
Mute Records 1985
Offizielle Depeche Mode Webseite
• Dave Gahan - Gesang
• Martin Gore – Keyboards , Gesang
• Andrew Fletcher – Keyboards , Backing Vocals
• Alan Wilder – Keyboards , Backing Vocals (Track 07 – 15)
• Vince Clark – Keyboards , Backing Vocals (Track 01 – 03)
Tracklist
01 - Dreaming Of Me - 3:44
02 - New Life - 3:44
03 - Just Can't Get Enough - 3:37
04 - See You - 3:53
05 - The Meaning Of Love* - 3:05
06 - Leave In Silence - 3:59
07 - Get The Balance Right - 3:12
08 - Everything Counts - 3:58
09 - Love In Itself - 3:59
10 - People Are People - 3:43
11 - Master And Servant - 3:50
12 - Blasphemous Rumours - 5:08
13 – Somebody (Remix)* - 4:22
14 - Shake The Disease - 4:47
15 - It's Called A Heart - 3:48
Gesang bei “Somebody” Martin Gore
Mit “*” gekennzeichnete Songs waren nicht auf der Vinylversion enthalten
Best-of Alben oder auch komplette Single Collections haben bei Fans ein eher schlechtes Standing. Meist so um die Weihnachtszeit rausgebracht (warum nur ?
Bei Depeche Mode liegt der Sachverhalt etwas anders , denn Depeche Mode veröffentlichen bis heute gerne immer wieder einzelne Songs als Singles die nicht in einem Albumkontext stehen. Somit macht auch für den Depeche Mode Fan eine komplette Single Collection Sinn , bekommt er hier im Albumformat Songs die auf den regulären Alben nicht zu finden sind. Im Falle von „The Single 81-85“ sind es insgesamt 4 Songs (vom Deutschen Standpunkt allerdings 3) die es nicht auf regulären Alben gibt – plus einem Remix eines Songs.
Der erste Song ohne reguläre Album war die erste Single „Dreaming of me“ , allerdings nur vom UK Standpunkt aus gesehen. In Deutschland wurde bei der Erstveröffentlichung des Album die Trackliste geändert & „Dreaming of me“ mit auf das Album genommen. Nach heutigen Hörgewohnheiten wirkt die erste Single fast schon lachhaft Kindlich naiv – fast 30 Jahre Aufnahmealter lassen sich nicht so einfach wegwischen.
Zweiter Non-Album Track sollte „Get the Balance Right“ sein , der erste Song bei dem Alan Wilder mit im Studio war. In einem Interview mit der Zeitschrift Bravo sagte Martin Gore damals das dieser Song wohl die schlechtes Single von Depeche Mode sei & erwähnte Technische Probleme im Studio. Der Song ist wahrlich auch kein Glanzstück – zwar klingen die Strophen ganz nett , aber der Refrain schmiert komplett ab. Der Einfluß von Alan Wilder ist in keinster Weise zu spüren & das ganze klingt wie ein Restposten aus der „A broken Frame“ Session. Der Song verschwand auch sehr schnell im Archiv.
Ganz anders bei „Shake the Disease“ – wohl einer der besten Singles die Depeche Mode. Dieser recht ruhige Song hat einen Hammerrefrain & geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Warum dieser Song niemals auf einem regulären Album kam kann man nicht sagen – verdient hätte er es.
Dagegen war „It´s called Heart“ ein eher Durchschnittlicher Song der hauptsächlich dazu diente Promotion für dieses Album zu machen. Belustigt stellte der Fan nach einigen Monaten allerdings fest , das die B-Seite „Fly on the Windscreen“ auf dem nächsten Album „Black Celebration“ sein sollte , während die A-Seite unter den Tisch fiel. Und ganz ehrlich – „Fly on the Windscreen“ war auch der bessere Song.
Die restlichen Songs sind bekannt , lediglich „Somebody“ wurde noch einmal neu geremixt ,allerdings halten sich die Änderungen in starken Grenzen & beschränken sich auf die Samples im Hintergrund. Alle Songs gibt es in Chronologisch richtiger Reihenfolge , was zur Folge hat das man sich recht praktisch im Schnelldurchlauf durch die Musikalischen Wandlung der ersten 4 Jahre Depeche Mode durchhören kann. Von der Popig Naiven Frühphase der Band über die Suche nach Neuorientierung nachdem Vince Clark die Band verlassen hatte bis hin zum großen Durchbruch in Europa , bei dem sich auch durch den Zuwachs durch Alan Wilder das Klangbild schlagartig änderte.
Humor bewiesen Depeche Mode bei der Covergestaltung – neben allen Singlecovern gibt es zu jedem Song Auszüge aus Kritiken einschlägiger UK Zeitschriften – und da ist neben einigen Lob auch richtig schlimme Verrisse dabei. Mein persönlicher Liebling ist der Satz von Paul Weller aus dem Melody Maker vom 21.08.1982 zur Veröffentlichung von „Leave in Silence“. Er schrieb: “I´ve heard more melody coming out of Kenny Wheeler´s arsehole !”.
Bei den Kritiken fällt ein Name ganz besonders auf – der von Neil Tennant. Der Pet Shop Boys Sänger war zur damaligen Zeit Redakteur bei Smash Hits & auch seine Worte sind wenig nett.
Das Album in der Form wie hier besprochen ist übrigens OOP – vor einiger Zeit gab es eine Neuauflage mit neuen Cover & Bonustracks. Wie gesagt – selbst für den Fan ist die Investition nicht falsch & Depeche Mode Anfänger bekommen einen guten Überblick über die Anfangsphase der Band.

