2014 war Musikalisch für mich ein ziemlich enttäuschendes Jahr – es gab viel aber kaum etwas was mich wirklich an den Eiern gepackt hat. Aber so kurz vor Schluß kam dann doch tatsächlich ein verdammt gutes Album rein und schaffte es innerhalb weniger Durchläufe mein Album des Jahres 2014 zu werden.
Platte des Jahres 2014
UPF – Fall in Love with the World

Zugegeben – UPF nehmen wie kaum ein anderer die Zutaten aus dem Musikalischen Prog-Baukasten so offensichtlich für Ihre Musik wie Mark Trueack und seine Mitmusiker. Aber sie machen es verdammt gut. Von Yes über APP bis hin zu ELP oder Genesis wird hier so ziemlich alles Recyceld was nicht bei drei auf den Bäumen ist, abgeschmeckt wird das ganze dann noch mit etwas Jazz und jede Menge Ethnoelementen. Eine Top Produktion, tolle sehr lesenswerte Texte sowie einen Sänger der für mich neben Steve Hogarth zum besten in diesem Genre gehört. Ein tolles, spannendes Album – aber nix für Melodiehasser, Solofrickel Liebhaber und Mitsingrefraingegner. Klar - Kitsch gibt es hier auch zu hören, aber den gibt es bei den Klassikern auch.
Die Highlights
Ja – es gab tatsächlich einige wirklich gute Alben. Hier die, die imo mehr als Hörenswert sind.
Synaesthesia – Synaesthesia

Ich kann immer noch nicht glauben das der Kopf hinter diesem Projekt zum Zeitpunkt der Aufnahme gerade mal Anfang 20 war. Ein unglaublich beeindruckendes, vielschichtiges Album mit einem Longtrack der Extraklasse direkt am Anfang. Ich bin echt mal gespannt wie der Nachfolger wird der 2015 kommen soll. Top.
Dieter Meier – Out of Chaos

Der Schweizer Punk im Maßanzug in der Rolle seines Lebens – der einsame Geschichtenerzähler in der kalten Großstadt. Es ist einfach hörenswert wie Meier mit seiner charismatischen Stimme umgeht. Es klingt (zum Glück) kaum nach Yello, sondern eher wie ein moderner, elektronischer Tom Waits.
the Black Keys – Turning Blue

Es war ja klar das die Klugscheißer aus ihren Löcher kommen um das ewige Jammerlied anzustimmen das the black Keys früher besser waren – und das nur weil Edelproduzent Danger Mouse das Album produziert hat. Dabei bleiben die Jungs Ihrem LoFi Schrammelklang treu und haben immer noch geile Songs in der Tüte. Für mich das Pop Album des Jahres – auch wenn die Black Keys das sicherlich mit dem Pop nicht gerne hören...
Pink Floyd – the Endless River

Nein – ich lasse mich jetzt nicht über die Veröffentlichungspolitik aus oder das auch diese Gruppe früher besser war sondern ich lasse Vorurteilsfrei die Musik auf mich wirken. Und die ist verdammt gut – es ist eben ein ruhiges Ambientalbum mit schönen Sounds. Kein Geniestreich, aber ich denke mal das war auch keine Absicht. Es gibt sicherlich schlimmere Resteverwertungen als diese hier.
Die erwähnenswerten bzw durchschnittlichen Platten
Der dickste Brocken bei mir – Alben die zwar irgendwie nicht gut aber auch nicht schlecht sind. Alben von denen man sich mehr versprochen hat. Keine Reinfälle aber auch keine Highlights oder must-have CDs.
Malia / Boris Blank – Convergence

Elektronischer Jazz, dessen Sounds unverkennbar vom Yellokopf Boris Blank stammen. Ein Album für das man Lust braucht und das nicht jedem gefällt, zumal die Stimme von Malia sehr gewöhnungsbedürftig ist.
Gazpacho – Demon

Ja – es klingt nett aber ich konnte dem gesamten Kritikerlob nicht folgen. Mich hat das Album kalt gelassen. Bonuspunkte für die gute Produktion...
RPWL – Wanted

RPWL bleiben Ihrem VÖ-Politik treu und liefern nach dem Highlight “Beyond Man and Time” ein Durchschnittliches Album ab. Saugut produziert und mit tollen Sound sind die Songs aber imo viel zu belanglos, zudem geht dem ganzen auf halber Strecke die Luft aus. Schade – dabei mag ich die Jungs wirklich.
Anathema – Distant Satellite

Anathema richten sich in Ihrer Musikalischen Ecke Häuslich ein und bringen die fast perfekte 1:1 Kopie ihres Vorgängeralbums auf den Markt. Das klingt zwar auch toll, ist schön deprimierend / melancholisch aber eben auch wenig überraschend. Die elektronischen Experimente im letzten Drittel geben aber Hoffnung auf den Nachfolger, ich hoffe es geht demnächst mehr in diese Richtung.
Amplifier – Mystoria

Amplifier bleiben weiter unberechenbar und rocken jetzt geradlinig drauflos. Die Gitarrenwände sind laut und das ganze hat Energie ohne Ende aber mir persönlich gefallen die Epischen Amplifier einfach besser.
the Pineapple Thief – Magnolia

Songorientierter, wärmer, direkter – aber irgendwie rauschte das ganze an meinen Ohren vorbei. Wirklich oft gehört kann ich mich nicht positiv an dieses Album erinnern. Doch – ein schönes Cover hat es....
Holly Johnson – Europa

Simple Popmusik die entweder ziemlich geil (vor allen der Titeltrack ist wirklich super) oder aber ziemlich belanglos ist. Leider überwiegt letzteres...
IQ – the Road of Bones

IQ werden immer mehr zu Marillion, mit allen Vor- und Nachteilen. Es klingt toll, ist schön düstern und beeindruckend, aber braucht man tatsächlich eine Band die klingt wie Marillion ?
Bryan Ferry – Avonmore

Ferry bleibt der edle Verführer und liefert die x-te Neuauflage von “Boys and Girls” ab. Das klingt wie immer edel bombastisch (sechs Gitarristen in einem Song – WAHNSINN !!!) aber auch wenig neu und aufregend.
Björn Riis – Lulllabies in a Car Crash

Der Gitarrist von Airbag macht ein Soloalbum das klingt wie seine Hauptband. Ob das jetzt gut oder schlecht ist kann ich wirklich nicht sagen. Nett ist es, ja – nett trifft es am besten.
Die Enttäuschungen des Jahres
Ja – es gab auch wirkliche Fehlkäufe. Also kurz erwähnen und dann für immer vergessen...
Transatlantic – Kaleidoscope

Neal Morse ist ja ein netter Kerl, aber er sollte sich beim Musik machen etwas mehr Mühe geben. In nur zwei Wochen ein Album zusammenzuschustern ist dann doch etwas arg schnell. Einige Passagen sind zwar wirklich gelungen, aber alle Beteiligten können es besser als das was sie hier anbieten und abliefern. Eher Ärgerlich als packend....
Ian Anderson- Homo Eraticus

Wäre ich Brite könnte ich mich eventuell darüber amüsieren, mir blieb die Textliche Ebene verschlossen und Musikalisch ist das 08/15 Altherrenrock. Nein danke – aber wenigstens das Buch ist Optisch schick...
Wiederveröffentlichung
Außer Konkurrenz und ohne Wertung aber zu gut um es zu verschweigen
Steven Wilson – Cover Version

Eher mit einem Augenzwinkern zu verstehen als es Ernst zu nehmen. Wilsons Interpretationen mehr oder weniger bekannter Popsongs sind mal richtig gut, mal auch unfreiwillig komisch aber immer unterhaltsam.
Boris Blank – Electrified

Der Yello Klangtüftler stieg mal ganz tief ins Archiv und beförderte eine riesige Sammlung unveröffentlichter Songs zu Tage von denen einige älter als 35 Jahre sind. Natürlich hört man sofort das dies hier von Boris Blank produziert wurde – aber es ist erstaunlich wie frisch und modern die alten Stücke klingen. Für Yello Fans unverzichtbar, vor allen in der sehr teuren Sammlerbox.














