[CD] H-Blockx - Get in the Ring

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[CD] H-Blockx - Get in the Ring

Beitrag von Vince » 02.03.2007, 00:15

H-Blockx
Get in the Ring (Limited Edition)

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Technische Daten
Label: BMG / Supersonic
Laufzeit: 56:11 Min.
Anzahl der Tracks: 14
Extras: 2 Bonustracks
Booklet: 12 Seiten
Verpackung: Digipak

Tracklist
01. C'Mon - feat. B&K von Das Department (3:39)
02. The Power - feat. Turbo B. (4:06)
03. Get in the Ring - feat. Dr. Ring-Ding (5:00)
04. All Season Love (3:53)
05. You're the One (3:34)
06. Don't Bring Me Down (4:02)
07. Berlin - Monsta City - feat. B&K von Das Department (4:08)
08. Witnezz (R U Wit' Me???) (4:05)
09. Come Bad (4:01)
10. Million Miles (4:20)
11. Lost my Mind (3:53)
12. Ring of Fire - feat. Dr. Ring-Ding (3:03)
13. Someday Somehow (Bonustrack; 3:56)
14. Saw Her Smiling (Bonustrack; 4:31)


Kritik
Richtig akzeptiert bei der Kritik waren die Münsteraner ja ohnehin nie. Die Streetcredibility war auch immer eher gering ausgeprägt... mit zunehmendem Alter dann auch wirklich zu Recht. “Time to Move” von 1994 habe ich aber noch als ultimativen Sensations-Straßenfeger in Erinnerung. Das Album ist fest in meinen Jugenderinnerungen verankert und hat deswegen wohl auch einen nicht ganz so objektiven Stand bei mir. Aber man muss auch einfach konstatieren, dass die H-Blockx ziemlich im Alleingang den Crossover in Deutschland salonfähig gemacht haben. Auf ihnen bauten dann deutsche Acts wie die Guano Apes, die Donots oder Die Happy auf. Das muss dann auch mal ansprechend gewürdigt werden.

Wenn man sich dann aber partout nicht mit dem fortschreitenden Alter anfreunden will und sich verzweifelt an alte Dinge klammert, wirkt das irgendwann erbärmlich. Gut, Sly hat wider Erwarten gerade einen Achtungserfolg mit “Rocky Balboa” gelandet, aber im Medium Film hat man natürlich auch ganz andere Möglichkeiten, angemessen zu altern. Da kann man gut oldschool bleiben und sich auf anderen Bereichen zur Reife entwickeln.

“Get in the Ring” ist aber im Resultat nur noch peinlich und hat letztendlich dafür gesorgt, dass ich schweren Herzens mit der Band gebrochen habe. Alleine die Guest Acts, die eingeladen worden, sorgen für gepflegtes Kopfschütteln und stellen in Frage, was genau hier eigentlich bezweckt wurde.

Wo sich in “Discover my Soul” und “Fly Eyes” fragmentweise ernstere Töne und nachdenklicheres Songwriting einmischten, ist das vierte Studioalbum nicht nur über das Cover ein peinliches Zugeständnis an den Erstling, der noch in der Euphorie des Aufstiegs einer Münsteraner Schulkappelle entstanden ist. Das Resultat ist ein aufgesetztes Partyalbum mit Clowns wie Dr. Ring-Ding, die sich hier featuren dürfen - warum auch immer. Von Richard Alexander Jung, so sein bürgerlicher Name, hört man heute zu Recht überhaupt nichts mehr.

So wird dann also der Johnny Cash-Klassiker “Ring of Fire” zelebral vergewaltigt, in dem die Reggae-Rap-Nervensäge ihre Textdünstungen auslässt, und nicht nur das, ausgerechnet damit wird dann noch als Singleauskopplung hausieren gegangen. Aber als wäre das noch nicht genug, wird mit “The Power” gleich noch ein zweites Cover ausgekoppelt.

Dabei hätten die Jungs doch eigentlich genug eigenen Stoff, den man unter die Leute hätte bringen können. “All Season Love”, eine Alternative-Rock-Nummer, zeigt zumindest schon mal ganz nette Ansätze. Später begegnet uns mit “Million Miles” der mit Abstand beste Track des Albums, der angenehm an die größten Momente der Bandgeschichte erinnert und sie womöglich gar übertrumpft. Hätte man in diese Richtung weiterexperimentiert, das hätte was werden können.
Auch “Don’t bring me down” lässt sich gut an, rockt gut und hat einen catchy Refrain, erinnert mitunter auch stark an das, was die Guano Apes in ihrer Zeit so veröffentlicht haben.

Dann sind da aber auch wieder diese Wannabe-Partyrockstücke wie “You’re the One”, die im Stil von Puddle of Mudds “She hates me” um Hörergunst betteln. Überhaupt nicht geht das megaprollige “Berlin - Monsta City”, das textlich (aber auch über seine primitiven Riffs) echt unterste Hip Hop-Schublade ist und dermaßen unglaubwürdig daherkommt, dass der Kessel pfeift. Aber kein Problem: Vom darauf folgenden “Witnezz (R U Wit’ Me???)” wird es nochmals klar unterboten. Rehabilitiert, könnte man da sagen...

In diesen Tracks wird per Guest Acts aber zumindest das Defizit verborgen, dass Sänger Henning die Vocals ohne seinen Sidekick Dave Grappa bestreiten muss. Der hatte die Band nämlich 2000 verlassen. Und nun ist Henning zwar recht sympathisch, aber sein Gesangstalent ist nun mal limitiert. Vor allem die tiefen Stimmlagen sind sein Terrain, und auf Dauer wird das ein wenig eintönig, wenn man nicht einen aufgekratzten Rapper / Shouter neben sich stehen hat, der die nötige Abwechslung reinbringt.

Gerade deswegen hätte man sich gewünscht, dass die H-Blockx sich einfach mal endgültig von ihrem Crossover-Rap verabschiedet und auf andere Tugenden gesetzt hätten. Letztendlich ist das größte Problem von “Get in the Ring”, dass man den Jungs spätestens hier nicht mehr das gegenseitige Zuschieben von Credibility abnimmt. Mit der Einladung des unsäglichen Dr. Ring-Ding haben sie dann ihren letzten Kredit verspielt. Hier und da sticht mal ein wenig alte Klasse heraus, aber das meiste ist dann doch Füllstoff, den niemand wirklich gebraucht hätte.
So long, guys...
:liquid3:

Extras
Für Käufer der (inzwischen wohl ausverkauften, teilweise aber noch für 8€ feilgebotenen) limitierten Digifassung warten noch zwei Bonustracks, was bedeutet, dass das Album nicht ganz so fade ausläuft (eigentlich steht “Ring of Fire” am Ende). So gibt es das slowrockige, reggaemäßige “Someday, Somehow” und das flamenco-salsa-eske “Saw Her Smiling” noch als Puderzucker obendrauf.
:liquid3:

Artdesign
Hmm, okay. Auf “Time to Move” gab’s einen Hai auf dem Cover, jetzt sind’s gleich acht... ist “Get in the Ring” deswegen jetzt achtmal so gut? Das denke ich nicht, Tim.
Ich habe auch ehrlich gesagt keine Ahnung, was mir dieses Cover sagen soll. Dass Haie ein größeres Koordinationsvermögen haben als Delphine? Dass Haie schwul sind? Wo sie ja immerhin dem Schwanz ihres Vordermanns hinterherschwimmen. Oder dass Johnny Cash gelogen hat, als er sang “I fell into a burning ring of fire”? Ist ja immerhin ein Ring of Water...
Immerhin ein Digipak in der limitierten Fassung.
:liquid3:

Fazit
“No Excuses” lautet der Titel des Folgealbums aus 2004. Dabei hätte ich mir für “Get in the Ring” wirklich eine Entschuldigung gewünscht. Ein paar in die Jahre gekommene ehemalige Crossoverhelden machen hier einen auf Spaßgranaten und Homies - ohne Erfolg. Die wenigen guten Ansätze sind der Rede nicht wert. Finger wech, anderes Album kaufen gehen, feddich.

Testequipment
AIWA NSX-SZ315

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Beitrag von freeman » 02.03.2007, 00:45

Oh, LOL, ein dicker Verriss ... pöse H Blockx ;-). Konnte mit der Band noch nie was anfangen. Ihre Vorreiterfunktion in allen Ehren, aber die sind wirklich sowas von komplett an mir vorbeigegangen ... Derbst. Das The Power Ding kenne ich zumindest von dem ziemlich dämlichen Video und Ring of Fire ooch ... Habe dann immer schnell umgeschaltet, wenn die kamen :lol:

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 02.03.2007, 00:51

Aber kanz pöhse! :wink:
Ist halt auch wieder so ne Nostalgiesache. Die werden immer nen bisschen einen Stein bei mir im Brett haben, zumal, als das Time to Move so angesagt war, da gings erstmals so richtig ab mit Mädels und so... :lol: Schöne Erinnerungen halt. Und die Blockx waren halt die bessere Alternative zu den New Kids on the Block. :wink:

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Beitrag von freeman » 02.03.2007, 01:13

Vince hat geschrieben:Aber kanz pöhse! :wink:
Ist halt auch wieder so ne Nostalgiesache. Die werden immer nen bisschen einen Stein bei mir im Brett haben, zumal, als das Time to Move so angesagt war, da gings erstmals so richtig ab mit Mädels und so... :lol: Schöne Erinnerungen halt. Und die Blockx waren halt die bessere Alternative zu den New Kids on the Block. :wink:
Shit ... jetzt wird mir manches klar. Mädchen also ... H-Blockx ... ich habe ja zu der Zeit echt New Kids on the Block gehört. Hangin' Tough von NKOTB ist ja nunmal so was von hart im Vergleich zu H-Blockx. Aber wenn ich das so sehe, habe ich also in meiner Jugend schlimme Fehler gemacht ... Deshalb klappts net mit den Weibern ... Dammich ... oder zum Glück? Bin mir gerade unschlüssig ... :lol:

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