
Originaltitel: Monaco Forever
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1984
Regie: William A. Levey
Darsteller: Charles Pitt, Nancy Brock, Danielle Rome, Jean-Claude Van Damme, Angelini Bandini, Mrs. Nardini, Bill White, Nancy Zinzell, Martha Ferris u.a.
Ein Mann hat gerade im Bett von zwei Frauen versagt und wird dafür recht unverblümt ausgefeiert. Also haut er ab und erklärt in gebrochenem Deutsch, dass dies ein ziemlich beschissener Tag sei. Wie er wohl darauf kommt? Kurz darauf wird er von einem netten Autofahrer mitgenommen. Dieser beginnt gleich an ihm herumzukrabbeln und ihm eindeutige Avancen zu machen. Als unser Held ankündigt, die Schwuppe verdreschen zu wollen, hält der hilfsbereite Fahrer an und erteilt unserem Helden eine Lektion in Sachen Körperbeherrschung. Etwas weniger großspurig wandert unser Held weiter, trifft einen alten Mann, ein paar durchgeknallte Italienerinnen und eine Frau, die einen Tisch an einem See fotografieren will. Mittendrin hat er immer mal Flashbacks aus dem dritten Reich ...


"Wenn Sie die Geschichte verstanden haben, erklären Sie sie bitte dem Unwissenden neben Ihnen ..."
Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich einer Erklärung harren muss, denn leider saß keiner neben mir, der diesen wirren Schwachsinn auch nur ansatzweise verstanden hätte. Ich glaube auch, dass wenn jemand neben mir gesessen hätte, er auch eher ziemlich amüsiert über diesen Stumpfsinn gewesen wäre, als ihn irgendwie intellektuell reflektieren zu wollen. Denn einen echten Zusammenhang zwischen minutenlangen Strandausritten bei schönem roten Sonnenuntergangslicht oder Tandemfahrradfahrten und Bildern von Juden aus einem Konzentrationslager oder von einem Reden schwingenden Adolf Hitler vermochte ich nicht auszumachen. Dafür bricht man bei diversen seltsamen Einlagen einfach mal ungebremst in hektisches Gelächter aus. Da wäre der komplett kaputte Auftritt von Filmdebütant Jean Claude van Damme als Brokeback Mountainer, der dem Helden gerne mal zwischen die Beine langt und in breitem Französisch irgendwas von einem athletischen Körper labert. Kurz darauf sehen wir ihn, wie wir ihn sehen wollen: Kickend und posend und schwups, entschwindet er gen Sonnenuntergang. Alle Lacher danach sind dann ähnlich unfreiwilliger Natur, aber spätestens wenn eine Ische ABSICHTLICH eine Weinflasche auf dem Kopf des Helden zerkloppt und sich gleich danach wieder rührend um ihn kümmert, wird's schon arg bekloppt und bleibt das Lachen im Hals stecken. Wenn dazwischen der Held als SS Offizier verkleidet eine Sekretärin zum Strippen ermuntert und das dann mit einer Warner Bros. Cartoon ähnlichen Ausblende beendet wird, greift man sich schon an den Kopf. Vor allem, weil selbiger zu schmerzen beginnt: Warum spricht der Held gebrochenes Deutsch, wenn er doch Amerikaner zu sein scheint? Was soll der Nazisubplot? Was soll das Diebesgelaber? Was wollten die Italienerinnen? Und vor allem: Wer dreht denn bitte so ne Rotze? Viele Fragen. Und ganz ehrlich, die Antworten interessieren mich net wirklich. Wobei man Fairerweise zugeben muss, dass die Karre vom van Damme vermutlich das Teuerste an dem Film war - und das, wo sie hundertpro nur geliehen war. Nur, niedriges Budget als Grund für filmischen Auswurf zu bemühen, ist imo einfach zu feige, vor allem, wenn der "Film" auch ansonsten nicht viele Elemente an Bord hat, die man mit Filmen so allgemein verbindet. Ergo sieht er wirklich räudig aus, besteht aus einem Minimum an langweiligen und noch langweiligeren Einstellungen und atmet ein Tempo und eine Hektik, die ein schlafender Hund beim verträumten vor sich Hinfurzen ausstrahlt. Darstellerisch gehen dann genauso schnell die Lichter aus, wie bei der Beleuchtung dieses Humbugs. Egal ... wenigstens gibts Moppen ...
Peinliches Frühwerk eines unserer Actionrecken, der dabei noch am Besten davon kommt, muss er doch nicht allzu lange durch den Film ibbeln. Der Rest spottet wirklich jeder Beschreibung und wirkt wie zusammenhangloses Stückwerk ... Als filmische Jugendsünde sicher eine Entdeckung wert, nur mehr als einmal wird man sich das Ding kaum zu Gemüte führen ...
Dieser Kurzfilm (30 Minuten) wurde unlängst zum ersten Mal überhaupt auf der E-M-S Special Edition von Until Death als Bonusmaterial veröffentlicht! Der Film wurde deutsch untertitelt, was bei dem wilden Sprachmix: Französisch, Italienisch, Englisch und Deutsch auch dringend notwendig ist ...
In diesem Sinne:
freeman





