
Originaltitel: Cellblock Sisters: Banished Behind Bars
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1995
Regie: Henri Charr
Produktion: Richard Pepin, Joseph Merhi
Darsteller: Annie Wood, Gail Harris, Jenna Bodnar, Dean Howell, Ace Ross, Jamie Donahue, Dominique Konold
Was herauskommt, wenn die legendäre B-Action-Schmiede PM Entertainment einen Frauenknastthriller produziert, zeigt der 1995er Streifen „Cellblock Sisters – Banished Behind Bars“, dessen deutschem Release man den nichtssagend-lahmen Titel „Die Strafe des Schweigens“ verpasste. Solide Unterhaltung für B-Movie-Fans liefert der Streifen von Henri Charr, der das Genre mit „Under Lock – Hölle hinter Göttern“ im selben Jahr gleich um noch einen Vertreter bereicherte, auf jeden Fall.

A Tale of Two Sisters...
16 Jahre nachdem sie von ihrer drogenabhängigen Mutter hinter deren Rücken für eine beträchtliche Geldsumme an Adoptiveltern abgegeben wurden, treten die Schwestern April (Annie Wood) und May (Gail Harris), die unterschiedlicher kaum sein könnten, wieder in Kontakt, als erstere den Verantwortlichen für ihre Situation und den Tod ihrer Mutter ausfindig gemacht hat und May am Moment der Rache teilhaben lassen will – der wird dieser allerdings zum Verhängnis, als sie als einzige am Tatort zurückbleibt und von der Polizei aufegriffen wird, obwohl der Mord aufs Konto ihrer Schwester geht. Da es für May nicht in Frage kommt, April zu verpfeifen, ist die titelgebene „Strafe des Schweigens“ die Einweisung in den örtlichen Frauenknast…
…womit wir dann auch beim Kern der Chose und der grundsoliden Aneinanderreihung der gängigen Subgenre-Ingredienzien wären: Auch wenn „Banished Behind Bars“ der sleazige Exploitation-Charakter großer 70s-Vorbilder abgeht, Folterszenen fehlen und sich das Geschehen insgesamt auf vergleichsweise recht harmloser Basis abspielt, ist von sadistischen Wärterinnen über ausgiebige Duschszenen bis zu Knastgangs und einer Showdown-Revolte alles an Bord, was des Genrefans Herz begehrt und die bewährte Routine nimmt ihren wohlbekannten Lauf. Erstaunlich ist die recht ausführliche Exposition, die zur Rechtfertigung von Mays Einlieferung in den Knast ein 16 Jahre in der Vergangenheit angesiedeltes Storybackground-Intro bemüht und sich zunächst dem Zusammentreffen der denkbar unterschiedlichen und auf unkonventionellem Wege ihre Wiedersehens-Begegnung erfahrenden Schwestern widmet: Die in England in gutem Hause erzogene May wird von Rockerbraut April und deren Motorradgang aus einem Linienbus entführt und die Situation als von tollem E-Gitarren-Soundtrack unterlegte Biker-Posing-Show cool und schön fotografiert in Szene gesetzt.

Rock Hard, Ride Free...
Die teils pseudo-dramatische Züge erstrebende Story stößt ob ihrer eigentlichen Irrelevanz als bloßer Aufhänger des üblichen Knasttreibens ein wenig vor den Kopf, stört aber auch nicht und vermag dem Weltenclash der Schwestern durchaus einige amüsante Momente abzuringen. Ist May dann erstmal im Bau eingewandert, macht sich die auf Handlungsebene eintretende Standard-Routine gar noch negativer bemerkbar als zuvor die allzu ausführliche Exposition verdutzte – das x-te Aufwärmen der altbekannten Knastklischees gestaltet sich bald ein wenig ermüdend und lahm. Freilich gibt es Mord und Totschlag hinter Gittern, giftige Catfights, ausführliche Tittenparaden und einen den Bodycount in die Höhe treibenden Showdown, der die Wärterscharen zudem nie ohne platzende Bloodpacks in die ewigen Jagdgründe entlässt, doch über gepflegtes Durchschnittsniveau kommt nichts davon heraus und zwischen der Präsentation genannter Motive stellt sich alsbald ein gewisser Leerlauf ein, während auch die atmosphärische Qualität schwankt.
Fazit: Dem Freund gepflegten B-Movie-Entertainments kann die 1995er PM-Exkursion ins Frauenknastgenre „Banished Behind Bars“ bedenkenlos ans Herz gelegt werden – solide Actionszenen, das gängige Genre-Klischeeprogramm inklusive ausgiebigen Abfeierns weiblicher Nacktheit und ein flotter Rock-Soundtrack als i-Tüpfelchen sorgen meist für Kurzweil, heben das auf Handlungsebene recht schwache Treiben aber dennoch nie über absolut unspektakulären Durchschnitt.



Das deutsche Video von VMP ist uncut, einen Silberling gibt es z.B. auf der Insel von Quantum Leap.

