
Mute Records 1989
Offizielle Depeche Mode Webseite
• Dave Gahan - Gesang
• Martin Gore – Keyboards , Gesang
• Andrew Fletcher – Keyboards , Backing Vocals
• Alan Wilder – Keyboards , Backing Vocals
Produziert von Depeche Mode
Aufgenommen am 18.06.1988 im Pasadena Rose Bowl , USA
Tracklist
CD 1
01. Pimpf (instrumental) – 0:58
02. Behind the Wheel – 5:55
03. Strangelove – 4:49
04. Sacred* – 5:09
05. Something to do – 3:54
06. Blasphemous Rumours – 5:09
07. Stripped – 6:45
08. Somebody – 4:34
09. the Things you said - 4:21
CD 2
01. Black Celebration – 4:54
02. Shake the Disease – 5:10
03. Nothing* – 4:36
04. Pleasure little Treasure – 4:38
05. People are People – 4:59
06. A Question of Time – 4:12
07. Never let me down again – 6:40
08. A Question of Lust* – 4:07
09. Master and Servant – 4:30
10. Just can´t get enough – 4:01
11. Everything Counts – 6:31
Mit * gekennzeichnete Songs waren bei der Vinylveröffentlichung nicht enthalten , konnten aber als separate 12” dazugekauft werden.
Gesang bei “Somebody” , “The Things you said” & “A Question of Lust” Martin Gore
Live Alben sind eine Fangeschichte – meist eine Erinnerung an ein Konzert das man selber erlebt hat. Dabei wird in diesem Segment getrickst ohne Ende. Meistens stammten die Aufnahmen von mehreren Orten & wurden dann im Studio zusammengebastelt um die Illusion eines perfekten Konzerts zu erzeugen. Manchmal werden sogar ganze Gesangsspuren neu eingesungen oder gar die Instrumentierung geändert , nur um irgendwelche Fehlleistungen der Musiker zu kaschieren – dabei macht gerade dies den großen Reiz aus. Konzerte die nur an einem bestimmten Abend aufgenommen wurden sind offiziell eher selten – dafür in der Bootleg Szene recht weit verbreitet aber dafür dann zu 99% in schlimmster Klangqualität.
Depeche Mode traten von Anfang an ihrer Karriere immer Live auf & waren auch recht umtriebig was das veröffentlichen von Live Aufnahmen angeht. Meist auf B-Seiten von 12“ Maxi Singles fand man teilweise bis zu 4 Live Tracks , so das sich für den Fan über die Jahre eine recht gute Sammlung von Livetracks anhäufte. Für ihre „For the Masses“ Tour die zur Veröffentlichung ihres Albums „Music for the Masses“ stattfand sollte dann ein offizielles Live Album kommen – und zwar ein ganz besonderes. Aufgenommen wurde es beim Abschlusskonzert der Tour , dem 101. Auftritt eben dieser (deshalb auch der Titel) im Rose Bowl Stadium in Pasadena vor über 80.000 Besuchern.
Die Band präsentiert sich in bester Spiellaune , durch die 100 Konzerte vorher hatte sich eine gewisse Routine eingespielt , so das man sich sicher sein konnte das es keine Probleme beim Live spielen geben würde. Auch das Publikum war in bester Stimmung wie man recht lautstark auf dieser Aufnahme hören kann.
Von der Setliste her gibt es nix zu meckern – es gibt die wichtigsten Songs aus dem letzten Album plus Klassiker aus dem Backstock – quasi eine Best-of im Live Format. Überraschend ist sicherlich das sich „Pleasure little Treasure“ in der Trackliste findet – war dieser Song lediglich als B-Seite von „Never let me down again“ gedacht & bei der Veröffentlichung von „Music for the Masses“ lediglich als Bonustrack in der CD Version zu finden. Und hier gibt es tatsächlich noch die Chance „People are People“ Live zu hören – bekanntlich hat die Band diesen Hit in die Mottenkiste gepackt.
Natürlich sollte man bei einem Live Album von Depeche Mode keine großen Überraschungen erwarten – auf irgendwelche Improvisationen o.ä. sollte man nun wirklich nicht hoffen. Als Dokument hat „101“ aber seine Berechtigung. Die Tonqualität ist wirklich gut , die Stimmung kommt auch sehr gut rüber (man beachte wie lange das Publikum noch den Refrain von „Everything Counts“ mitsingt obwohl das Konzert vorbei ist). Allerdings hat auch „101“ das gleiche Problem wie alle anderen Live Alben – man wird Zeuge einer rauschenden Party auf der man gerne dabei gewesen wäre aber man keine Einladung bekommen hat.
Ein kleines Wort noch zur damaligen Verpackung: Obwohl die Doppel Vinyl Version gegenüber der CD Version um 3 Songs gekürzt werden musste befand sich in der aufwendigen Aufklapphülle ein schönes dickes Hochglanz Fotoheft im LP Format – dagegen stank das kleine dünne CD Booklet doch mächtig ab.

101 – Der Film
Das Konzert wurde nicht nur Musikalisch aufgenommen sondern auch als Film verewigt. Auf dem Regiestuhl nahm D.A. Pennebaker Platz , der nicht das Interesse hatte einen reinen Konzertfilm zu drehen sondern auch hinter die Kulissen schauen wollte & auch die Fans zu Wort kommen lies. Heraus kam ein ziemlicher Misch Masch aus Konzertaufnahmen & Interviews. Bei den Fans ist der Film zu „101“ ziemlich umstritten – für die einen (die Minderheit) ist das ganze eine interessante Momentaufnahme , für die anderen (die Mehrheit) eine Frechheit weil sie eben einen kompletten Konzertfilm wollten & nicht irgendwelchen Fans zuhören wollen die etwas über ihre Liebe zu Depeche Mode erzählen.
Als „101“ auf DVD rauskam hatten viele die Hoffnung das sich auf der Bonus DVD das komplette Konzert ohne Zwischenschnitte befinden würde – doch leider war dem nicht so. Es befanden sich lediglich einzelne Songs darauf , das komplette Konzert soll tatsächlich verschollen sein (andere Quellen behaupten das Konzert wäre nie komplett gefilmt worden).
Weil ich persönlich zur Mehrheit der Hasser des „101“ Films bin habe ich mich bis heute geweigert die DVD zu kaufen – und das obwohl ich als Fan doch so ziemlich alles von denen zu Hause habe. Deshalb entfällt auch eine Bewertung des Films.


