Vielleicht hievt man sich mit so einer Strategie ja wieder auf die globale Landkarte. Obwohl die beiden 2025er-Produktionen „Beast of War“ und „Primitive War“ grundsätzlich in keinem Verhältnis zueinander stehen, da sie über unterschiedliche Produktionsstudios mit unterschiedlichen Teams und unterschiedlicher Besetzung gedreht wurden, bilden sie doch alleine aufgrund ihres Produktionslandes Australien und der ungewöhnlichen Mischung aus Kriegsfilm und Creature Feature eine kaum ignorierbare Verbindung, die zu wertvollen Synergieeffekten führen könnte, sofern die australischen Studios zukünftig in einer ähnlichen Weise kluge Symbiose betreiben wie in diesem Beispiel vorgemacht.
Wenn man es richtig anpackt, steht auf jeden Fall der Lohn in Aussicht, dass man gleich eine neue Welle auslösen könnte. Sowohl der Hai- als auch der Dinofilm lagen bisher hauptsächlich in der Hand von Trash- und Mockbuster-Produzenten; hier wird nun versucht, die zuletzt zum Verhungern verurteilte Mitte in Form des B-Movie-Segments zu füttern, und zwar mit ziemlich dicken Brocken. Nach einem eher effektarmen Einstieg, der eher die Lagerdrills und Dschungelwanderungen gängiger Vietnamfilme abhakt, geizt „Primitive War“ wahrlich nicht mit Sauropoden, Theropoden, Ceratopsia und Pterosauriern aller Art. Beflügelt vermutlich auch durch die neuen Möglichkeiten KI-generierter Inhalte, die im vorliegenden Fall das Skelett (sprich, die Konzeptentwürfe) bilden, zeigt sich der finale Anstrich als eigentlich recht klassische Mischung aus CGI in Weitwinkeln und prothetischen Effekten in Nahaufnahmen ungewöhnlich experimentell und breit streuend. Das sorgt natürlich zwangsläufig für Makel und Unvollkommenheiten, wagt sich doch gerade das Compositing mit Schattenwürfen in einer volldynamischen Umgebung (wackelnde Baumkronen allerorten) so weit hinaus, dass es mit einem minimalen Budget unmöglich die Perfektion eines „Jurassic Park“ oder auch nur „World“ erreichen kann.
Insofern geht der Plan auch nur zur Hälfte auf. Luke Sparke hat zwar richtig erkannt, dass Zuschauer verdammt nochmal Dinos sehen wollen, wenn sie einen Dinofilm anschauen, also liefert er ab. Nur ist es leider so, dass sich Spielbergs Vergnügungspark nicht einfach so aus dem Kopf streichen lässt, was zu Vergleichen führt, die zwangsläufig verloren gehen. Dieses Problem hatte schon die 45-Millionen-Dollar-Produktion „65“; mit gerade mal 7 Millionen hat man es erst recht.
Mit Ryan Kwanten und Tricia Helfer immerhin ganz passabel besetzt, reißt die von ihnen angeführte Patrouille trotzdem keine Bäume aus und kann Mängel in der Darstellung der Hauptattraktionen nicht kompensieren. Mögliche Subtexte in Bezug auf den Vietnamkrieg bleiben unterentwickelt, die Bedrängnis der Predator-Konstellation wird nicht spürbar, der Ton bleibt gemessen am Szenario ungewöhnlich ernst. So bleibt nicht sehr viel zurück, abgesehen von der Erkenntnis, dass man mit etwas ökonomischem Geschick sehr, sehr viele Pfund Dinosaurier für sein Geld bekommen kann. Das reicht immerhin für gute Mundpropaganda und die Aussicht auf einen zweiten Teil.
