Hier meine Eindrücke von gestern:
Konzerte sind nicht meine Welt, was sich gestern bestätigte. Immerhin, das Publikum verzichtete weitesgehend auf akustische Entgleisungen und Blitzgewitter, so dass die Atmosphäre eher gen Oper tendierte als zum Rockkonzert. Leider gibt es immer ein paar Massenmenschen und die sitzen dann schräg hinter mir. Mit schrillen Pfeifftönen und Trommelwirbeln auf seinen Knien, kommentierte der augenscheinlich größte Zimmer Fan seine Freude, wurde aber zu später Stund endlich zurechtgewiesen.
Der gute Hans lockerte die kleinen Pausen mit ein paar Anekdoten auf, die aber eher nach konstruierten Publikumsanheizern dünkten: "Morgens um 9 rief mich Ridley an, komm lass uns einen Gladiatorfilm machen? So ein Film mit kurzen Röcken?"
Seltsam auch der als List dargestellte Hinweis, er spreche nun deutsch, weil seine Band das nicht verstünde. Gelästert wurde leider nicht.
Musikalisch pflückte sich Hans durch die Untiefen seines Schaffens und packte sogar Rain Man und der schmale Grat aus. Kracher wie The Rock, Pearl Harbor, Broken Arrow oder Black Hawk Down fehlten leider. Gerade mit letzerem hätte er beweisen können, dass er nicht durchgehend gleich klingt. Schmunzelnd musste ich an diese kürzliche Anmerkung seitens genili71 denken. Schwerpunkt war indessen die Neuinterpretation von "The Dark Knight", die "Why so serious?" mit einigen anderen Stücken aus dem Film zu einem neuen Ganzen variierte. Mein persönliches Hightlight war der Opener "Crimson Tide" und "Chevaliers de Sangreal", letzteres mit Chor als Neuinterpretation. Generell unterschieden sich alle Stücke von der jeweiligen CD und erhielten geschickte Variationen, wirklich gepackt haben mich in diesem Dauertrommelfeuer mit massivem Blinklichtereinsatz nur die beiden zuletzt Genannten.
Richtig ärgerlich und mit der Hauptgrund, warum dieser Event für uns beide zum Reinfall wurde, war der Sound. Ob es an der PA generell lag oder an den harten Flächen der Arena, die den Schall ungünstig reflektierten, kann ich nicht beurteilen. Es ist freilich schon ein Sakrileg klassische Instrumente über limitierende Lautsprecher (wenn bei der Arenagröße auch von Nöten) wiederzugeben, aber in den Ohren rasselnde Blasinstrumente oder ein extrem scharfes Cello, machten das Erlebnis zum tonalen Fiasko. Zum Glück hatte ich Ohropax dabei, anders hätte ich die gut 150 Minuten inklusive Pause nicht überstanden. Die PA klang zudem durchgehend überfordert, aber hauptsache laut, da lobe ich mir meine 8 Watt Röhre.

Gänsehautmomente, wie sie selbst im oftmals kritisierten Kino vorkommen, waren somit unmöglich. Schade, dass man bei solch einem Event auf diese Arenagröße angewiesen ist, die Musik wäre in der Oper besser aufgehoben.
Etwas Gutes hatte der Abend aber: Genervt entschlossen wir uns während des letztes Stückes zur Flucht und entkamen dem vorprogrammierten Stau.