Vermächtnis d. Tempelritter / Vermächtnis d. geheimen Buches
Verfasst: 16.10.2006, 00:23
Das Vermächtnis der Tempelritter

Originaltitel: National Treasure
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Jon Turteltaub
Produktion: Jerry Bruckheimer
Darsteller: Nicolas Cage, Harvey Keitel, Jon Voight, Diane Kruger, Sean Bean, Justin Bartha, David Dayan Fisher, Christopher Plummer, Oleg Taktarov, Stewart Finlay-McLennan, Mark Pellegrino u.a.
"The Rock", "Con Air", "Gone in 60 Seconds". Drei Filme und dreimal die Kombination Jerry Bruckheimer und Nicolas Cage. Und was haben die treuen Cage Fans vor allem nach "The Rock" aufgejault. Ihr Nicolas Cage in einem Actionblockbuster? Zum Glück geriet der Film zu einem wahren Actionhighlight, das nicht zuletzt von dem brillanten Zusammenspiel Cage/Connery profitieren konnte. Doch spätestens bei dem reinen Machoactioner "Con Air" war für viele der Fans der Bogen überspannt. Gone in 60 Seconds geriet dann zu einem mittelmäßigen 08/15 Actioner, der zudem finanziell gesehen ziemlich enttäuschte und bei dem sich viele fragten, wieso dieser Film einen so hochklassigen Cast vor der Kamera versammeln konnte. Tja und nun ist es also Zeit für den Cage/Bruckheimer Film Nummer vier. Bei diesem hatten insbesondere die Trailer im Vorfeld nicht wirklich einen besonderen Eindruck bei mir hinterlassen ... Trailer mies, die gemeinsamen Projekte von Bruckheimer und Cage mit fortschreitender Zahl immer schlechter ... wie würde das wohl weitergehen? Dementsprechend bin ich mit eher niedrigen Erwartungen an den Film herangegangen.

Und ich wurde im positivsten Sinne überrascht. Es geht um Ben Gates, seines Zeichens Mitglied einer Familie, die, bis auf seinen Vater, fast schon fanatisch nach einem sagenumwobenen Schatz der Templer suchte. Schon vielen Hinweisen ist Ben nachgegangen und kurz nach Einstieg des Filmes findet er bei einer Expedition im hohen Norden den ultimativen Hinweis auf den Schatz. Glaubt er. Es deutet nämlich alles darauf hin, dass das Geheimnis des Schatzes auf der Rückseite der Unabhängigkeitserklärung vermerkt ist! Sein Partner bei dieser Expedition, Ian Howe, beschließt daraufhin die Unabhängigkeitserklärung zu stehlen.
Dieser Plan ist selbst Ben zuviel, also trennt man sich auf sehr explosive Weise. Nun versucht Ben zu verhindern, dass die Unabhängigkeitserklärung in die Hände Howes gerät. Und da Gates niemand glauben will, beschließt er Feuer mit Feuer zu bekämpfen und stiehlt seinerseits die Erklärung. Als dies gelingt, hat er endgültig Blut geleckt und es entspinnt sich eine immer verzwickter werdende Schatzsuche und ein Wettlauf gegen FBI und Howe ...
Die Geschichte ist freilich weit hergeholt, doch welche Geschichten über Schatzsuchen sind das nicht? Und außerdem: ein Bruckheimer Film mit innovativer Story? Neeeeee. ;-). Für 2 Stunden und ein paar Minuten funktioniert die Geschichte aber hervorragend, lässt Aktion auf Aktion folgen und macht dank guter Figurenzeichnung sehr viel Spaß. Nur zum Ende hin macht sich die Überlänge des Filmes bemerkbar und ein zwei "Wir werden den Schatz nie finden" Ausbrüche hätte man zugunsten eines kompakteren Filmes gerne beiseite lassen können.

Nicoals Cage als Ben Gates macht seine Sache hervorragend und er trägt den Film mühelos, ohne sich schauspielerisch verausgaben zu müssen. Dass der Film nicht zu einer reinen Cage Show verkommt liegt an den tollen Nebenfiguren. Justin Bartha als Riley und somit Gates Sidekick hat die Lacher mehr als einmal auf seiner Seite und liefert eine absolut sympathische Vorstellung. Auch die alten Haudegen Christopher Plummer, Jon Voight und Harvey Keitel machen ihre Sache hervorragend, stinken aber gegen Sean Beans Bösewicht Howe locker ab. Bean macht zwar einen ziemlich abgerissenen Eindruck, aber sein Charakter hat mir hervorragend gefallen. Endlich mal ein Bösewicht, der sich nicht dümmer gebärdet als der Held und dem zugestanden wird, den gleichen Intelligenzquotienten zu haben wie sein guter Kontrapart. Der einzige Nachteil von Beans Bösewicht ist, dass er immer einen Schritt zu spät kommt, mehr nicht. Sehr schön
Kommen wir zu dem Ärgernis des Filmes: Diane Krüger. Ok, ok, Geschmäcker sind verschieden, deshalb hole ich ein wenig aus: Wir erinnern uns noch alle an Troja? Wer spielte da Helena, die schönste Frau der Antike? Richtig! Die Diane. Was für eine tolle Idee. Eine Schauspielerin, deren Können sich in "zeigt ihren Arsch" - "zeigt ihren Arsch nicht" erschöpft! Eine Frau, die Charisma, Ausstrahlung, Charme und Erotik einer Scheibe trocken Brot in sich vereint. Eine Frau, die die Ehre erhält, sich selbst synchronisieren zu dürfen und das mit einer solchen Leidenschaft in ihrem Timbre erledigt, dass man den Eindruck haben könnte, in der Antike waren alle Frauen immer bekifft. Ich fasse zusammen: Die Frau, die den ohnehin unerträglichen Troja zu einem einzigen Ärgernis gemacht hat! Tja und die hat man nun für das Vermächtnis der Tempelritter reaktiviert und ääääh, na ja, diesmal zeigt sie nicht mal ihren nackten Arsch!!!

Zum Glück hat John Turteltaub, der hier seinen ersten actionreicheren Kracher ablieferte, den Film gut genug im Griff, um diese Schwäche zu überspielen. So fährt er ein paar Aufnahmen auf, die die Handschrift des Produzenten Bruckheimer offensichtlich verraten und die man von Turteltaub nie erwartet hätte, die ihm aber gut zu Gesicht stehen. Trevor Rabins Score unterstreicht die Bilder hervorragend und hat ein paar nette Themen mit Wiedererkennungswert an Bord.
So bleibt ein rundum gelungener Spaß, der sein offensichtliches Vorbild aber nicht einmal annähernd erreicht. Trotzdem könnte man sich Indiana Jones gut als Kinogast dieses Filmes vorstellen, und ich denke, der Film hätte ihm auch Spaß gemacht: Keine Schlangen, keine Spinnen, keine Nazis, dafür ein paar geile Helikopteraufnahmen ;-) und ein Typ, der genauso besessen nach Schätzen sucht, wie er selbst. Wo er vielleicht zusammengezuckt wäre, sind die "geschichtlichen" Hintergründe und die Tatsache, dass man exotische Schauplätze wie den dichten Dschungel oder weite Wüsten durch den urbanen Großstadtdschungel ersetzte. Und genau wie ich, würde sich Indy vermutlich sagen: Naja, vielleicht beim nächsten Mal ...

Die deutsche DVD von Buena Vista ist mit einer FSK 12 uncut ...
In diesem Sinne:
freeman

Originaltitel: National Treasure
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Jon Turteltaub
Produktion: Jerry Bruckheimer
Darsteller: Nicolas Cage, Harvey Keitel, Jon Voight, Diane Kruger, Sean Bean, Justin Bartha, David Dayan Fisher, Christopher Plummer, Oleg Taktarov, Stewart Finlay-McLennan, Mark Pellegrino u.a.
"The Rock", "Con Air", "Gone in 60 Seconds". Drei Filme und dreimal die Kombination Jerry Bruckheimer und Nicolas Cage. Und was haben die treuen Cage Fans vor allem nach "The Rock" aufgejault. Ihr Nicolas Cage in einem Actionblockbuster? Zum Glück geriet der Film zu einem wahren Actionhighlight, das nicht zuletzt von dem brillanten Zusammenspiel Cage/Connery profitieren konnte. Doch spätestens bei dem reinen Machoactioner "Con Air" war für viele der Fans der Bogen überspannt. Gone in 60 Seconds geriet dann zu einem mittelmäßigen 08/15 Actioner, der zudem finanziell gesehen ziemlich enttäuschte und bei dem sich viele fragten, wieso dieser Film einen so hochklassigen Cast vor der Kamera versammeln konnte. Tja und nun ist es also Zeit für den Cage/Bruckheimer Film Nummer vier. Bei diesem hatten insbesondere die Trailer im Vorfeld nicht wirklich einen besonderen Eindruck bei mir hinterlassen ... Trailer mies, die gemeinsamen Projekte von Bruckheimer und Cage mit fortschreitender Zahl immer schlechter ... wie würde das wohl weitergehen? Dementsprechend bin ich mit eher niedrigen Erwartungen an den Film herangegangen.

Und ich wurde im positivsten Sinne überrascht. Es geht um Ben Gates, seines Zeichens Mitglied einer Familie, die, bis auf seinen Vater, fast schon fanatisch nach einem sagenumwobenen Schatz der Templer suchte. Schon vielen Hinweisen ist Ben nachgegangen und kurz nach Einstieg des Filmes findet er bei einer Expedition im hohen Norden den ultimativen Hinweis auf den Schatz. Glaubt er. Es deutet nämlich alles darauf hin, dass das Geheimnis des Schatzes auf der Rückseite der Unabhängigkeitserklärung vermerkt ist! Sein Partner bei dieser Expedition, Ian Howe, beschließt daraufhin die Unabhängigkeitserklärung zu stehlen.
Dieser Plan ist selbst Ben zuviel, also trennt man sich auf sehr explosive Weise. Nun versucht Ben zu verhindern, dass die Unabhängigkeitserklärung in die Hände Howes gerät. Und da Gates niemand glauben will, beschließt er Feuer mit Feuer zu bekämpfen und stiehlt seinerseits die Erklärung. Als dies gelingt, hat er endgültig Blut geleckt und es entspinnt sich eine immer verzwickter werdende Schatzsuche und ein Wettlauf gegen FBI und Howe ...
Die Geschichte ist freilich weit hergeholt, doch welche Geschichten über Schatzsuchen sind das nicht? Und außerdem: ein Bruckheimer Film mit innovativer Story? Neeeeee. ;-). Für 2 Stunden und ein paar Minuten funktioniert die Geschichte aber hervorragend, lässt Aktion auf Aktion folgen und macht dank guter Figurenzeichnung sehr viel Spaß. Nur zum Ende hin macht sich die Überlänge des Filmes bemerkbar und ein zwei "Wir werden den Schatz nie finden" Ausbrüche hätte man zugunsten eines kompakteren Filmes gerne beiseite lassen können.

Nicoals Cage als Ben Gates macht seine Sache hervorragend und er trägt den Film mühelos, ohne sich schauspielerisch verausgaben zu müssen. Dass der Film nicht zu einer reinen Cage Show verkommt liegt an den tollen Nebenfiguren. Justin Bartha als Riley und somit Gates Sidekick hat die Lacher mehr als einmal auf seiner Seite und liefert eine absolut sympathische Vorstellung. Auch die alten Haudegen Christopher Plummer, Jon Voight und Harvey Keitel machen ihre Sache hervorragend, stinken aber gegen Sean Beans Bösewicht Howe locker ab. Bean macht zwar einen ziemlich abgerissenen Eindruck, aber sein Charakter hat mir hervorragend gefallen. Endlich mal ein Bösewicht, der sich nicht dümmer gebärdet als der Held und dem zugestanden wird, den gleichen Intelligenzquotienten zu haben wie sein guter Kontrapart. Der einzige Nachteil von Beans Bösewicht ist, dass er immer einen Schritt zu spät kommt, mehr nicht. Sehr schön
Kommen wir zu dem Ärgernis des Filmes: Diane Krüger. Ok, ok, Geschmäcker sind verschieden, deshalb hole ich ein wenig aus: Wir erinnern uns noch alle an Troja? Wer spielte da Helena, die schönste Frau der Antike? Richtig! Die Diane. Was für eine tolle Idee. Eine Schauspielerin, deren Können sich in "zeigt ihren Arsch" - "zeigt ihren Arsch nicht" erschöpft! Eine Frau, die Charisma, Ausstrahlung, Charme und Erotik einer Scheibe trocken Brot in sich vereint. Eine Frau, die die Ehre erhält, sich selbst synchronisieren zu dürfen und das mit einer solchen Leidenschaft in ihrem Timbre erledigt, dass man den Eindruck haben könnte, in der Antike waren alle Frauen immer bekifft. Ich fasse zusammen: Die Frau, die den ohnehin unerträglichen Troja zu einem einzigen Ärgernis gemacht hat! Tja und die hat man nun für das Vermächtnis der Tempelritter reaktiviert und ääääh, na ja, diesmal zeigt sie nicht mal ihren nackten Arsch!!!

Zum Glück hat John Turteltaub, der hier seinen ersten actionreicheren Kracher ablieferte, den Film gut genug im Griff, um diese Schwäche zu überspielen. So fährt er ein paar Aufnahmen auf, die die Handschrift des Produzenten Bruckheimer offensichtlich verraten und die man von Turteltaub nie erwartet hätte, die ihm aber gut zu Gesicht stehen. Trevor Rabins Score unterstreicht die Bilder hervorragend und hat ein paar nette Themen mit Wiedererkennungswert an Bord.
So bleibt ein rundum gelungener Spaß, der sein offensichtliches Vorbild aber nicht einmal annähernd erreicht. Trotzdem könnte man sich Indiana Jones gut als Kinogast dieses Filmes vorstellen, und ich denke, der Film hätte ihm auch Spaß gemacht: Keine Schlangen, keine Spinnen, keine Nazis, dafür ein paar geile Helikopteraufnahmen ;-) und ein Typ, der genauso besessen nach Schätzen sucht, wie er selbst. Wo er vielleicht zusammengezuckt wäre, sind die "geschichtlichen" Hintergründe und die Tatsache, dass man exotische Schauplätze wie den dichten Dschungel oder weite Wüsten durch den urbanen Großstadtdschungel ersetzte. Und genau wie ich, würde sich Indy vermutlich sagen: Naja, vielleicht beim nächsten Mal ...
Die deutsche DVD von Buena Vista ist mit einer FSK 12 uncut ...
In diesem Sinne:
freeman




