
Spider-Girl 3
Autor: Tom de Falco
Zeichner: Pat Olliffe, Al Williamson
Cover: Mark Bagley
Seiten: 52
Enthält: US Spider-Girl 5+6
Inhalt:
Spider-Girl steht ihrem bislang gefährlichsten Feind gegenüber. Es ist niemand anderer als Venom! Außerdem: der erste Auftritt von Spider-Girls Rivalin Ladyhawk!



Meinung:
Es gibt Feinde in Comicserien, die haben kurz nach ihrem Auftauchen eine riesengrosse Fangemeinde, werden hochgejubelt und gehören zu den All-Time Lieblingen. Bei Spider-Man waren dies vor allem der Grüne Kobold, Carnage und Venom.
Als sich Spider-man während Secret War ein neues Kostüm wollte, fand er ein komplett schwarzer Ball welcher sein Körper umhüllte und zu seinem neuen Dress wurde. Es konnte selber ein Netz erzeugen, sich in zivile Kleidung verwandeln und war unauffälliger als das rot-blaue Design. Als sich jedoch dann herausstellte, dass dieser „Ball“ ein ausserirdisches Lebewesen war welches sich von Adrenalin ernährt, wollte Spider-Man es loswerden. Dank der Hilfe von Mr. Fantastic gelang ihm dies, der Symbiont verschwand für eine Weile.
Doch nur für eine Weile, denn er kehrte mit einem neuen Wirt zurück: Dem Starreporter Eddie Brock. Immer wieder trafen Spidey und Venom (englisch für Gift) aufeinander und lieferten sich erbitterte Kämpfe. Nach einem - durch Spidey verhinderten - Mordversuch an J.J.J. verschwand Eddie dann wieder für eine lange Zeit.
In Tom DeFalcos Zukunft steckt der Symbiont nun in einem Hochsicherheitsgefängnis von Shield und siecht vor sich hin. Als dann jedoch ein Wärter mit dem aktuellen Daily Bugle vorbeikommt, auf dem „zufälligerweise“ Spider-Girl auf der Titelseite ist, reicht die Wut von Venom um seine Glaskuppelzelle zu zerschlagen und frei zu kommen.
Im Hause Parker ahnt man von diesem Ereignis nichts, denn wieder einmal ist eine recht laute Diskussion um das Spidey-Leben im Gange. Als May dann das Haus wütend verlässt, eilt ihr Peter nach. Doch zu spät, sie ist nirgends mehr zu sehen. Als er sich umdrehen will, wird er von dem freien Symbiont übrenommen. May muss nun also gegen ihre Vater kämpfen, um einen ihrer schlimmsten Gegner zu besiegen.
Es hätte so schön werden können. Der schizophrene Gegner von Spider-Man im Kampf gegen die Tochter von Peter. Doch leider verschenkt DeFalco in dieser Geschichte sehr viel Potential. Schon fast lieblos wird der Ausbruch, die Übernahme und der Kampf dargestellt. Zum einen liegt es hier daran, dass der Geschichte nur 22 Seiten zur Verfügung gestelllt wurden, zum anderen zündet die Idee „Vater wird zum ärgsten Feind“ einfach nicht. Von Anfang ist klar, dass Venom mit einem Kniff besiegt wird, ohne das jemand verletzt wird. Auch die ewige Streit Nebenhandlung verleiht der Geschichte nicht unbedingt Frische. Das Ganze hat man schon zu Spideys Zeiten immer wieder über sich ergehen lassen müssen, interessanter wird es dadurch nicht. Leider erfährt man auch dieses Mal nichts neues über die Geschehnisse der letzten 12 Jahre, somit tappt der Leser in vielen Bereichen noch im Dunkeln.
Die zweite Geschichte um die neue Heldin Ladyhawk kann das Heft auch nicht mehr aufwerten. Zu bekannt der Verlauf, zu langweilig die ewigen Gut gegen Gut Kämpfe. Gelungen ist die Stelle, in der May nun durch Phil Urich trainiert wird. Eigentlich ist diese ganze Angelegenheit nur ein grosses Missverständnis, was auch alle schon gemerkt haben. Doch keiner traut sich so recht, es einzugestehen. Am Ende des Heftes steht May auf einem Dach und fragt sich, ob sie in Zukunft überhaupt jemals wieder Spider-Girl sein kann. Der Leser fragt sich jedoch so langsam, ob die Serie überhaupt jemals aus dem Sumpf der mittelmässigen Comics emporsteigen wird.
Die Zeichungen sind gegenüber der zweiten Ausgabe wieder um einiges besser. Es wurde wieder kräftig mit Übergängen und Schattierungen gearbeitet, der Strich wirkt gereifter. Venom ist sehr gelungen, auch wenn er nun ein etwas anderes „Kostüm“ trägt. Die Kampfszenen sind recht detailiert, die Gesichter besser als in den vorhergehenden Heften. Doch leider wurden auch in dieser Ausgabe kopierte Bilder verwendet. Besonders auffällig wird das auf einer Seite, auf der 3 Panels neun Mal gebraucht wurden. Anfänger können sich sowas ja erlauben, bei Profis wünsche ich mir aber schon, dass alles ein bisschen anders gezeichnet wird.
Abschliessend gibt es nur noch zu sagen, dass das Heft dank Venom lesenswert ist. Am besten erkauft man es sich für ein paar Euro an einem Flohmarkt, denn viel Geld ist es erhlich gesagt nicht wert. Obwohl man schon alleine für das Cover von Mark Bagley gerne tiefer in die Tasche greifen würde.
