What Happened to Monday?

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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What Happened to Monday?

Beitrag von freeman » 20.02.2018, 17:23

What Happened to Monday?

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Originaltitel: Seven Sisters
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: Tommy Wirkola
Darsteller: Noomi Rapace, Glenn Close, Willem Dafoe, Marwan Kenzari, Christian Rubeck, Pål Sverre Hagen, Tomiwa Edun, Cassie Clare, Cameron Jack, Clara Read u.a.

In dem zunehmend rasanter werdenden Actionthriller mit dystopischer Note geraten sieben Schwestern (alle gespielt von der grandiosen Noomi Rapace) in Todesgefahr, als das von ihnen etablierte und seit Jahren gelebte Lügenkonstrukt um ihre Existenz ins Wanken gerät...
:liquid8:

Zur Kritik von "What Happened to Monday?"

In diesem Sinne:
freeman

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McClane
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Beitrag von McClane » 21.02.2018, 13:00

Das tönt ja gut. Fand die Prämisse eh interessant.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von StS » 21.02.2018, 13:20

Eigentlich interessant... aber 1x Noomi ist meist schon nicht so der Bringer.
Wenn er bei "Netflix" auftaucht wird er mal angetestet... :wink:

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Beitrag von C4rter » 21.02.2018, 15:47

Fand den auch ganz okay. Am Anfang sogar sehr gut aber die Story wurde mir dann doch irgendwie nicht mehr ganz so schlüssig aufgelöst. War alles etwas zu gewollt verworren. Was nun mit Monday passiert ist, interessiert mich die ganze Zeit aber die Auflösung ist dann naja.
Action ist aber wieder sauber inszeniert und halt schön R-Rated, das bekommt man ja nicht mehr sooo oft mit dem Budget.

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Beitrag von Vince » 24.06.2018, 09:50

Für ihre Fans ist eine siebenfache Noomi Rapace natürlich ein kleiner Traum. Kaum jemand wird umhin kommen, ihr eine sehr gute Leistung zu bescheinigen; mindestens eine von den Sieben bekommt ja auch in praktisch jeder Szene die Gelegenheit zu einer Demonstration schauspielerischen Könnens. Während die äußere Aufmachung der verschiedenen Noomis Klischees andeutet (die nerdige Kapuzenträgerin mit IT-Fähigkeiten, die Marilyn, die Natürliche, die Freche mit Kurzhaar etc.), wird doch sehr viel darin investiert, die individuellen Ausprägungen der Geschwister nicht allzu sehr ins Autarke auswachsen zu lassen. Es dient der Glaubwürdigkeit, dass vor allem ihre Gemeinsamkeiten betont werden, die sich durch die gemeinsamen Erfahrungen im Inneren des Apartments und beim Teilen der gleichen Identität außerhalb ergeben haben. Insofern ist die Hauptdarstellerin schon gewissermaßen die Hauptattraktion.

Natürlich gilt auch hier: Wenn man weiß, dass keine Siebenlinge um den Tisch versammelt sind, sondern eine Darstellerin in sieben Rollen, wird die Illusion automatisch zum Theaterstück. Da kann die Montage die Interaktionen von Rapace mit sich selbst auch noch so natürlich erscheinen lassen. Das hat automatisch Auswirkungen auf den Tonfall, mit dem eine solche Dystopie ihre Kritik an der Gegenwart äußern kann. Die Würde des Menschen wird mit Zaunpfählen und Ausrufezeichen verteidigt und am Beispiel einer Welt mit harter Ein-Kind-Politik anschaulich gemacht. Die Ausgangslage ist nicht einmal per se Science Fiction, sondern in einem Land wie China in abgemilderter Form bereits Realität gewesen. Es ist also vielmehr die brutale Exekutive, die das SciFi-Element bereitstellt. Sie fungiert als Warnleuchte und soll zum Nachdenken über den Wert jedes einzelnen Lebens anregen.

Und da harte Gesetze zu harten Gegenreaktionen führen, muss die Philosophie über demografische Veränderungen und deren Auswirkungen schnell Platz machen für einen Action-Thriller mit klassischen Ausbildungs-Elementen. Für Willem Dafoe bedeutet das, als Stereotyp (Vaterfigur, Mentor und Ausbilder in einem) in Rückblenden gefangen zu bleiben. In der Filmgegenwart ergeben sich aufgrund der ungewöhnlichen Konstellation allerdings neue Möglichkeiten; man könnte schließlich theoretisch einfach mal die Hauptdarstellerin über den Jordan springen lassen, ohne deswegen gleich das Ende der Handlung herbeizuführen.

Als Genre-Werk ist "What Happened To Monday" mit temporeichen Verfolgungsjagden und aufwändig choreografierten Kampfszenen tatsächlich gelungen, auch wird in einigen Zwischentönen das inhaltliche Potenzial deutlich. Für einen großen Wurf allerdings bleibt das Szenario zu künstlich, zumal die sieben Identitäten der Hauptrolle wie Pop-Outs aus der Handlung ragen.
:liquid6:

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Re: What Happened to Monday?

Beitrag von McClane » 11.12.2018, 10:41

Erst einmal: Respekt. Diesen überraschend hintersinnigen Sci-Fi-Actionthriller hätte ich Tommy Wirkola nicht zugetraut, sonst ist der Mann ja eher für temporeiches wie anspruchsarmes ("Dead Snow", "Hänsel & Gretel: Hexenjäger") oder komplett niveauloses ("Dead Snow 2") Genrekino bekannt. Liegt vielleicht daran, dass er das Drehbuch dieses Mal nicht selbst verfasste, sondern auf das Script von Max Botkin und Kerry Willamson zurückgriff. Deren originelle Prämisse greift Themen wie Überbevölkerung und Chinas Ein-Kind-Politik auf, will aber in erster Linie krachiges Genrekino sein.
Die Beantwortung der vom Titel gestellten Frage fällt spannend aus, da immer neue Twists vermeintlich bereits gefundene Antworten für nichtig erklären und "What Happend to Monday?" sogar für einige seiner Schurkenfiguren Verständnis hat, ihnen Gewissensbisse oder ambivalente Motive zuschreibt. Sicherlich werden einige Fragen offengelassen, etwa die, wie die sieben Schwestern es geschafft haben sich von dem Gehalt einer einzigen Person durchs Leben zu schlagen, aber insgesamt beschäftigt sich Wirkolas Film erfreulich nuanciert mit der düsteren Zukunftsvision und dem Szenario, das er darlegt, und gibt keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen. Noomi Rapace liefert eine beklatschenswerte Schauspiel-Tour-de-Force in ihrer Mehrfachrolle und Schauwerte gibt es in Form einiger Actionszenen ebenfalls. Diese besitzen Druck und leiden nur hin und wieder unter Übersichtsverlust, nämlich beim Wohnungskampf. Interessant ist natürlich auch, dass die Schwestern im Sieben-kleine-Jägermeister-Stil dezimiert werden, auch wenn Wirkola dieses Element dadurch untergräbt, dass sich eine Schwester schnell als potentielle Heldin etabliert. Auch die Vorbilder wie "Gattaca", "Soylent Green" und "In Time" merkt man dem Film an, wodurch manche Überraschung des Drehbuchs nicht mehr ganz so überraschend ist.
Spoiler
Show
Mir persönlich schwante schon sehr früh, dass der Cryoschlaf vermutlich mit dem Bauernhofbesuch verschwundener Haustiere gleichzusetzen ist.
Aber egal ob man "What Happened to Monday?" nun für komplett originell hält oder nur für eine geschickte Rekombination von Versatzstücken aus bekannten Vorbildern - Wirkolas Film ist ein kurzweiliger Mix aus Familiendrama, Sci-Fi-Dystopie und Actionthriller, kompetent inszeniert und durchdacht geschrieben, auch wenn er nicht ganz so raffiniert und unvorhersehbar ist wie er gerne wäre und kleinere Längen hat.

:liquid6:,5 bis knappe :liquid7:
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

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