
Technische Daten
Vertrieb: Arista USA (Sony BMG)
Erscheinungsjahr: 26.09.1990
Laufzeit: 57:08
Ok, jetzt oute ich mich hier mal als kleinen Whitney Houston Fan ;)
Dabei bin ich bekanntlich kein großer Fan von Mainstream-musik.
Wie also kommt der ansonsten so Industrial Rock veranlagte Jay zur poppigen R&B Queen?
Nun, was das vorliegende Album betrifft, hat die Frau echt meinen Geschmack getroffen.
Das Debütalbum von 1985 war noch weniger berauschend, da hat die Dame ohne großen Pepp vor sich hin gesungen, und versteckte sich ein wenig hinter der nicht sonderlich einprägsamen Musik.
Das Ergebnis war ein Album mit Liedern, die sich alle gleich langweilig anhörten.
2 Jahre später im Folgealbum ist das schon besser geworden, hier traute sich die schüchterne Maus auch endlich mal etwas in den Vordergrund zu treten und bescherte den ein oder anderen netten Song.
Singen konnte sie ja schon von Anfang an, doch in ihrem dritten Album weiß sie auch endlich was damit anzufangen und beschert den Pop-Fans in „I’m your baby tonight“ wirklich beeindruckende Stimmenakrobatik, begleitet von schnellen Beats und herrlichen Melodien.
Mit den ersten beiden Tracks „I’m your baby tonight“ und „My name is not Susan“ bietet sie Stoff für tanzende Partylöwen, die bei den schnellen, rythmischen Beats und Whitneys genialen Gesang richtig abgehen können.
Höhepunkt sind ihre Passagen an denen sie ihren Text in Rekordzeit hyperschnell wegsingt, dass man meinen könnte sie würde nur noch irgendwelche Wortsilben ganz willkürlich aneinander ketten, doch dem ist nicht so.
Whitney Houston kann mit ihrer Stimme einige echt großartige Kunststücke vollbringen, und das war im Auftakt erst eine Facette.
Bei den ruhigeren Tracks wie etwa „Lover for Life“ bringt sie mit ihrer angenehmen Stimme richtig Wärme in den Raum und füllt jede Sekunde mit der herrlichen Musik aus.
Natürlich fehlen auch nicht die Passagen an denen sie schier in Endlosschleife denselben Ton in astronomische Höhen treibt, und dabei gar nicht müde zu werden scheint.
Mein persönlicher Favorit des Albums ist Whitneys Duett mit Stevie Wonder „We didn’t know“, hier bieten die beiden einen sehr eigenwilligen Gesang, der aber gerade weil er so uneinheitlich ist verdammt gut in die Ohren geht.
Die beiden ergänzen sich sehr hervorragendund geben Töne ab, die ich sonst nirgends gehört habe; das ist eben ein Lied, das einfach über allen steht!
Dass die musikalische Begleitung über allen Zweifel erhaben ist brauche ich nicht mehr erwähnen.
Absolutes Highlight des Albums!!
Die Restlichen Songs haben aber auch nicht weniger Klasse, protzen weiterhin mit Whitneys gewaltiger Stimmenpower, wundervollen Tönen und einem eleganten Rhythmus.
Einzig und allein der aller letzte Track „Higher Love“ kommt kaum an die Qualitäten aller Vorgänger heran, und muss sich mit Langeweile rumschlagen.
Dieser wird wohl aus gutem Grund nicht auf der MC enthalten sein, womit dieses Medium mit ausschließlich guten Tracks aufwartet.
Und damit bin ich von diesem Whitney Houston Album absolut begeistert.
Ihr vielseitiger, kräftiger Gesang beschert mir immer wieder eine Gänsehaut, und von einigen Liedern kann ich gar nicht genug kriegen; der Wiedererkennungswert ist absolut gegeben.
Natürlich könnte ich jetzt die Texte kritisieren, die im Gegensatz zum Gesang immer dasselbe sind; hier dreht sich alles ums lieben, geliebt werden, und um die primäre Frage wer wen liebt?
Allzu poetisch fällt das auch nicht immer aus, außerdem sind solche Texte mittlerweile viel zu oft gehört, doch das soll nicht stören.
Rein akkustisch wurde hier eine echte Wundertat für meine Ohren geschaffen.
Die Musik ist aller erste Klasse und der unvergleichliche Gesang setzt dem Album die Krone auf; ein kleines musikalisches Meisterwerk, wenn auch inhaltlich weniger anspruchsvoll ;)

Zum Vergleich, das erste album bekommt von mir 6 und das zweite 8 Punkte.
BTW: ich hab nur die MC
