[REVIEW] Spider-Girl 2

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deBohli
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[REVIEW] Spider-Girl 2

Beitrag von deBohli » 06.03.2006, 20:32

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Spider-Girl 2

Autor: Tom de Falco
Zeichner: Pat Olliffe, Al Williamson
Cover: Mark Bagley
Seiten: 52
Enthält: US Spider-Girl 3+4

Inhalt:
Spider-Girl - die Tochter von Peter Parker und Mary Jane - trifft auf die Fantastischen Fünf, das Nachfolgeteam der FV, geführt von Franklin Richards! Auch ein neuer Superschurke ist mit von der Partie: der mächtige Dragon King!

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Meinung:
Nach dem gelungenen Einstand in Heft 1 geht es sofort mit reichlich Action weiter. In der Schule eskaliert die Streiterei zwischen Jimmy Yama einem guten Freund von May - welcher auch gerne etwas mehr wäre – und dem Schulrüppel Moose. Die ersten Zusammenprälle konnte May ja noch knapp verhindern, doch so langsam gerät das ganze aus den Fugen. Ein gemeinsamer Ausflug in das Museum der Fantastischen Fünf soll die Stimmung ein bisschen auflockern. Doch kaum dort angekommen erscheint aus dem nichts ein Mann, der eine starke Energiezelle stehlen will. Ein Job für Spider-Girl!
Aber auch hier ist May der Sache nicht ganz gewachsen, die Fantastischen Fünf greifen ein, doch sie sind auch gegenüber Spider-Girl nicht sonderlich gutmütig eingestellt..

Die zweite Geschichte dreht sich vorallem um die Gewissenbissen von May und Peter, bezüglich dem Superheldenleben. Sie führt es nachts im geheimen, er will es ihr am liebsten verbieten. Doch auch er kennt das Gefühl, denn schliesslich folgt aus grosser Kraft, grosse Verantwortung. Dass dann auch noch Dragon King in der Schule auftaucht, macht das Leben auch nicht leichter.

Routiniert geschrieben wirken die beiden neuen Abenteuer der Spinnen-Tochter. Man erfährt zwar ein bisschen neues zu der Entstehung der Fantastischen Fünf, der Superheldenvergangenheit von Phil Urich und dem Daily Bugle, doch die Storys sind eher 08/15 Ware. Es entsteht auch bei den Kämpfen nie gross Spannung, man liest das ganze eher etwas gelangweilt durch. Der Handlungsstrang in der Schule wirkt sogar aufgesetzt und dient eingentlich nur dazu, Spider-Girl zur Action zu bringen. Leider ist auch der Gewissenstreit im Hause Parker eher misslungen. Alles gleicht eher einem herauszögernden Hin und Her, als einer gut durchdachten Story. Das konnte Tom DeFalco schon viel besser.
Der einzige Lichtblick ist der mysteriöse Typ, der plötzlich im Museum auftaucht und aus der Vergangenheit zu kommen scheint. Daraus wird sich noch eine der besseren Geschichten entwickeln, aber dazu in den späteren Heften mehr.

Als ob es so geplant wäre, sind auch die Zeichungen in diesem Heft eher unterdurchschnittlich. Gesichter, Körperhaltungen und Hintergründe wirken wie hingeworfen, manche Darstellungen sind sogar anatomisch nicht möglich. Pat Olliffe's Strich schwankt zwischen unbeholfen und gelungen. Leider ist überwiegt ersteres.
Auch die Farben sind leblos. In US Heft 3 kann man noch einigemassen von guter Kolorierung sprechen, denn jeder Gegenstand hat wenigstens einen Schatten oder farbliche Unterschiede. Die zweite Geschichte wirkt auf manchen Seiten dann aber wie ein Comic aus den 80er Jahren. Grosse Flächen, eingefärbt mit nur einer Farbe, schlechte Übergänge und lieblose Effekte bestimmen das Bild. Somit ist das gute Cover von Ausnahme-Spidey-Zeichner Mark Bagley eine richtige Wohltat, wenn auch ein bisschen Kundenfängerei. Denn auf dieses Niveau werden es die Zeichungen im Heftinnern nie schaffen.

Langjährigen Comic-Leser sind sich schon lange bewusst, dass es bei jeder Serie mittelmässige Ausgaben gibt, dass jedoch gleich zwei hintereinander bei einer so jungen Serie herauskamen erstaunt dann aber schon. Das ganze Heft wirkt eher wie Fliessbandarbeit ohne Freude. Doch bevor man die Serie jetzt schon für tod erklärt, sollte man sich besser mal auf den Vorschaukasten konzentrieren, denn da grinst einem Venom entgegen!

:liquid5:
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