Sowas finde ich zwar auch interessant, aber viel mehr interessiert mich eure persönliche musikalische Wandlung in der letzten Dekade, und dies schließt eben auch Neuentdeckungen von uraltem Kram ein, der 2010 womöglich schon längst tot gewesen war

Wo standet ihr 2010 mit euren Hörgewohnheiten?
Was habt ihr für euch neues entdeckt?
Was habt ihr hinter euch gelassen?
Ohne vorher groß in Tagebüchern und Co. rumgekramt zu haben kann ich die Jahre folgendermaßen aufdröseln.
Aufgelistet habe ich die Künstler die mir einfach zu dem jeweiligen Jahr als erster einfallen, weil ich sie in diesem Jahr erstmals und/oder besonders viel gehört habe.
Neuentdeckungen 2010:
Devin Townsend
Alice in Chains
Dream Theater
Neuentdeckungen 2011:
Tool
Riverside
Neuentdeckungen 2012:
Opeth
Ayreon
Neuentdeckungen 2013:
Marillion
Neuentdeckungen 2014:
Judas Priest
Neuentdeckungen 2015:
The Cure
Black Sabbath
Mike Oldfield
Neuentdeckungen 2016:
Nick Cave
Stone Temple Pilots
Neuentdeckungen 2017:
Killing Joke
Tom Waits
The Damned
Neuentdeckungen 2018:
siouxsie and the banshees
Bauhaus
Sisters Of Mercy
Neuentdeckungen 2019:
Maudlin of the Well
Type O Negative
The Mission
Wie man sieht habe ich in den ersten jahren ausgiebig Prog gefrönt, der für mich zu diesem Zeitpunkt eine der wichtigsten Entdeckungen überhaupt gewesen ist. Was 2008 mit Porcupine Tree bei mir los ging, setzte sich bis einschließlich 2014 fort, bis ich eine allmählich eine Art Ermüdung empfand und ich mich ein wenig musikhistorisch ohnehin etwas allgemeiner bilden wollte.
Ich wollte mehr klassische Sachen aus dem Metal Bereich kennenlernen und entdeckte Judas Priest und Black Sabbath und Iron Maiden für mich, während ich weiterhin mit Metallica nie so ganz warm werden konnte. Erst 2019 habe ich den Thrash Metal durch Megadeth für mich neu entdeckt und mehr zu schätzen gelernt.
Ab 2015 habe ich durch The Cure den Einstieg ins Gothic-Genre gefunden, was eigentlich nur eine Frage der Zeit war, da ich eigentlich schon durch Stabbing Westwards dafür prädestiniert war, früher oder später in dem Genre abzutauchen.
Mittlerweile habe ich mich im Gothic-Rock bereich so weiträumig durchgehört, dass ich es als mein zweites Standbein bezeichnen möchte.
Alben wie "Bloody Kisses" von Type of Negative oder "gods own medicince" von the mission möchte ich auf gar keinen Fall mehr missen.
2016 habe ich mich kurzzeitig auch mal etwas ausgiebiger mit Grunge beschäftigt und mit Stone Temple Pilots und Mother Lover Bone Künstlern begegnet, die mir allesamt besser gefallen als Nirvana. Von Alice in Chains will ich gar nicht erst anfangen, aber die hatte ich bereits 2010 für mich entdeckt, auch wenn ich sie zu diesem Zeitpunkt lediglich auf "Dirt" reduzieren konnte, bis ich erkannt, dass auch "Facelift" unfassbar geil ist.
Die kurioseste Neuentdeckung war aber wohl Tom Waits, dessen Musik (hierbei spreche ich erstmal nur für alle seine Werke aus den 70ern) fernab allem ist, was ich sonst so bisher gehört habe, doch dieser Kneipenjazz hat mich einfach auf dem richtigen Fuß erwischt. Diese Neuentdeckung muss ich Steven Wilson persönlich verdanken, der "The Heart of Saturday Night" mal in einer Ausgabe der Mint vorgestellt hatte.
Zwischendurch habe ich 2017 auch mal versucht mich im Bereich Hip Hop etwas weiterzubilden und habe diverse Klassiker nachgeholt, wobei "Three Feet High and Rising" von DeLaSoul wohl eine meiner liebsten Entdeckungen aus dem Genre darstellt.
Mehr als alles andere habe ich 2017 aber vor allem Killing Joke gehört. Selten habe ich eine Künstlerneuentdeckung so schnell und weiträumig nachgeholt wie diese Band!
2019 habe ich mich zunehmend wieder etwas stärker dem Prog zurückgewandt und dabei viel alten Kram wie Psychotic Waltz wiederentdeckt, nachdem sie die letzten Jahre bei mir etwas in Vergessenheit geraten waren.
Mein persönliches Entdeckungshighlight 2019 war aber ganz sicher "Maudlin of the Well", die mir klar machten, dass ich doch noch nicht alle Facetten des Progs kenne.
Nebenbei habe ich mich 2019 auch ein wenig mit dem Black Metal anfreunden können durch Künstler wie Agalloch, Summoning und Caladan Brood. Burzum hat mich auch nicht schlecht gefallen, aber da muss man halt gut in der Lage sein Künstler von der Kunst zu trennen :/
Hinter mir gelassen, aber ich Kram, den ich mit 17 ganz gerne gehört habe, mir aber heute irgendwie einfach zu peinlich ist.
Deswegen habe ich mal ganz rigoros unter anderem Linkin Park, Limp Bizkit und Sum41 von meiner Festplatte gekickt.
Und auch beim Prog ist mir klar geworden, dass ich durch meine Präferenz für Düsteres nicht sonderlich viel für den feuchtfröhlichen Neo-Prog Marke Unitopia und Co übrig habe.
Wenn ich an die letzten Jahre zurückdenke habe ich vor allem stets das Düstere gesucht. Und das werde ich wohl auch verstärkt fortführen...
Beim Schreiben ist mir bereits aufgefallen, dass ich etliche anderen Künstler wie Pink Floyd und David Bowie noch nicht genannt habe, aber das sollte auch eine kurze zusammenfassung dessen werden, was mir als aller erstes zu der letzten Dekade einfällt.
Vor allem aber zeigt mir diese Liste gerade selber, dass ich so gut wie keinen wirklich jungen Künstler gehört habe, der in dieser Dekade erst dabei war durchzustarten. Im Prinzip bin ich nur ständig dabei altes aufzuarbeiten - und zur zufällig ist dabei dann auch mal ein aktuelles Album dabei

Wie ist es bei euch?