Schlechtester Cage-Film? Sicher, dass der alle gesehen hat?
The Surfer
Der Strand als ein Ort kafkaesker Bedrängnis. Aus dem Traum von Freiheit wird ein Kampf gegen Windmühlen, der zum Scheitern verdammt ist. Scheint so, als sei Regisseur Lorcan Finnegan mit seiner Wohnungssuche seit „Vivarium“ keinen Deut weitergekommen, denn dies ist ein weiterer seiner Alpträume, die von einer unstillbaren Sehnsucht nach einer inneren Zuflucht angetrieben werden.
Ein manisch-besessener Nicolas Cage steuert gegen jede Vernunft mitten durch alle Widerstände, zu denen auch ein garstiger Julian McMahon gehört, der zum Schluss noch einmal so richtig einen raushaut. Das grinsende Vakuum, das er verkörpert, ist gewissermaßen eine formlose Parabel auf sämtliche Gangbosse der Filmgeschichte. Ein würdiger Gegner selbst für einen Cage.
Was sich daraufhin zunächst zu einem überstilisierten Mano-à-Mano-Thriller entwickelt, der im orangeroten Saft des eigenen Color Gradings schmort, gerät dann zu einer Lehrstunde des eskalierenden Surrealismus. Nicht unähnlich Aronofskys „Mother!“ wird eine Vertigo-Spirale in Gang gesetzt, bei der mulmige Situationen in psychologischen Terror umschlagen, bis die Hauptfigur vollständig dekonstruiert ist. Es ist die beste Phase des Alptraums, eine mit Wut, Verzweiflung und nackter Angst gefüllte Seifenblase, die keinen Raum zum Atmen lässt.
Mit dem Twist vor dem letzten Akt verliert er dann seine Intensität, seine Präzision... und letztlich sein Ziel aus den Augen. Der soziale Horror verblasst, während der Autor krampfhaft auf der Suche nach einem schlüssigen Ausklang ist... und keinen findet, keinen zumindest, der so zufriedenstellend wäre wie der Blick vom Surfbrett auf die Bucht. Kein Herzschlagfinale, aus dem man mit pochendem Herzen erwachen würde, sondern unmotiviertes Plätschern im Wind.
Trotzdem ist „The Surfer“ ein hübsch anzusehendes Negativbild der bisherigen Träume des Träumenden, eine andere Seite der gleichen Medaille. Unangenehm, beklemmend, und dennoch auf bizarre Weise einer dieser Wacky-Cage-Streifen, die man einfach nur abgefahren finden kann.
Gute
