
Mute Records 1990
Offizielle Depeche Mode Webseite
• Dave Gahan - Gesang
• Martin Gore – Keyboards , Gitarre , Gesang
• Andrew Fletcher – Keyboards , Backing Vocals
• Alan Wilder – Keyboards , Backing Vocals
Produziert von Depeche Mode & Flood
Aufgenommen in den Logic Studios – Mailand , PUK Studios – Dänemark & the Church and Master Rock Studio - England
Abgemischt in den Axis Studios – New York von Francois Kevorkian
außer „Enjoy the Silence“ abgemischt von Flood & Daniel Miller
Tracklist
01. World in my Eyes – 4: 26
02. The sweetest Perfection – 4:43
03. Personal Jesus – 4:56
04. Halo – 4:30
05. Waiting for the Night – 6:07
06a. Enjoy the Silence – 4:30
06b. Interlude #2 – Crucified* 1:42
07. Policy of Truth – 4:55
08a. Blue Dress – 4:18
08b. Interlude #3* – 1:23
09. Clean - 5:28
Mit * gekennzeichnete Songs sind nicht aufgeführte Hidden Tracks
Gesang bei “the Sweetest Perfection” & “Blue Dress” Martin Gore
Bei jedem Musiker , der schon eine Weile aktiv ist stellt sich unweigerlich die Frage welches Album nun das beste , ja sogar das Meisterwerk sei. Im Falle von Depeche Mode wird da meistens das Album „Violator“ genannt. Zunächst einmal war es bis dato das Erfolgreichste & hat mit „Enjoy the Silence“ den wohl bekanntesten Single Hit mit an Bord. Und zum anderen ist es auch wirklich gut.
Doch zunächst stand am Anfang für die Fans ein kleiner Schock als sie die Vorabsingle „Personal Jesus“ hörten – Depeche Mode spielten auf einmal Gitarre in ihrer Musik. Gesampelt waren Gitarren schon in der Vergangenheit öfters zu hören gewesen (u.a. in „Never let me down again“) aber richtig gespielt das war neu. Direkt warfen ihnen die Hardcorefans der ersten Stunde Verrat vor – dabei sahen sie nicht , das Depeche Mode schon immer eine Band waren die sich Musikalisch weiterentwickelt hat & neue Dinge in ihrer Musik mitaufnahmen.
Dann gab es mal wieder ein Wechsel am Produzentenstuhl – Klangzauberer Flood wurde diesmal engagiert dem Album einen ganz neuen Klang zu geben – in der Vergangenheit war er bereits für diverse Remixe verantwortlich gewesen. Für den Endmix suchte man sich die Legende Francois Kevorkian aus , der dem ganzen eine recht Clubige Note gab gleichzeitig aber auch darauf achtete das das ganze auch im heimischen Wohnzimmer funktionieren muß. Kevorkian sollte auch für die meisten 12“ Versionen der Singles verantwortlich sein & sorgte dafür das Depeche Mode auch auf der Tanzfläche funktioniert.
Mit „World in my Eyes“ geht es aber erst mal ziemlich Old School mäßig los – eine Rückbesinnung auf alte Synthiepop Tage , welches beim ersten mal hören doch schon reichlich seltsam klingt. Mit „the Sweetest Perfection“ kommt die erste schöne Martin Gore Ballade , darauf folgt der so-etwas-ähnliches-wie-ein-Rocksong „Personal Jesus“. Mit „Halo“ kommt dann ein richtiges Highlight , ein Saustarker Song der das Zeug zu einer Single hatte aber es nie wurde (aber ein Videoclip wurde dazu gedreht). Mit dem ruhig „Waiting for the Night“ geht dann die erste Hälfte des Albums zu Ende.
Die zweite Hälfte startet dann mit dem Überhit „Enjoy the Silence“ , einem an sich typischen Depeche Mode Song wo die Hauptmelodie von einer Gitarre gespielt wird. Ungewöhnlich ist auf jeden Fall wieder einmal der Verzicht auf einem recht griffigen Refrain wo der Songtitel vorkommt. Ein wirklich schöner Song – nur leider inzwischen durch die Mühlen des Formatradios etwas zu Tode gespielt worden. Nach einem Zwischenstück kommt mit „Policy of Truth“ ein weiterer sehr starker Song auf dem der einzig schwache Song des Albums „Blue Dress“ folgt. Nochmal ein Zwischenspiel & dann der Abschluß mit „Clean“ – einer sehr emotionalen Ballade mit einem sehr mehrdeutigen Text – einer meiner persönlichen Lieblingssongs der Gruppe.
Nachdem sich die Aufregung um die Gitarren gelegt hatte & die Fans mal in aller Ruhe das Album gehört hatten merkte man erst mal was Depeche Mode hier zusammengebaut haben – das perfekte Depeche Mode Album mit allen was dazu gehört: Es gibt schöne Balladen , ein Paar Uptemponummern & ganz große Hits sind auch dabei. Ob es jetzt tatsächlich das allerbeste Album ist soll jeder selber entscheiden (ich persönlich favorisiere ein anderes Album) aber verdammt gut & perfekt in der Ausführung ist es auf jeden Fall – am besten mal in aller Ruhe mal über Kopfhörer anhören , damit man mal sich die Klanglandschaften zu Gemüte führen kann – es lohnt sich.
Der Erfolg wurde immer größer & Depeche Mode waren nun Global Player – doch schon bald sollten die ersten Probleme auftauchen.



