Der Joker

Auch Trashfilme haben ihre Daseinsberechtigung.
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gelini71
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Der Joker

Beitrag von gelini71 » 16.01.2009, 07:33

Originaltitel: Der Joker
Deutschland 1987
Regie: Peter Patzak
Drehbuch: Jonathan Carroll , Peter Patzak (nach einer Story von Mortimer Ellis)
Darsteller: Peter Maffay („Jan Bogdan“) , Tahnee Welch („Daniela Santoni“) , Armin Müller-Stahl („Axel Baumgartner“) , Michael York („Dr. Propper“)
Laufzeit: 94 Minuten
FSK: 16 Jahre

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Handlung
Hamburg , Reeperbahn. Ein Killer mit dem Namen „Dr. Propper“ ermordet Drogendealer & hinterlässt als Visitenkarte eine Pik-As Karte. Kommissar Jan Bogdan findet heraus das hinter diesen Morden die Organisation As steckt die mit diesen Morden Andersdenkende abschrecken will. Nach einem Bombenanschlag wird Bogdan schwer verletzt & sitzt dadurch im Rollstuhl. Von privaten Rachegelüsten getrieben will Bogdan Rache für diese Tat...

Kritik
Bis in die 80iger Jahre hinein waren TV Kommissare typische Deutsche Beamte – egal ob Derrick , der Alte oder der Kommissar. Action stand nie im Vordergrund , eher die langsame Ermittlung & man war im TV sogar Stolz darauf sich von den US Krimis abzuheben – bis Schimanski kam. Schimanski fluchte wie der letzte Penner , sah mit seiner beigen Schmuddeljacke auch fast wie einer aus & mit ihm zog so was wie die Action in die TV Wohnzimmer. Das Publikum liebte diesen unkonventionellen TV Ermittler & ohne den Erfolg von Schimanski wäre wohl ein Film wie „Der Joker“ nie entstanden , dessen Optik & Atmosphäre stark an den Ruhrpottkommissar erinnert , allerdings nicht dessen Charme hat.

Regie führte der Österreicher Peter Patzak , der einige Jahre zuvor mit der Serie „Kottan ermittelt“ einen Überraschungshit geschaffen hat , der seiner Zeit um Jahre voraus war & heute zu Recht als Kult gilt (wer Kottan noch nie gesehen hat sollte dies schleunigst nachholen). Wer jedoch bei „Der Joker“ einen ähnlichen schrägen Humor erwartet der wartet vergebens – „Der Joker“ ist so todernst das er nur unfreiwillig komisch wirkt. Einer der Hauptgründe liegt an seinem Hauptdarsteller.

Wer immer auf die totale Schnapsidee gekommen ist dem Rocksänger Peter Maffay die Hauptrolle anzubieten sollte sofort seines Postens enthoben werden. Der Mann mag ja ein guter Musiker & Songschreiber sein – ein Schauspieler ist er nicht , was man sich bereits in den ersten Minuten äußerst Bildhaft ansehen kann. Maffay läuft die gesamte Laufzeit mit dem selben gleichen Gesichtsausdruck rum , der ungefähr so wirkt als ob ihm einer die gesamte Zeit auf seinem Fuß steht. Dazu sein recht starkes Nuscheln wenn er redet , so das man die doofen Dialoge kaum versteht (Absicht ?). Richtig kultig sind seine Sprechpausen – die sind nur geil. Beispiel: „Ich habe ihnen gesagt (Pause Pause Pause Pause) das dies so nicht geht“ – einfach wunderbar , was das soll habe ich zwar nicht rausgefunden aber es hört sich cool an.

Aber auch der Rest der Besetzung liefert hier nicht gerade eine Glanzleistung ab. Armin Müller Stahl schaut immer recht Bemitleidenswert aus der Wäsche. Seine Eindimensionale Rolle lässt dem Zuschauer keine Wahl als sofort zu wissen , das sein Kommissar Baumgartner etwas mit den Morden zu tun hat. Michael York macht aus dem Killer Dr. Propper (was für ein Rollenname !!!) noch das beste & steht die gesamte Zeit cool rum. Als Optischer Leckerbissen darf dann noch Tahnee Welch mitmachen , deren einzige Reverenz die Tatsache ist das ihre Mutter die 60´s Sexbombe Rachel Welch ist. Zugegeben – Tahnee sieht verdammt gut aus (was durch enge Kleider & kurze Röcke noch verstärkt wird) aber Schauspielern kann sie nicht.

Da viele Ausländische Schauspieler bei dieser Produktion mitgemacht haben (warum ist mir Schleierhaft – wir haben in Deutschland doch genug talentierte Schauspieler) wurde dieser Film auf Englisch gedreht & dann sehr schlecht Syncronisiert. Der gesamte Ton hat Null Atmosphäre & wirkt steril wie ein OP Saal. Darüber wurde dann in fast jeder Szene eine dicke Musiksoße gegossen , die viel zu laut , unpassend & penetrant nach vorne gemischt wurde. Die Musik wurde von Maffay Freund Tony Carey gemacht & der im Film zu hörende Song „Bedtime Story“ soll einige Jahre später als „Room with a view“ ein Hit werden (= beide Songs klingen total gleich , sogar der Text ist ähnlich).

Nun könnte man über all das noch hinwegsehen wenn der Film wenigstens gut wäre. Aber das Drehbuch ist teilweise so konfus das man Streckenweise kaum versteht um was es geht , dazu kommen noch dumme Dialoge sowie witzlose Witze ohne Timming. Ich hatte mehr als einmal den Eindruck das Szenen beim Endschnitt rausgefallen sind , so zerfahren wirkt das ganze. Spannung kommt auch keine auf , so das man als Zuschauer sehnsüchtig auf den Timecounter des DVD Players blickt & hofft das das ganze bald zu Ende geht.

Ein Film der nicht überzeugen kann mit einem Untalentierten Hauptdarsteller (wofür Maffay nix kann – der ist ja im Hauptberuf Musiker) , gelangweilten Nebenfiguren , Null Spannung & einer wirren Handlung. Erinnerungswürdig ist einzig das gute Aussehen von Tahnee Welch sowie der lustigen Tatsache das in jeder zweiten Szene irgendwie immer Moppen zu sehen sind weil irgendeine Tussi sich blank zieht – warum auch immer.

Aber etwas zu lachen gibt es aber doch – und zwar der Moment wenn der gelähmte Bogdan auf einmal wieder laufen kann. Das ist moderner Ausdruckstanz auf den jeder Straßenbreakdancer Stolz wäre. Und dann noch ein toller Rechtschreibfehler im Abspann – „Zweite Kameraass“ – Aua , das tut weh.

Fazit
Es gibt ja Menschen die behaupten man kann gar nicht einen Film mit Null Punkten bewerten – all diese Besserwisser haben noch nie ein Machwerk wie „Der Joker“ gesehen. Hier ist schlicht & einfach alles schlecht was schlecht sein kann , selbst einfache TV Krimis der damaligen Zeit waren spannender & besser als dieser Müll. Unterm Strich bleibt eine schöne Tahnee Welch aber das reicht bei weitem nicht aus dem ganzen einen Punkt zu geben. Wenn ihr Euch selber quälen wollt dann kauft Euch diese DVD.
:liquid0:

Die DVD – die technischen Details
Menü , Bild , Ton und Extras
Menü Standtafeln mit Musik. Bild ist bis auf einzelne Artefakte in Ordnung , der Ton etwas unausgewogen abgemischt. Als Bonus gibt es Marketing üblich jede Menge Texttafeln & Trailer sowie die Alternativen Englische Vor- & Abspänne.

Die DVD von Marketing ist FSK 16 und uncut.
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von SFI » 16.01.2009, 07:47

LOL, der Film ist so trashig, kein Wunder das ich bisweilen noch nie Notiz von dem genommen habe. :lol:
Die affektive Struktur der Klimakrise

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Beitrag von freeman » 16.01.2009, 08:59

Der hatte auch mal ne Phase, wo der absolut regelmäßig im TV lief, seit kurzem isser aber komplett von der Bildfläche verschwunden. Vielleicht hat der Peter, der Maffay den endlich aufgekauft und eine Ausstrahlung verboten? Der kam sogar im Kino! Gesehen hab ich den immer nur Auszugsweise ... denn da kommt ja einiges zusammen: Die Warze Maffay, deutscher Film, Tatorthandlung, räudige 80er Optik, schlimme Frisuren ... Hau mir ab! :lol:

In diesem Sinne:
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Beitrag von Seemi » 16.01.2009, 10:49

Vll sollte Zweite Kameraass, zweite Kameraassistenz heissen.

Eigentlich müsst ich mir den Film mal anschaun, ich mein, man weiss das Gute nur zu schätzen, wenn man auch das Schlechte gesehen hat.
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"Bevor ich mein Kaffee nicht hab, lass ich mich nicht foltern!" (Jackson)

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