[REVIEW] All Star Batman 1

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deBohli
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[REVIEW] All Star Batman 1

Beitrag von deBohli » 04.03.2006, 17:08

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All Star Batman 1

Autor: Frank Miller
Zeichner: Jim Lee, Scott Williams (Tusche)
Seiten: 52
Enthält: US All Star Batman & Robin, The Wonder Boy 1-2

Inhalt:
Ihr glaubt, Ihr kennt die Hintergründe der legendären Partnerschaft zwischen Batman und Robin in- und auswendig? Weit gefehlt! Die nicht minder legendären Ausnahmekünstler Frank Miller und Jim Lee präsentieren uns eine unglaublich intensive Neu-Interpretation einer aus Vergeltungsdrang geborenen Freundschaft, die Geschichte schrieb! Eine atemberaubende Reise durch die Anfangszeit des Dynamischen Duos, von der man noch lange sprechen wird!

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Meinung:
Das Gespann Batman & Robin war schon immer ein sehr spezielles. Die einen sahen es als „Vater-Sohn Beziehung“, manche als Meister und sein Schüler und ein paar wollten darin sogar Batmans Neigung zu kleinen Jungs sehen. Schlussendlich ist es wohl dies alles (die homosexuelle Neigung mal aussen vor gelassen) und noch viel mehr.
Frank Miller kehrt nun mit All Star Batman zu den Anfängen dieser Partnerschaft zurück und präsentiert sie uns komplett neu. Alles was man bisher darüber zu wissen glaubte, darf man nun getrost vergessen. Das war von DC gewollt, damit auch Neuleser ohne Vorwissen problemlos einsteigen können. Die All Star Serien (in den USA erscheinen momentan nebst Batman auch noch Superman und Wonder Woman) bilden somit ein Gegenstück zu den ultimativen Serien von Marvel.
Die Geschichte beginnt in einem Zirkuszelt. Hoch oben fliegt der junge Dick Grayson durch die Lüfte, er und seine Eltern sind die Top-Akrobaten und Hauptattraktion des Wanderzirkus, die „Flying Graysons“. Nach einer perfekten, atemberaubenden Vorstellung baden sie sich im Applaus der Zuschauer. Doch dann zwei Schüsse. Blutspritzer. Lärm. Vater und Mutter liegen tot am Boden. Was danach folgt, ist eine Verfolgungsjagd ziwschen der Polizei, welche Dick „entführt“ hat und Batman, welcher den Jungen schon lange als seinen Mitstreiter im Auge hatte.
Soweit, so bekannt. Doch wenn man genauer hinschaut, offenbart sich, dass Miller viele Details geändert und seiner Vorstellung angepasst hat. So wurden die Eltern erschossen anstatt, dass sie zu Tode stürzen. Die Gothamer Polizei ist korrupt, brutal und meilenweit von der guten Truppe eines Jim Gordon entfernt. Batman selber ist ein agressives Tier, welches ohne mit der Schulter zu zucken Polizeiautos rammt, diese in Brand versetzt und Fledermäuse auf Menschen hetzt. Doch genau mit solchen Veränderungen gelingt es Frank Miller, der ursprünglichen Idee hinter Batman näher zu kommen als es seit langem jemanden gelungen wäre. Sein „Held“ spricht mit sich selber, seinem Auto, ist verbittert und die ganze Zeit so wütend, dass er auch nicht davon zurückschreckt Dick zu schlagen, damit dieser Angst vor ihm kriegt.
Die Geschichte selber wird eher zurückhaltend erzählt, meistens mit ganzseitigen Bildern. Dank den genialen Zeichnungen von Jim Lee (Batman: Hush) geht diese Rechung voll auf. Die Bilder wirken dynamisch, detailreich und einfach nur genial. Die Farben sind sehr gelungen, nur manche Computereffekte wirken jedoch ein bisschen fehl am Platz. Batman selber trägt wieder sein graues Kostum mit dem gelben Gürtel und hat einen Dreitagebart. Kurioserweise ein paar Seiten vorher als Bruce Wayne nicht. Solche kleine Schnitzer sind aber sehr selten und fallen überhaupt nicht auf.
Den beiden Ausnahmekünstler ist somit eine Serie gelungen die einfach nur spitze ist. Alles ist stimmig und unterhaltsam, keine Seite erscheint überflüssig. Das Heft ist mit seinen 48 jedoch viel zu schnell durch, was auch ein bisschen daran liegt, dass es nicht allzuviel Text beinhaltet. Das macht aber gar nichts, die Bilder entschädigen dafür voll und ganz.

Panini veröffentlicht die Serie als Prestigeformat mit Klebebindung im zweimonatlichen Rhythmus. Nebst einer kurzen Einführung, gibt es das Originalcover der zweiten US-Ausgabe und eine Seite mit Hintergrundinfos. Der Batman auf dem Cover ist mit einer Glanzschicht belegt, das Papier passend. Die Aufmachung steht dem Comic somit nichts nach. Ganz klare Empfehlung an alle.
:liquid10:

Von diesem Comic erscheint in limitierter und numerierter Auflage auch ein Variantcover:

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