Twins Effect + Blade of the Rose
Verfasst: 24.07.2006, 00:17
The Twins Effect

Originaltitel: Chin gei bin / Vampire Effect
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Dante Lam
Darsteller: Ekin Cheng, Charlene Choi Cheuk-Yin, Gillian Chung, Jackie Chan, Anthony Wong Chau-Sang, Edison Chen, Mickey Hardt, Josie Ho, Maggie Lau, Mandy Chung, Winnie Leung, Karen Mok, Ricardo Mamood, Digger Mesch, Marky Lee Campbell
Das meint der Vince:
Bunt, schrill, stylish, trendy, das sind die Attribute der Jugend. Tiefgang, Komplexität, Individualität und Ästhetik sind die Werte ausgewachsener Filmliebhaber - so viel zur allgemeinen Annahme der Rollenverteilung von Filmkonsumenten. “The Twins Effect” ist Hochglanzbombast, der sich an den Attributen der Jugend orientiert. Ein Film mit kurzer Haltbarkeit, denn wenn der Jugendliche vielleicht irgendwann mal zum Filmliebhaber heranwächst, hat diese Eintagsfliege längst von ihrem Zauber verloren.
Was ich damit sagen will: Dante Lam inszenierte einen im höchsten Maße austauschbaren Trendfilm mit dem ältesten Klischee der Welt: Vampiren. Und nichts wird getan, um dieses oder andere Klischees zu einer originellen Story zu verarbeiten. “The Twins Effect” bietet die uninspirierteste, am meisten bei erfolgreichen Vorbildern zusammengeklaute Vampirgeschichte, die man in den letzten Jahren auf der Leinwand sehen konnte.
Zwölfjährige lassen sich aber schnell genug von Zahnprothesen und Kontaktlinsen beeindrucken - vor allem, wenn die Mitglieder der Popgruppe “Twins” zwei der drei Vampirjäger verkörpern und dem Film werbegerecht auch noch seinen Titel verleihen. Da ist jeder Gedanke an eine gute Geschichte oder anderweitige Originalität verschwendet.
Dabei ist die Optik wirklich schick geworden und der Opener im Bahnhof ist eine echte Actiongranate, der es an nichts fehlt. Fantastisch übertriebenes, superb eingesetztes Wirework, hammermäßige Kamerafahrten, erstklassige Kampfchoreografien, passend verwendete Special Effects und akzeptables Make Up kollabieren in feinsten Bildern miteinander und entfesseln einen stilistischen Adrenalinschub der Extraklasse.
Schon bald wird jedoch klar, dass der Höhepunkt hiermit bereits geschaffen ist und die Vampiraction einer beliebigen Teenie-Liebeskomödie weichen muss - Brei, für den man spätestens dann zu alt ist, wenn man die Volljährigkeit erreicht hat. Es mag zwar stylish sein, was da geboten wird, Stil hat es deswegen aber noch lange nicht. Zu kindisch wirkt die Comedy der sichtlich unerfahrenen Jungdarsteller, zu selten zündet mal ein Gag und zu oft wird man an Asiaklischees von Jugendlichen erinnert, die vor Konsolen oder Spielautomaten hängen und aalglatte Mangafiguren durch einen bunten Wust steuern, der quäkende Piepsgeräusche von sich gibt. Da ist ein Unterschied zwischen dem Aufbruch einer Next Generation, wie sie hier gezeigt wird, und dem, wie beispielsweise Benny Chan es mit “Gen-X Cops” dargestellt hat.
So funktioniert zwar hin und wieder mal das schrille Gekreische der Schwester des Vampirjägers, wenn ihr etwas nicht in den Kram passt, es hat aber nicht mehr als einen gewissen Kuriositätenwert, den auch das Gebrabbel der Pokémon-Tierchen vorweisen kann.
Die Kampfsequenzen zwischen den größeren Events im Intro und im Finale sind dann auch oft auf die Wehwehchen der Figuren ausgelegt. So prügeln sich des Vampirjägers Schwester (Charlene Choi) und seine neue Assistentin (Gillian Chung, beide Mitglieder der “Twins”) mit Schlagstöcken durch den Vorgarten und tun damit ihre gegenseitig fehlende Wertschätzung kund. Es ist und bleibt nett anzuschauen, ist dabei aber vollkommen substanzlos.
Zerfahren ist der Plot ohnehin, werden doch alle paar Minuten sehr komische Nebenschauplätze integriert, die mit der Vampirstory nur wenig gemein haben. Auf diese Weise kommt auch Jackie Chan zu seinem ersten von zwei Auftritten in seinem etwas ausgeweiteten Cameo als Bräutigam, der später noch einen Krankenwagen steuern wird. Es ist immer nett, Jackie zu sehen, doch ein wenig sinnvoller hätte er gerne eingebaut werden können. Ganz witzig ist die Situation bei der Hochzeit ja, aber pointenfrei und eben so unnötig, dass niemand etwas vermisst hätte, wäre die komplette Sequenz gestrichen worden.
Vielleicht sollte so abgelenkt werden von jener uninspirierten Bearbeitung des schon so oft beackerten Vampirmythos, dem Dante Lam wirklich keine neue Faser abgewinnen kann. “Blade” ist hier zweifellos eine gern gesehene Vorlage, “Underworld” und auch sonst alles, was zuletzt mehr oder weniger erfolgreich versucht hat, den Vampirfilm mit Hochglanzaction zu verbinden. Vampirregeln werden vollkommen beliebig aufgestellt und einfach so in den Raum geworfen, damit überhaupt die Szenarien irgendwie möglich sind, die das Drehbuch aufwirft. Konnte “Blade” mit dem Virus-Ansatz noch eine einigermaßen befriedigende Erklärung für die Existenz von Vampiren liefern, und strickte auch “Underworld” eine vielleicht nicht immer zum Geschehen passende, aber akzeptable Epik-Vorgeschichte, versinkt “The Twins Effect” im Sieg des “Styles” über die “Substance” völlig im Kauderwelsch. Die “Kulturisierung” der adligen Rasse der Vampire gerät mit feinen Restaurants, die den etwas anderen “edlen Tropfen” führen, total kitschig und allgemein ist der gesamte Plot nichts weiter als ein Alibi.
Da überrascht es, dass die einzigen guten Gags immer auf Kosten der Vampire gehen, was zum Teil daran erinnert, wie in Romeros drittem und viertem Teil seiner Zombie-Trilogie die Untoten für dumm verkauft wurden. Die Verwandlung Reeves in einen Vampir ist ein echter Spaß, denn während er langsam auf den Geschmack von Blut kommt und noch hin- und hergerissen ist zwischen seiner Zugehörigkeit zu beiden Spezies, entwickelt sich Slapstick vom Feinsten. Dumme Grimassen und ein Spiel mit den vampirischen Trieben sind immer mal wieder für einen Lacher gut.
Jackie Chans zweiter Auftritt ist in diesem Zusammenhang auch wieder etwas sinniger, denn diesmal darf er kurz den Vampiren ans Leder, wo er wieder seine klassische Verdutztheit ausspielen darf und seinem Opponenten an die Zähne fasst, um zu überprüfen, dass er da wirklich mit einem Vampir kämpft. Köstlich. Nicht nur, weil es Jackies Humor entgegenkommt, sondern auch, weil die Vampire damit noch weiter an der Nase herumgeführt werden.
Die restliche Action muss aber cool sein, wurde beschlossen, und der Endkampf - nicht ganz so sehenswert wie das Intro, aber ebenso bombastisch - setzt wieder auf Dynamik und fehlende Ausstrahlung der Hauptdarsteller und ihres Gegners, der Eindruck nur durch sein Make Up macht. Der Score im Übrigen ist die ganze Zeit über entweder grottenschlechter Trance-Wust oder eine 1:1-Kopie des “Batman”-Scores. Seele hat das alles nicht mehr, doch es gereicht den Ansprüchen des Zielpublikums allemal.
Das ist in Ordnung, genauso wie der Film im Gesamten, muss mich aber noch lange nicht zufriedenstellen. Ich erkenne an, dass die Action sehr ordentlich ausgefallen ist und Wirework nicht immer was Schlechtes sein muss, störe mich aber sehr an dem lieblos ausgearbeiteten Vampirszenario, der gähnend langweiligen Teenie-Romanze und fehlender Innovation in allen Bereichen. Ein Wiederseh-Effekt ist nicht gegeben.
Die DVD kommt von Universal ab 12 ungeschnitten. Bild und Ton sind gut, Extras nur Standard.

Originaltitel: Chin gei bin / Vampire Effect
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Dante Lam
Darsteller: Ekin Cheng, Charlene Choi Cheuk-Yin, Gillian Chung, Jackie Chan, Anthony Wong Chau-Sang, Edison Chen, Mickey Hardt, Josie Ho, Maggie Lau, Mandy Chung, Winnie Leung, Karen Mok, Ricardo Mamood, Digger Mesch, Marky Lee Campbell
Das meint der Vince:
Bunt, schrill, stylish, trendy, das sind die Attribute der Jugend. Tiefgang, Komplexität, Individualität und Ästhetik sind die Werte ausgewachsener Filmliebhaber - so viel zur allgemeinen Annahme der Rollenverteilung von Filmkonsumenten. “The Twins Effect” ist Hochglanzbombast, der sich an den Attributen der Jugend orientiert. Ein Film mit kurzer Haltbarkeit, denn wenn der Jugendliche vielleicht irgendwann mal zum Filmliebhaber heranwächst, hat diese Eintagsfliege längst von ihrem Zauber verloren.
Was ich damit sagen will: Dante Lam inszenierte einen im höchsten Maße austauschbaren Trendfilm mit dem ältesten Klischee der Welt: Vampiren. Und nichts wird getan, um dieses oder andere Klischees zu einer originellen Story zu verarbeiten. “The Twins Effect” bietet die uninspirierteste, am meisten bei erfolgreichen Vorbildern zusammengeklaute Vampirgeschichte, die man in den letzten Jahren auf der Leinwand sehen konnte.
Zwölfjährige lassen sich aber schnell genug von Zahnprothesen und Kontaktlinsen beeindrucken - vor allem, wenn die Mitglieder der Popgruppe “Twins” zwei der drei Vampirjäger verkörpern und dem Film werbegerecht auch noch seinen Titel verleihen. Da ist jeder Gedanke an eine gute Geschichte oder anderweitige Originalität verschwendet.
Dabei ist die Optik wirklich schick geworden und der Opener im Bahnhof ist eine echte Actiongranate, der es an nichts fehlt. Fantastisch übertriebenes, superb eingesetztes Wirework, hammermäßige Kamerafahrten, erstklassige Kampfchoreografien, passend verwendete Special Effects und akzeptables Make Up kollabieren in feinsten Bildern miteinander und entfesseln einen stilistischen Adrenalinschub der Extraklasse.
Schon bald wird jedoch klar, dass der Höhepunkt hiermit bereits geschaffen ist und die Vampiraction einer beliebigen Teenie-Liebeskomödie weichen muss - Brei, für den man spätestens dann zu alt ist, wenn man die Volljährigkeit erreicht hat. Es mag zwar stylish sein, was da geboten wird, Stil hat es deswegen aber noch lange nicht. Zu kindisch wirkt die Comedy der sichtlich unerfahrenen Jungdarsteller, zu selten zündet mal ein Gag und zu oft wird man an Asiaklischees von Jugendlichen erinnert, die vor Konsolen oder Spielautomaten hängen und aalglatte Mangafiguren durch einen bunten Wust steuern, der quäkende Piepsgeräusche von sich gibt. Da ist ein Unterschied zwischen dem Aufbruch einer Next Generation, wie sie hier gezeigt wird, und dem, wie beispielsweise Benny Chan es mit “Gen-X Cops” dargestellt hat.
So funktioniert zwar hin und wieder mal das schrille Gekreische der Schwester des Vampirjägers, wenn ihr etwas nicht in den Kram passt, es hat aber nicht mehr als einen gewissen Kuriositätenwert, den auch das Gebrabbel der Pokémon-Tierchen vorweisen kann.
Die Kampfsequenzen zwischen den größeren Events im Intro und im Finale sind dann auch oft auf die Wehwehchen der Figuren ausgelegt. So prügeln sich des Vampirjägers Schwester (Charlene Choi) und seine neue Assistentin (Gillian Chung, beide Mitglieder der “Twins”) mit Schlagstöcken durch den Vorgarten und tun damit ihre gegenseitig fehlende Wertschätzung kund. Es ist und bleibt nett anzuschauen, ist dabei aber vollkommen substanzlos.
Zerfahren ist der Plot ohnehin, werden doch alle paar Minuten sehr komische Nebenschauplätze integriert, die mit der Vampirstory nur wenig gemein haben. Auf diese Weise kommt auch Jackie Chan zu seinem ersten von zwei Auftritten in seinem etwas ausgeweiteten Cameo als Bräutigam, der später noch einen Krankenwagen steuern wird. Es ist immer nett, Jackie zu sehen, doch ein wenig sinnvoller hätte er gerne eingebaut werden können. Ganz witzig ist die Situation bei der Hochzeit ja, aber pointenfrei und eben so unnötig, dass niemand etwas vermisst hätte, wäre die komplette Sequenz gestrichen worden.
Vielleicht sollte so abgelenkt werden von jener uninspirierten Bearbeitung des schon so oft beackerten Vampirmythos, dem Dante Lam wirklich keine neue Faser abgewinnen kann. “Blade” ist hier zweifellos eine gern gesehene Vorlage, “Underworld” und auch sonst alles, was zuletzt mehr oder weniger erfolgreich versucht hat, den Vampirfilm mit Hochglanzaction zu verbinden. Vampirregeln werden vollkommen beliebig aufgestellt und einfach so in den Raum geworfen, damit überhaupt die Szenarien irgendwie möglich sind, die das Drehbuch aufwirft. Konnte “Blade” mit dem Virus-Ansatz noch eine einigermaßen befriedigende Erklärung für die Existenz von Vampiren liefern, und strickte auch “Underworld” eine vielleicht nicht immer zum Geschehen passende, aber akzeptable Epik-Vorgeschichte, versinkt “The Twins Effect” im Sieg des “Styles” über die “Substance” völlig im Kauderwelsch. Die “Kulturisierung” der adligen Rasse der Vampire gerät mit feinen Restaurants, die den etwas anderen “edlen Tropfen” führen, total kitschig und allgemein ist der gesamte Plot nichts weiter als ein Alibi.
Da überrascht es, dass die einzigen guten Gags immer auf Kosten der Vampire gehen, was zum Teil daran erinnert, wie in Romeros drittem und viertem Teil seiner Zombie-Trilogie die Untoten für dumm verkauft wurden. Die Verwandlung Reeves in einen Vampir ist ein echter Spaß, denn während er langsam auf den Geschmack von Blut kommt und noch hin- und hergerissen ist zwischen seiner Zugehörigkeit zu beiden Spezies, entwickelt sich Slapstick vom Feinsten. Dumme Grimassen und ein Spiel mit den vampirischen Trieben sind immer mal wieder für einen Lacher gut.
Jackie Chans zweiter Auftritt ist in diesem Zusammenhang auch wieder etwas sinniger, denn diesmal darf er kurz den Vampiren ans Leder, wo er wieder seine klassische Verdutztheit ausspielen darf und seinem Opponenten an die Zähne fasst, um zu überprüfen, dass er da wirklich mit einem Vampir kämpft. Köstlich. Nicht nur, weil es Jackies Humor entgegenkommt, sondern auch, weil die Vampire damit noch weiter an der Nase herumgeführt werden.
Die restliche Action muss aber cool sein, wurde beschlossen, und der Endkampf - nicht ganz so sehenswert wie das Intro, aber ebenso bombastisch - setzt wieder auf Dynamik und fehlende Ausstrahlung der Hauptdarsteller und ihres Gegners, der Eindruck nur durch sein Make Up macht. Der Score im Übrigen ist die ganze Zeit über entweder grottenschlechter Trance-Wust oder eine 1:1-Kopie des “Batman”-Scores. Seele hat das alles nicht mehr, doch es gereicht den Ansprüchen des Zielpublikums allemal.
Das ist in Ordnung, genauso wie der Film im Gesamten, muss mich aber noch lange nicht zufriedenstellen. Ich erkenne an, dass die Action sehr ordentlich ausgefallen ist und Wirework nicht immer was Schlechtes sein muss, störe mich aber sehr an dem lieblos ausgearbeiteten Vampirszenario, der gähnend langweiligen Teenie-Romanze und fehlender Innovation in allen Bereichen. Ein Wiederseh-Effekt ist nicht gegeben.

Die DVD kommt von Universal ab 12 ungeschnitten. Bild und Ton sind gut, Extras nur Standard.