
Mute Records 1986
Offizielle Depeche Mode Webseite
• Dave Gahan - Gesang
• Martin Gore – Keyboards , Gesang
• Andrew Fletcher – Keyboards , Backing Vocals
• Alan Wilder – Keyboards , Backing Vocals
Produziert von Depeche Mode , Daniel Miller & Gareth Jones
Aufgenommen in den Westside Studios , London & in den Hansa Tonstudios , Berlin (West)
Tracklist
01. Black Celebration – 4:57
02. Fly on the Windscreen (Final) – 5:19
03. A Question of Lust – 4:21
04. Sometimes – 1:53
05. It doesn´t matter too – 2:49
06. A Question of Time – 4:09
07. Stripped – 4:17
08. Here is the house – 4:16
09. World full of Nothing - 2:47
10. Dressed in Black – 2:32
11. New Dress – 3:42
Gesang bei “A Question of Lust” , “Sometimes” , “It doesn´t matter too” & “World full of Nothing” Martin Gore
Arbeitsmittelpunkt zur damaligen Zeit bleibt für Depeche Mode weiterhin das geteilte Berlin , für Songschreiber Martin Gore war Berlin sogar der Lebensmittelpunkt , denn zum damaligen Zeitpunkt lebte Gore mit seiner Deutschen Freundin fest in Berlin. Für das Nachfolgealbum zum Hit „Some great Reward“ wählte Gore einen deutlich dunkleren Ansatz aus – aus Synthie-Pop wurde Dark Wave. Der Titel des Albums & die dunkle schwarze Hülle ist hier Programm – „Black Celebration“ ist ein dunkles , sehr düsteres Album mit überwiegend ruhigen Songs. Die fröhlichen Pop Tage sind hier nun entgültig vorbei.
Das Album beginnt mit dem Titelsong „Black Celebration“ – einem (wem wunders nicht bei dem Titel) sehr düsteren ruhigen Song der aber nach mehrmaligen hören gut ins Ohr geht. Es ist übrigens bis heute das einzige Mal , das ein Depeche Mode auf dem Album einen Song mit dem Titel des Albums zu finden ist. „Black Celebration“ geht Nahtlos über in „Fly on the Windscreen“ , einer „Final“ Version des bereits von der B-Seite bekannten Songs der „It´s called Heart“ Single – diese Version ist etwas düsterer & kompakter als die bereits Veröffentlichte Version. Auch hier geht es Nahtlos über zu „A Question of Lust“ , einer sehr schönen Ballade gesungen von Martin Gore. Die beiden kurzen Stücke „Sometimes“ & „It doesn´t Matter too“ sind ebenfalls sehr ruhig & werden ebenfalls von Martin Gore gesungen.
Mit „A Question of Time“ kommt dann der erste Schnellere Song , wer bis dato nur die Singleversion kannte wird sich allerdings etwas wundern , denn die Albumversion klingt anders – für die Singleauswertung wurde der Song damals noch mal komplett neu geremixt. Das darauf folgende „Stripped“ dürfte als Hit jedem bekannt sein – der dunkle Rhythmus am Anfang ist übrigens das Kolbengeräusch eines Ottomotors. Die folgenden drei Songs sind dann wieder in ruhigern Gewässern wobei „Here is the House“ schon etwas Hitappeal hat.
Der Abschluß des Albums ist dann für Depeche Mode ungewöhnlich ein sehr schneller Song – „New Dress“ greift recht offen Lady Di & ihr Bild in der damaligen Presse an – ein Song den Martin Gore heute selber kritisch sieht. Der Q Magazin sagte Gore in der Ausgabe 5/1995
Soviel Eigenkritik ist tatsächlich selten.“Dieses Lied bedauere ich, geschrieben zu haben. Ich werfe in dem Lied der Princess Of Wales ziemlich unverblümt vor, in völliger Ignoranz nur schöne neue Kleider spazieren zu führen, während um sie herum das Land im Chaos versinkt. Damals wusste ich wenig von ihrem sozialen Engagement.(...) Ich wusste gar nichts von ihr. Ich habe ihr mit "New Dress" zutiefst Unrecht getan“
„Black Celebration“ ist kein Hit Album oder gar Musik die man gut Nebenher hören kann. Diesem Album nähert man sich am besten in aller Ruhe , am allerbesten über Kopfhörer um sich in den dunklen Klanglandschaften zu versinken. Es ist kein schlechtes Album aber eines was seine Zeit braucht um die Feinheiten zu entfalten.
Die Band war auf jeden Fall damals sehr Mutig nach ihren Hitalbum ein solch düsteres & langsames Album folgen zu lassen – eine andere Band wäre Sicherlich auf Nummer sicher gegangen & hätte eine Blaupause ihres Hits veröffentlicht. Doch auch in Zukunft werden Depeche Mode immer mal wieder ein Album veröffentlichen mit dem man weniger rechnet.
Nach diesem Album endete auch die Arbeit in Berlin – einer Zeit die für die Musikalische Entwicklung der Gruppe von enormer Wichtigkeit war. In Zukunft werden sie ihre Alben an verschiedene Orten aufnehmen – nach Berlin werden sie allerdings nicht mehr zurückkehren.
