Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

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Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Sir Jay » 04.08.2025, 11:09

Ein YT-Channel den ich ganz gelegentlich mal ganz gerne konsumiere ist der von Rick Beato.



Wenn man sich seine Videos anguckt könnte man manchmal meinen, dass da eben ein alter weißer Mann darüber klagt, wie viel besser Musik von damals im Vergleich zu heute ist, aber oft sind seine Punkte schon gut nachvollziehbar. In diesem speziellen Video macht er aber auf einen Umstand aufmerksam, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob das die volle Wahrheit ist.

In dem Video geht es um ein Einfluss von reinen professionellen Song Writern auf Popmusik und welchs Kräfteverhältnis zwischen ihnen und den eigentlichen Pop Acts besteht. Demnach haben offenbar die immerselben Leute Songwriting Credits bei Künstlern unterschiedlicher Art und was damit suggeriert wird, ist dass immer weniger Künstler ihre eigenen Songs schreiben.

Was natürlich nicht erwähnt wurde, ist wie es denn früher in den 80ern und 90ern war. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass die Backstreet Boys ihre songs selber geschrieben haben, trotzdem wollte ich annehmen, dass früher die Künstler tendentiell eher ihre eigenen Songs schreiben und das heutzutage seltener wäre.

Eine Recherche bei ChatGPT ergab verblüffenderweise das Gegenteil. Angeblich war es früher sehr viel üblicher zwischen den Performern und Songwritern zu unterscheiden. Ausnahmen sind dann natürlich Prince, Bruce Springsteen oder George Michael, aber mir war nicht bewusst, dass Künstler wie Taylor Swift oder Billie Eilish tatsächlich sich mit eigenen Songwriter Credits profilieren können, womit sie eben den Tina Turners oder Whitney Houstons einiges voraus haben.

Im Nachhinein dürfte es mich eigentlich nicht wundern, wenn in der heutigen Zeit eben Authentizität und Integrität zu einem besonderen Gut wird, allein schon, um sich von dem ganzen AI-Content abzuheben.

Insofern stellt sich aber für mich die Frage. Wird Musik tatsächlich immer unorigineller, oder fällt es jetzt nur mehr auf, weil die immer gleichen Profis (Jack Antaonoff lese ich ständig bei Recherchen) nun fast alles im Hintergrund beliefern?

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von McClane » 05.08.2025, 09:31

Das Video muss ich mir noch anschauen. In Deutschland ist es ja wohl so, dass gerade die angeblich so authentischen Singer-Songwriter oft alle von den gleichen Schreibern beliefert werden. Böhmermann hatte dazu mal einen sehr amüsanten Beitrag gemacht, da musste ich bei deinem Text sofort dran denken.

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von StS » 05.08.2025, 10:36

Songwriter und Producer wie Dr. Luke haben viele Künstler/innen stark geprägt. Oft merkt man mitunter deutlich, wenn das wechselt oder wegfällt. Nicht jeder Singer ist auch ein guter Songwriter, so wie es Taylor Swift, Phoebe Bridgers, Billie Eilish, Sia und Ed Sheeran bspw. sind. Und selbst die nutzen durchaus auch Co-Writer. Ich glaube, das war irgendwie schon immer so. Durch die "Digitalisierung" und allem drum herum ist es heutzutage aber leichter als früher, derart zusammenzusarbeiten, würde ich behaupten.

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von John_Clark » 05.08.2025, 11:26

Ahhhh... ein Thema, welches bei uns im Haushalt sehr oft rauf und runter diskutiert wird. :D Und ich weiss noch nicht mal, wo ich anfangen soll.
Ist heutige Chartmusik (ich bezieh mich jetzt wirklich nur auf all das, was bei uns so im Mainstream-Radio gespielt wird) austauschbar und ersetzbar? Jop. Finde ich. Aber ob dies an den Songwritern liegt oder an der perfekten Marketingmaschinerie hinter Spotify, Algorithmen und Tiktok? Vielleicht aus allen Elementen. Ich habe den Eindruck, früher gings bei Musikern noch darum, mit den eigenen Songs auch eine Geschichte zu erzählen. Höre ich mir "Driving the last Spike" von Genesis an, weiss ich, es ging der Band nicht darum, den perfekt geschliffenen Chartsong zu schreiben, sondern in 10 Minuten die Geschichte der Eisenbahnarbeiter zu erzählen. Höre ich mir das "The Ghost of Tom Joad"-Album von Bruce Springsteen an, dann weiss ich ebenso, ihm ging es nie darum hier in den Charts weit oben zu stehen, sondern das zu sagen, was er eben hat sagen wollen.

Und bin ich gezwungen mir die regionalen Radiosender aus Basel mir anzuhören, es ist mir grösstenteils ein Graus. Jedoch, muss ich auch zugeben, schätze ich aus dem sogenannten Mainstream Künstlerinnen wie Taylor Swift, Lady Gaga, Billie Eilish oder Sia. Mit denen kann ich noch was anfangen. Gute Musik.

Ich hab jetzt noch kurz einen Blick auf die aktuellen Singlecharts, und wären da nicht Ed Sheeran, Linkin Park oder Justin Bieber, würde ich wohl niemanden mehr erkennen. So hat sich die aktuelle Musik halt entwickelt.

Aber... gute Musik existiert für mich nach wie vor. Einfach nicht im "Mainstream". Was die Herren von Gaslight Anthem so produzieren finde ich grösstenteils fantastisch. Dave Hause, Northcote, es gibt sie schon noch, diese tollen Künstler, die zumindest meinen Geschmack treffen.

Und dass Bruce Springsteen vor einigen Wochen Tracks II veröffentlicht hatte (eine Kollektion von 7 bislang unveröffentlichten Alben aus den vergangenen Jahrzehnten) hat mich mal wieder auf einen Releaseday brennen lassen wie es seit langer Zeit kein neuer Film hat fertig bringen können.

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Sir Jay » 06.08.2025, 09:17

die hier bereits genannten - Taylor Switft, Billie Eilish... - sind alles Künstler, die in meiner Bubble nicht stattfinden. Und ich finde es interessant zu sehen, dass andere vermeintlich ähnlich große Künstler wie eben diese Sabrina Carpenter mir völlig fremd sind. :lol:
Dass im Mainstream immer weniger gewagt wird ist für mich jetzt auch keine Überraschung, aber dass es höchst wahrscheilich daran liegt, dass dort weniger Akteuere im Hintergrund eine Monopolstellung haben ist für mich dann die entscheidende Erkenntnis.

Aber eigenltich müsste ich mich mal doch durch den Chart Sumpf kämpfen, um die gleich förmigkeit selbst bestätigen zu können - das wird ne Herausforderung :lol:

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von freeman » 06.08.2025, 15:49

Kauf dir ein einfach ein Best-of des jeweils vergangenen Jahres und dann frag dich selbst, ob du ohne die kleinen Pausen zwischen den Songs ebenjene auseinanderhalten könntest. Ich tippe mal auf nein. :lol:

In diesem Sinne:
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von gelini71 » 06.08.2025, 16:46

Sir Jay hat geschrieben:
06.08.2025, 09:17
Aber eigenltich müsste ich mich mal doch durch den Chart Sumpf kämpfen, um die gleich förmigkeit selbst bestätigen zu können - das wird ne Herausforderung :lol:
Dazu reicht Radiohören, am besten so ein privater Regionalsender. Nach spätestens 2 Stunden läufst Du Amok (so zumindestens geht es mir :lol: )
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Vince » 07.08.2025, 19:00

Gut, dass der Bohli nicht mehr hier ist, der wurde ob des Threadverlaufs Zeter und Mordio schreien. :lol:

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Montana » 16.08.2025, 11:21

Ich denke alles was im Mainstream Radio so läuft ist einfach hoch fokussiertes Marketing. Hoch Produziert / Kalkuliert und vermarktet. Da sitzen Publisher / Songwriter dahinter die Analysieren und dem entsprechen Songs schreiben und Künstlern zuweisen. Dass Ist dann das Gross, dass wir im Radio rauf und Runter hören. Dazwischen gibt es immer mal wieder ein Unicorn, dass vom Mainstream angenommen wird, aber dann auch gross vermarktet wird. Somit denke ich dass einfach vor allem die Massentaugliche Musik weniger interessant wurde (Halt auch den Gewohnheiten der jungen Generation geschuldet, wo alles irgendwie einfach Fastfood sein muss). Daneben denke ich gibt es aber abseits davon immer noch haufenweise gute neue Musik.

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von McClane » 18.08.2025, 10:06

Wobei das früher sicher nicht anders war, heute hat man nur die noch besseren Analyse-Tools. Meine musikalische Jugend fand in den Eurodance-lastigen Nineties statt, zu denen ich und viele andere eine nostalgische Bindung haben, aber dass die entsprechenden Partys zumindest in Köln immer als Trash-Pop-Partys verkauft wurden, sagt glaube ich alles. Da gab es schon immer genug kommerziellen Driss in der Sparte.
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Vince » 19.08.2025, 18:15

Auf jeden Fall. Meine allererste CD zusammen mit Bon Jovis "Keep the Faith" dürfte diese hier gewesen sein:

Bild

Trash pur. Die CD habe ich auch heute noch. Schon damals war auch jedem klar, dass diese Art von Mucke reines Marketing war. Gehört wurde es trotzdem. Ich erinnere mich noch, wie eine Schulfreundin beim Musikripper vom Dienst aus unserer Klasse mit verschämtem Gesichtsausdruck nach Scooters "Hyper Hyper" gefragt hat...

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von SFI » 20.08.2025, 06:12

Hyper Hyper ist natürlich eine Perle, Eurodance sowieso. Trash? Pfff! Es ging um ein Lebensgefühl, Pupertät, Schwimmbad, Sommer, erste Liebe, Freiheit der 90er ... Einzigartig. Meine umfangreiche Eurodance Sammlung läuft immer wieder im Auto und viele Tracks sind an spezielle Momente und Emotionen gekoppelt, die dann wieder lebendig werden. :cool:
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von gelini71 » 20.08.2025, 16:44

Ich halte es nach Charlotte Roche die Sinngemäß mal sagte "Kommerz ist nicht schlecht nur weil er Komerz ist ebensowenig ist Indie nicht automatisch gut nur weil es Indie ist" :wink:
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von McClane » 21.08.2025, 09:10

Noch ein Phänomen ist, wenn man sich die alten "Bravo Hits" und Co. von damals anschaut, die ja in der Regel Doppel-CDs waren. Als Kind und junger Teen lief bei mir oft die eine CD rauf und runter, die voll mit DJ Bobo, Ace of Base, Captain Jack usw. war, während ich heute auf die andere CD schaue und sehe, was damals da schon alles an gutem Indie- und Mainstream-Rock drauf war. Wobei ich auch damals schon Songs auf den "erwachseneren" CDs klasse fand (spontan kommen mir "When Do I Get to Sing My Way" von den Sparks und "Schrei nach Liebe" von den Ärzten in den Sinn).
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von StS » 21.08.2025, 09:40

Ja... solche Songs hab ich auch gehört (weil sie im Radio halt liefen oder auf Partys)... hab mich dabei aber immer ein Stück weit geschämt (same with Miss Spears und Christina z.B.). :wink: Ne Mischung aus Guilty Pleasure und Trash halt...

Britpop war nur sehr bedingt meins ("Common People" ist aber immernoch cool).

90er Musik für mich ist weiterhin rückblickend sowas wie Garbage, Grunge, REM, Tori Amos, Body Count und so.

"Yellowjackets" z.B. hat jene Musik aus der Zeit gut rausgesucht bzw. eingebunden.

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Vince » 21.08.2025, 18:48

Jep, habe vorletzte Woche die erste Staffel Yellowjackets geschaut, da hatte man echt das Gefühl, die Songs wurden von einem Insider zusammengestellt, der damals selbst ganz vorne mit dabei war, so dass ich bei einigen Songs wegen fest verknüpfter Erfahrungen wahrlweise vor Nostalgie zerschmolzen oder wegen negativer Assoziationen zu Eis erstarrt bin.

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Sir Jay » 25.08.2025, 14:07

McClane hat geschrieben:
18.08.2025, 10:06
Wobei das früher sicher nicht anders war, heute hat man nur die noch besseren Analyse-Tools. Meine musikalische Jugend fand in den Eurodance-lastigen Nineties statt, zu denen ich und viele andere eine nostalgische Bindung haben, aber dass die entsprechenden Partys zumindest in Köln immer als Trash-Pop-Partys verkauft wurden, sagt glaube ich alles. Da gab es schon immer genug kommerziellen Driss in der Sparte.
Es war ja auch nie Thema, ob es damals weniger "schlechte" Musik gab, sondern, dass damals der Mainstream vielseitiger war. Du erwähnst Eurodance, ja das war genauso mainstream wie Rock, der widerum durch Namen wie sowohl Gun's'nRoses als auch Nirvana eigene weitläufigkeit bewies.
Es gab auch die Spice Girls und auch The Prodigy und Dr.Dre.


Heutzutage erscheint mir der Mainstream im wahrsten Sinne des Wortes mehr "gestreamlined" sodass es gar nicht mehr so die großen Unterschiede zwischen den größten Namen gibt.

Vllt liege ich mit meiner Wahrnehmung auch falsch, aber das versuche ich ja gerade rauszufinden :lol:

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Vince » 25.08.2025, 18:23

Îch habe das Gefühl auch, nur dass ich es eben nicht empirisch belegen kann. Aber gefühlt gibt es an der Spitze des Mainstreams jetzt einen breiigen Konsens, der seit fast zwei Jahrzehnten immer gleich klingt, und auf der Ebene darunter hört jeder seinen spezialisierten eigenen Kram. Was ja grundsätzlich auch seine Vorteile hat, insgesamt war Musik wohl nie so vielfältig wie heute, weil der Zugang zu Musik viel einfacher geworden ist, es dadurch viel mehr Musik gibt und eine breitere Streuung von Stilen bei Künstlern, die eben nicht auf Verkäufe angewiesen sind, sondern das Ganze eher als Hobby oder Nebenbrot sehen. Aber umgekehrt gibt es eben auch viel Ausschussware.

Früher gab's hingegen die Handvoll relevanter Veröffentlichungen im Monat, die jeder kannte, und wenig darüber hinaus. Und das war oft ein bunter Stilmix. Metallica und Nirvana wurden bei MTV in einem Atemzug genannt, ein Michael Jackson arbeitete auch mal mit Slash zusammen, Crossover verknüpfte Rock, Funk und Rap und so weiter. Vielleicht höre ich auch nicht genug hin, aber ich kann eine Gaga echt keinen Deut von einer Adele, Swift oder Eilish unterscheiden.

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von McClane » 26.08.2025, 09:41

Mein Problem dabei ist: Ich kann zum Mainstream von heute einfach nichts mehr sagen, da der vollkommen an mir vorbei geht. Ich höre kein Radio, schaue mir keine Chartplatzierungen an, habe aber auch das Gefühl, dass es abseits von einzelnen Phänomenen oft auch nicht mehr ganz großen Acts oder Songs einer bestimmten Saison/Periode gibt, über die alle Welt redet.

Aber natürlich müssen wir überlegen, dass,wie Vince schon richtig sagt, sich die Vertriebswege geändert haben und Musik heute anders ans Publikum gebracht wird. Früher haben Viva, MTV und Bravo gewissermaßen bestimmt, was cool und angesagt war, natürlich oft auch geprägt durch den Einfluss der Labels. In den Zeiten von Self-Publishung, YouTube, Spotify & Co. ist es einfacher geworden, trotzdem sein Publikum und eventuell seine Popularität zu finden, wenn Klickzahlen eine neue Währung sind. Man kann natürlich argumentieren, dass es gewisse Gatekeeper immer noch gibt (z.B. Radiosender), aber die haben massiv an Bedeutung verloren.

Umgekehrt habe ich das Gefühl, dass die Diversität des Mainstreams der 1990er auch eine schwierige Sache ist, denn viele Stile wie Rock, Metal und Hip Hop hatten bei Viva & Co. ihre Nischenformate, während man die volle Pop-Breitseite den ganzen Tag über bekam (abgesehen von einzelnen Künstlern und Songs, die mal den Sprung dahin geschafft haben, aber das waren dann meist auch die radiotauglicheren unter den Spartenmusikern).
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von StS » 27.08.2025, 14:45

Heutzutage kommt täglich so viel neue Musik raus wie früher (bspw. In den 80ern) in einem Jahr. Einen wirklichen Überblick außerhalb gewisser Bubbles zu haben, ist geradezu unmöglich. Und der Algorithmus trägt natürlich dazu bei.


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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Sir Jay » 27.08.2025, 14:53

ja das ist nochmal ein ganz anderes und generelles Problem, weil dasselbe trifft auch auf Filme Serien oder Videospiele zu.
Es gibt so viel (mittelmäßigen) "Content", sodass es einen gar entmutigt überhaupt noch irgendwas davon zu konsumieren.

Ich wünsche mir echt die Zeit zurück, wo das Beziehen eines bestimmten Mediums noch mit Aufwand und Strapatzen einherging...

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von SFI » 27.08.2025, 16:18

Ja, nachvollziehbar. Oder die Zeiten, als eine indizierte Seagal DVD aus Österreich noch ein Schatz war. :lol:
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Sir Jay » 28.08.2025, 12:42

ja eben. wenn ich jetzt in den drogerie fachmarkt gehe, der auch ne DVD-Abteilung hat und da liegt dann Tanz der Teufel uncut FSK16 rum, dann ist das für mich ehrlich gesagt eine schlechtere Welt :lol:

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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von SFI » 28.08.2025, 16:23

Wenn ich mir ab und an gebrauchte Scheiben kaufe, dann achte ich bei zwischenzeitlichen FSK 16 Neubewertungen immer darauf, dass ich die alte Auflage bekomme und topfe die Scheibe dann in eine schwarze Hülle um. :lol: :cool:
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Re: Der (verklärte?) Musik von heute ist scheiße - Thread

Beitrag von Vince » 28.08.2025, 18:03

Naja, Laser Paradise & Co. wünsche ich mir nun nicht zurück... Schätze bergen ist immer noch möglich, es sind eben nur nicht mehr die Mainstreamsachen wie Evil Dead. Gibt aber selbst heute noch viel zu viel Ungeborgenes.
Aber gut, das ist Film. Bei Musik nervt mich einerseits, dass immer mehr nur digital verfügbar ist, andererseits sind meine CD-Käufe auch fast auf 0 runtergefahren...

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