Der Anfang macht aber zuerst das....
Album des Jahres 2017
Paul Draper – Spooky Action (K-Scope)

Das beste Steven Wilson Album bei dem Steven Wilson nicht auftaucht – jedem dem „to the Bone“ wahlweise zu poppig und / oder zu glatt und / oder zu kommerziell war der wurde beim Solodebüt des ehemaligen Mansun Sängers mehr als glücklich.
Ganze 16 Jahre war Funkstille zwischen dem Split von Mansun und seinem Solodebüt – und die Wunden sind noch nicht verheilt. Die bösen Songtitel und -texte sprechen eine eindeutige Sprache: „Spooky Action“ ist eine Abrechnung mit der Vergangenheit. Wie kann man diese Musik am besten beschreiben ? Man nehme eine dicke Portion Radiohead, mische etwas Melodieverliebtheit eines Steven Wilson darunter und garniere das ganze mit einer dicken Portion Alternative Rock der Marke Placebo – fertig ist „Spooky Action“.
Es klingt roh und rupig, fast wie ein Demoband aber das ganze ist perfekt auf den Punkt produziert mit einer Detailreichen Produktion die Ihresgleichen sucht. Harte Gitarrenklänge und seltsame Geräusche treffen auf Radiotaugliche Melodien, manches ist seltsam Noisy nur um dann in einer schönes Melodie zu münden. Nein – einfacher Mainstream ist das hier nicht, man muß sich reinhören und dem ganzen einige Durchläufe gönnen. Hat man sich an das Klangbild gewöhnt wippt man automatisch beim hören mit, Songs wie „Feeling my Heart run slow“, „Things People want“ oder das großartige „Jealousy is a Powerful Emotion“ sind perfekte Ohrwürmer (und ja – Draper liebt lange Songtitel). Ein Album voller Hits, großartiger Musik und tollen Langlaufeigenschaften – sofern man als Hörer bereit ist sich darauf einzulassen. „Spooky Action“ hat all das drin was „to the Bone“ haben sollte und dann nicht hatte. Für mich verdientes Album des Jahres, auch wenn es wohl für die meisten Menschen eher ein Geheimtip sein wird.
--->Who´s wearing the Throusers
--->Grey House
--->Jealousy is a Powerful Emotion
--->Thing´s People want
Und jetzt der Rest vom Musikfest 2017:
Blackfield – V (K-Scope)

Als Blackfield vor 14 Jahren das erste mal zusammenkamen war die Ausgangslage recht einfach: Steven Wilson war der talentierte Indiemusiker aus UK und Aviv Geffen der angehende Popstar aus Israel. 2017 sieht es etwas anders aus: Geffen ist in Israel eine große Nummer und speist mit Politikern des Landes zu Abend während Wilson mittlerweile im Mainstream angekommen ist. Das beide nicht ihr bestes Songmaterial für so ein Projekt verwenden dürfte klar sein und das hört man „V“ leider dann auch an. Obwohl ich nicht unfair sein will – es ist besser als der Schlagerhafte Vorgänger geworden. Es gibt ein paar nette Melodien, Songs wie „October“ umschmeicheln den Hörer mit jede Menge Wohlklang und alle Beteiligten bemühen sich nach Kräften (und Können) das die ganze Geschichte möglichst nett, gefällig und vor allen „Popig“ und gleichzeitig „Indie“ klingt. Das Album ist irgendwie aus der Zeit gefallen, es hätte genauso gut so wie es ist vor 10 Jahren erscheinen können – große Musikalische Entwicklungen gegenüber den Vorgängern gibt es hier nämlich nicht. Das Album dudelt nett vor sich hin, der große Wurf ist es trotz einiger netter und schöner Popsongs dann doch nicht.
--->From 44 to 48
--->Lonely Soul
the Mute Gods - Tardigrades will Inherit the Earth (InsideOut)

Kaum ein Jahr nach dem Debüt schon der Nachfolger – Respekt, da hat jemand aber sehr viel Selbstvertrauen in seine Kreativität. Das Album funktioniert nach dem Motto: „Was einmal funktioniert hat funktioniert auch nochmal ein zweites mal“ und somit ist dann alles klar. Musikalisch dürfen die Gitarren öfters mal etwas härter aufheulen (was Nick Beggs dazu veranlasste von einem „Heavy Album“ zu sprechen) aber ansonsten gibt es Musikalisch die gleiche Kost wie beim letztjährigen Debüt. Handwerklich gelungen aber Musikalisch eher zweite Reihe, zumal diesmal die packenden Songs fehlen. Die Jungs hätten sich doch wohl eher etwas mehr Zeit nehmen sollen, das ganze hat den Hauch von Resteverwertung und klingt wie eine B-Seiten Kollektion.
--->Tardigrades will inherit the Earth
--->We can carry on
Dapayk & Padberg – Harbour (Fenou)

Moderat sind Geschichte, da können mal die anderen Electronic-meets-Pop Bands ran um etwas vom Kuchen abzubekommen. Eva Padberg und ihr Mann Niklas Worgt alias Dapayk sind schon lange dabei und beackern ebenfalls das große Feld des Minimal Techno – halt nur mit dem Unterschied das wir hier die Engelsgleiche Stimme von Eva Padberg hören anstelle von Sascha Ring. Die Beats sind größtenteils asymmetrisch schief bis schräg, die Instrumentierung eher minimal bis spartanisch und es gibt Ausflüge in Jazz und Ambient, garniert mit recht seltsamen Samples. „Harbour“ ist ein wunderschönes Electronic Album geworden, zwar eingängig aber nie kommerziell. Ideal für die Leute die nun eine Musikalische Alternative brauchen für die Lücke die Moderat hinterlassen haben.
--->Watching over you
Depeche Mode – Spirit (Sony Music)

Da haben Sie nun den Salat: eine der letzten großen Kultgruppen auf diesem Planeten macht ein Album das den Fans überhaupt nicht gefallen will – keine schönen Melodien, kein Pop, kaum Elektronik und vor allen keine (offensichtlichen) Hits. Der Hass den „Spirit“ entgegenschlägt ist wohl einmalig, lediglich die ähnlichen Hasstriaden die seinerzeit Metallicas „Lulu“ entgegenschlug sind damit zu vergleichen. Der Witz ist: Der Hass ist unbegründet, das Album ist gut auch wenn man dieses nicht sofort bemerkt. Depeche Mode haben nach langer Zeit mal wieder ein Album aufgenommen bei dem ich das Gefühl habe das sie das wirklich so auch haben wollten - ohne irgendwelche anbiedernden netten Popsongs damit die Fans zufrieden sind. Doch das merkten nur die Menschen die das Album mehr als nur einmal gehört haben...denn die verpassen einen großartigen Song wie „Cover me“.
--->Cover me
--->Where´s the Revolution
Steve Hackett – the Night Siren (InsideOut)

Andere normale Menschen gehen mit 67 Jahren in Rente, Steve Hackett arbeitet unermüdlich weiter und veröffentlicht ohne Pause neue Alben und geht auf Welttournee. Welt ist bei „the Night Siren“ das Stichwort denn Hackett verarbeitet diesmal Musikalische Einflüsse aus diversen Erdteilen, vor allen aus dem Orient und Afrika. Wer jetzt mal eben an seinen alten Genesis Kollegen Peter Gabriel denkt liegt gar nicht mal so falsch, nur mit dem Unterschied das Gabriel dies schon vor 40 Jahren gemacht hat....Bei Hackett geht es naturgemäß auch etwas härter zur Sache, für ein episch-breites Gitarrensolo ist immer Platz. Ein nettes aber auch nicht herausragendes Album, eben typisch Steve Hackett wie man ihn die letzten Jahre immer wieder so oder ähnlich gehört hat. Das Gefühl die ein oder andere Melodie schon einmal irgendwo anders gehört zu haben gibt es gratis dazu....
--->Behind the Smoke
Die Toten Hosen – Laune der Natur (JKP)

Das Punkimage auf das sie ja immer noch pochen nimmt man ihnen mittlerweile nicht mehr so ganz ab und auch Musikalisch schleichen sich manchmal einige recht Schlagerhafte Melodien rein – und das sie jetzt sogar von Helene Fischer gecovert werden ist natürlich der worst-case. Im Grunde weiß man im Vorfeld was man bekommen wird: grundsoliden Hardrock (man kann es auch Punk nennen) mit Refrains die man wunderbar bei Konzerten mitgrölen kann. Hört man aber genauer hin fällt auf das „Laune der Natur“ ein zutiefst Pessimistisches, ja sogar trauriges Album ist. So oft wie noch nie haben sich die Hosen auf einem Album mit den Themen Tod, Verlust, Trauer und Abschied befasst wie hier. So sind die Höhepunkte dann auch die Traurigsten wie bei „Eine Handvoll Erde“ wo sie ergreifend die Beerdigung Ihres Managers Jochen beschreiben oder bei „Kein Grund zur Traurigkeit“ welches vom verstorbenen Schlagzeuger Wölli gesungen wird. Die Zeit der Sauf-Fun-Punk Kapelle scheint endgültig vorbei und ein blödes Sauflied sucht man auch hier vergebens - einzig das fröhlich-alberne „Wannsee“ erfüllt in Teilen das Klischee über die Band, wirkt aber im Albumkontext wie ein Fremdkörper. Ein Album das Oberflächlich gehört Buisness-as-usual ist aber in dessen Tiefe es traurig und rabenschwarz zugeht.
--->Alles passiert
--->Unter den Wolken
Anathema – the Optimist (K-Scope)

Anathema haben sich in ihrer Musikalischen Wohlfühlecke Häuslich eingerichtet...das ist so eine einhellige Meinung, aber überraschen können die Liverpooler immer noch so wie mit dem neusten Werk. Mit „the Optimist“ pickt sich die Gruppe ihren „Helden“ aus A fine Day to Exit raus und läßt ihn eine Reise von San Fransisco nach Springfield unternehmen. Das wird von Anathema Musikalisch sehr Reizvoll in ein sehr Abwechslungsreiches Umfeld verpackt – sanfte Balladen mit Streicher und Piano, etwas Jazz, mal dunkle bedrohlich düstern mit schweren Gitarren oder auch modern elektronisch und verbunden durch Field Recordings die dem ganzen einen Rahmen geben. OK – einen Radiotauglichen Ohrwurm sucht man auch hier wieder einmal vergeblich aber die Glasklare Produktion mit seinem Kraftvollen Sound und den tollen Arrangments macht mächtig Spaß wenn man seine Anlage mal etwas aufdreht. Da fällt es auch kaum auf das mancher Song verdammt dünn unter der Haube ist, gilt nämlich des öfteren wenn man eine Textzeile nur oft genug wiederholt ist das auch ein langer Text. Durchaus hörenswert aber leider trotz des genialen Klangs etwas wenig Tiefgang.
--->Can´t let go
--->Springfield
Marnie – Strange Words and Wierd Wars (Disco Pinata)

Ladytron haben (leider) weiterhin Pause, aber zum Glück macht Sängerin Helen Marnie Soloalben die genauso klingen wie die Musik von ihrer Hauptband. Marnies schöne und recht unverwechselbare Stimme steht natürlich im Vordergrund, Musikalisch gibt es netten eingängigen Electropop mit starker 80iger Schlagseite. Ein Album das man ohne Probleme zu den Gesamtkatalog von Ladytron dazustellen kann was man aber auch ohne das es auffällt zu Human League oder OMD einsortieren könnte – einzig die seltsame VÖ Politik des Labels läßt einiges Stirnrunzeln zurück.... (das Album gab es zunächst nur auf Vinyl und als Download, die CD wurde erst später auf Druck der Fans nachgereicht. Zudem wurde immer wieder das VÖ-Datum der Vinylplatte um Monate verschoben ohne die Fans / Vorbesteller zu informieren).
--->Electric Youth
--->Lost Maps
Steven Wilson – To the Bone (Caroline / Universal)

Steven Wilson will es nun wirklich wissen: Bin ich Mainstreamtauglich ? Also wechsel der Plattenfirma hin zu einem Major, dazu ein dickes Promobudget für aufwändige Videoclips und seinen Frieden mit dem von ihm privat verhassten sozialen Netzwerken hat er auch geschlossen – die Postingfrequenz mit Bildern, Texten und Clips Monate vor der Veröffentlichung war ziemlich hoch...Werbung muß ja schließlich sein. Musikalisch gibt es nun das böse P-Wort: Pop ! Wobei so Poppig wie im Vorfeld befürchtet ist es dann doch nicht geworden, vielmehr geht er auf „to the Bone“ locker-flockig an das Thema Musik ran, so locker wie man es ihm wohl kaum zugetraut hat. Die Fixpunkte sind unüberhörbar Tears for Fears und Talk Talk, zwei große 80iger Kultbands die von Wilson schon seit Jahren immer wieder als Reverenz genannt werden.
Ein Album fast voller...äh...“Hits“, lediglich die Abba-meets-ELO Homage „Permanenting“ geht gar nicht und ist im Albumkontext ein Fremdkörper. Produktionstechnisch wie immer ganz vorne mit dabei (grandioser Klang !!!) ist „To the Bone“ sicherlich neben dem Vorgänger „Hand. Cannot. Erase.“ Wilsons kommerziell breitenwirksames Album geworden. Ob er damit nun wirklich Mainstreamtauglich ist steht auf einem anderen Blatt, denn leicht zu konsumierende Hitparadenmusik ist das immer noch nicht - auch wenn alte Fans berechtigterweise die Ecken und Kanten der Vorgänger vermissen.
--->Pariah
--->Song of I
--->Nowhere now
Big Big Train – Grimspound / the second brightes Star (GEP Records)


Es sollte ja nur eine EP werden doch dann explodierte die Kreativität und Big Big Train hatten kaum ein Jahr nach „Folklore“ ein neues Album fertig. „Grimspound“ beackert (Naturgemäß) das gleiche Feld wie der Vorgänger, wer also immer noch Sehnsucht nach dem alten, frühen Genesis Sound hat der dürfte hier wirklich glücklich werden denn BBT liefern hier wieder eine Tadellose perfekte Arbeit ab. Schöne lange Stücke mit langen Solos und leichten Folk Einschlag ergeben wieder rund 60 Minuten Musik die man am besten in aller Ruhe erkundet. Und die EP ? Die kam dann keine zwei Monate später auch noch, hatte sieben Neue Stücke und nochmal 70 Minuten Laufzeit - diese war mir aber mit ihren depressiven Balladen dann doch etwas too-much.
--->As the Crow flies
Amplifier – Trippin´ with Doctor Faustus (Rockosmos)

Den Preis fürs hässlichste Albumartwork des Jahres 2017 haben Amplifier auf jeden Fall sicher – Musikalisch bleibt die Band unberechenbar wie immer, denn kein Album gleicht dem vorherigen. Nach dem eher sehr zugänglichen epischen „Echo Street“ und dem Poweralbum „Mystoria“ versucht die Band nun beide Pole der vorherigen Alben hier zu vereinen: Man musiziert episch breit und man bleibt gleichzeitig hart und voller Power. Die Gitarrenwände sind Cinemascope-breit aufgeblasen, die Drums rollen durch Stereospektrum und alles ist auf so auf dicke Hose gemacht wie es sich nur noch die Jungs von Muse trauen würden. Wenn man dem Album einige Durchläufe gönnt dann findet man durchaus Gefallen an diesem Breitwandsound – sofern man einen Draht zu solch einem Sound hat. Ist aber generell ein Album auf das man einfach Bock haben muß, ist man schlecht drauf kann es durchaus sein das dies hier eher nervt als unterhält.
--->Kosmos
Kim Seviour – Recovery is Learning (White Star Records)

Es gibt Musiker die haben eine unverwechselbare Handschrift – John Mitchell ist so einer. Egal ob Arena, Frost, Kino, Lonely Robot oder It Bites - die Art und Weise wie Mitchell die Musik in Szene setzt ist relativ gleich und unverwechselbar. Hier ist er als Produzent und Songschreiber für Kim Seviour tätig die bei diversen Bandprojekten von Mitchell für die Backingvocals zuständig war. Auf dem Album liefern die beiden netten aber auch recht harmlosen Pop/Rock ab der ohne Probleme auf diversen Radiostationen laufen könnte ohne groß anzuecken. Richtig gut produziert im typischen Mitchell-Breitwandsound ist das ganze aber durchaus und singen kann Kim Seviour auch wirklich gut – schade das das Songmaterial so 08/15 berechenbar ist, da hilft auch der großartige Sound und das schicke Cover nicht mehr viel.
--->Chiasma
--->Call to Action
Coldplay – Kaleidoscope EP (Parlaphone)

Hand aufs Herz: Hat irgendwer noch einen Pfifferling auf Coldplay gesetzt ? Einst geliebt, mittlerweile leider eher verhasst. Dabei können Chris Martin und seine Jungs sicherlich nichts dafür das die Formatradiosender unserer Republik ihre Songs so lieben, das sie durch Dauerrotation einem leider zum Halse raushängen....dabei wird gerne übersehen das die vier großartige Songschreiber sind - einen Song wie z.B. „the Scientist“ schüttelt man sich nicht so einfach aus dem Handgelenk. Die „Kaleidoscope EP“ mit fünf neuen Songs (so mehr oder weniger) zeigt bestens das es Coldplay immer noch drauf haben, auch wenn ich das Gefühl habe das man hier wirklich fokussiert versucht hat eben keinen Radiohit mit drauf zu machen. Auch wenn das Vergnügen kurz ist zeigt diese EP das Coldplay großartige Songs jenseits des Mainstream machen können...man muß nur mal hinhören.
--->Miracles (Something Special)
Zola Blood – Infinite Games (No Label / Eigenvertrieb über Bandcamp)

Elektronische Popmusik aus Großbritannien geht bei mir immer. Hier leicht melancholisch wie bei Alt-J liefern die Newcomer Zola Blood das wohl schönste Popalbum des Jahres ab. Durch die sehr trick- und abwechslungsreichen Arrangements fällt gar nicht auf das die meisten Songs nur gerade mal vier Minuten dauern. Wunderschön gesungen, immer leicht melancholisch und trotz vieler Elektronik sehr Organisch – tolles Album.
--->Get Light
--->Play out
Eloy – the Vision, the Sword and the Pyre (Artist Station)

Frank Bornemann ist auch so einer der nicht im Traum daran denkt in die Rockerrente zu gehen, obwohl er bereits stolze 72 Jahre alt ist geht es bei ihm immer weiter. Nun also endlich sein Herzensprojekt: die Vertonung des Lebens von Jeanne d´Ark, einer Idee mit der er bereits seit Jahren schwanger ging. Musikalisch geht es zurück zu dem Eloy-Sound der Mit-Siebziger Jahre, also leichte Pink Floyd Anleihen und eine Prise Alan Parsons Project. Abgerundet wird das ganze durch zahlreiche Spoken-Word Passagen die zwar schön die Geschichte weitererzählen mich persönlich aber eher etwas störten weil einfach der Hörfluß dadurch unterbrochen wird. Bornemann hat hörbar an seiner Englischen Aussprache gearbeitet, mit dem Alter dann wohl doch die Einsicht das sein Deutscher Akzent gepaart mit eigenwilliger Betonung doch nicht der Königsweg ist. Das Bornemann aber auch (teilweise zu Recht) das Image eines sehr theoretischen Musikers hat wirkt vieles sehr nach Reißbrett und steril als wie nach ehrlichen Rock´n Roll. Kein schlechtes Album, Handwerklich sogar richtig gut aber eben steril und teilweise etwas kitschig...wir haben halt das Jahr 2017 und eben nicht 1977.
--->Album Teaser
Daniel Cavanagh – Monochrome (K-Scope)

Wenn der Hauptsongschreiber einer Band ein Soloalbum macht dann meistens weil er Songs übrig hat die zur Hauptband vom Stil her nicht passen. Daniel Cavanagh, hauptberuflich Gitarrist und Songschreiber bei Anathema hatte Songs übrig die aber wie die seiner Band klingen. Egal – also ein Soloalbum. Cavanagh übernimmt dann auch Produktion und spielt fast alle Instrumente selber und er kann auch diesmal nicht auf eine Weibliche Stimme verzichten die zur Abwechslung nicht von Lee Douglas sondern von Anneke van Giersbergen stammt. Anathema Fans werden sich sofort heimisch fühlen, all das was die Hauptband ausmacht findet sich auch auf Cavanaghs Soloausflug. Was aber fehlt ist etwas Abwechslung, die knapp 50 Minütige Reise in Moll mit ihren schweren Sounds und Dauermelancholie wirkt auf Dauer reichlich anstrengend. Der ideale Soundtrack um seine Herbstdepressionen zu pflegen – sofern man sowas wirklich braucht.....
--->the Exorcist
--->This Music
















