Bone Tomahawk

Filme abseits des Actiongenres mit Actionhelden (irgendwie so in der Art).
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McClane
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Bone Tomahawk

Beitrag von McClane » 02.01.2016, 09:46

Bone Tomahawk

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Originaltitel: Bone Tomahawk
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2015
Regie: S. Craig Zahler
Darsteller: Kurt Russell, Richard Jenkins, Patrick Wilson, Zahn McClarnon, Lili Simmons, David Arquette, Evan Jonigkeit, Kathryn Morris, Sid Haig, Michael Paré, Sean Young, James Tolkan u.a.

Ein edel besetzter B-Western mit Horrorelementen: In „Bone Tomahawk“ entführt ein Stamm von Kannibalen mehrere Einwohner des Städtchens Bright Hope. Sheriff Kurt Russell und ein kleiner Rettungstrupp jagen den Schurken nach, während neben Sean Young, Sid Haig und James Talkon auch Michael Paré einen Gastauftritt als reicher Geschäftsmann hat.

:liquid7:

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Beitrag von StS » 02.01.2016, 11:34

Allein schon aufgrund der Besetzung wäre der schon bei mir im Player gewandert. Die guten Stimmen unterstreichen das noch zusätzlich. Bin gespannt.

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John_Clark
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Beitrag von John_Clark » 02.01.2016, 12:14

Haben muss!

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Beitrag von freeman » 25.01.2016, 09:35

Sehr interessanter Film. Auf dem Papier irgendwie trashige B-Kost wird auf der Leinwand ein elegisch ausgebreiteter Schauspielerfilm draus, in dem jeder Mime seinen Moment zum Glänzen abbekommt. Aufgrund seiner Langsamkeit wirken die eh schon derben Attacken der Menschenfresser richtiggehend verstörend brachial in ihrer Vorwärtsgerichtetheit. Die damit verbundenen Splattereinlagen sind obendrein ziemlich derb geraten. Die unter den Bilder schwelende Spannung ist grandios und die heraufbeschworene Atmosphäre mehr als stimmig. Der sich untermischende, gegen Ende immer grimmiger werdende Humor sorgt für weitere Zusatzpunkte. Wurde toll unterhalten!
:liquid8:

In diesem Sinne:
freeman

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Beitrag von Vince » 25.01.2016, 10:30

Auf den freu ich mich inzwischen sehr. Muss nur noch was günstiger werden.

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Beitrag von LivingDead » 25.03.2016, 12:35

S. Craig Zahlers Film merkt man seine Leidenschaft zum Genre des Western jeder Minute an. Zwar beginnt der Film mit einem kurzen Prolog, indem schon einmal der Richtungswechsel im Schlussakt angedeutet wird, doch konzentriert sich Zahler infolgedessen vor allem auf das Quartett, welches sich auf die Suche nach den verschleppten Opfern der sogenannten Troglodyten begibt. Dabei orientiert er sich deutlich an jenen sphärischen Westernfilmen, die sich Zeit für Naturaufnahmen und detaillierte Charakterzeichnungen nehmen. So bezieht der Film seine Spannung vor allem aus der Interaktion der Suchenden untereinander und bietet sogar Raum für immer wieder aufblitzenden Humor. Der beschriebene Richtungswechsel in Richtung Horror kommt dann erst spät, doch ziemlich heftig, sodass die vom expliziten Splatter gezeichneten Szenen den ein oder anderen Western-Fan vor den Kopf stoßen könnten. Doch gerade aus diesem Konglomerat bezieht der Film seine Stärken, der zwar weder als waschechter Horror denn als reiner Western bezeichnet werden möchte, doch die tollen Darsteller, die grimmige, melancholisch angehauchte Stimmung und der harte Showdown machen aus "Bone Tomahawk" eine freudige Abwechslung im staubigen Western-Genre.
Gute :liquid7:
Mit freundlichem Gruß
LivingDead

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Beitrag von Vince » 18.09.2016, 09:06

S. Craig Zahlers Regiestil, den wir hier erstmals begutachten dürfen, mag manchen Teilen des Publikums zu langatmig und ereignislos sein, doch gerade auf der endlos erscheinenden Reise durch die ausgedörrte Steppe mit all ihren kleinen Vorkommnissen entfaltet "Bone Tomahawk" seinen besonderen Reiz. Als es im ersten Akt noch um das auslösende Moment und schnelle Entscheidungen zur Bewältigung des aufgekommenen Problems geht, inszeniert Zahler durchaus mit einem Bewusstsein für die fliehende Zeit, lässt die Charaktere aber schon hier sehr besonnen und überlegt agieren. Hitzige, theatralische Gemüter, wie Hollywood sie im Sinne der Dramatik ständig offeriert, sind nicht das seine, und so schaut Kurt Russel hinter seinem Hateful-Eight-Backenart lediglich mit traurigen Augen drein; selbst Patrick Wilson, dessen Frau hier immerhin entführt wird, wirkt zwar verzweifelt, aber niemals hemmungslos.

Wie über einen selbstverständlichen Schwur verknüpft das Skript nun die Schicksale vierer Männer (neben Russell und Wilson noch Matthew Fox und Richard Jenkins), die gemeinsam losziehen, um eine Frau, einen Mann des Sheriffs und einen Gefangenen aus den Klauen eines bestialischen Kannibalenstamms zu befreien. Der Realismus, mit dem diese Tortur angegangen wird, übertrifft die Mythologisierung des unbekannten Stammes, der über keine eigene Sprache verfügt, sondern über einoperierte Blasvorrichtungen kommuniziert. Handicaps spielen eine gewichtige Rolle für den Ablauf der Geschehnisse; nicht nur nimmt ein alter Mann an der Odyssee teil, auch leidet der Ehemann der Vermissten an einer ernsten Beinverletzung und kann sich nur mit Krücken fortbewegen. Noch dazu belastet eine unausgesprochene Fehde zwischen zweien der Männer die Situation. Vergleichbar mit "Der 13. Krieger" werden die Gegner auf der anderen Seite trotz menschlichen Ursprungs dämonisiert; hochgewachsene, weiß gefärbte, gepiercte Gestalten, die außer Neugier und Neid kaum Gefühlsregungen zu kennen scheinen und reuelos alles töten, was ihnen im Weg steht.

Ein, zwei Szenen bedienen später auf besonders grauenvolle Weise das Horror-Genre, diese Spitzen unterstützen aber das gemäßigte Gefühl, mit dem Zahler sonst zu Werke geht. Interessanterweise bedient seine raue Westernwelt nicht ausschließlich ein monotones Spektrum an Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, sondern hin und wieder auch Schimmer des Humors.

Das Sitzfleisch ist jedenfalls gut investiert, sofern man daran interessiert ist, einmal dem cineastischen Overemphasizing zu entgehen und eine bodenständige, harte, trockene Geschichte zu erleben.
:liquid7: ,5

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Re: Bone Tomahawk

Beitrag von StS » 23.05.2022, 14:59

S. Craig Zahler´s „Bone Tomahawk“ (2015) ist ein von seinen Hauptrollen (Kurt Russell, Richard Jenkins, Patrick Wilson und Matthew Fox) über die mittelgroßen (Lili Simmons und David Arquette) bis hin zu den kleinen (u.a. Sean Young, Kathryn Morris, Michael Paré und Sig Haig) mit lauter bekannten Gesichtern rundum anständig besetzter 132-minütiger Low-Budget-B-Movie-Western mit markanten Horror-Elementen. Erzählt wird eine traditionelle, gradlinige Geschichte: Ein besonders fieser Stamm amerikanischer Ureinwohner (Troglodytes) entführt zwei „Weiße“ aus einem kleinen Örtchen, nachdem ein Diebes-Duo zuvor deren Stammes-Gebiet betreten Schrägstrich „entweiht“ hatte – worauf vier tapfere Männer (s.o.) kurzerhand entschlossen zu einer „Rettungs-Mission“ aufbrechen…

Zahler nimmt sich bei seinem Film viel Zeit – führt alles „geruhsam“ ein und erhöht auch nach dem Aufbruch des Quartetts das Tempo nicht wirklich. Die Strapazen der Reise (durch karge Landschaften) werden dem Publikum nachempfindbar präsentiert – die Dialoge kommen mal mit Humor versehen, mal lakonisch, mal inhaltlich belanglos daher. Dank der Darsteller bleibt man als Zuschauer „am Ball“ – und wird zudem regelmäßig durch verdammt brutale Gewaltausbrüche förmlich „aufgerüttelt“. Über den betreffenden Stamm erfährt man indes kaum etwas – sie sind halt vor allem bedrohlich und agieren „derbe“ (dämonisiert-überzeichnete Höhlenmenschen). Insgesamt ein sehenswerter, aber langer Streifen (rund 10-15 Minuten hätten problemlos entfernt werden können)…

:liquid7:

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