Kurzreview Staffel 8
Das Versprechen der Macher beim 8. Einsatz von Jack Bauer alles besser & anders zu machen entpuppt sich dann doch nur als hohle Phrase. Mehr noch: Staffel 8 ist tatsächlich sogar eine Art Best-of der letzten 7 Staffeln: Ein Maulwurf in der CTU , Atomare Bedrohung , böse Russen , böse Araber , Folter bis die Schwarte kracht & auch Chloe hat immer noch schlechte Laune. So einfache Bedürfnisse wie Hunger , Durst oder Müdigkeit existieren ebenso wenig wie ein leerer Handyakku. Einzige Neuerung: Jack Bauer hat tatsächlich während diesen Tages einmal Sex !
Die erste Hälfte dieser Staffel zieht sich dann auch recht Spannungsarm & langatmig ohne großen Höhepunkt wie ein zäher Kaugummi. Vieles wirkt wie das abarbeiten einer to-do Liste , viele Folgen enden nicht einmal mehr mit einem Klippenhänger. Es gibt diesmal sogar Füllerfolgen ohne große Aussage – Höhepunkt ist da sicherlich die fast einstündige Schießerei die zwar gut in Szene gesetzt wurde , aber auch höchst langweilig daherkommt.
Die 8. Staffel von „24“ hat zwei große Hauptprobleme:
1. Es fehlt ein richtiger Bad Boy der über die gesamte Staffel hinweg mal dem ganzen richtig Zunder gibt. Stattdessen gibt es viele Kleine Bad Boys die dann für 2 bis 3 Folgen mal auf dicke Hose machen dürfen um dann entweder festgenommen oder getötet zu werden.
Das im letzten Drittel dann sogar noch mal Ex Präsident Charles Logan aus der Versenkung geholt wird ist praktisch der Offenbarungseid der Macher. Ideenlosigkeit pur.
2. Die eigentliche Haupthandlung ist dünn wie Esspapier & interessiert absolut nicht. Die Story um einen Friedensprozess in einem fiktiven Islamischen Land dürfte zwar die Seher in den USA die Seele streicheln & soll wohl die USA als große Friedensmacht zeigen , ist aber letztendlich „24“ unwürdig & gibt vor allen Dingen nix her.
Natürlich ist auch diese Staffel verdammt edel & mit viel Aufwand in Szene gesetzt worden. Das man ein sehr hohes Budget zur Verfügung hat sieht man der Serie zur jeder Sekunde an. Nur beim Design der neuen CTU Zentrale in New York sind die Macher dann doch etwas übers Ziel hinausgeschossen – wirkt diese Licht / Glass Räumlichkeit eher wie der verworfene Entwurf für eine neue Star Trek Kommandozentrale. Trash Höhepunkt ist sicherlich der Verhörraum mit seinem nach mehreren Seiten zu öffnenden automatischen Schiebetüren.
Fast wäre man dabei als Zuschauer diese Staffel in den Mülleiner zu werfen wenn die Macher sich für die letzten 6 Folgen dann doch was neues haben Einfallen lassen. Jack Bauer mutiert zum schwarzen Racheengel & macht alles platt was sich ihm in den Weg stellt. Das ist herrlich Politisch inkorrekt & macht auf eine perverse Art sogar richtig Spaß. Wäre die gesamte Staffel so wie die letzten Folgen – „24“ hätte sich dann tatsächlich neu erfunden , hätte dann aber ein noch größeres Moralproblem.
Somit bleibt aber nur ein nüchternes Fazit: Die einstige Erfolgsserie ist im 8. Aufguß eine sehr laue Angelegenheit geworden bei dem eher die Langeweile als Spannung aufkommt. Wenigstens bekommt Jack Bauer ein (wie ich finde) würdiges Ende. Staffel 8 kommt als ganzes bei mir nur auf

da helfen auch die letzten 6 sehr bösen Folgen nicht mehr.
Witzig übrigens die penetrante Schleichwerbung für diverse Produkte – besonders dreist bei Toyota in der Vorletzten Folge wo man ganz ausführlich gezeigt bekommt wie man mit Hilfe des eingebauten Monitors perfekt rückwärts aus einer Parklücke kommt.

Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note