Stop! Oder meine Mami schießt!
Verfasst: 05.12.2005, 22:15
Stop! Oder meine Mami schießt!

Originaltitel: Stop! Or My Mum Will Shoot
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1992
Regie: Roger Spottiswoode
Darsteller: Sylvester Stallone, Estelle Getty, JoBeth Williams, John Wesley, Al Fann, Ving Rhames u.a.
Nicht nur Arnie versuchte ausgetrampelte Actiongenrepfade gen Komödie zu verlassen. Auch Sly probierte sich einige Male im komischen Sujet. Da war die seltsame Komödie Der Senkrechtstarter mit Dolly Parton, die bis auf 3 brüllkomische Szenen wirklich NICHTS zu bieten hatte, zumal einem das Gountrygejaule von Frau Parton eh spätestens nach dem ersten Song nur noch auf den Zeiger ging. Mit dem Louis de Funès Remake Oscar – Vom Regen in die Traufe legte Sly dann eine grandiose Bauchlandung hin und der Film wurde zum Nagel seines vorläufigen Karriere-Sarges. Erst mit Cliffhanger sollt er sich eindrucksvoll zurückmelden. Das er auch als Komiker durchaus Talent hat, zeigte er in Stop, oder meine Mami schießt ...
Joe Bornowski ist das, was man wohl als toughen Cop bezeichnen würde. Kein Gangster macht ihm wirklich Kopfzerbrechen und kein Auftrag ist gefährlich genug und dennoch schlottern ihm derzeit die Knie. Was lässt einen Mann wie Joe so Zittern? Es ist ein kleines Energiebündel, dass einfach alles über unseren starken Helden weiß: Wann der Pullermann im Reißverschluss fest hing oder wie lange die Bettnässerphase ging und die im Besitz von kompromittierenden Bildern aus Joes Vergangenheit ist: Seine Mutter!
Und sie krempelt bei ihrem Besuch Joes Leben gehörig um. Frühmorgens wird gesaugt, die Waffe gründlich geputzt, das Frühstück steht pünktlich auf dem Tisch, Schlaflieder werden angestimmt und sogar Schnitten für die Arbeit werden geschmiert ...! Doch leider ist das nicht alles, denn mit ihrer unbekümmerten Art stolpert Joes Mum mal eben in den Wirkkreis von Waffenhändlern, die es nun auszuhebeln gilt.
Bei diesem Film stimmt einfach alles. Den italienischen Testosteron Hengst als harten Hund zu sehen, der in Wirklichkeit nicht mal seine Mutter überstimmen kann, ist einfach zu köstlich. Man sitzt einfach immer nur breit feixend vor dem TV wenn Estelle Getty mit ihrer patenten Art Joes (und freilich auch Slys) Machoimage demontiert und Sly immer sichtlich zur Kapitulation gezwungen wird. Das ist alleine schon von der Idee her genauso grandios wie Arnold Schwarzenegger einen Schwangeren spielen zu lassen. Nur hier funktioniert das ganze Storykonstrukt auch – im Gegensatz zu dem hysterisch doofen Junior. Dies liegt vor allem an folgenden Punkten:
1. Die Chemie zwischen Sly und Getty ist grandios.
2. Die genussvolle Zerpflückung des 80er Jahre Action Prototypen macht einfach Laune und verhindert, dass Sly, sich mit der Rolle übernimmt, denn im Grunde muss er nur dasselbe machen, wie früher auch: den harten Kerl geben. Einzig einen betröppelten Gesichtsausdruck musste er sich noch draufschaffen und schon sind ihm die Lacher sicher.
3. Regisseur Spottiswoode vergisst nicht Slys Wurzeln und so entfesselt er ab und zu kleine Actionfeuerwerke, die für eine derartige Familienkomödie fast schon zu brachial geraten sind.
4. auch der Humor abseits der Klischeeaushebelung funktioniert ordentlich.
Somit haben wir hier eine Actionkomödie, die den Begriff auch wirklich mal verdient. Dass es keine Blutfontänen gibt, dürfte bei einer FSK 12 selbstverständlich sein, ist hier aber auch so überflüssig wie ein Kropf. Stop oder meine Mami schießt ... und trifft, mitten ins Popcornfanherz.

Die DVD von Universal ist freilich uncut und in bietet in Bild und Ton solide Technik.
In diesem Sinne:
freeman

Originaltitel: Stop! Or My Mum Will Shoot
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1992
Regie: Roger Spottiswoode
Darsteller: Sylvester Stallone, Estelle Getty, JoBeth Williams, John Wesley, Al Fann, Ving Rhames u.a.
Nicht nur Arnie versuchte ausgetrampelte Actiongenrepfade gen Komödie zu verlassen. Auch Sly probierte sich einige Male im komischen Sujet. Da war die seltsame Komödie Der Senkrechtstarter mit Dolly Parton, die bis auf 3 brüllkomische Szenen wirklich NICHTS zu bieten hatte, zumal einem das Gountrygejaule von Frau Parton eh spätestens nach dem ersten Song nur noch auf den Zeiger ging. Mit dem Louis de Funès Remake Oscar – Vom Regen in die Traufe legte Sly dann eine grandiose Bauchlandung hin und der Film wurde zum Nagel seines vorläufigen Karriere-Sarges. Erst mit Cliffhanger sollt er sich eindrucksvoll zurückmelden. Das er auch als Komiker durchaus Talent hat, zeigte er in Stop, oder meine Mami schießt ...
Joe Bornowski ist das, was man wohl als toughen Cop bezeichnen würde. Kein Gangster macht ihm wirklich Kopfzerbrechen und kein Auftrag ist gefährlich genug und dennoch schlottern ihm derzeit die Knie. Was lässt einen Mann wie Joe so Zittern? Es ist ein kleines Energiebündel, dass einfach alles über unseren starken Helden weiß: Wann der Pullermann im Reißverschluss fest hing oder wie lange die Bettnässerphase ging und die im Besitz von kompromittierenden Bildern aus Joes Vergangenheit ist: Seine Mutter!
Und sie krempelt bei ihrem Besuch Joes Leben gehörig um. Frühmorgens wird gesaugt, die Waffe gründlich geputzt, das Frühstück steht pünktlich auf dem Tisch, Schlaflieder werden angestimmt und sogar Schnitten für die Arbeit werden geschmiert ...! Doch leider ist das nicht alles, denn mit ihrer unbekümmerten Art stolpert Joes Mum mal eben in den Wirkkreis von Waffenhändlern, die es nun auszuhebeln gilt.
Bei diesem Film stimmt einfach alles. Den italienischen Testosteron Hengst als harten Hund zu sehen, der in Wirklichkeit nicht mal seine Mutter überstimmen kann, ist einfach zu köstlich. Man sitzt einfach immer nur breit feixend vor dem TV wenn Estelle Getty mit ihrer patenten Art Joes (und freilich auch Slys) Machoimage demontiert und Sly immer sichtlich zur Kapitulation gezwungen wird. Das ist alleine schon von der Idee her genauso grandios wie Arnold Schwarzenegger einen Schwangeren spielen zu lassen. Nur hier funktioniert das ganze Storykonstrukt auch – im Gegensatz zu dem hysterisch doofen Junior. Dies liegt vor allem an folgenden Punkten:
1. Die Chemie zwischen Sly und Getty ist grandios.
2. Die genussvolle Zerpflückung des 80er Jahre Action Prototypen macht einfach Laune und verhindert, dass Sly, sich mit der Rolle übernimmt, denn im Grunde muss er nur dasselbe machen, wie früher auch: den harten Kerl geben. Einzig einen betröppelten Gesichtsausdruck musste er sich noch draufschaffen und schon sind ihm die Lacher sicher.
3. Regisseur Spottiswoode vergisst nicht Slys Wurzeln und so entfesselt er ab und zu kleine Actionfeuerwerke, die für eine derartige Familienkomödie fast schon zu brachial geraten sind.
4. auch der Humor abseits der Klischeeaushebelung funktioniert ordentlich.
Somit haben wir hier eine Actionkomödie, die den Begriff auch wirklich mal verdient. Dass es keine Blutfontänen gibt, dürfte bei einer FSK 12 selbstverständlich sein, ist hier aber auch so überflüssig wie ein Kropf. Stop oder meine Mami schießt ... und trifft, mitten ins Popcornfanherz.

Die DVD von Universal ist freilich uncut und in bietet in Bild und Ton solide Technik.
In diesem Sinne:
freeman