[CD] Stabbing Westward - Stabbing Westward

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[CD] Stabbing Westward - Stabbing Westward

Beitrag von Sir Jay » 12.06.2007, 14:45

Stabbing Westward - Stabbing Westward
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Technische Daten:
Vertrieb: Koch Records
Erscheinungsjahr: 2001
Laufzeit: 44:00
Anzahl Tracks: 10
Verpackung: Jewel Case

Trackliste:
01. So far away
02. Perfect
03. I remember
04. Wasted
05. Happy
06. The only Thing
07. Angel
08. Breathe you in
09. High
10. Television


Nein, ich habe nicht den Band Namen ausversehen zweimal hingeschrieben; das vierte und letzte Album der Industrial Rocker aus Chicago ist tatsächlich selftiteled.
Welch Ironie, dass sie mit dem Album Titel "Stabbing Westward" welcher, wenn man die Band kennt, eigentlich für harten, schnellen depresiven Rock steht, eine völlig neue Musikrichtung anbieten, die vollkommen im Widerspruch zum vergangenen Output der Gruppe steht.
Doch es musste sich einiges ändern. Da "Darkest Days" völlig zu Unrecht nicht ganz an den Erfolg von Wither Blister Burn and Peel anknüpfen konnte, kam es zum Streit mit Columbia Records, und SW durfte sich erstmal ein neues Label suchen.
Und da landen Chris Hall und Co. zusammen mit Neuzugang Derrek Hawkins bei den Koch Records, und dachten sich bei all diesen neuen Umständen auch gleich mal ganz andere Musik zu machen.

Das Ergebnis ist ein ansich wunderschönes Album mit einigen echt tollen Titeln, die aber eben so sehr vom Ur Geiste der Band abweichen, das Hardcore Fans, das Werk zerrissen haben.
Die katastrophalen Verkaufszahlen werden es dann wohl auch gewesen sein, dass sich Stabbing Westwarsd im Februar 2002 trennte.

Schade, denn für Leute wie mich, die mit der Band erst nach deren Trennen in Kontakt kamen, ist es ein grandioses Album.

Dabei hat das Cover mit dem, nach meinen Schönheitsidealen gemessen, nicht gerade hübschen Goth-Girl einen ganz anderen Eindruck gemacht.
Doch man sollte sich davon nicht abschrecken lassen, denn schon der Auftakt des Albums "So far away" ist ein klasse Song, und zugleich die Single mit dem ebenfalls sehr gelungenem Musikvideo dazu.

Der unwissende SW-Fan wird von der Musik, die ganz klar Richtung Radio-Pop geht, zunächst verwirrt sein; nur die vertraute Stimme von Chris Hall, und dessen etwas eigenwilliger Gesangsstil erinnern leicht an alte SW-Zeiten.
Doch dieses Gefühl schwindet bereits beim nächsten Song völlig, denn "Perfect" ist ein solch fröhlicher und zugleich symphatischer Friede-Freude-Eierkuchen Song, das man meinen könnte SW würde seine Fans verarschen.
Doch der neutrale Zuhörer muss zugeben, dass auch dieser Song sich sehr schön anhört, und problemlos auf jedem Radiosender spielen könnte.
Genauso der dritte Song "I remember", ebenfalls ein schön gesungener Liebessong. Da er auch nicht ganz so flott ist, reiht er sich mühelos in die Reihe der Modern Slow Songs ein.

Eine wirklich interessante Erfahrung, Chris Hall zur Abwechslung auch mal so singen zu hören, der Gesang könnte fast von einem Backstreet Boy stammen.

Hat man sich nun an diesen ruhigen, Love Song-Stil gewöhnt, wird man dann aber plötzlich von "Wasted" erschlagen, der bis auf das Fehlen von harten Gitarren Riffs, wieder SW-typisch depresiv klingt, und hoffnungslose Hilflosigkeit verbreitet.
Doch es tut auch gut wieder einige von diesen dunklen Tönen zu hören, denn auch Wasted ist ein Highlight der Scheibe, wenn es auch nicht ganz zum Rest des Albums passt.
Und als ob "Wasted" nur ein kleiner Ausrutscher gewesen wäre, geht es dann mit "Happy" auch schon wieder freundlicher zu.
Der Song macht verdammt Laune, allein der Refrain "Please tell me aaaaaaaaaare, you reeeeeeeeeeeaaally haappEEEEEYYY??!!" klingt ohrwurm verdächtig gut, und könnte eigentlich ewig so laufen.

Es folgen "The Only Thing" und "Angel", wieder zwei Liebessongs, die das Verlangen nach einer geliebten Person ausdrücken und aussagen, wie schön es ist geliebt zu werden. Beides in unterschiedlichen Stilen, aber wie bisher erstklassig gesungen, und professionell komponiert.

Das Album hält die Qualität konstant und beschert einen weiteren ruhigen Song "Breathe you in", zu dem man aber auch nicht mehr sagen kann, als dass er sich einfach angenehm anhört.
Kleiner Stilbruch findet im vorletzten Track "High" statt, welcher zwar weder düster, depresiv noch aggresiv wäre, doch aber der flotteste Track der Scheibe ist, ungemein rockt, und auf jedem Open Air Konzert so richtig die Sau rauslässt.

Nur das Ende des Albums, ist ein wirklich zweispältiges Vergnügen.
"Television" geht wieder wie Wasted in eine eher unangenehme Richtung, ist aber im Gegensatz zu "Wasted" nicht so recht als Song zu bezeichnen.
Besser zu vergleichen mit dem Ende aus SW's Debüt Album "Ungod", "Can't happen here".
Der Song braucht ewig bis er richtig losgeht, bis dahin wird das Mikrophon in die Luft gehalten, und Chris Hall stöhnt ein paar "mysteriöse" Gegebenheiten rein, ehe der Song dann richtig losgeht, und er sich pro Refrain fragt, ob er denn in einer Welt lebe in der Jeder nur TV guckt, und kein Real life mehr genießt.
Hm naja nett, aber verglichen mit dem grandiosen Rest der Scheibe ist dann Television eher Mittelmaß und auch nur Leuten mit dem ganz speziellen Geschmack zu empfehlen.

Damit bietet das letzte Album von Stabbing Westward 9 von 10 wirklich guten Songs, alle hervorragend komponiert, und von Chris Hall sehr einfühlsam und schön gesungen.
Als Jemand, der die Band erst nach deren Trennung kennenlernte, kann ich nur sagen, dass dieses Album eigentlich uneingeschränkt zu empfehlen ist; es bietet einige der schönsten Lovesongs, wenn man denn von "bekannten" songs mal die Schnauze voll hat, und hat sonst auch andere sehr stimmige Tracks zu bieten, die sich sicher noch viele Freunde gemacht hätten, wenn da nicht die empörten SW-Hardcore Fans gewesen wären.
Denn für die war das wohl ähnlich wie heute bei Linkin park das "Minutes to Midnight" Album.
Vielleicht übertreibe ich auch, und die Songs sind eigentlich nicht besser als jeder x-beliebig daher gelaufene Kommerz Song aus dem Radio, so mag es sicherlich der ein oder andere sehen, doch mir gefallen die Tracks verdammt gut, und die ziehe ich jederzeit bekannteren Mainstream Outputs vor!
Die Scheibe ist ein ganz klarer Geheimtipp meinerseits ;)
Gemessen am Maßstab von "Darkest Days" vergebe ich
:liquid9:,9

Die Japan Fassung des Albums enthält noch den Bonus Track "Last Time", der sich qualitativ in guter gesellschaft mit den anderen Songs ist.
Aus dieser Zeit stammt auch "Bizare Love Triangle" zu hören in "Nicht noch ein Teenie Movie", und das absolut typischste SW- Lied von allen, "Top of the World", also wenns noch schlumpfiger kann ein Lied gar nicht mehr klingen :lol:
Vllt aus gutem Grunde nicht im Album enthalten, aber dennoch ganz witzig, vor allem wenn man weiß, wofür die Band eigentlich steht/ stand.

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Beitrag von Vince » 12.06.2007, 22:45

Stabbing Westward werden sich feeuen über deine Reviewreihe. :wink: Erneut ein Klasseteil.
das vierte und letzte Album der Industrial Rocker aus Chicago ist tatsächlich selftiteled.
Genau wie bei den Deftones, hihi.

Zum Cover muss ich dir zustimmen, das sieht imo scheiße aus, wo die anderen drei (besonders Ungod und Darkest Days) imo sehr cool geworden sind. Und die Band selbst sollte ich eigentlich mal antesten, das könnte was für mich sein. Also zumindest für den alten Vince von vor 6 oder 7 Jahren. Und manchmal hör ich das ja heute auch noch gerne.

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Beitrag von Sir Jay » 13.06.2007, 03:29

ich würde als mainstream freundlichen Einstieg dieses album hier empfehlen, danach Darkest Days, danach dürftest du nen ordentlichen Eindruck bekommen haben ;)

hm, der vince von vor 6-7 jahren, war dann wohl der jay von heute xD

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Beitrag von Vince » 13.06.2007, 13:43

Sir Jay hat geschrieben:ich würde als mainstream freundlichen Einstieg dieses album hier empfehlen, danach Darkest Days, danach dürftest du nen ordentlichen Eindruck bekommen haben ;)
Ich will ja gar nix Mainstreamfreundliches, bäh - also würd ich vom Anfang aus beginnen. ;)
hm, der vince von vor 6-7 jahren, war dann wohl der jay von heute xD
Dann freu dich - in einem halben Jahrzehnt wirst du die Welt von Tool, Porcupine Tree und Oceansize kennenlernen. :wink:

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Beitrag von Sir Jay » 13.06.2007, 14:37

ich war in meinem bekannteskreis immer der außenseiter, was musikbetraf, weil ich eben nicht die super bekannten bösen onkels oder so hörte, sondern eben immer solche sachen, von denen die anderen nix gehört haben :lol:

und auch dem J-Pop/Rock kann ich mich bis heute noch nicht völlig entziehen.
Aber der Form von Rock wie ihn SW gemacht hat, oder von the Dreaming ist eben genau das womit ich meinen musikgeschmack definiere ;)

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Beitrag von Vince » 13.06.2007, 16:03

Sir Jay hat geschrieben:ich war in meinem bekannteskreis immer der außenseiter, was musikbetraf, weil ich eben nicht die super bekannten bösen onkels oder so hörte,
Na Gott sei Dank nicht. Das ist ja ekelhaft. :wink:

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Beitrag von Sir Jay » 13.06.2007, 21:09

willste ein paar SW anhörproben? xD

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Beitrag von Vince » 13.06.2007, 22:51

Ich kenn ja schon diverse Ausschnitte.

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Beitrag von Sir Jay » 14.06.2007, 13:16

ist es eigentlich normal, dass bei einer Band so oft Mitglieder kommen und gehen?

ich meine SW konnte pro Album nie dieselbe Mannschaft verzeichnen, es sind pro Album immer welche gegangen, und neu dazugekommen....Am Ende lässt sich sagen, dass nur 2, nämlich chris hall und walter flakus von anfang bis ende dabei waren von insgesamt 4 (bei darkest days warens mal 5).

Und das ist bei der nachfolger band auch nicht anders, da gabs auch ein großes mitglieder wandern innerhalb der letzten 4 Jahre X.x

Bei Offspring, Linkin Park oder Sum 41 ist ja sowas nicht passiert, oder?

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Beitrag von Vince » 14.06.2007, 14:51

Bei den Nine Inch Nails ist zum Beispiel Trent Reznor, der Sänger, der einzige feste Bestandteil der Band. Seine Crew wechselt er mit jedem neuen Album.

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Beitrag von Sir Jay » 14.06.2007, 17:07

da könnte man doch auch gleich nen neuen namen nehmen, ich meine stelle sich mal eine vor, die beatles hätten ständig neue mitglieder gehabt X.x

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Beitrag von Frances TM » 14.06.2007, 17:12

Sir Jay hat geschrieben:Bei Offspring, Linkin Park oder Sum 41 ist ja sowas nicht passiert, oder?
Ich glaub Offspring haben öfters ihren Drummer gewechselt. Ist halt normal. Ich finde es eher erstaunlich wenn eine Band über eine lange Zeit immer in der selben Besetzung bleibt. Da muss man schon sehr gut miteinander auskommen.

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Beitrag von Vince » 14.06.2007, 17:44

Frances TM hat geschrieben: Ich glaub Offspring haben öfters ihren Drummer gewechselt. Ist halt normal. Ich finde es eher erstaunlich wenn eine Band über eine lange Zeit immer in der selben Besetzung bleibt. Da muss man schon sehr gut miteinander auskommen.
Und es muss ja auch nicht immer schlecht sein. Rotation ist oft hilfreich bei der Weiterentwicklung. Normalerweise kann man nämlich nur dauerhaft konstant gute Alben bringen, wenn man sich neuen Einflüssen stellt.

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Beitrag von Frances TM » 14.06.2007, 17:55

Vince hat geschrieben:Und es muss ja auch nicht immer schlecht sein. Rotation ist oft hilfreich bei der Weiterentwicklung. Normalerweise kann man nämlich nur dauerhaft konstant gute Alben bringen, wenn man sich neuen Einflüssen stellt.
Oder wenn sich die Leute in den Bands nicht vertragen. Siehe Faith No More und Deftones. XD

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Beitrag von Sir Jay » 15.06.2007, 18:54

im falle von the dreaming tat der enorma ab- und zu gang nicht besonders gut, ich vermisse deren alten Töne ;_;

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Beitrag von jack warrior » 15.06.2007, 19:27

tja und bei molly hatchet ist es mittlerweile so das in der band niemand mehr spielt der die band gegründet hat. tja so kanns gehen.

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