der Held als eine Art Aussie-Variante von Scott Adkins auftritt. Doch dafür bietet das rund 30-minütige Finale geballte Martial-Arts-Action, die vor allem durch das enorme Tempo in den Auseinandersetzungen auffällt - das übrigens ohne Speed-Ups oder solche Scherze, womit sich "LIfe after Fighting" nicht hinter der Konkurrenz aus Hongkong oder Indonesien verstecken muss. Dabei ist der Mix aus und Wechsel zwischen spektakulären (Sprung-)Kicks, Schlagabtäuschen und Grappling-Einlagen ausgesprochen dynamisch choreographiert und inszeniert. Gerade gemessen an seinem kleinen Budget ist "Life after Fighting" schon eine Empfehlung für weitere Bren-Foster-Vehikel, trotz der Schwächen des Films.

:liquid6:,5
(die Tendenz geht übrigens immer stärker nach oben, je länger ich den Film auf mich wirken lasse)
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Sir Jay
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Re: Life after Fighting

Beitrag von Sir Jay » 23.06.2025, 08:50

Kürzlich "nachgeholt" und auch für "ordentlich" befunden.

Ich muss gestehen, dass ich Bren Foster bisher NUR aus der mittlerweile fast 20 Jahre alten pseudo wissenschaftlichen Kampfsport Doku von National Geographics kannte, wo er den Stil "Taekwondo" repräsentierte - seine Auftritte in den Seagal Filmen sind mir natürlich entgangen :lol:

Ich schließe mich der allgemeinen Stimmung an, dass der Film zum Ende hin ordentlich abliefert und darüber hinaus es auch schafft die gut 120min Laufzeit durch eine mitreißende Alibi-Handlung und einfühlsamen Charaktermomenten flott vergehen zu lassen, wobei das imo vor allem auch aufs Konto von Bren Foster selbst geht, der über die Kampfszenen hinaus eine sehr wohlige Aura aus Charme und Besonnenheit ausstrahlt, weshalb er für mich in dieser Hinsicht auch definitiv deutlich besser funktioniert als Genre Routinier Scott Adkins.

Und trotzdem kommt man nicht drum herum Laufzeitstreckung vorzuwerfen, denn der MMA Kampf in der ersten Hälfte des Filmes - so großartig er auch ist - verpufft leider in inhaltlicher Bedeutungslosigkeit. Die Rivalität zwischen Alex und dem amtierenden Champ hat keine Bewandnis für die eigentliche Handlung und wird zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgetragen, da an dieser Stelle die Aufmerksamkeit (zumindest bei mir) bei den entführten Kindern lag, und dieser Subplot völlig unnötig von der eigentlichen Dramaturgie ablenkte. Hätte ich noch eher verzeihen können, wenn es darauf hinausgelaufen wäre, dass der Champ am Ende im finale mitmischt, aber so...

Wo wir vom Finale sprechen. Das ist natürlich grandiose Genrekost und muss sich echt nicht vor zeitgenössischer Ware aus anderen Ländern verstecken. Trotzdem muss erwähnt werden, dass sich Foster auch hier etwas zu sehr im Umfang verrent, da die einzelnen Kämpfe sehr oft auf der Stelle treten und der Hauptheld immer wieder in seinen Movesets wiederholt, ehe das Finale neue Facetten annimmt. Auch hier hätte man etwas straffen können.

Aber am Ende des Tages bleibt aber doch der Eindruck eines wahnsinnig guten Regiedebuts in diesem Genre mit eben einem Hauptdarsteller, der auch abseits seiner Kernkompetenz unerwartet glänzen kann.
:liquid7:

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